Berlin 21.9.: Marsch für das Leben

http://www.marsch-fuer-das-leben.de/:

Marsch für das Leben 2013

Weil jeder Mensch gleich wertvoll ist – Ihre Stimme für das Leben:

Samstag, 21.09.2013, um 13:00 Uhr vor dem Bundeskanzleramt in Berlin

http://www.kath.net/news/42836  ‚Marsch für das Leben‘ ist im [protestantischen] Berliner Dom seit Jahren unerwünscht  (16.9.):

Martin Lohmann im kath.net-Interview: „Denjenigen, die sich friedvoll und mutig im Namen Jesu und gemäß der Schrift für das Leben einsetzen, bleiben die Türen des Domes verschlossen“ …

Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2013/09/14/breite-christliche-unterstuetzung-fuer-marsch-fuer-das-leben/

Ergänzung:

http://www.freiewelt.net/nachricht/bundesverband-lebensrecht-weist-kritik-zuruck-10010586/  (16.9.):

Wieder einmal melden sich im Vorfeld des „Marsches für das Leben“ die üblichen Bedenkenträger zu Wort. So wirft ein Berliner „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ den Teilnehmern „ein reaktionäres, christlich-fundamentalistisches Weltbild, in dem der Schwangerschaftsabbruch als eine ‚vorgeburtliche Kindstötung‘ dargestellt wird“, vor. Der Vorsitzende des „Bundesverbands Lebensrecht“ (BVL) Martin Lohmann reagiert darauf nun mit einer Pressemitteilung, worum es wirklich am 21. September ginge.

Lohmann: „Einige Mitbürger haben heute offensichtlich noch immer nicht begriffen, dass wir in einem Rechtsstaat auf der Grundlage von Menschenwürde, Freiheit und Gerechtigkeit und mit Toleranz und Meinungsfreiheit leben. Wer einer schwangeren Frau eine Abtreibung als einen angeblich legalen folgen- und problemlosen Abbruch einer Schwangerschaft „verkauft“, nimmt weder sie in ihrer Würde als Frau noch die Menschenwürde des ungeborenen Kindes wirklich ernst. Menschliches Leben beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. So stellt das Bundesverfassungsgericht fest: Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu. Es ist nicht entscheidend, ob der Träger sich dieser Würde bewusst ist und sie selbst zu wahren weiß. Die von Anfang an in der menschlichen Existenz bestehende Einzigartigkeit jeder Person, auch schon in den ersten Monaten, genügt, um dessen Menschenwürde zu begründen und zu achten.

Eine Gruppierung, die in eklatanter Weise die Freiheit der Mutter „zu Kindern“ in eine „Freiheit von Kindern“ pervertiert und dabei die Würde des ungeborenen Lebens ganz ausklammert, missachtet den Fundamentalgrundsatz unserer Verfassung, die Menschenwürde. Gerade in einer Gesellschaft, die ihre christlich-jüdische Tradition zunehmend vergisst, erscheint es mir mehr als gefährlich, wenn die Stärkeren den schwächsten und „unerwünschten“ Menschen am Beginn oder Ende ihres Lebens die Menschenwürde absprechen. Der Artikel 1 des Grundgesetzes heißt in der Übersetzung eigentlich nichts anderes als: Jeder Mensch ist liebenswürdig, egal in welchem Alter. Und genau das umzusetzen ist gelebte Freiheit!“

Mehr dazu unter bv-lebensrecht.de

Ergänzung 17.9.2013:

http://katholisches.info/2013/09/16/2000-teilnehmer-bei-marsch-fuers-laebe-in-zuerich-am-21-september-marsch-fuer-das-leben-in-berlin/:

Am vergangenen Samstag demonstrierten 2000 Menschen in Zürich beim diesjährigen Marsch fürs Läbe für ein Ende der Abtreibung von ungeborenen Kindern. Unter den Teilnehmern war auch der Churer Weihbischof Marian Eleganti. In seiner Rede nannte der Weihbischof die Tötung ungeborener Kinder durch Abtreibung als einen der Hauptgründe für die Überalterung des Westens. „Uns fehlen Millionen von Kindern“, sagte Msgr. Eleganti. Lebensschützer seien nicht gegen Frauen, sondern für die Frauen und ihr Kind. Sowohl die Mutter als auch das Kind müßten geschützt werden. Das Kind vor der Tötung, die Mutter vor einem „Lebenstrauma“. Es gelte den Frauen so zu helfen, daß Abtreibung für sie gar „keine Option“ mehr sei. Gleichzeitig sei die Tötung ungeborener Kinder ein „Übel, das die Gesellschaft nachhaltig schädigt“ und deshalb abzustellen sei.

