Homeschooling: Polizei kidnappt vier Kinder

http://www.katholisches.info/2013/09/03/deutscher-staat-tritt-menschenrechte-mit-fuessen-vier-kinder-werden-mit-polizeigewalt-vom-jugendamt-mitgenommen-und-an-einen-unbekannten-ort-verschleppt/:

Einmal mehr zeigt der deutsche Staat seine häßliche Fratze gegenüber Eltern, die ihre Kinder nicht den Problemen einer staatlichen Schule aussetzen wollen und stattdessen selbst den Unterricht übernehmen.

Am vergangenen Donnerstag, 29. August 2013, stürmten um acht Uhr vormittags 20 Polizisten und Mitarbeiter des Jugendamtes das Haus von Familie Wunderlich in Darmstadt, um alle vier Kinder der Obhut ihrer Eltern zu entreißen. Über den Verbleib der sieben bis 14 Jahre alten Kinder weiß man derzeit noch nichts.

Der Öffentlichkeit wurde dieser massive Eingriff in die natürlichen Rechte der Familie durch einen Beitrag der Home School Legal Defense Association (HSLDA) bekannt, der größten und wichtigsten internationalen Organisation zur Verteidung des Rechtes auf Homeschooling. In der deutschen Medienlandschaft ist keine Reaktion auf die Polizeiaktion zu vernehmen, während innerhalb von zwei Tagen bereits mehrere englischsprachige Nachrichtenseiten von dem Fall berichten.

Laut Bericht der HSLDA teilten die Staatsdiener den Eltern mit, daß sie ihre Kinder so bald nicht wiedersehen würden. Die einzige gerichtlich Grundlage für einen Polizeieinsatz, wie er ansonsten höchstens bei „Terroristen“ üblich ist, die bereits den Schnellkochtopf in den Rucksack gesteckt haben, liegt in der Tatsache, daß Dirk Wunderlich und seine Frau Petra ihre Kinder zu Hause unterrichteten.

In den Gerichtsunterlagen finden sich gemäß Angaben der HSLDA keine Vorwürfe von Mißbrauch oder Verletzung der Sorgfaltspflicht. Es gehe nicht einmal um Vernachlässigung der Kinder, was Bildung und Erziehung betrifft. Die HSLDA kommentiert: „Das Gesetz ignoriert den Lernfortschritt des Kindes; Anwesenheit – und nicht Lernen – ist das Ziel der deutschen Gesetzgebung.“

Der „zuständige“ Familienrichter am Darmstädter Familiengericht autorisierte außerdem die Anwendung von Gewalt gegenüber den Kindern, da sie die Meinung der Eltern hinsichtlich ihrer Homeschooling-Aktivität übernommen hätten. Es könne keine Kooperation erwarten werden, weder von den Eltern, noch von den Kindern. Daß Kinder mit ihren Eltern einer Meinung sind, darf es in unserer perversen Gesellschaft nach 1968 selbstverständlich nicht geben!

Wunderlich beschrieb im Gespräch mit der HSLDA, wie die Polizisten bewaffnet in das Haus eingedrungen waren, ihn auf einen Stuhl drückten und ihm nicht erlaubten, einen Anwalt anzurufen. Bei der kleinsten Bewegung sei Wunderlich von Polizisten angefaßt und zurückgewiesen worden.

Familie Wunderlich war in den vergangenen Jahren durch die widernatürliche Gesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland gezwungen, in verschiedenen Ländern der Europäischen Union, die keine so restriktiven Gesetze haben, Zuflucht zu nehmen. Da Dirk Wunderlich aber keine Arbeit finden konnte, blieb der Familie nichts anderes übrig, als nach Deutschland zurückzukehren. Schon bald maßte sich der Staat durch das Jugendamt das Sorgerecht für die Kinder an. Zu einer Umsetzung dieser Maßnahme kam es allerdings zunächst nicht, da die Eltern ihre Kinder so behandelten, wie es ihrer Standespflicht entspricht.

