Russland und Vatikan: Neue „Heilige Allianz“?

http://www.katholisches.info/2013/11/07/putin-besucht-papst-franziskus-neue-strategische-partnerschaft/:

Rußlands Staatspräsident Wladimir Putin wird Papst Franziskus einen Besuch abstatten. Die Audienz ist für Montag, den 25. November vorgesehen. Das Treffen wurde vom russischen Staatsoberhaupt nachdrücklich gewünscht. Die Diplomaten des Kreml suchten vor wenigen Wochen den Vatikan auf, um für die Italienreise Putins, die ihn nach Triest führt, auch eine Etappe in Rom einzuschieben. Ein Wunsch, dem im Vatikan sofort entsprochen wurde. …

… In Moskau sucht man nach Gemeinsamkeiten und potentiellen Verbündeten für ein Gegengewicht zu den USA. Ein Kräftemessen unter ganz neuen Vorzeichen. Es geht um nationale Interessen, um Geopolitik, um Einfluß. Es geht aber auch um ein schemenhaft erkennbares Gegenmodell zur neuen westlichen Staatsdoktrin des Relativismus. Auf dieser Ebene fordert Putin den Westen heraus. Er tat dies durch Unterstützung der Gegner der Homo-Ehe in Frankreich und durch die Weigerung Rußlands, sich den USA unterzuordnen und dem US-Kartell einzufügen. Neben einen nationalen Gegensatz ist ein neuer ideologischer getreten. Ein Gegensatz, der global ausgetragen wird, wie die Ausstrahlung verschiedensprachiger Programme durch das Russische Fernsehen zeigt. Eine englische und eine spanische Redaktion sollen weite Teile der Welt mit einer Gegeninformation zu den westlichen Fernsehanstalten beliefern. …
… In Rußland besteht durchaus ein Interesse, an einer Art “Heiliger Allianz” zu schmieden. Moskau hat viel von den alten Ressentiments gegenüber dem Westen und seinen Vertretern abgelegt. Was für den Moskauer Patriarchen mit einem polnischen Papst noch undenkbar schien, wurde bereits unter einem deutschen Papst möglich. Ein Papst aus Argentinien steht für Moskau endgültig nicht mehr in der alten Ost-West-Logik, in der die Katholische Kirche als Teil der nordatlantischen Allianz gesehen wurde. Auch deshalb sieht man im Osten neue Chancen der Annäherung.

Chancen, die auch vielleicht zur seit langem still und schrittweise vorbereiteten Begegnung zwischen einem Papst und einem Patriarchen von Moskau führen könnte. Der Weg dazu führt für Moskau über eine gemeinsame Verteidigung nichtverhandelbarer Werte. …

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2 Antworten zu Russland und Vatikan: Neue „Heilige Allianz“?

  1. Attila Varga schreibt:

    Die Widervereinigung des westlichen und östlichen Rom zur Zeit der Kreuzzüge, als es darum ging die orientalischen Christen zu beschützen, ist gescheitert. Schuld daran trugen der Westen (1204) und die Orthodoxie („Lieber unter dem Turban des Sultans als der Tiara des Papstes“) gleichermaßen. Eine der Folgen dieses Dramas war langfristig die Herrschaft des gottlosen Materialismus in Form von Kommunismus und Globalisierung, die Seiten ein und der selben Münze sind. Man erinnere sich an den Biafrakrieg, als die Sowjetunion und die Angloamerikaner auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges (!) GEMEINSAM die islamischen Hausa und Fulbe gegen die katholischen Ibo unterstützten. Vielleicht führen die Leiden der heutigen Christen im Irak, Syrien, Ägypten und weltweit, im islamischen Nigeria, im hinduistischen Indien und anderswo, dazu, diesen historischen Fehler zu gut zu machen.

  2. Pingback: Kirche heute, 10. November 2013 | Christliche Leidkultur

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