Mit dem Marsch fürs Läbe wollen Lebensschützer an den Abtreibungsholocaust mitten in der Gesellschaft erinnern. Die Teilnehmer forderten ein Ende des himmelschreienden Unrechts.
Mit einem Trauermarsch durch die Innenstadt wurde „schweigend der Kinder gedacht, denen das Leben verweigert wurde“.

Eine Woche nach dem Schweizer Marsch für das Leben findet am Samstag, dem 21. September, der bundesdeutsche Marsch für das Leben in Berlin statt, bei dem im selben Anliegen gegen das Unrecht der Tötung ungeborener Kinder in der Bundesrepublik Deutschland protestiert wird. Im Gegensatz zu den Märschen im Vorjahr konnte der Marsch fürs Läbe 2013 weitgehend ungestört von linksextremen und feministischen Gruppierungen stattfinden. Für den Marsch für das Leben in Berlin haben lebensfeindliche Kräfte bereits zu Störaktionen aufgefordert. …

Ergänzung 20.9.2013:

http://www.kath.net/news/42857  ‚Wir wollen in der Abtreibungsfrage eine gesellschaftliche Wende‘  (20.9.):

Die katholischen Bischöfe sehen in der Abtreibung auch unabhängig von ihrer religiösen Bewertung ein Übel, das alle Beteiligten und die Gesellschaft nachhaltig schädigt. Von Weihbischof Marian Eleganti

Zürich (kath.net) Marian Eleganti, Weihbischof von Chur und Jugendbischof der Schweizer Bischofskonferenz für die deutschsprachige Schweiz und den Tessin, hatte vergangene Woche beim Schweizer „Marsch für´s Läbe“ in Zürich gesprochen. kath.net dokumentiert seine Ansprache in voller Länge:

Liebe Freunde,
mit dem heutigen Anlass setzen wir ein gesellschaftspolitisches Zeichen gegen die institutionalisierte Normalität der Abtreibung. Abtreibungen sind für die katholische Kirche wie für uns alle keine akzeptable Lösung des Problems der ungewollten Schwangerschaften.

Wir alle wollen in dieser Frage eine gesellschaftliche Wende. Im Vordergrund muss die Anwaltschaft für die in Not geratenen schwangeren Frauen und ihre Kinder stehen. Unsere westlichen Gesellschaften steuern durch die umgekehrte Alterspyramide auf schier unlösbare Probleme zu, auch, weil uns die Millionen von Kinder fehlen, die aufgrund der sog. Fristenlösung das Licht der Welt nie erblickt haben oder nie erblicken werden.

Die katholischen Bischöfe sehen in der Abtreibung auch unabhängig von ihrer religiösen Bewertung als schwere Sünde ein Übel, das alle Beteiligten und die Gesellschaft nachhaltig schädigt. Es geht in diesem Kontext nicht nur um Frauenrechte, sondern auch um das Lebensrecht des ungeborenen Kindes, dessen Tötung ein nicht hinnehmbares Unrecht bleibt und deshalb kein legitimer Ausweg aus einer Notlage sein kann.

