Syrien: USA als internationale Scharfrichter – Christen verraten und verkauft

http://www.katholisches.info/2013/08/27/syrien-christen-vom-westen-verraten-und-verkauft-werden-erste-opfer-der-us-unterstuetzten-islamisten-sein/:

Die Gefahr, daß aus dem Bürgerkrieg in Syrien ein Krieg mit internationaler Intervention wird, ist sehr groß. Der russisch-orthodoxe Metropolit Hilarion, der „Außenminister“ des Moskauer Patriarchats, verurteilte den immer größer werdenden Druck der USA auf Syrien. Washington drängt auf einen Angriff der NATO ohne UNO-Mandat. „Tausende weiterer Opfer werden auf dem Altar einer fiktiven Demokratie geopfert werden“, so Erzbischof Hilarion.

Während ein westlicher Militärschlag unter US-Kommando gegen die Regierung von Bashar al-Assad immer näher rückt, zeigt sich die russisch-orthodoxe Kirche „sehr besorgt“ über diese Entwicklung. „Wieder einmal, wie schon im Irak, verhalten sich die USA als internationale Scharfrichter“, klagte Metropolit Hilarion von Wolokolamsk gegenüber Asianews. Scharf kritisierte er die USA, die „völlig einseitig und ohne jede Beteiligung der Vereinten Nationen das Schicksal eines ganzen Landes mit Millionen von Einwohnern bestimmen wollen“.

USA wie „internationale Scharfrichter“ – Christen werden erste Opfer der US-unterstützten Islamisten

Die ersten Opfer werden vor allen anderen “wieder die Christen sein, um deren Schicksal sich niemand kümmert”, so der Metropolit. Die Christen laufen am meisten Gefahr, „die ersten Geiseln einer solchen Entwicklung und die ersten Opfer der radikalen extremistischen Kräfte zu werden, die mit Hilfe der USA die Macht ergreifen werden“. Die internationale Staatengemeinschaft müsse „alles tun“, damit die Ereignisse „nicht diese Entwicklung nehmen“, so der Metropolit.

Ähnliche Töne wie aus Moskau kommen auch von den syrischen Katholiken. Patriarch Youssef III. Younan der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche sagte zu Terrasanta.net, daß die syrischen Christen “vom Westen verraten und verkauft” sind. Der Westen habe in den vergangenen zwei Jahren nichts anderes getan als die Rebellen mit Waffen versorgt, ganz egal ob Islamisten oder nicht.

Erst in den vergangenen Tagen wurde mit Pater Amer Qassar (34) ein weiterer katholischer Priester in Damaskus verletzt. Er war 2003 für die Diözese Damaskus zum Priester geweiht worden. Am 21. August wurde er auf dem Weg in seine Kirche bei einem Bombenattentat schwer verletzt.

Syrisch-katholischer Patriarch: „USA sehen nur Erdöl“ – „Um die Christen kümmert sich keiner“

Den Druck der USA und Frankreichs zu einem westlichen Militärschlag kritisierte der Patriarch hart. Diese Mächte hätten durch ihre Waffenliefungen den Konflikt weiter entfacht und die Gewalt geschürt, statt mit allen Seiten zu sprechen und friedliche Lösungen zu suchen, so der Patriarch. „Der Westen meint, daß mit den Sunniten an der Regierung die Diktatur durch eine Demokratie ersetzt wird: Das aber ist eine große Illusion. Stattdessen wird es zu einem schlimmeren Konflikt als im Irak kommen.“

Und der Patriarch weiter: „Wir sind enttäuscht von der zynischen und machiavellistischen Politik der westlichen Staaten, von Frankreich, Großbritannien, den USA. Sie sehen nur das Erdöl und vergessen dabei ihre Grundsätze. Seit mehr als zwei Jahren erzählen sie gemeinsam mit der Türkei, daß das Regime stürzen wird. Das ist entweder die größte Lüge, die sie ihrer jeweiligen öffentlichen Meinung auftischen oder der größte Rechenfehler der vergangenen zehn Jahre. Das Regime ist immer noch an seinem Platz, das Land dafür aber zerstört und mehr als 100.000 wurden getötet. Wir Christen wurden für das Erdöl verraten und verkauft. Der Westen unterstützt im Namen der Demokratie Regime, an denen nichts demokratisch ist wie in Katar und Saudi-Arabien. Das sind zwei der rückständigsten Länder der Welt. Ihre Anführer werden aber in den westlichen Palästen wie Helden der Demokratie, des politischen Pluralismus und der Toleranz gefeiert.“

In Syrien leide die gesamte Bevölkerung, so der syrisch-katholische Patriarch, „die Christen jedoch ganz besonders“. Die Christen „sind das Opfer des Hasses einer Gemeinschaft, die meint, die Sache Gottes mit Gewalt durchsetzen zu müssen“.

Ergänzung 28.8.2013:

http://www.kath.net/news/42567  Bischof: Militärschlag in Syrien würde Weltkrieg auslösen  (26.8.):

… Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, warnt eindringlich vor einem militärischen Eingreifen der internationalen Gemeinschaft in Syrien. Dies würde einen «Weltkrieg» heraufbeschwören, sagte Audo am Montag dem Sender Radio Vatikan. Der Konflikt lasse sich nicht einfach durch einen Militärschlag beilegen. Stattdessen solle die Staatengemeinschaft ihre Anstrengungen für einen Dialog zwischen den Konfliktkparteien verstärken. Zugleich berichtete der Bischof, der Friedensappell von Papst Franziskus sei in großen Teilen der Bevölkerung sehr begrüßt worden.

