Kein „Heimchen am Herd“

Kath.net: Ministerin rät Müttern: Zugunsten der Kinder beruflich kürzertreten   (8.10.):

… Die scheidende Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat erwerbstätige Mütter ermuntert, sich mehr ihren Kindern in den ersten Lebensjahren zu widmen und beruflich zurückzustecken. Nach ihren Worten fällt Frauen nach der Geburt die berufsbedingte Trennung vom Kind weit schwerer als Männern. Die Politikerin, die 2011 drei Monate nach der Geburt ihrer Tochter Lotte in ihr Amt zurückgekehrt war, äußerte sich gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Hamburg).

Ihre Erfahrung sei: „Während der Schwangerschaft, der Geburt und der Stillzeit entsteht begreiflicherweise ein besonderes Näheverhältnis oder Näheverlangen zwischen Mutter und Kind.“ Schröder bezeichnete eine Politik als falsch, die Eltern einrede, spätestens ein Jahr nach der Geburt eines Kindes „beruflich konstant Vollgas geben zu müssen, und eine durchgehende Vollzeit-Erwerbstätigkeit als Norm vorgibt“. Es sei ein „urmenschliches Bedürfnis“, in intensiven Familienphasen Zeit füreinander zu haben.

Die Ministerin kritisierte, dass Frauen, „die beruflich auch nur etwas kürzertreten, in Deutschland gleich den Heimchen-am-Herd-Stempel auf der Stirn“ trügen. Schröder hatte unmittelbar nach der Bundestagswahl am 22. September angekündigt, ihr Amt aus familiären Gründen zur Verfügung zu stellen. Sie begründet diesen Schritt mit der mangelnden Zeit für ihre Tochter: „Ich habe viele schöne Momente mit meiner Tochter verpasst. Oft hatte ich das Gefühl, zu wenig Zeit mit der Kleinen zu haben. Künftig möchte ich mehr von meiner Familie haben.“

Ergänzung 14.10.2013:

http://www.andreas-unterberger.at/2013/10/thema-kinder-kristina-schroeder-birgit-kelle-und-die-gruenen-paedophilen/   (13.10.):

… etwas ganz anderes stimmt ein wenig optimistisch für Kinder und Familien. Das ist die bisherige deutsche Familienministerin Kristina Schröder. Diese hatte nicht nur der unsäglichen Ursula von der Leyen in Sachen Quotenzwang tapfere Gefechte geliefert. Sie imponiert noch mehr durch ihren nunmehrigen Rücktritt. Der Grund: Ihr ist ihre zweijährige Tochter viel wichtiger. „Oft hatte ich das Gefühl, zu wenig Zeit mit der Kleinen zu haben.“

Solche Sätze sind für die große schweigende Mehrheit einfach schön. Auch die will nämlich mehr Zeit für ihre Kinder statt noch mehr Berufsstress. Frauen wie Schröder finden den Mut, gegen den feministischen Terror aufzustehen, der ja ihnen selbst am meisten geschadet hat, der sie selbst am meisten unter Druck setzt.

Der von Rotgrün und Industrielobbyisten ausgehende Zwang, gleichzeitig in Beruf und Familie perfekt sein zu müssen, wird zunehmend als absurd entlarvt. Beides geht nicht. Der Druck hat keine Befreiung gebracht, sondern den jungen Frauen nur ständig schlechtes Gewissen gemacht und viele Kinder um die Geborgenheit eines Elternhauses betrogen. Daher ist gerade Schröders Aufbegehren gegen diesen Druck so wichtig: Gibt es doch kaum attraktivere Karrierepositionen als ein Ministeramt (zumindest solange man nicht selber Minister ist).

Das Traurige ist nur, dass das alles nur in Deutschland stattfindet, nicht in Österreich. Hier traut sich die Mehrheit der Frauen noch nicht, gegen das Diktat der meist kinderlosen Karrieristinnen aufzubegehren, welche die Mütter als Geisel für ihre eigenen Interessen nehmen. Diese geben immer noch in Politik und Medien mit ihren absurden Geschichten den Ton an.

Eine davon ist die ständig wiederholte Lüge von der um 25 Prozent schlechteren Bezahlung für die gleiche Arbeit. Dazu der WKO-Sozialexperte Rolf Gleißner resignierend: „Es fehlt uns nicht an Daten und Argumenten – es ist nur schwer, bei den oft voreingenommenen Journalisten (meistens Journalistinnen) durchzudringen.“ …

Ergänzung:

Klaus Kelle: http://www.freiewelt.net/mutter-zu-sein-ist-nicht-unmodern-10012931/   (12.10.):

Noch wissen wir nicht, wie sich die nächste Bundesregierung zusammensetzen wird. Sicher ist jedoch: Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) wird dem neuen Kabinett nicht mehr angehören. Sie hat sich aus der ersten Reihe verabschiedet – mit einer Begründung, die aufhorchen lässt: “Ich kann in meinem Leben noch viel erleben, vieles auch nachholen, aber diese besonderen Stunden mit meiner Tochter kommen nie wieder.” Ein Satz wie ein Ausrufezeichen! Das eigene Kind ist wichtiger als die Karriere. Dass ich so etwas einmal von einer prominenten deutschen Politikerin hören würde, habe ich nicht erwartet.

