Krippenpolitik verstärkt Kindermangel

http://www.idea.de/detail/gesellschaft/detail/formel-mehr-krippen-gleich-mehr-kinder-ist-ein-trugschluss-26333.html   (8.11.):

Dass immer mehr Frauen in Deutschland – vor allem Akademikerinnen – kinderlos bleiben, zeigt, dass die Politik der Bundesregierung „kolossal gescheitert“ ist.

Diese Ansicht vertritt die Vorsitzende der Initiative „Frau 2000plus“, die katholische Publizistin Birgit Kelle (Kempen/Niederrhein). Das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) hatte am 7. November mitgeteilt, dass dem Mikrozensus 2012 zufolge 22 von 100 Frauen zwischen 40 und 44 Jahren kein Kind geboren haben. Im Vergleich zu 2008 stieg der Anteil der kinderlosen Frauen vor allem im Osten, nämlich von zehn auf 15 Prozent; im Westen beträgt er 23 Prozent. Frauen mit Fachhochschul- bzw. Hochschulabschluss in den westlichen Bundesländern bleiben den Angaben zufolge besonders häufig ohne Kind. Mit 30 Prozent erreichte 2012 die Kinderlosenquote bei westdeutschen Akademikerinnen im Alter zwischen 45 und 49 Jahren den bislang höchsten Wert. Wie Kelle gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, zeigten die Zahlen, dass die Rechnung „Mehr Krippen gleich mehr Kinder“ ein Trugschluss sei. Der Trend zur Kinderlosigkeit gerade bei gebildeten Frauen werde weiter steigen, solange die Entscheidung zu einem oder mehreren Kindern nach wie vor ein finanzielles Risiko, ein berufliches Aus, die gesellschaftliche Ächtung als „Heimchen am Herd“ und Altersarmut bedeuteten.

Erst Zeit für die Kinder – dann für den Beruf!

Kelle: „Wir brauchen nicht mehr staatliche Betreuung für Kinder, sondern eine Politik, die es Frauen ermöglicht, auch ohne finanzielle Risiken Kinder zu bekommen.“ Frauen heute wollten beides: Familie und Beruf. Sie wollten es aber nicht zwangsläufig gleichzeitig. Die vielzitierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf dürfe nicht bedeuten, „dass Frau sich zwischen Familie und Beruf bis zum Burn-out (Ausbrennen) aufreibt“. Es müsse Zeit für Kinder geben und danach auch wieder Zeit für den Beruf: „Dann werden wir auch wieder mehr Kinder in diesem Land haben.“

Kelle ist Mutter von vier Kindern. 2012 hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 31 Prozent der Mütter ein Kind, 48 Prozent zwei Kinder, 15 Prozent drei Kinder und 6 Prozent vier oder mehr Kinder.

(Artikel dankenswerterweise initiiert durch Kommentator „hat alles nichts genützt“)

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4 Antworten zu Krippenpolitik verstärkt Kindermangel

  1. Freikirchenaussteigerin schreibt:

    Monotheistische Religionen liefern die Wurzeln für die Erniedrigung der Frau. Oder was meinen Sie, weshalb noch heute ein Lohnunterschied von mindestens 20 Prozent bei gleicher Arbeit üblich ist? Pflege, Fürsorge, alle „typischen“ Frauenarbeiten „geniessen“ einen besonders schlechten Ruf und allgemein geringste Wertschätzung quer durch die Bank. Mir ist es schleierhaft, weshalb Frauen diese Verhältnisse einerseits und andererseits diese Kirchen und Religionen weiterhin tragen, wo Männer die Definitionen stellen. „Vereine“ wie idea-„Allianzen“ speisen sich aus verschiedenen Quellen alttestamentarisch-altpatriarchalischer Traditionen und boykottierten und torpedierten jeglichen Veränderungsmodernismus. Frau muß schon immer sehr genau hinschauen, wer ihr angeblich „was Gutes“ will.