Wir möchten aber auch die in Not geratenen Frauen vor einem Lebenstrauma schützen, denn die Abtreibung bleibt für viele von ihnen, wie Seelsorger wissen, eine Lebenswunde. Wir wollen ihnen so helfen, dass eine Abtreibung keine Option mehr ist. …

Ergänzung 20.9.2013:

Lohmann gewinnt Papst Franziskus als Unterstützer
http://www.kath.net/news/42928  Papst Franziskus unterstützt Marsch für das Leben in Berlin  (19.9.):

Papst dankt für „tatkräftigen Einsatz für den Schutz des Lebens in Deutschland“ und „verbindet sich“ mit den Teilnehmern des Marsches für das Leben. BVL-Vorsitzender Lohmann: „Das ist großartig!“

Nach zahlreichen geistlichen und politischen Persönlichkeiten hat sich nun auch Papst Franziskus zum Marsch für das Leben am 21. September 2013 in Berlin zu Wort gemeldet. In einem Brief hatte sich der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann, zuvor bei Papst Franziskus für seine klaren Worte zum Schutz des menschlichen Lebens bedankt und seine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass der Papst selbst sich im Mai 2013 zum Unterstützer des römischen Lebensmarsches gemacht hatte. Lohmann bat um ein Signal auch für den deutschen Marsch für das Leben.

Nun erreichte den BVL-Vorsitzenden ein Brief aus dem Vatikan, in dem mitgeteilt wird, dass der Heilige Vater für den „tatkräftigen Einsatz für den Schutz des Lebens in Deutschland“ danke. Wörtlich heißt es in dem Brief an Martin Lohmann: „Gerne verbindet sich Seine Heiligkeit mit den Teilnehmern am Marsch für das Leben im Gebet und bittet Gott, alle Bemühungen zur Förderung des uneingeschränkten Schutzes des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen mit seinem Segen zu begleiten.“

„Das ist großartig“, meinte der BVL-Vorsitzende begeistert. „Dieses Signal aus dem Vatikan werten wir dankbar als einen Appell an alle Menschen guten Willens, am Familien- und Friedensmarsch für das Leben in Berlin teilzunehmen.“

Ergänzung 21.9.2013:

http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/rekordbeteiligung-beim-9-marsch-fuer-das-leben-in-berlin-898.html   (21.9.):

Eine Rekordbeteiligung erlebte der neunten „Marsch für das Leben“ am 21. September in Berlin. Nach Polizeiangaben nahmen daran 4500 Demonstranten teil, 1500 mehr als im Vorjahr. Dazu eingeladen hatte der Bundesverband Lebensrecht, in dem 14 Organisationen zusammengeschlossen sind. Der Marsch stand unter dem Motto „Für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie“. Er begann mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt. Anschließend zogen die Teilnehmer schweigend am Deutschen Bundestag vorbei, am Mahnmal für die ermordeten Juden Europas und am Bundesrat. Die Demonstranten trugen weiße Kreuze, um ihre Trauer über die im Mutterleib getöteten Kinder auszudrücken. Den Abschluss bildete ein ökumenischer Freiluftgottesdienst vor dem Berliner Dom. Ursprünglich hatte man geplant, den Gottesdienst im Berliner Dom stattfinden zu lassen. Das Domkirchenkollegium hatte dies jedoch abgelehnt mit der Begründung, man sehe es als problematisch an „die ausgesprochen sensiblen und komplexen Themen menschlicher Existenz – wie zum Beispiel einen Schwangerschaftsabbruch oder die Präimplantationsdiagnostik – zum Gegenstand einer Aktion mit dem Namen ‚Marsch für das Leben’ zu machen“.

Liberale Abtreibungsregelung: Nie wurden legal so viele Menschen getötet

Der Vorsitzende des Bibelbundes, Michael Kotsch (Bad Meinberg bei Detmold), rief in seiner Predigt dazu auf, entschieden und friedvoll für das Leben einzutreten. „Wahrscheinlich sind in Deutschland bisher nie so viele Menschen legal getötet worden wie seit der Liberalisierung der Abtreibung“, sagte er. Selbst vorsichtige Schätzungen gingen von deutlich mehr als 100.000 getöteten Kindern im Mutterleib jedes Jahr aus. Seit der Jahrtausendwende hätten auf diese Weise mehr als 1,3 Millionen Kinder ihr Leben verloren. Kotsch: „Nie starben in Friedenszeiten so viele Personen durch Menschenhand wie heute.“ Das habe viel Leid ausgelöst, mit dem man verschieden umgehen könne: „Man kann es leugnen oder verschweigen, man kann es wegargumentieren oder zum Normalfall erklären. Und doch bleibt die Tötung eines ungeborenen Kindes ein Unrecht. Selbst das gegenwärtig gültige deutsche Recht bezeichnet Abtreibungen klar und deutlich als Tötungen, die aber straffrei bleiben.“ Der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann (Bonn), erklärte, eine Gesellschaft, die den Lebensschutz verdränge oder leugne oder auch nur vergessen wolle, höre auf, „eine menschliche und menschengerechte Gesellschaft zu sein“. Es gehe nicht allein um das Nein zur Tötung ungeborener Menschen, sondern auch um Fragen der Präimplantationsdiagnostik, der Stammzellforschung und nicht zuletzt der Euthanasie.

