Vom Gender Mainstreaming zum Equality Mainstreaming

Henning Lindhoff: http://ef-magazin.de/2013/10/18/4591-equality-mainstreaming-gleiche-unter-gleichen-wollen-gleichheit-angleichen:

Der Europäische Sozialfonds in der achten Runde

Die mittlerweile siebte Förderperiode des Europäischen Sozialfonds (ESF) neigt sich dem Ende zu. Nunmehr seit 1958 werden europäische Steuergelder an all die vielen Nichtregierungsorganisationen und halbstaatlichen Sozialbetriebe verteilt, um vordergründig Beschäftigungsmaßnahmen zu initiieren sowie ökonomische und soziale Ungleichgewichte wieder „gerade zu rücken“. Gegründet durch die Römischen Verträge von 1957 …

… „Mit dem Konzept des Equality Mainstreamings soll die Mainstreaming-Strategie auf die sechs Diskriminierungsgründe der EU-Antidiskriminierungspolitik (Geschlecht, ethnische Herkunft und rassistische Zuschreibung, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexuelle Ausrichtung) ausgeweitet werden.“ Unterschiede zwischen den Menschen sehen die Agenten dabei keinesfalls als bereichernde Form der Individualisierung, sondern stets als Ursprung jeder Teufelei an. Denn Ungleichheiten provozierten nur die „leistungsfähige“ Mehrheit dazu, „Zuschreibungen“ zu „zementieren“ und „Fremde“ zu „diskriminieren“.

Dies „bedeutet einerseits, dass Differenzkategorien wie Geschlecht, Ethnizität oder Behinderung nicht als ‚natürliche‘ Identitätsmerkmale und als persönlichkeitsbestimmend betrachtet werden, sondern als soziale Zuschreibungen, die auf einer Logik der Abgrenzung beruhen, beispielsweise als anders, fremd oder als nicht leistungsfähig.“ Die Autoren des Papiers wollen „vielmehr Stereotype aufbrechen und die ‚Normalität‘ selbst kritisch hinterfragen, zum Beispiel die Vorstellung von ‚Leistungsfähigkeit‘ oder die Kriterien von ‚Dazugehörigkeit‘.“

Der Weg zu diesem Ziel liegt klar ausgebreitet vor ihnen. Die große „leistungsfähige“ Masse, und mit ihr das „System“, muss eingeebnet, geglättet, entdiskriminiert werden: „Es erfordert die Wahrnehmung von Ungleichheitslagen nach verschiedenen Differenzkategorien nicht als personen- oder gruppenbezogenes, sondern als strukturelles Problem. Auf dieser Grundlage führt beispielsweise die Frage der Bildungs(miss)erfolge bestimmter Gruppen über das individuelle oder vermeintlich gruppenspezifische Bildungsverhalten hinaus zu der Frage, wie das Bildungssystem an sich organisiert ist, welche Gruppen hauptsächlich davon profitieren können und welche warum nicht.“

Der anscheinend bis zum Anschlag malträtierte pseudowissenschaftliche Linguistik-Fleischwolf, aus dem das, für den Nicht-Gender-Hexenmeister nahezu unleserliche, Papier stammen muss, kann bei all der Mühsal seiner Verfasser eines nicht vernebeln: Die realen Gesellschaftskonstruktivisten kommen ihren fiktiven Pendants aus der Feder Aldous Huxleys einen weiteren großen Schritt näher. Eine „schöne neue Welt“ zum Anfassen. Auch zum Knuddeln und Liebhaben? Keinesfalls. Denn die staatliche Einheits-Gesamt-Schule bleibt sicherlich nicht die einzige normierende, standardisierende, auf Linie zwingende „Bildungs- und Fördereinrichtung“, mit der uns „Vater Staat“ in Zukunft noch beglücken wird. Die vom Steuertopf namens ESF abhängigen Einrichtungen werden sich auch in Zukunft kaum seiner Gleichmacher-Knute widersetzen. Warum auch?

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