In Wahrheit spricht sie damit ein Thema an, das viele Menschen, meistens Frauen, umtreibt. Was ist wichtiger, ein toller Job mit Mordsgehalt? Oder das tiefe Glück, die ersten Schritte, die ersten Worte des eigenen Kindes mitzuerleben? Haben Sie schon mal einen erfolgreichen Menschen gehört, der im Herbst seines Lebens auf die Frage, was er oder sie versäumt hat, antwortete: Ich hätte gern noch weitere Tantiemen kassiert? Oder: Ich hätte gern noch den neuen A 8 gefahren? Die Wahrheit ist: Fast alle erfolgreichen Menschen sagen dann: Ich hätte gern mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht. Und ich bin sicher, das ist die Wahrheit.

Ein Mann, der sagt, Mütter sollten länger bei ihren Kindern bleiben, steht schnell unter Verdacht, Heimchen am Herd schaffen und seine Machtposition verteidigen zu wollen. Dass mit Kristina Schröder eine Frau den Mut hatte, es zu sagen, ist vielleicht das Wichtigste, was sie in den vier Jahren als Ministerin getan hat. Auszusprechen, was viele Mütter empfinden, was aber heute unmodern geworden ist in Zeiten, in denen Familienpolitik zur reinen Wirtschaftspolitik verkommen ist.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Karriere mit dem Wunsch, Kinder zu haben und zu erziehen, ist ein herausragendes Thema. Hier muss die Politik noch viele Hausaufgaben machen. Die Erziehungszeiten müssen einen stärkeren Effekt auf die spätere Rente haben. Der Wiedereinstieg in den Beruf muss leichter, flexiblere Arbeitszeitmodelle für Väter und Mütter müssen entwickelt werden. Aber eines sollte klar bleiben: Kinder und ihre verantwortungs- und liebevolle Erziehung sind das Wichtigste. “Ich habe viele schöne Momente mit meiner Tochter verpasst”, sagt Kristina Schröder. Und sie verzichtet auf Dienstwagen, Fahrer und Geld, um das zu ändern. Großartig! Sie ist jung genug, um später einen neuen Anlauf zu nehmen – wenn ihr Kind auf eigenen Beinen steht. …

Ergänzung:

Es gibt auch kritische Stimmen. RabenMutter kommentiert:

Schade, dass sie mit diesen Einsichten erst jetzt rausrückt, wo sie das Amt der Ministerin niedergelegt hat. Es wäre an ihr gewesen, während ihrer Amtszeit genau die Mütter zu unterstützen, die schon viel früher zu dieser Ansicht gelangt sind! Frauen, die sich bewusst für Kinderzeiten daheim entschieden haben, mussten gerade in den letzten Jahren viele Federn lassen… selten sind wir quer durch alle politischen Lager für unsere Erziehungsarbeit derart verspottet und beleidigt worden. Binnen kürzester Zeit wurde dem Volk suggeriert, dass ein Kind, welches die ersten drei Jahre bei der Mutter verbringt, niemals so gut gefördert werden kann wie in einer Krippe. Plötzliche standen alle Herzblut-Mütter unter dem Generalverdacht, sich unter dem Deckmantel der Kindererziehung einen faulen Lenz zu machen. Und wir wurden “bestraft”, indem man uns plötzlich drohte, das Ehegatten-Splitting abzuschaffen – damit es ja keiner Familie mehr einfiele, sich für die “alte” Rollen-Verteilung zu entscheiden. Und nun verlässt Frau Schröder das Feld, und wir müssen erkennen, dass sie nicht viel für uns getan hat, als sie die Möglichkeiten dazu hatte. Sehr schade!!!

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2 Antworten zu Kein „Heimchen am Herd“

  1. Elisabeth schreibt:

    Wenn ich nur ein Kind hätte, würde ich schon mal gar nicht so ein Geschiss machen, da gäbe es sicher einige Möglichkeiten, sich zu arrangieren, die Zeit zu überbrücken.
    Aber für Mütter mit mehreren Kindern potenzieren sich die Probleme. (Und dann? Frau CDU? Herr SPD?)

  2. Vorschau schreibt:

    demnächst freigeschaltet in der neuen Brand eins
    „Warum kriegen Wohlhabende weniger Kinder?“

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