Gegendemonstranten: „Deutschland stirbt aus, da klatschen wir Applaus“

Gegen den „Marsch für das Leben“ hatte ein „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ zu Protesten aufgerufen. Ihm gehören unter anderem der Humanistische Verband Deutschlands sowie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg an. Etwa 200 Demonstranten störten den Schweigemarsch der Lebensrechtler zum Teil massiv mit Trillerpfeifen und Sprechchören, etwa „Hätt’ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ und „Deutschland stirbt aus, da klatschen wir Applaus“. Auf Plakaten waren Sprüche zu lesen wie „Bitte Fundis nicht füttern“, „Wenn ich euch sehe, bin ich für postnatale Abtreibung“ oder „Dein Zellhaufen gehört uns“. Außerdem waren Gesänge zu hören wie „Eure Priester sind so schwul wie wir“, „Bambule, Randale, gegen Evangelikale“ oder „Kondome, Spirale, Linksradikale“. Einige trugen Kreuze mit übergestülpten Kondomen und der Aufschrift „Religion abtreiben“. Zum Teil musste die Polizei hart durchgreifen, als etwa mehrere junge Frauen ihre Oberkörper entblößten und skandierten „My body, my choice“ (Mein Körper, meine Wahl) oder „God is a rapist“ (Gott ist ein Vergewaltiger). Mehrfach versuchten die Gegendemonstranten, den Marsch auch durch Sitzblockaden zu behindern. Sie wurden von der Polizei aufgelöst.

„Berliner Erklärung“: Staat soll Abtreibungsgesetze prüfen

In einer „Berliner Erklärung“ forderte der Bundesverband Lebensrecht den Staat dazu auf, genetische Tests zum Zweck der tödlichen Selektion potenziell behinderter Menschen zu verbieten. Außerdem müsse das „schwere Unrecht“ der Tötung ungeborener Kinder beim Namen genannt und der Propagierung eines angeblichen „Menschenrechts auf Abtreibung“ entgegengetreten werden. Es sei notwendig, die geltenden Abtreibungsgesetze und ihre Praxis zu überprüfen und zu korrigieren. Mit dem „flüchtigen Blick“ auf die offizielle Abtreibungsstatistik werde der Bundesgesetzgeber seiner Beobachtungs- und Korrekturpflicht nicht gerecht. Der Bundesverband Lebensrecht tritt ferner für ein Ende der staatlichen Finanzierung von Abtreibungen ein. In Deutschland werden die Kosten für über 90 Prozent aller „beratenen“ Abtreibungen in Höhe von jährlich mehr als 40 Millionen Euro aus den Haushalten der Länder bestritten. Statt Hilfe zum Töten müssten Schwangere und Familien nachhaltige Hilfe zum Leben mit ihren Kindern erfahren, so der Verband. Das Leiden von Frauen, Männern und Familien unter den Folgen einer Abtreibung müsse enttabuisiert und vorurteilsfrei erforscht werden. Der Verband ruft ferner dazu auf, dem Aufkommen von Sterbehilfe und Euthanasie Einhalt zu gebieten. Jede organisierte Beihilfe zum Suizid – nicht nur die gewerbsmäßige – solle unter Strafe gestellt werden.

