Syrien: Christen von Maalula nach Islamisten-Überfall auf der Flucht

http://www.katholisches.info/2013/09/06/nach-islamisten-ueberall-sind-christen-von-maalula-auf-der-flucht-dschihadisten-reissen-kreuze-von-klosterkuppeln/:

Die Christen von Maalula befinden sich auf der Flucht. Aus dem einzigen Dorf der Welt, in dem noch heute Aramäisch, die Sprache Jesu gesprochen wird, sind die allermeisten Christen geflohen. Der Ort wurde durch den Angriff der Islamisten verwüstet. Die Dschihadisten begannen mit der systematischen Zerstörung der Gebäude im Namen der Freien Syrischen Armee, für die US-Präsident Barack Obama in den Krieg ziehen will. Von den 3000 Einwohnern sind nur wenige Hundert nach dem Angriff in den Ort zurückgekehrt, um die Häuser vor Plünderern zu schützen. Der Großteil der Christen hält sich verborgen. Zu groß ist die Angst vor den Islamisten-Milizen.

Ein Priester von Maalula wird von Asianews mit den Worten zitiert: „Heute Morgen haben die Terroristen die Kreuze von den Kuppeln des Sergius-Klosters gerissen. Das ist eine offene Kriegserklärung gegen die Christen. Durch die Entfernung der Kreuze wollen sie eine unmißverständliche Botschaft aussenden: Nun seid ihr Christen an der Reihe, nun kann alles passieren.“

Der Priester berichtete, daß die Islamisten bereits am Donnerstag abend in einige Viertel vordringen wollten, sich dann aber wieder zurückzogen. „Unsere Jugend hat die Klöster, Kirchen und unsere Häuser verteidigt. Aber sie sind keine Krieger, sie sind nicht ausgebildet, sie sind vielmehr für den Frieden. So blieb nur die Flucht. Alle fliehen aus Maalula, weil es hier mit den Islamisten kein Leben gibt.“

Der Priester kritisiert die Freie Syrische Armee. Diese habe zwar immer Verbindungen zu Al-Qaida geleugnet und auf Youtube sogar Videos veröffentlicht, die ihre Kämpfer angeblich bei der Verteidigung von christlichen Kirchen zeige. „Diese Videos sind nur Propaganda“, so der Priester. Das einzig „Freie“ an dieser Armee sei nur das Wort in ihrem Namen. „In Wirklichkeit bedrohen sie uns Christen. Sie haben uns immer gesagt: auch eure Stunde kommt, dann werden wir uns um euch kümmern. Und nun sagen sie: Eure Stunde ist gekommen.“

Maalula gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Der Ort liegt rund 40 Kilometer nördlich von Damaskus. Die Klöster des Ortes sind das Ziel zahlreicher Pilger.

Ergänzung 11.9.2013:

http://www.krone.at/Welt/Syrische_Rebellen_zwingen_Christen_zum_Islam-Laut_Bericht-Story-375097  (9.9.):

Syrische Rebellen sollen am Wochenende die Truppen des Machthabers Bashar al-Assad aus der historischen christlichen Enklave Maaloula vertrieben haben. Die Einwohner soll diese „Befreiung“ allerdings zu Tode ängstigen: Einige seien ermordet, andere mit vorgehaltener Waffe gezwungen worden, zum Islam zu konvertieren, heißt es in einem aktuellen Bericht.

Zu den Rebellen in Maaloula gehören laut Augenzeugenberichten Kämpfer mit Beziehungen zur Terrororganisation Al-Kaida. Diese mischt schon länger im unübersichtlichen Syrien-Konflikt mit — ein Grund, warum die Weltgemeinschaft Angst hat, gegen Assad vorzugehen. Die Al-Kaida könnte das Machtvakuum nach Assads Absetzung nützen, um Teile des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen, so die Befürchtungen.

Mordvorwürfe gegen Rebellen

Die neue Meldung der „Daily Mail“  könnte diese Einschätzung verstärken. Die Rebellen hätten nach dem Einmarsch in Maaloula „Gott ist groß“ geschrien und christliche Häuser sowie Kirchen angegriffen, berichtet darin ein Einwohner. „Sie haben Leute angeschossen und getötet. Ich habe Schüsse gehört und dann drei Körper in der Mitte der Straße der alten Viertel des Dorfes liegen sehen. Wo ist Präsident Obama, um zu sehen, was uns zugestoßen ist?“

Zum Islam gezwungen?

Ein anderer Einwohner berichtete, er habe Zwangskonvertierungen beobachtet: „Ich habe gesehen, wie die Kämpfer fünf Dorfbewohner gepackt und bedroht haben und sagten: ‚Entweder konvertierst du zum Islam oder du wirst geköpft.'“ Andere Bürger berichten von Brandanschlägen und Raubüberfälle auf Kirchen.

