Fatale Kleinstkinderdeponierung in Frankreich

http://www.freiewelt.net/nachricht/die-schattenseiten-franzosischer-familienpolitik-10010311/  (13.9.):

Die französische Familienpolitik gilt vielen hierzulande als großes Vorbild. Die Geburtenrate liegt bei 2,1 und die Frauen Frankreichs gelten als moderne, emanzipierte Superfrauen. Karriere und Kinder gleichzeitig — alles kein Problem. Doch der familienpolitische Traum hat seine Schattenseiten.

In einem ausführlichen [und erschütternden] Bericht in der ZEIT schildert die Journalistin Margarete Moulin, welche verheerenden Konsequenzen die frühe staatliche Fremdbetreuung hat, für die Kinder und für die Frauen. Aufgerieben zwischen 40-Stunden-Job, Kinderbetreuung und Haushalt endeten nicht wenige Frauen in ihren besten Jahren im Burnout. Die Kinder würden vor allem an der fehlenden Nähe zu ihren Eltern und insbesondere zu ihrer Mutter leiden. Schlafstörungen, Angstzustände, Verhaltensauffälligkeiten und Sprachdefizite seien die Folgen.

In Frankreich gelte, so Moulin, das Ideal der erfolgreichen berufstätigen Mehrfach-Mutter noch um einiges stärker als in Deutschland. Viele Mütter geben ihre Babys deshalb bereits mit zehn Wochen in die Krippe. Wer dies nicht tue und mit seinem Säugling ein oder zwei Jahre daheimbleibe, werde in Frankreich schief angesehen, gelte als rückständig. Auch die meisten Arbeitgeber hätten für längere Erziehungsphasen wenig Verständnis. Das setze die Frauen unter enormen Druck, so schnell wie möglich wieder zu arbeiten und ihr Babys fremd betreuen zu lassen. Wird das Kind krank, würden Eltern nicht selten ihrem Kind Medikamente verabreichen, um weiter arbeiten gehen zu können. Eine ehemalige Krippenerzieherin berichtet: ”Dort ist uns manchmal ein Kind gebracht worden, das drei bis vier Stunden später plötzlich 39 Grad Fieber hatte. Wenn wir dann die Eltern angerufen haben, erfuhren wir, dass sie es einfach mit einer Dosis Paracetamol zu uns geschickt hatten – weil sie arbeiten gehen mussten!” Auch Schlafmittel und Antibiotika seien keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

Die Mehrheit der französischen Frauen mit kleinen Kindern arbeitet in Vollzeit, der Mann ebenfalls. Die Kinder sind so mindestens neun Stunden täglich von den Eltern getrennt. Für den in Frankreich lebenden deutschen Kinderarzt Adrian Serban eine fatale Entwicklung: “Auf diese Weise entsteht eine Gesellschaft, in der Erwachsene ungestört ihrer Arbeit und sogar ihren Hobbys nachgehen können, aber keine wirkliche Beziehung zu ihren Kindern aufbauen. Denn eine Beziehung braucht Zeit und auch Raum. Und genau das fehlt in Frankreich.” In einer aktuellen Unicef-Studie zum Wohlergehen von Kindern landete Frankreich denn auch auf dem letzten Platz.

Inzwischen gibt es erste Gegenbewegungen gegen die extrem frühe Fremdbetreuung in Frankreich. Die Association pour l’Attachement et l’Autonomie (Verein für Bindung und Selbstständigkeit) z. B. wirbt mit Vorträgen und Hintergrundinformationen für eine Wiederentdeckung der Eltern-Kind-Bindung. Die Elternzeitschrift Grandir Autrement, die sich für Bindung und Nähe einsetzt, findet immer mehr Leser. Bleibt zu wünschen, dass auch dieser Trend ähnlich viele Anhänger und Nachahmer in Deutschland findet wie die derzeitige Familienpolitik.

Ergänzung 15.9.:

Bärbel Fischer: http://www.freiewelt.net/mutter-auf-distanz-die-kehrseite-des-franzosischen-vorzeigemodells-10009800/  (9.9.):

So vorbildlich das Modell des französischen Familienlastenausgleichs scheint, so belastend empfinden es immer mehr junge französische Mütter, ihre Babys nach wenigen Monaten in Krippen zu bringen und keine Bindung zu ihren Kindern aufbauen zu können.

Es regt sich Widerstand gegen den staatlich verordneten Mainstream. Die gestressten Frauen fordern genügend ZEIT für ihre Mutterrolle und das RECHT, selbst über Nähe und Ablösung zu  entscheiden.

Hören Sie einen Radiobeitrag vom August 2013 auf BR 2 von Margarete Moulin und Christian Sachsinger zum französischen Erziehungssystem.

