Berlin verbietet Weihnachten

http://www.mmnews.de/index.php/politik/14645-berlin-verbietet-weihnachten  (30.8.):

In Berlin-Kreuzberg wird Weihnachten ab sofort verboten — zumindest dann, wenn es auf öffentlichen Plätzen begangen werden soll. Weihnachten darf nur noch zuhause stattfinden, damit religiöse Gefühle anderer nicht beeinträchtigt werden.

Kein Aprilscherz: Das Bezirksamt Berlin Friedrichshain-Kreuzberg schafft Weihnachten ab. Die Behörden erlauben keine Weihnachtsfeiern mehr auf öffentlichen Plätzen oder Straßen. Ein Tannenbaum darf nur noch an einem zentralen, vorher von den Behörden zugewiesenen Platz aufgestellt werden — das berichtet die „Berliner Zeitung„. Das Festverbot wurde von Grünen, Linken und Piraten beschlossen. SPD und CDU waren angeblich dagegen.

Der zuständige Stadtrat Peter Beckers (SPD) beantwortet den Protest gegen das öffentliche Weihnachtsverbot gegenüber der BZ so: „Warum müssen religiöse Feste in der Öffentlichkeit gefeiert werden?“

Hintergrund des Weihnachtsverbots: Im August wollten Islame das Ende des Ramadans auf Berlins Straßen feiern. Es gab Beschwerden von Anwohnern wegen befürchteten Lärms. Darauf machte das Bezirksamt „kurzen Prozess“ und verbot gleich alle religiösen Feste — darunter auch Weihnachten, aus „Gründen der Gleichbehandlung“.

Außerdem dürfen keine sogenannten Ehrenmedaillen an Anhänger von Religionen verteilt werden. Wer also christlichen Glaubens ist und sich um seinen Bezirk verdient gemacht hat, geht in Zukunft leer aus. Das „Medaillen-Verbot“ gilt selbstverständlich ebenfalls für alle Religionen.

Trotz Weihnachtsverbots dürfen andere Feste nach wie vor stattfinden, wenn sie nicht religiösen Ursprungs sind. So sind das „Bierfest“, „Karneval der Kulturen“ und diverse Randgruppen-Feste nach wie vor gestattet.

Ergänzung 9.9.2013:

Klaus Kelle: http://www.freiewelt.net/ein-bollwerk-gegen-den-hedonismus-schleifen-10009690/  (9.9.):

Zunehmend versuchen politische Kräfte in Deutschland, Kirchen und Religionen aus dem öffentlichen Raum zu drängen. Mit einer Strategie der Nadelstiche will man eines der letzten Hindernisse auf dem Weg zur totalen Spaßgesellschaft beiseite räumen.

Dass ausgerechnet im angeblich so toleranten Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg religiöse Feste aus dem öffentlichen Raum verbannt werden sollen, macht sprachlos. Verbannt? Das trifft es nicht richtig, denn sie dürfen ja stattfinden, wenn sie bloß nicht gleich als solche erkennbar sind. Das Bezirksamt hatte im Juli einen Antrag von Muslimen abgelehnt, zum Abschluss des Ramadan ihr traditionelles Zuckerfest auf öffentlichem Grund feiern zu wollten. Nachdem die Veranstaltung in “Sommerfest” umbenannt wurde, gab es die amtliche Genehmigung. Das soll nun für alle religiösen Feste gelten, ergo: Auch christliche Weihnachtsmärkte werden dort zukünftig nur noch als “Winterfeste” stattfinden dürfen.

Man könnte nun abwinken und sagen: In Kreuzberg war schon immer Vieles anders, das ist ja nicht repräsentativ für Deutschland. Aber das ist falsch. Der Vorgang reiht sich ein in zahlreiche ähnlich gelagerte Fälle, die alle nur ein Ziel haben: Religion und Kirche aus dem öffentlichen Alltag der Bevölkerung zu tilgen. Denken Sie an Kindergärten, die keine “Weihnachtsfeiern” mehr veranstalten, an St. Martins-Umzüge, die zu “Laternenfesten” umfunktioniert werden, an Stewardessen, die im Dienst kein Kreuz mehr um den Hals tragen dürfen. Und an Karfreitagen, wenn die Christen weltweit den Tod von Jesus Christus am Kreuz betrauern, bemühen sich in einigen deutschen Städten eifrige Stadträte darum, in der Nachbarschaft Techno-Partys zuzulassen.

Für sich genommen sind das einzelne mehr oder weniger belanglose Kinkerlitzchen. Zusammenhängend betrachtet, erleben wir jedoch zunehmend politische Angriffe auf die christlichen Glaubensgemeinschaften in unserem Land, die alle dem Ziel dienen, ein unbequemes Bollwerk gegen den Hedonismus unserer Zeit zu schleifen.

Die Kirchen erinnern daran, dass jeder Mensch eine Würde und ein unbedingtes Lebensrecht besitzt. Sie treten für die traditionelle Familie aus Vater, Mutter und Kindern ein. Sie fordern Werte ein. Sie kümmern sich um Menschen, die am untersten Rand unserer Gesellschaft leben.

Das ist ein ständiger Stachel im Fleisch derjenigen, die ein ganz anderes System wollen. Ausgerechnet der frühere SED- und heutige Linke-Politiker Gregor Gysi hat einmal gesagt, auch als Nicht-Gläubiger fürchte er eine gottlose Gesellschaft. Ein kluger Satz, über den nachzudenken es sich auch für vermeintlich progressive Politiker unserer Zeit lohnt. Besonders die, die insgeheim schon wieder davon träumen, Engel zu Jahresendzeitflügelfiguren umzufunktionieren. …

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