Bischof Dröge stellt sich hinter den „Marsch für das Leben“

Zum „Marsch für das Leben“ erreichten den Veranstalter eine Vielzahl an Grußworten aus Politik und Kirche. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, erinnerte in seinem Schreiben an die Euthanasie-Opfer im Nationalsozialismus. Sie seien Mahnung, „dass wir uns nicht das Recht anmaßen dürfen, Leben als unwert zu bezeichnen und daraus die Rechtfertigung ziehen, es zu beenden“. Christen verkündigten die Botschaft des Lebens und bezeugten damit, dass die Würde eines jeden Menschen von Gott gegeben sei. „Das „Ja zur Unverfügbarkeit des Lebens“ brauche öffentliches Engagement, wie es im „Marsch für das Leben“ zum Ausdruck komme. Verliere der Mensch die rechtlichen und ethischen Grenzen einer humanen Gesellschaft aus dem Blick, so laufe der „Zauberlehrling“ Mensch Gefahr, die Kontrolle über sein Tun zunehmend zu verlieren, betonte der katholische Erzbischof von Berlin, Rainer Maria Kardinal Woelki.

Papst: Im Gebet mit den Teilnehmern des Marsches verbunden

Papst Franziskus dankte den Teilnehmern des Marsches in einem Brief für „den tatkräftigen Einsatz für den Schutz des Lebens in Deutschland“. Weiter heißt es: „Gerne verbindet sich Seine Heiligkeit mit den Teilnehmern am Marsch für das Leben im Gebet und bittet Gott, alle Bemühungen zur Förderung des uneingeschränkten Schutzes des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen mit seinem Segen zu begleiten.“ Bei einer Audienz für Frauenärzte der Internationalen Föderation katholischer Mediziner im Vatikan am 20. September hatte der Papst ebenfalls zum verstärkten Schutz des Lebens aufgerufen: „Jedes ungeborene, doch ungerechterweise zur Abtreibung verurteilte Kind hat das Antlitz des Herrn!“ Man könne dieses Leben nicht einfach entsorgen. Gleiches gelte für Behinderte, Kranke und alte Menschen. Ärzte sollten für eine „Kultur des Lebens“ einstehen, betonte Franziskus.

Kardinal Meisner: Christen müssen ihre Stimme erheben

Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, betonte, dass Christen ihre Stimme erheben müssten, „um den unbedingten Wert des Lebens, gerade des schutzbedürftigen Lebens am Anfang und Ende menschlicher Existenz, zu verteidigen und als unverfügbar einzufordern“. Nach Worten des Bischofs von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, geht es um einen geistlichen Kampf gegen „eine Verwässerung unseres Grundgesetzes“. Der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Hans-Jörg Voigt (Hannover), wünschte, dass die Botschaft des Marsches im ganzen Land gehört werde. Er sprach auch den Segen im Abschlussgottesdienst. Der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Präses Ansgar Hörsting (Witten) vom Bund Freier evangelischer Gemeinden, ermutigte die Teilnehmer, sich nicht durch Störungen vom Engagement für das ungeborene Leben abhalten zu lassen.

Kauder: Beim Lebensschutz bleiben zu viele stumm

Der Vizepräsident der interfraktionellen Arbeitsgruppe Bioethik im Europäischen Parlament, Martin Kastler, bezeichnete die jährliche Tötung von über 100.000 ungeborenen Kindern in Deutschland als einen „Skandal, mit dem wir uns niemals abfinden dürfen“. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, erklärte, viele Menschen seien zwar bereit, gegen weltweite Menschenrechtsverletzungen auf die Straße zu gehen, entsprechende Petitionen zu unterzeichnen und Betroffenen in ihrer Heimat oder im Exil beizustehen. „Beim Lebensschutz mitten unter uns, wo es um das elementarste Recht des Menschen geht, das Recht auf Leben, fehlen viel zu häufig die Stimmen, die sich gegen das Unrecht aufbäumen.“ Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, Steffen Flath, bezeichnete die Ungeborenen als „die Schwächsten im Land“. Es komme ihm so vor, „dass sich die Gesellschaft viel zu sehr an Abtreibungen gewöhnt hat“.

Ergänzung 23.9.2013:

Martin Lohmann (JF): Verantwortung und Freiheit  (20.9.):

Achtung! Sie sollten diesen Kommentar eigentlich nicht lesen. Warum? Weil er unbequem ist, Wahres berichtet,  aber letztlich politisch völlig unkorrekt sein wird. – So oder ähnlich müßte man beginnen, wenn man in Deutschland etwas sagt oder schreibt über den verdrängten Skandal, daß das Lebensrecht eines jeden Menschen längst nicht mehr erkannt, anerkannt oder gar gewollt ist.