Gleichzeitig wurden jedoch die Kinder durch den Staat ihrer Pässe beraubt, so daß eine erneute Ausreise der Familie, sei es in einen anderen Staat der Europäischen Union oder etwa in die USA, unmöglich wurde. Michael Farris, Gründer der HSLDA und Experte für internationales Recht, sagte:

„Das Recht auf Homeschooling ist ein Menschenrecht. Ebenso das Recht, sich frei zu bewegen und das Land zu verlassen. Deutschland hat jene Rechte dieser Familie grob verletzt. Die jüngste Tat der Ergreifung dieser vier großartigen, unschuldigen Kinder ist die ungeheuerliche Tat eines Schurkenstaates.“ …

Die Home School Legal Defense Association unterstützt Familie Wunderlich im Kampf gegen das ihr widerfahrene Unrecht. Bevor weitere Bewegung in die Sache kommt, müsse man jedoch erst darauf warten, daß der reguläre Richter aus dem Urlaub zurückkehrt. Bis dahin bleiben die Kinder von ihren Eltern getrennt. …

http://www.katholisches.info/2013/09/07/voraussetzung-fuer-eine-kindeswegnahme-in-deutschland/:

Schulunterricht zu Hause e. V. äußert sich in einem Rundschreiben über die rechtlichen Voraussetzungen in Deutschland für eine Kindeswegnahme. Anlaß für die Stellungnahme ist die Verschleppung von vier Kindern durch das Darmstädter Jugendamt.

Wir dokumentieren die Stellungnahme.

Voraussetzung für eine Kindeswegnahme ist

  • nach Art. 6 III GG die drohende Verwahrlosung des Kindes,
  • nach den §§ 1666, 1666 a BGB die Gefährdung des Wohls des Kindes.

Artikel 6 Abs. 3 GG lautet:

Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

§ 1666 Abs. 1 und 3 BGB lauten:

(1) Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr erforderlich sind.

(3) Zu den gerichtlichen Maßnahmen nach Absatz 1 gehören insbesondere

2. Gebote, für die Einhaltung der Schulpflicht zu sorgen,

6. die teilweise oder vollständige Entziehung der elterlichen Sorge.

§ 1666 a BGB lautet:

(1, Satz 1) Maßnahmen, mit denen die Trennung des Kindes von der elterlichen Familie verbunden ist, sind nur zulässig, wenn der Gefahr nicht auf andere Weise, auch nicht durch öffentliche Hilfen, begegnet werden kann.

(2) Die gesamte Personensorge darf nur entzogen werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder wenn anzunehmen ist, daß sie zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichen.

Das Grundgesetz steht über dem BGB. Die §§ 1666 und 1666a BGB sind deshalb im Lichte des Art. 6 III GG auszulegen; demgemäß ist eine Wegnahme von Kindern aus ihrer Familie gegen den Willen der Eltern nur gerechtfertigt, wenn Verwahrlosungsgefahr vorliegt.

Gefahren der Verwahrlosung sind bei Hausschule betreibenden Familien in aller Regel nicht zu finden, sondern vielmehr das Gegenteil: Kinder mit solidem Wissen und guter sozialer Kompetenz, wie die Kinder der wohl bekanntesten deutschen Hausschulfamilie, der Familie Dudek, gezeigt haben.

Die Verfolgung staatlicher Erziehungsziele im häuslichen Bereich oder davon differierender Erziehungsziele gibt dem Staat nicht das Recht, in die Familien einzugreifen und den Eltern die Kinder wegzunehmen.

Soweit der Staat und auch die Rechtsprechung (BGH) Hausbeschulung als eine Kindeswohlgefährdung betrachten, mißachten sie in gröbster Weise den Anschauungsunterricht, den das Ausland in Sachen Hausunterrichtung gibt. Homeschooling gefährdet das Kindeswohl tatsächlich nicht. Das beweist die Jahrzehnte lange positive Praxis in den Ländern, in denen Homeschooling zugelassen ist. Das ist in den meisten Ländern der Erde der Fall, insbesondere auch in Europa, so in England, Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande, Dänemark, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Rußland u. a. m.

Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichten, tun dies generell aus Gründen des Kindeswohls. Das wird in der breiten öffentlichen Diskussion gänzlich ignoriert. Eltern wollen ihre Kinder zu Hause unterrichten, weil z. B.

  • die Gesundheit der Kinder dies erforderlich macht,
  • sie in verschiedenen Ländern/Erdteilen arbeiten und ihre Kinder durch Hausunterrichtung kontinuierlich unterrichtet werden können, z. B. mit einem anerkannten Hausschulprogramm,
  • sie ihre Kinder effektiver fördern wollen, als dies Schulen können,
  • ihre Kinder in der Schule gemobbt werden,
  • die Schule ihre Kinder in einer Weise erzieht, die mit ihrer Weltanschauung nicht zu vereinbaren ist, wie zum Beispiel die staatliche fächerübergreifende Sexual- und die Gendererziehung.

Schulunterricht zu Hause e. V.
Armin Eckermann, Erster Vorsitzender

Ergänzung 8.9.2013:

http://www.freiewelt.net/reportage/polizeieinsatz-wegen-heimunterricht-10009194/   (3.9.):

… In Deutschland regt sich nur zaghaft Kritik an der Anwesenheitspflicht von Kindern an Schulen. So hat sich 2012 Ex-Bundesarbeits- und Sozialminister Norbert Blüm (CDU) für die Homeschooling-Bewegung stark gemacht. Er wandte sich anlässlich einer Konferenz »gegen die Monopolisierung der Erziehung durch den Staat und die faktische Abschaffung von Elternschaft« sowie gegen »eine totale Vereinnahmung durch den Schulbetrieb«, der geradezu »imperialistische Züge« trage.

Internationales Unverständnis über den deutschen Sonderweg

Doch einstweilen scheint es beim deutschen Sonderweg zu bleiben, auch wenn die Kritik daran schon weite Kreise zieht. Vor wenigen Jahren brachte der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung das Thema auf die Tagesordnung. Vernor Muñoz Villalobos schrieb in seinem Bericht über seinen Deutschlandbesuch 2006 (PDF) unter anderem: »Nach den vorliegenden Informationen könnte es sein, dass in manchen Bundesländern Bildung ausschließlich als ›Schulbesuch‹ verstanden wird. Auch wenn der Sonderberichterstatter ein Verfechter der unentgeltlichen und obligatorischen öffentlichen Schule ist, muss daran erinnert werden, dass Bildung nicht auf ›school attendance‹ reduziert werden kann und stets auf das Wohl des Kindes ausgerichtet sein muss. Alternativen wie Fernunterricht und ›homeschooling‹ sind mögliche Optionen, die unter gewissen Umständen, die außergewöhnlich sein müssen, in Betracht kommen können, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass nach Artikel 13 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte Eltern das Recht zukommt, die angemessene Bildung für ihre Kinder zu bestimmen. Die Förderung und Stärkung des öffentlichen und staatlich finanzierten Bildungssystems darf nicht dazu führen, Modelle ohne physische Präsenz im Schulgebäude anzuprangern. In diesem Sinne wurden dem Sonderberichterstatter Klagen über Drohungen mit dem Entzug des elterlichen Sorgerechts zur Kenntnis gebracht, weil Kinder in ›homeschooling‹-Modellen unterrichtet werden.«

Die amerikanische Home School Legal Defense Association (HSLDA), die den Skandal publik gemacht hat, ist da weniger diplomatisch. »Deutschland ist zahlreichen Verträgen über die Menschenrechte beigetreten und hat das Recht der Eltern anerkannt, eine von öffentlichen Schulen abweichende Bildung zu vermitteln, die den religiösen Vorstellungen der Eltern entspricht. Deutschland hat schlichtweg nicht seine Verpflichtungen erfüllt, die aus diesen Verträgen erwachsen, geschweige denn als liberale Demokratie«, sagte Michael Farris, Geschäftsführer der HSLDA.