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/breitengrad/frankreich-muetter-frauen-kinder-erziehung100.html

Beitrag erschien zuerst auf: familiengerechtigkeit-rv.info

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2 Antworten zu Fatale Kleinstkinderdeponierung in Frankreich

  1. heureka47 schreibt:

    Was in Gottes Schöpfung sich nicht harmonisch mit dem höchsten Prinzip, dem „guten Lebensgesetz“, dem „Herrn“, verhält, muß ausscheiden, den „ewigen Tod“ erleiden.
    So verstehe ich die christliche Lehre.

    „Gott ist LIEBE“ heißt es. Und damit ist klar: Liebe ist nur Liebe, wenn es DIE Qualität von Liebe ist, die Gott ist: Reine, bedingungslose, Liebe.

    Gott ist nicht „Nähe“ oder „Beziehung“ oder „Bindung“, sondern reine, bedingungslose, Liebe.

    Und Kinder brauchen für ihre gesunde Entwicklung diese bedingungslose Liebe, um bedingungsloses Vertrauen entwickeln zu können. Nur wenn dies vorhanden ist, wird zur Zeit der Initiation, der Einweihung in die höhere Bewußtseins-Ebene, der junge Mensch sich zu diesem Schritt bereit finden. Und wenn er die Initiation nicht vollzieht, also nicht sein Bewußtsein wandelt / wechselt, wird er auch kein wahrhaft Erwachsener werden – und wird den Aufgaben / Herausforderungen des Erwachsenenlebens nicht gewachsen sein.

    Nebenbei: Die symbolische Aussage der Bibelgeschichte von Abraham weist auf die Erfordernis des bedingungslosen Vertrauens.

    Aber leider wurde die zivilisierte Gesellschaft vom „Höheren / wahren Selbst“, von der höheren Bewußtseins-Ebene, dem „Christus-Bewußtsein“, entfremdet – ebenso wie von allem, was sich mit dem Leben in dieser Ebene, im wahren Erwachsenen-Bewußtsein, verbindet.

    Der typische zivilisierte Mensch ist entfremdet vom wahren, bedingungslosen, Glücklichsein – ebenso wie von der regelhaft stabilen ganzheitlichen Gesundheit, für die er die Vereinigung mit der Lebens-Energie braucht / bräuchte. Statt dessen ist der typische zivilisierte Mensch im Grunde nicht glücklich, kann zu seinem Leben nicht bedingungslos – freudig – JA! sagen und ist regelhaft „nicht gesund“. Die EU-Gesundheitsminister veröffentlichten bereits vor 12-13 Jahren, daß neben den 5% konkret „kranken“ Menschen weitere 75% „nicht gesund“ seien.
    Andere Zahlen besagen z.B., daß ca. 40% der Bevölkerung behandlungswürdige psychische Störungen hätten, während nur ca. 5% in eine Behandlung gingen. Tendenz „dramatisch“ steigend! Zu allem Überfluß haben sich bei einer Tagung in Heidelberg im November 2011 die dort versammelten hochkarätigen Wissenschaftler / Psychiater gegenüber den „dramatischen“ Zunahmen bei den psychischen Störungen für „machtlos“ erklärt!
    Das läßt vermuten, daß wir vom völligen Zusammenbruch des Systems nicht mehr weit entfernt sind.

    Soll DAS etwa der vom Schöpfer gewollte „Regelzustand“ bei seinen Kindern sein?

    Ich denke: Nein.
    Der Fehler liegt nicht beim Schöpfer, sondern beim Menschen. Der zivilisierte Mensch befindet sich im Irrtum und bedarf der Aufklärung und Kurskorrektur.
    Die große Schwierigkeit dabei ist nur, daß die vehemente Krankheitsuneinsichtigkeit, die mangelnde „Compliance“ der irrenden Normalen, ein wesentlicher Teil ihrer Krankheit ist. Die Erfahrung sagt, daß meist nur großer Leidensdruck die Blockaden durchbrechen, die inneren Barrieren überwinden, kann.

    Aber es muß wahrscheinlich nicht sein, daß sich alle Betroffenen erst in Schmerzen und Leiden winden und krümmen müssen, um sich im Geiste zu öffnen und die Wahrheit und Liebe – wieder – einzulassen. Mit einer Art „konzertierter Aktion“ und einer Aufklärungskampagne ließe sich das Leiden wohl begrenzen.
    Ich hoffe nur, daß das noch vor der nächsten „Kollektiven Psychose“ möglich sein wird. Denn die nächste dieser „Dekompensationen“ der Kollektiven Zivilisations-Neurose könnte schon die letzte sein.

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