Wer ehrlich ist, wird kaum bezweifeln, daß die noch nicht geborenen Menschen, behinderte und kranke Menschen und auch alte Menschen in unserer Gesellschaft keine wirklich mächtige Lobby haben. Das Humane unseres Zusammenlebens wird weggedrückt, geleugnet und versteckt. Jedenfalls das, was das Fundament jeder Menschlichkeit ist: das unbestrittene Lebensrecht eines jeden Menschen.

Panische Angst vor Verantwortung

Wer so etwas sagt, der stört. Er stört die vordergründig bequeme Friedhofsruhe, der mit der Lust an der Verantwortungslosigkeit die Wachheit des Gewissens geopfert wird – und das Leben, wozu seine Existenz gehört vom Anfang bis zum Ende. Und wer gar friedvoll und tolerant wie der Bundesverband Lebensrecht zu einem wertvollen demonstrativen Zeugnis für das Leben aller Menschen einlädt, wird mit Lügen und Verleumdungen überzogen.

Warum? Weil manche die Wirklichkeit des Lebens und seine logische Beschreibung einfach nicht ertragen können und panische Angst vor Verantwortung und Herz haben.

Das Leben aber braucht genau das: Herz, Verstand, Freiheit und Liebe. Jeder Mensch braucht das, ob geboren oder noch nicht, krank oder gesund, jung oder alt. Deshalb sind die Lebensschützer immer für das Leben und die Freiheit zum Leben, und stets gegen Mütter- und Frauenfeindlichkeit.

Zu dieser Freiheit sind alle berufen

Wer – wie manche Gegner des Lebens – zu einem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung aufruft und dabei die Freigabe der Tötung von Menschen fordert, ist letztlich Gefangener seiner eigenen Luststeuerung und unterliegt der Unfreiheit der Macht des Triebes. Frei und selbstbestimmt hingegen sind Menschen, die sich ihres Herzens und Verstandes gewissenhaft gleichermaßen zu bedienen verstehen. Wer die Verantwortung zuläßt, hat die Freiheit gewonnen. Und zu dieser Freiheit sind alle berufen.

Weil man letztlich keine Argumente gegen das Leben und seinen Schutz hat, versucht man es bisweilen mit Angst und Haß. Allen bösen und dumpfen Versuchen der Diskriminierung von Lebensschützern zum Trotz: Sie sind das eigentliche „Bündnis Lebenswert“, denn das sagt der erste Artikel des Grundgesetzes: Jeder Mensch ist lebenswert. Und liebenswert. Jeder! Darum geht es beim Marsch für das Leben am Sonnabend in Berlin. Hier treffen sich alle Lobbyisten für das Leben.

Ergänzung 24.9.2013:

Martin Lichtmesz: http://www.sezession.de/40951/paepste-predigerinnen-lebenschuetzer.html   (23.9.):

… Eine kleine Meldung auf der Nachrichtenseite der Jungen Freiheit zeigt mal wieder das große Ausmaß der Verkommenheit der evangelischen Kirche. Darin heißt es:

Die Teilnehmer des diesjährigen „Marsches für das Leben“ dürfen sich am Sonnabend nicht zu einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom treffen. Das Domkirchenkollegium habe sich „nach mehrfachen Debatten“ gegen die Gottesdienstfeier der Lebensschützer im Dom ausgesprochen, schrieben die Vorsitzende des Kollegiums der evangelischen Domgemeinde, Irmgard Schwaetzer, sowie Dompredigerin Petra Zimmermann laut der evangelischen Nachrichtenagentur idea an den Bundesverband Lebensrecht.

Man sehe es „als höchst problematisch“ an, „die ausgesprochen sensiblen und komplexen Themen menschlicher Existenz, die in der Erwägung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch oder der Anwendung der Präimplantationsdiagnostik angesprochen sind, zum Gegenstand einer Aktion mit dem Namen ‘Marsch für das Leben‘ zu machen“, begründeten sie ihre Entscheidung.