Kommentatorin Ursula Prasuhn meint dazu:

Ja, es geht um das vielzitierte Kindeswohl, das m. E. in Staatshand schlecht aufgehoben ist. Mit Sorge beobachte ich, wie Mütter, die ihre kleinen Kinder noch selbst betreuen und erziehen wollen, belächelt und diffamiert werden, so als seien sie zu dumm oder faul fürs Berufsleben.

Immer größerer finanzieller Druck auf die Familien mit entsprechendem Anstieg der Erwerbstätigkeit von Müttern sorgt zusätzlich für eine rasante Zunahme von Krippen- bzw. Kitaplätzen und Ganztagsschulen. Noch heißt es bei diesen Einrichtungen “Recht auf…”, vermutlich wird es aber in absehbarer Zeit heißen “Pflicht zu”..

Sicher kennen Sie den geflügelten Wunsch des ehemaligen SPD-Generalsekretärs und heutigen Oberbürgermeisters von Hamburg nach einer “Lufthoheit der Regierung über die Kinderbetten”. … Hören sich solche Worte nach Fürsorge für die Kinder an oder nach Machtanspruch auf die Kinder?

Im Übrigen gehören die weitaus meisten der sog. Freilernereltern keiner verbohrten religiösen Sekte an, wie immer durch entsprechende Beispiele suggeriert wird. Homeschooling ist für die Mehrzahl eher Notwehr gegen ein staatliches Bildungssystem, das durch zunehmende ideologische Einflüsse immer abartiger wird und die Schüler im Lesen, Schreiben und Rechnen immer unfähiger ins Leben entlässt.

Es ist ja nicht so, dass Freilernereltern tun und lassen können, was sie wollen. Ihre Kinder werden regelmäßig einer Lernstandsprüfung unterzogen, bei der sie meist weitaus besser abschneiden als ihre Altersgenossen. Sollten sie bei solchen Prüfungen durchfallen, greift die Schulpflicht.

… Argumente für eine rigorose Schulpflicht und gegen das Homeschooling überzeugen m. E . nicht. Auch nicht der Hinweis auf Muslime. Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln wird häuslicher Unterricht, der einer regelmäßigen Prüfung unterliegt, nicht so ganz leicht fallen. Auch sie brauchen den Nachweis, dass ihre Kinder bestimmte Leistungsansprüche erfüllen. Reiner Missbrauch … geht also schlecht.

… „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.” So ist es. Allerdings werde ich nie verstehen, wie man diesen schönen Satz auf die Schule anwenden kann und ihn damit seiner Sinnhaftigkeit beraubt.

Zu …. : “Es ist Machtmissbrauch von Seiten der Eltern, Kindern andere Sozialisationseinflüsse vorzuenthalten.” Kann eine Schulpflicht nicht auch Machtmissbrauch des Staates sein, um Kinder unter seine Sozialisationseinflüsse zu bringen?

Kommentatorin Karin Weber ergänzt:

Der Herr Sigmar Gabriel von der SPD hat letztens sogar von einer “Ganztagspflicht” gesprochen, umso Kindern, deren Eltern nicht bei den Hausaufgaben zu Hause helfen, Chancengleichheit einzuräumen. Kurzum: Wenn alle Kinder ihre Hausaufgaben in der Schule machen, dann hätten alle gleiche Ausgangsbedingungen. Die Hausaufgaben wollte man ja bereits in einer gesonderten PR-Aktion abschaffen. Mal ehrlich: Haben die nicht einen gewaltigen Knall?

Aber durch die Hintertür, subtil manipulierend und das eigentliche Ziel vernebelnd, bewegt man sich in Richtung “Entelterung” der Kinder. Genau darum geht es und dieses Ziel setzt man in kleinen Schritten kontinuierlich um. … Bewegen wir uns mittlerweile – auch und vor allem mit der CDU – nicht längst wieder in Richtung “Sozialismus”?

Kath.net: Hausschulunterricht: Jugendamt nimmt Christen die Kinder weg  (4.9.)