Maaloula im Westen Syriens ist einer der letzten Orte weltweit, in dem Aramäisch gesprochen wird – jene Sprache, mit der sich schon Jesus mit seinen Jüngern unterhielt. Im syrischen Bürgerkrieg ist sie wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt von strategischer Bedeutung.

Ergänzung 11.9.2023:

http://katholisches.info/2013/09/11/rebellen-nicht-aus-maalula-abgezogen-laesst-brief-der-christen-washington-umdenken/:

Der Sprecher der regierungsfeindlichen Free Syrian Army (Freie Syrische Armee) behauptete den Abzug der Rebellen aus der christlichen Enklave Maalula, “um ein Blutvergießen zu verhindern”. Informationen von Asianews widersprechen dieser Behauptung. In Wirklichkeit haben die islamistischen Rebellen, die im Namen der FSA auftreten, einen befestigten Stützpunkt in Maalula eingerichtet. Die Islamisten halten die noch im Ort befindliche christliche Bevölkerung in Geiselhaft. Den Überfall auf Maalula, den einzigen Ort der Welt, in dem noch Aramäisch, die Sprache Jesu gesprochen wird, führte jene FSA durch, die im Westen gerne als Teil einer „Demokratiebewegung“ und als „harmlos“ dargestellt wird. Tatsächlich agieren in ihrem Namen auch islamistische Kampfgruppen, die Syrien von Christen und Alawiten „reinigen“ wollen.

… Der behauptete Abzug der FSA aus Maalula scheint Teil einer Desinformationskampagne zu sein, weil der Angriff auf das christliche Zentrum im Westen zumindest einiges Aufsehen erregte. „Die Islamisten haben den Ort nicht verlassen. Die entsprechenden Erklärung sind falsch und dienen nur dazu, die mediale Aufmerksamkeit für den Ort zu schwächen“, so Asianews.

In Maalula befinden sich noch mehrere christliche Familien, die den zwischen den Rebellen und der syrischen Armee umkämpften Ort nicht mehr verlassen können, weil sie die Islamisten daran hindern. Die geflohenen Christen versuchen unterdessen Hilfe zu organisieren. Dazu gehört es auch, Informationen über den Verbleib von Familienangehörigen und Verwandten zu sammeln und auszutauschen.

Nach längeren Verhandlungen mit den Anführern der Islamistenmilizen, die Maalula besetzt halten, konnten die Christen die Herausgabe der Leichen der drei am 7. September getöteten Christen erreichen. Ihr Requiem fand in der griechisch-katholischen Kathedrale von Damaskus statt.

Am 5. September hatte der Angriff der Islamisten auf Maalula begonnen. Der Ort mit seinen Klöstern, die teilweise auf die Antike zurückgehen, und der einzigartigen Sprache ist zum Symbol für das Leiden der syrischen Christen geworden. Ein Leiden, das von den vorrückenden Dschihadisten verursacht wird, die von Saudi-Arabien und Qatar unter stillschweigender Billigung des Westens finanziert und bewaffnet werden.

Der Überfall und die Besetzung von Maalula ist ein weiterer Beweis für die enge Zusammenarbeit der im Westen als „demokratisch und laizistisch“ präsentierten FSA mit den islamistischen Terroristen von al-Nusra. Die syrische Beobachtungsstelle für die Menschenrechte, die den Rebellen nahesteht, bestätigte die Anwesenheit von mit Al-Qaida verbündeten Milizen in Maalula. Die Islamisten haben nach der Einnahme des christlichen Zentrums Kirchen und Klöster geschändet und die Kreuze von den Kuppeln gerissen und christliche Symbole zerstört.

Die Christen Maalulas haben inzwischen in einem Brief an den amerikanischen Kongreß die Verbrechen der islamistischen Rebellen gegen die Zivilbevölkerung und die Zerstörung der Kirchen, Klöster und Wohnhäuser der Christen beklagt. In dem Brief heißt es: „Die Kämpfer der Freien Syrischen Armee, die Terroristen von al-Nusra und die Mörder des islamischen Staates des Irak und der Levante haben um vier Uhr morgens die Gegend angegriffen. Innerhalb weniger Stunden zerstörten sie Häuser, Klöster und Kirchen. Sie haben alle heiligen Darstellungen zerstört, auf die sie trafen, und der Bevölkerung befohlen, ihrem Glauben abzuschwören und sich zum Islam zu bekehren, wenn sie am Leben bleiben wollten.“

Ob der Brief in Washington etwas bewegen und ein Nachdenken auslösen wird?

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Christenverfolgung abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.