AfD — eine Partei für die Deutschen?

Manfred Kleine-Hartlage halte ich für einen der schärfsten Beobachter der Politszenerie und einen der profiliertesten Warner vor den Machenschaften der transatlantischen Globalisten und ihrer linken Gefolgsleute.

Auf Sezession.de analysiert er, aufgeschreckt durch eine Meldung von gemeinsamem Fastenbrechen, das Wahlprogramm der AfD und arbeitet heraus, wie weit sich die AfD der PC schon unterworfen hat.

Der Verfasser schließt:

… So kommt es dann, daß man nicht einmal versucht, mit den kommunikativen Mitteln der Politik eine ideologische Alternative zu skizzieren oder wenigstens die herrschende Ideologie zu hinterfragen. Stattdessen betet man die Mantras der Herrschenden nach, wonach Vielfalt uns per se bereichere, Deutschland „Zuwanderung“ brauche, die Gewährung von Asyl eine moralische Pflicht sei, und jeder, der gegen diese Ideologie grundsätzliche Einwände hat, sein Recht auf Teilnahme am öffentlichen Diskurs verwirke.

Ich will gar nicht ausschließen, dass der gewünschte taktische Erfolg, nämlich der Einzug in den Bundestag, sich tatsächlich einstellen wird. Wenn aber am Ende tausende idealistische Aktivisten in einer Partei gebunden sind, die nicht mehr zustandebringt als ein wenig wohlerzogene Opposition gegen den Euro, wenn die wirklich heißen Eisen unangetastet und die metapolitischen Chancen ungenutzt bleiben, die mit einer Vertretung im Bundestag verbunden sind, dann haben die Teile der Rechten, die diese AfD unterstützen, ein Eigentor geschossen.

Einem Kommentator, der hofft, dass die AfD auf einen rechten Kurs gebracht werden könnte, erwidert MKH:

[Ich war zu lange in der SPD, um mir einzubilden, man könne eine Partei von unten verändern. Eine Partei, die nicht von Anfang an und von oben die richtigen Inhalte hat und die richtige Strategie verfolgt, tut es nie und bindet nur Kräfte. Ich habe gar nichts dagegen, dass dem deutschen Parteiensystem eine konsequentere FDP hinzugefügt wird. Aber Leute, die mehr und vor allem etwas anderes wollen, verschwenden in einer solchen Partei nur ihre Zeit. M.K.-H.]

Siehe dazu:

Götz Kubitschek: http://www.sezession.de/40480/die-afd-resonanzboden-energiepumpe-partei.html  (23.8.)

Ich selbst setze einstweilen auf Bernd Lucke als aufrechten Patrioten (und Familienmenschen) und wünsche der Partei wenigstens einen Achtungserfolg.

Ergänzung 25.8.2013:

Manfred: http://korrektheiten.com/2013/08/25/zwoelf-anmerkungen-zur-afd/:

Nachdem die Debatte über meinen kritischen AfD-Artikel in der Sezession (wer ihn noch nicht gelesen hat: bitte hier klicken und das nachholen) bei mir den ernüchternden Eindruck hinterlassen hat, tauben Ohren zu predigen, habe ich im dortigen Kommentarbereich ein thesenartiges Resümee gezogen. Da ich nicht will, dass es mehr oder minder in der Versenkung verschwindet, wiederhole ich es hier:

Da die Debatte sich dem Ende zuneigt, ziehe ich für mich das Fazit:

1. Kaum einer der Kommentatoren ist auf das zentrale Argument der Wechselwirkung von Politik und Metapolitik eingegangen, und keiner hat die Anregung aufgegriffen, von den erfolgreichen Methoden der Linken zu lernen.

2. Man kann durchaus versuchen, zuerst eine Partei zu etablieren und von dieser gewonnenen Position aus auf die metapolitische Struktur des Landes einzuwirken. Nur muss man das auch wollen. Dieser Wille ist bei der AfD nicht erkennbar.

3. Viele (E-Mail-Schreiber noch mehr als Kommentatoren) versichern mir, wie konservativ und rechts die Basis der AfD sei, und dass sie fast alle die JF läsen. Wenn das so ist, und ich zweifle nicht daran: Wie konnte eine solche Parteibasis sich ein Programm oktroyieren lassen, das ihren Überzeugungen ins Gesicht schlägt?