Ergänzung 10.9.2013:

Hanniel Strebel: http://www.freiewelt.net/homeschooling-der-litmus-test-fur-demokratie-10009939/ (10.9.):

Der Fall der Familie Wunderlich (siehe die Meldungen im Spiegel mit über 300 Kommentaren, in der FAZ und in der Welt) hat mich als Schweizer und Heimschulvater in den vergangenen Tagen beschäftigt. Auch Die Freie Welt, idea, katholisches und jesus.de haben berichtet.

Der Anwalt der Familie teilte den lokalen Medien mit:

“Wir haben bereits seit Herbst 2012 mehrfach darum gebeten, dass sich das Jugendamt mit uns zusammensetzt, bekamen aber keine Antwort“, sagte der Anwalt der Familie W. aus Ober-Ramstadt am Freitag dem ECHO. Der Wille zur Kooperation seitens der Familie habe zweifelsfrei bestanden. Außerdem habe die Familie, nachdem sie im Dezember 2011 aus dem Ausland zurück nach Deutschland gezogen sei, von sich aus den Kontakt zu Schul- und Jugendamt gesucht, berichtete der Anwalt weiter. Das Schulamt habe sich damals aber einem Gespräch verweigert. Des weiteren hätten die Eltern während eines Verfahrens vor dem Oberlandesgericht beantragt, dass ein Gutachten über den Leistungsstand der vier Kinder eingeholt werde. Auch dies sei abgelehnt worden.

Im Fall des Fürsorgeentzugs und der Trennung von vier Kindern einer deutschen Familie argumentiere ich wie folgt (ich beziehe mich dabei auf den Menschenrechtsanwalt John W. Montgomery. The Justification of Homeschooling Vis-A-Vis the European Human Rights System, in: ebd. Homeschooling in America an in Europe: A Litmus Test of Democracy. VWK: Bonn 2012).

  1. Deutschland hat die Menschenrechtskonvention von 1948 unterzeichnet, die in Art. 26 3 den Eltern das prioritäre Recht zugesteht, die Ausbildung ihrer Kinder zu wählen. Die Deklaration gegen Diskriminierung der Ausbildung von 1960, Art. 5(b) gewährt den Eltern die Freiheit, andere Formen der Ausbildung als die staatliche zu wählen.
  2. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte spricht in einer unveröffentlichten Meinung (2006) davon, dass das deutsche Verfassungsgericht das generelle Interesse, das Entstehen von Parallelgesellschaften zu vermeiden und Minderheiten in die Gesellschaft zu integrieren, über die Sicherstellung, die Lernziele zu erreichen, stelle.
  3. Es gilt der Grundsatz: Das Recht geht der Limitierung voraus. Das heisst: Das Recht, die Kinder selber zu unterrichten, geht den Einschränkungen des Staates voraus. Welcher Art dürfen die Einschränkungen sein? Es darf nur um die Sicherstellung von Lernzielen gehen. Der Staat kann nicht die Methoden dafür festschreiben. Das wäre etwa der Situation zu vergleichen, wenn der Staat auf einer Strasse nicht nur eine Geschwindigkeitsbegrenzung aufstellt (Sicherheit), sondern auch gleich die Fahrzeugtypen festschreibt.
  4. Wenn der Staat versucht, ein pluralistisches Wertesystem (im Sinne von 2.) seinen Bürgern aufzuzwingen, stellt das eine Form der staatlichen Indoktrination dar. Gegen dieses Menschenrecht haben die Eltern das Recht auf zivilen Ungehorsam. Dieses ist ihnen in einer Demokratie zu gewähren.
  5. Dass dieses Recht mit Hinweis auf die Unterordnung unter die Obrigkeit in Abrede gestellt wird, beunruhigt mich (gelinde gesagt). Hier wird ein grundsätzliches Recht der Eltern verweigert. JEDE Form der Bildung ist von einer Philosophie getrieben und getragen. Dass hier der Staat so stark interveniert, darf nicht einfach hingenommen werden.