Nach Berichten von Regimegegnern über einen möglichen Giftgaseinsatz durch syrische Regierungstruppen, die zahlreiche Fachleute mittlerweile als zutreffend einstufen, ist die Forderung nach einem militärischen Eingreifen der westlichen Welt lauter geworden. Meldungen, die USA und Großbritannien bereiteten Raketenangriffe auf militärische Einrichtungen des Regierung von Baschar al-Assad vor, wurden jedoch vom Weißen Haus dementiert. Die syrische Regierung bestreitet den Einsatz von chemischen Kampfstoffen und beschuldigt ihrerseits die Rebellen. An diesem Montag haben Fachleute der Vereinten Nationen in Ghuta nahe Damaskus mit der Suche nach Spuren von Chemiewaffen begonnen.

Papst Franziskus hatte die Konfliktparteien in Syrien am Sonntag abermals zum Frieden aufgerufen. Zuvor hatte der Vatikan-Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Maria Tomasi, vor einer vorschnellen Schuldzuweisung an die syrische Regierung gewarnt und eine vorurteilsfreie Prüfung der Berichte über einen Giftgaseinsatz gefordert.

Ergänzung:

http://www.kath.net/news/42590  Gebt dem Frieden eine Chance!  (28.8.):

Eine militärische Intervention des Westens gegen das Assad-Regime in Syrien wäre verheerend, so das Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche in Syrien, Patriarch Gregor III. Laham, dessen Worten zufolge niemand sicher sein kann, wer für den Chemiewaffen-Angriff in der vergangenen Woche verantwortlich war.

Patriarch Gregor III. Laham von Antiochien, Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche, meldete sich aus dem Libanon zu Wort, nachdem er sich im Rahmen seiner pastoralen Aufgabe in der konfliktgeschüttelten syrischen Hauptstadt Damaskus aufgehalten hatte. Wie der Patriarch betonte, seien trotz des anhaltenden Konflikts Initiativen zur Versöhnung nach wie vor realisierbar und sollten für alle Länder, die sich mit der Krise auseinandersetzten, oberste Priorität haben.Während des Interviews mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ am Dienstag, 27.8., brachte der Patriarch seine Zweifel hinsichtlich der Glaubwürdigkeit eines Teils der Beweise, die aus den Konfliktherden Syriens zu Tage treten, zum Ausdruck. Er sagte: „Wer kann jetzt wissen, wer hinter dem Chemiewaffen-Angriff steckte?“

Weiter kritisierte er die Syrien-Politik der USA: „Man sollte nicht an einem Tag die Regierung anklagen und am nächsten Tag die Opposition. Damit schürt man Gewalt und Hass.“ Auch heizten die Amerikaner „die Situation seit zwei Jahren an.“

Während der Patriarch die Chemiewaffen-Angriffe verurteilte, zeigte er sich darüber besorgt, dass ausländische Kämpfer nach Syrien kämen, ein Problem, das seinen Worten zu Folge durch die ins Land strömenden Waffen noch verschlimmert würde. Handlungen, die der Patriarch als „unmoralisch“ bezeichnete.

Er sagte: „Viele Menschen kommen aus dem Ausland nach Syrien, um im Land zu kämpfen. Diese Kämpfer fördern den Fundamentalismus und Islamismus.“

Nach Ansicht von Patriarch Gregor III. Laham sollten die USA, Russland und andere Weltmächte einen Friedensplan aufstellen. „Es ist an der Zeit, den Waffeneinsatz zu beenden und anstatt zur Gewalt aufzurufen, sollten die internationalen Mächte sich für den Frieden einsetzen.“

… Wie der Patriarch erklärte, seien 450.000 syrische Christen — beinahe ein Drittel aller Christen im Land — entweder Binnenflüchtlinge oder ins Ausland geflüchtet. …

Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2013/05/31/giftgas-bei-anti-assad-terroristen-beschlagnahmt/

Ergänzung:

Henning Lindhoff: http://ef-magazin.de/2013/08/28/4437-syrien-die-schulden-und-der-krieg:

Beginnt nun die blutige Korrektur? …

Ergänzung:

Syrien-Lage aus russischer Sicht:
http://www.youtube.com/watch?v=LSPKkABJn9c  (27.8.   2 min)

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Eine Antwort zu Syrien: USA als internationale Scharfrichter – Christen verraten und verkauft

  1. Stefan Wehmeier schreibt:

    Die US-Hilfe für die Opposition in Syrien:

    „Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der zur Barbarei zurückführt. …Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen.“

    Silvio Gesell

    „Wenn jemand nicht zuerst das Wasser kennt, kennt er nichts. Denn was nützt es ihm, wenn er darin getauft wird? Wenn jemand nicht weiß, wie der wehende Wind entstanden ist, wird er mit ihm hinweggeweht werden. …Jemand, der nicht kennen wird die Wurzel der Schlechtigkeit, ist ihr kein Fremder.“

    Jesus von Nazareth (nicht in der Bibel zu finden)

    Wo wir heute vielleicht schon sein könnten, wäre die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) bereits nach dem ersten Weltkrieg verwirklicht worden (womit sich der zweite erübrigt hätte), kann bestenfalls erahnen, wer die „Großen Vier“ (Heinlein, Asimov, Lem, Clarke) vollständig gelesen hat. Wo die Menschheit aber heute wäre, hätte es die „heilige katholische Kirche“ nicht gegeben, sprengt jedes Vorstellungsvermögen!

    Die Erbsünde – und damit auch Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg sowie alle anderen Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen – lässt sich nicht verbieten (wie bereits in Genesis_3 beschrieben), sondern kann nur mit Intelligenz aus der Welt geschafft werden! Dazu muss man erst einmal wissen, was die Erbsünde ist:

    Apokalypse

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