4. Ich kann nicht erkennen, wie ausgerechnet eine Parteibasis, die schon beim ersten Test so viel Charakterschwäche hat erkennen lassen, imstande sein soll, zum ersten Mal in der deutschen Parteiengeschichte das eherne Gesetz der Oligarchie zu durchbrechen und der Parteiführung ihren Willen aufzuzwingen.

5. Der Tenor in vielen Kommentaren lautet, die AfD sei die letzte, beste oder einzige Chance der Rechten, und dieser Chance zuliebe müsse man Kröten schlucken. Wer so argumentiert, zeigt, dass er durch seine eigene Verzweiflung erpressbar ist. Er wird es erst recht sein, wenn die Partei erst einmal im Bundestag sitzen sollte.

6. Alle Argumente, die jetzt dafür sprechen, bestimmte heikle Themen bis nach der Bundestagswahl auszuklammern oder in regimekonformer Weise zu behandeln, werden nach der Bundestagswahl dafür sprechen, sie bis nach der Europawahl, der nächsten Landtagswahl, der übernächsten Bundestagswahl, letztlich bis zum Sankt-Nimmerleinstag zu vertagen.

7. Wer sich von den Stimmen von Wählern abhängig macht, die etwas anderes wollen als er selber, wird gezwungen sein, eine andere Politik zu machen, als er selber will.

8. Die Behauptung, die Anpassung der AfD an herrschende Ideologie sei nur Rhetorik und Taktik, wird durchweg von Leuten vorgebracht, die gar nicht in der Position sind, darüber zu entscheiden, ob sie tatsächlich Taktik ist.

9. Ich kann nicht erkennen, warum die AfD-Führung für die Präferenzen ihrer Basis nicht genausoviel Verachtung zeigen könnte wie vor ihr die CDU-Führung.

10. Alle erfolgreichen rechtsalternativen Parteien Europas, ohne Ausnahme, haben auf eine Strategie der Provokation, und eben nicht der Anpassung, gesetzt. Ich kann nicht erkennen, warum das in Deutschland anders sein soll.

11. Eine Strategie der Leisetreterei ist erst unlängst von der Partei “Die Freiheit” versucht worden und spektakulär gescheitert. Daraus die Konsequenz eines more of the same zu ziehen und die Anpassung noch weiter und bis an den Rand der Selbstverleugnung zu treiben, ist eine Idee, deren Weisheit mir nicht einleuchtet.

12. Es spricht nichts dagegen, den deutschen Parteienzoo um eine liberale eurokritische Partei zu bereichern. Nur kann dies kein rechtes Projekt sein.

Ergänzung 26.8.2013:

Martin Lichtmesz raubt hoffnungsfrohen Rechten bzgl. der AfD alle Illusionen:
http://www.sezession.de/40484/alternative-fuer-deutschland-mit-mimikry-ins-establishment.html  (26.8.):

 … Die „Abschaffung Deutschlands“ ist „alternativlose“,  ausgemachte Sache.

Wer verhindern will, daß „Deutschland abgeschafft“ wird, wird vielmehr rasch als Staatsfeind oder genauer: als „Verfassungsfeind“ markiert, „beobachtet“ und ausgesondert .

… Ich will nun weder als Spielverderber erscheinen noch als einer, der sich beschwert, weil das Programm der AfD keine Maximalstforderungen enthält, oder als einer, der vergessen hat, daß Politik die „Kunst des Machbaren“ ist. Wie gesagt: die AfD geht mich nichts an, und Bernd Lucke ist ohne Zweifel derzeit einer der vernünftigeren, sympathischeren und wählbareren Politiker des Landes. Ich konstatiere nur, was ist, und ich glaube, daß es keinen Grund gibt, sich hier Illusionen zu machen.

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2 Antworten zu AfD — eine Partei für die Deutschen?

  1. heureka47 schreibt:

    Ich habe auch mal ein paar Jahre in der Politik mitgemischt – Anfang der 90er – und mich mit Schaudern dann wieder abgewendet.
    Die allermeisten derer, die dann irgendwann tatsächlich drankommen, Politik zu machen / Gesetze zu gestalten / Rahmenbedingungen zu verändern, VERDRÄNGEN das eigentliche, wesentliche, Problem der zivilisierten Gesellschaft. An dieses „Übel“ traut sich keiner heran.
    Und wenn ausnahmsweise vielleicht doch einmal, dann wird er von der jeweiligen Mehrheit überstimmt, niedergemacht, ausgegrenzt – evtl. sogar noch mit übler Nachrede oder Rufmord bedacht. Das durfte ich auch erleben.