  2. Freikirchenaussteigerin schreibt:

    Ich definiere mich keinem BloCK zu. Loyales Blöckeverhalten ist mir ein Graus! Jenseits von Rechts-Links-Ideologie gibt es für mich Grundsätze, Werte, Überzeugungen und Maßstäbe. Und auch die Möglichkeit zur Änderung und Wandlung ….(von Einsichten, Erkenntnissen, Erkennen von Fehlern; d.h. nicht, dass es noch einmal eine zweite Chance gäbe)
    Laut Statistischem Bundesamt, berichtet Frau Kelle, werden 6 Prozent zu den „Kinderreichen“ mit vier oder mehr Kindern gezählt.
    Ich sehe das von der Warte des „Zuviels“, allgemein des Überflusses, der Maßlosigkeit, der Überforderung…eben von jenen Aspekten, die gerne ausgeblendet und herunter gespielt werden. NIEMAND hat den „assigen bis aasigen“ gewissen Lebensstil der 80er/90er Jahre angeprangert, wie er am Beispiel von Andrea Yates durchamerikanisiert mit mehreren Waschmaschinen, Trocknern, Kühltruhen, PKWs unhinterfragbar daher kam (vereinzelt wohl noch der Vorratsbunkerkeller mit feuersicherem Safe..besonders „geßäft“ ein kleines Bergvolk, vollunterbunkert und bevorratet ) und wie er in Kreisen der Evangelischen Allianz (resp. pfingstlerischer Abspaltungen) und der katholischen Kirche gern beibehalten und beworben wurde und sich in der Teaparty ebenso ansiedelt. Dieses Übermaß findet sich in den BLÖCKEN und nicht nur einseitig mit Schlagseite. Im Linksliberalismus, Links-Sozialismus nicht minder, vielleicht verdeckter, gewollt „edler“? Auch Kosmopoliten und gern Grünwähler pflegen einen aufwendigen Lebensstil mit Ansässigkeit auf verschiedenen Kontinenten, rechtfertigen dies mit globaler Vefügbarkeit und Job, aber kassieren nicht abgeneigt die geschenkten Meilen und das vegünstigte Kerosin. Und wenn es auf dem einen Kontinent brenzlig wird, sind sie flexibel und gesichert genug, um sich auf den anderen zu verdrücken. NOCH! Christliche Unternehmer entlehnen ihre Begründung für das „mehr“ aus der „Verantwortung für die Mitarbeiter“. Wie nobel. Gottgewollt?
    Mit wie wenig kommt der Mensch aus? Warum genehmigen sich Bekehrte einen eigenen Tennisplatz odere eine eigene Schwimmhalle?
    Wer nur ein wenig nachfragt, schaut hinter Parolen und trifft auf dubiose Interessen. Auf HINTER-MÄNNER. Wie einst bei der Aktion „Kraft zum Leben“ . Die Spielerpuppen – Sportler, in dem Fall Golfer – können sich eines gehobenen Lebensstiles sicher sein.
    Geschöpft wird von einem „Gott“, der ALLES gibt! ?
    In jenen Dekaden, als ich in die Freikirche kam – wo kaum eine Familie unterhalb von Vier-Kinder-Familie angesiedelt war – waren gewisse Propaganda-Stimmen besonders laut und häufig vertreten. Ich erinnere mich an die über Denominationen ohne Grenzen posaunte Parole: „Zehn Kinder aber nur eine Frau“ eines Deutschlandfunk-Moderators. Wenn man mal googelt, finden sich Verbindungen der Generation Benedikt bis in die Talkshows…Suchwort „Jürgen Liminski Opus Dei“ oder „Jürgen Liminski zehn Kinder“
    (nicht uninteressant: h ttps://www.google.de/search?q=J%C3%BCrgen+Liminski+Opus+Dei&ie=utf-8&oe=utf-8&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&channel=np&source=hp&gws_rd=cr&ei=i_V-UuTqDILtswaI3oGQBA). TV-Sender zeigten oft den Aufbruch der Vorzeige-Großfamilie mit mehreren vollgepackten PKWs in das französische Zweit-und Ferienhaus…Das Ehepaar zeigte sich gern aufgebrezelt auf Galas der Köln-Bonner Szene. (Die Medien berichteten :- ) ) Vitamin B half klug zur Versorgung der Kids, die um Arbeitsplätze nicht bangen müssen.
    Tja..manchmal gibt es sie, die erfolgreichen Rekorde….So wie den Rekord einer Mutter, deren 17 eigene Kinder alle das Abitur gemacht haben. Oder, wie jüngst zu vernehmen war, von jener Frau, die 65?69? Kinder zur Welt brachte.
    Für mich ist das Thema eigentlich beendet. Auf der Homepage des Religionswissenschaftlers Dr. Michael Blume, der über Fruchtbarkeit im religiösen Kontext geforscht hat, passiert auch nichts Neues mehr :- ) Die Menschen treten aus den Kirchen aus…Ich bin es längst. Noch ein paar Jahre und es sind 40 Jahre der erste Austritt. Und es sind heute 27 Jahre der Freikirchengast-Austritt. Mit allerbesten Gründen! Nichts ist so FRAUENERNIEDRIGEND wie Religion und „christlicher“ Glaube!

    • Carolus schreibt:

      Der hier beschriebene frauenerniedrigende „christliche“ Glaube hat mit authentischem Christentum wohl wenig bis gar nichts zu tun.

  3. Pingback: Familienpolitik: Ausbeutung statt Nachhaltigkeit | Kreidfeuer

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