Der Punkt ist nicht unbedingt, daß man meinetwegen über die „ausgesprochen sensiblen und komplexen Themen menschlicher Existenz“ auch „debattieren“ kann. Die „Debatte“ ist aber nicht die Aufgabe einer Kirche, die im konkreten Fall offenbar dazu übergangen ist, Dinge als verhandelbar hinzustellen, die allen wirklich gläubigen Christenmenschen seit eh und je als unantastbar galten.

Man lasse sich in diesem Kontext etwa den Ausdruck „menschliche Existenz“ auf der Zunge zergehen. Oder „Schwangerschaftsabbruch“. Oder die aparte Offenheit für einen Vorgang („Präimplantationsdiagnostik“), der ja nichts weiter ist, als Eugenik und, wenn er zu einer Abtreibung führt, präventive Euthanasie.

Besonders widerwärtig sind an dieser Stelle die zur Schau gestellten ach so zarten, ach so feinfühligen Fingerspitzen: was hier „angesprochen“ werde,  sei doch „ausgesprochen“ „sensibel“, „komplex“, und überhaupt hyperkompliziert und megadifferenziert, was bilden sich diese primitiven, unsensiblen, unterkomplexen Lebensschützer eigentlich ein, hier mit klaren moralischen Richtlinien daherzukommen, die sie weißGöttIn woher haben, jedenfalls gewiß nicht aus der „Bibel in gerechter Sprache“.

Aber all dies ist noch nicht einmal das Widerwärtigste und einer Kirche unwürdigste: es ist vielmehr die Tatsache, daß hier einer Gruppe aus politischen Gründen ein Gottesdienst verweigert wird, mit der weder theologischen noch sonstwie religiösen Begründung, daß sie eine Meinung vertritt, die den Damen Schwaetzer und Zimmermann nicht genehm ist. Man könnte auch sagen, mit der Begründung, daß die Gruppe eine moralische Entscheidung getroffen hat, wo die Damen selber noch lieber weiter debattieren wollen.

Eine Entscheidung wohlgemerkt, die sich im Gegensatz zu den gewundenen Statements Schwaetzers und Zimmermanns, auf die Heilige Schrift berufen kann. Damit ist die EKD auch einer christlichen Gruppe in den Rücken gefallen, die regelmäßig Opfer von physischen Attacken durch radikal antikirchliche und antichristliche Antifanten wird, die gegenüber der Abtreibungsfrage auch nicht gerade „sensibel“  und „komplex“ debattierend vorgehen. …

Ergänzung:

Kath.net: Slowakische Bischöfe riefen zum Marsch für Leben — 70.000 Teilnehmer  (24.9.)

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Eine Antwort zu Berlin 21.9.: Marsch für das Leben

  1. heureka47 schreibt:

    Die wahre Würde jedes Menschen besteht in seiner göttlichen Identität; auch wenn die meisten davon nichts wissen – aufgrund der „Entfremdung“ („Kollektive Zivilisations-Neurose“).

    Dieser Identität und Würde widerspricht schon das Mehrheitsprinzip, das 1338 nach dem „Sturz“ des Einstimmigkeitsprinzips eingeführt wurde – und mit ihm gleich die „Folgepflicht der Minderheit“.

    Nur das Einstimmigkeitsprinzip wird der Würde des Menschen gerecht – denn jeder ist ein FREIES Bewußtsein göttlicher Qualität und Identität.

    Seit wir das vergessen haben – beginnend vor über 10.000 Jahren, vielleicht sogar 40.000 Jahren – geht es mit der zivilisierten Gesellschaft bergab. Da mögen Menschen so viele wie wollen für das „Leben“ auf die Straßen gehen und um das Recht auf Leben für ungeborene Kinder streiten. Währenddessen grassiert in allen exponentiell wachsend die Kollektive Zivilisations-Neurose ungehindert weiter und beschert uns eine Kollektive Psychose nach der anderen – bis zum letztlichen Aussterben.

    Grundlegende Heilung ist zwar möglich – aber es scheint, es mangelt krankheitsbedingt auch an der notwendigen Compliance…

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