    Die „Elite“ in Politik, Wirtschaft, Medien, Verbänden, Kirchen usw. – also was man bei den 68ern das „Establishment“ nannte, die „Etablierten“ – sind die „Besten“ (in „Normalsein“. Und das bedeutet: Die Besten in der „Durchführung“ der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“.)

    Parteien, die an die Macht wollen, müssen sich an der Unweisheit ihrer Wähler orientieren. Parteien, die Veränderung des kranken Systems wollen, werden nicht groß (mächtig).

    Die zivilisierte Gesellschaft ist – wahrnehmungs- / lernbehindert – auf dem „Holzweg“; sie ist sich dessen nur noch nicht wirklich bewußt. Der Leidensdruck muß, wie es aussieht, NOCH größer werden. NOCH größer als all das, was wir schon an Schrecknissen, Plagen, Kriegen, usw. usw. selbst erleben oder durch die Medien erfahren durften.

    Wieviele – oder wenige – haben denn nach der Zeit 1933-1945 nach den tieferen Ursachen gefragt??
    „Ist es auch Tollheit (Wahn- / Irrsinn), so hat es doch Methode“.

    Ja, das ist eine andere Qualität von Irrsinn: Nicht das standardmäßig als solcher benannte „Verrückte“ / „Irrationale“, sondern der RATIONALE IRRSINN – der nur deswegen kaum auffällt, weil er die „Normalität“ der zivilisierten Gesellschaft begründet.

    Demokratie mit Mehrheitsprinzip IST krank und MACHT krank. Denn es geht an den gesunden Fähigkeiten / Bedürfnissen von – wahrhaft gesunden – Menschen vorbei.
    In einer wahrhaft gesunden Population braucht es keine „Politiker“ und keine „wissenschaftlichen“ Berater der Politik, denn in einer solchen Population sind alle Erwachsenen wahrhaft weise und dort können mit dem Einstimmigkeitsprinzip ganz einfach und problemlos die wenigen zu entscheidenden Dinge beschlossen werden. Alle Erwachsenen einer solchen Population leben im Bewußtsein der göttlichen Liebe, des himmlischen Friedens und aller Tugenden, die man in diesem Bewußtsein noch finden / benennen kann.

    Und wenn es nicht möglich ist, die Menschen der zivilisierten Gesellschaft dorthin zurück zu bekehren, müssen sie ganz sicher letztlich aussterben. Denn wer seine Seele, den „Lebens-Faden“ (ROTEN Faden??), verloren hat, ist ohne Leben. So kommt man nicht mehr weit…

  2. Wolfgang Heuer schreibt:

    KEINE der sich bewerbenden Parteien kann unser Grund- / Kardinalproblem lösen; denn so weit ich das erkennen kann, hat es keine dieser Parteien im „Visier“; aber selbst wenn es eine der – kleinen / neuen (andere kommen nicht in Frage) – Parteien im Visier hätte, würden sie niemals eine Mehrheit im Bundestag für den Beschluß einer grundlegenden Lösung bekommen.
    Wie u.a. Michael Balint in seinen Veröffentlichungen zur „Grundstörung“ schreibt oder Dr. Wilhelm Kütemeyer in „Die Krankheit der Gesellschaft“ oder die unzähligen anderen Autoren in der selben Angelegenheit, sind die „Normalen“ das Problem (Manfred Lütz: „Irre. Wir behandeln die Falschen“).

    Das Parteiensystem ebenso wie die Demokratie mit Mehrheitsprinzip und weitere „Grundpfeiler der modernen Gesellschaft“ sind Erfindungen der „irren Normalen“.
    Besserung / Rettung ausgeschlossen. Zumindest unter diesen Rahmenbedingungen.
    Wir brauchen also eine Re-Re-Re-Re-Revolution um zum wahrhaft gesunden Menschenverstand – dem „bikameralen Denken“ (Julian Jaynes) – zurückzukehren und das Überleben der Menschheit zu sichern; sonst ist „Schluß mit lustig“…

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