Hier noch einige überstaatliche Grundlagen im Wortlaut: …

Ergänzung 13.9.2013:

http://katholisches.info/2013/09/12/wenn-es-um-schulpflicht-geht-bleibt-der-deutsche-staat-totalitaer-wie-im-dritten-reich/:

Am Donnerstag, dem 19. September, findet ein erster Anhörungstermin vor dem Familiengericht Darmstadt statt, bei dem das Jugendamt Darmstadt sich den Raub und die Verschleppung von vier Kindern legitimieren lassen wird.

Am 29. August 2013 stürmte das Jugendamt Darmstadt mit 20 Polizisten das Haus einer Familie, um vier Kinder zu rauben und zu verschleppen. Das Verbrechen der Eltern: Sie unterrichteten ihre Kinder daheim. Der Familienrichter am Darmstädter Familiengericht autorisierte übrigens die Anwendung von Gewalt gegenüber den Kindern, da sie die Meinung der Eltern hinsichtlich ihrer Homeschooling-Aktivität übernommen hätten. Es könne keine Kooperation erwartet werden, weder von den Eltern noch von den Kindern.

Das Jugendamt Darmstadt erließ mittlerweile einen Kostenbescheid für die Heimunterbringung. Es werden von den Eltern 4.939,- EUR pro Kind und Monat verlangt. Der Staat versucht, sich die kompletten Kosten seines totalitären Vorgehens vom Opfer bezahlen zu lassen. Auch auf diese Weise werden von Jugendämtern ins Visier genommene Familien nachhaltig zerstört.

Selbst wenn der Familie am 19. September die Kinder zurückgegeben werden, wären dennoch 13.829,20 EUR für die Heimunterbringung zu zahlen.

Ergänzung 21.9.2013:

Jürgen Dudek: http://www.freiewelt.net/eilmeldung-10011000/  (20.9.):

Die Kinder der Familie Wunderlich (s. Kommentar unten) sind nach drei Wochen in Fremdbetreuung wieder bei ihren Eltern. Dies ist heute am Familiengericht Darmstadt in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen worden. Freilich werden sie künftig eine öffentliche Schule besuchen müssen, um den Eltern nicht wieder weggenommen zu werden.

Das Jugendamt wollte auf Zeit spielen und hatte vor Gericht einen Beschluß angestrebt, die Kinder mindestens ein halbes Jahr von ihren Eltern fernzuhalten. Danach hätte es, wie dies regelmäßig in vergleichbaren Fällen geschieht, argumentieren können, daß eine Rückkehr der Kinder in die Familie dem Kindeswohl zuwiderliefe, weil sie sich inzwischen in der Fremdbetreuung eingewöhnt und sozial integriert hätten. Diesem Ansinnen ist das Gericht nicht gefolgt.

Beitrag erschien zuerst auf: derblauebrief.net

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2 Antworten zu Homeschooling: Polizei kidnappt vier Kinder

  1. Wenn das menschengemachte Gesetz über den Menschen gestellt wird, ist es schon verkehrt gelaufen!
    Zwar spricht das Grundgesetz in der Präambel vom „Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“, aber das ist genauso Makulatur wie die anschließenden Artikel – vor allem meine ich den von der „Achtung der Menschenwürde“.
    Rund 99 oder 99,9 oder 99,99% der Akteure der „staatlichen Gewalt KÖNNEN nicht wissen, was Menschenwürde ist – denn dazu müßten sie selbst WAHRE Menschen sein; sie sind es aber leider nicht. Wegen der Befallenheit und schweren Beeinträchtigung durch die „Kollektive Zivilisations-Neurose“.

    Von diesen „Halbmenschen“ wird vermutlich als „Menschenwürde“ verstanden, daß man der alten Dame bei der Abholung zur Vergasung auf den LKW hinaufhilft.

    Ach so – nicht zu vergessen:
    Die Kollektive Zivilisations-Neurose ist in jedem Einzelfall grundlegend heilbar. Der Befallene muß es nur wollen / zulassen.

  2. Pingback: Geiselnahme und Erpressung: Staat will Familie Wunderlich ruinieren | Kreidfeuer

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