Triumph der Planwirtschaft: Krippensoll übererfüllt

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/100-tage-bilanz-eines-grossprojekts-es-gibt-zu-viele-krippen-in-deutschland-12667622.html   (16.11.):

… Angestoßen hat das Mammutprojekt Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Jahr 2007, damals auch noch offiziell für Frauen und Familie zuständig. Es folgten diverse Krippengipfel und noch mehr staatliche Programme, bis nun ein Triumph der Planwirtschaft zu vermelden ist: Soll übererfüllt. Die Zahl der Krippenplätze hat sich fast verdreifacht, auf mehr als 800.000. Selbst der nach oben korrigierte Bedarf — eine ziemlich willkürlich gesetzte Zahl — ist übertroffen. Es sind zu viele Krippen da.

… Das Schönste an dieser Art Planwirtschaft: Die Leerstände stören die Akteure nicht. Denn, da sind sich die Politiker einig, ziehen sie das Angebot, also eine Krippe, erst mal hoch, dann regelt sich das mit der Nachfrage von alleine. Jeder Neubau fördere die Stimmung zugunsten der außerhäusigen Versorgung, glaubt die Politik. Ob das sinnvoll ist, wird nicht weiter hinterfragt. Man nennt es „familienpolitischen Fortschritt“, wenn ein Kind früh von der Mutter getrennt wird. Und stimmt das Volk in seiner Mehrheit nicht dieser Meinung zu? …

(Gefunden via http://www.freiewelt.net/lesenswert-10016683/   20.11.)

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3 Antworten zu Triumph der Planwirtschaft: Krippensoll übererfüllt

  1. Seilschaften/Männerbünde schreibt:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/nichtegal/es-ist-uns-nicht-egal-dass-die-leistung-von-muettern-schlechtgeredet-wird-2063181.html

    #In den Wochen vor der Wahl hieß es ständig, Deutschland gehe es gut, es müsse nur so weitergehen. Das Gerede über die Wohlfühl-Republik hat uns in der stern-Redaktion wütend gemacht. Deswegen haben wir die Aktion „Es ist uns nicht egal“ ins Leben gerufen. Nachdem stern-Mitarbeiter und zahlreiche Prominente aufgeschrieben haben, was ihnen nicht egal ist in diesem Land, kommen jetzt Sie, liebe Leserinnen und Leser zu Wort. Was ist Ihnen nicht egal? Und warum? Schreiben Sie unserer stellvertretenden Chefredakteurin unter anita.zielina@stern.de.

    Hunderte Kommentare haben uns schon erreicht, eine Auswahl werden wir täglich auf stern.de veröffentlichen.

    Heute empört sich Dorothee Brauweiler:

    „Es ist mir nicht egal, … dass das, was ich als Mutter tagtäglich zu Hause leiste, so schlecht geredet wird.“

    Deutschland hat ein Problem, heißt es immer, zu wenig Betreuungsplätze. Eigentlich sollte jede vernünftige Mutter ihr Kind in eine Betreuungseinrichtung geben wollen, um sich wieder dem Erwerbsleben widmen zu können. Deswegen braucht es auch kein Betreuungsgeld, denn das würde Mütter ja nur verlocken zu Hause zu bleiben um ihre Kinder selbst zu erziehen.

    Was ist denn so schlimm daran, wenn ich mein Kind zu Hause selbst erziehe? Wenn ich mit ihm auf dem Wickeltisch Kinderlieder singe, mit ihm durch den Wald spaziere und die Natur erforsche, wenn es gemeinsam mit mir in der Krabbelgruppe neue Freunde finden kann, wenn es in Ruhe ein Bilderbuch anschauen kann, während ich ihm das essen koche? Nichts! Der bei weitem größte Teil der Mütter, die sich bewusst dafür entscheiden, ihre unter-dreijährigen Kinder nicht in eine Betreuungseinrichtung zu geben, macht seine Arbeit gut. Unseren Kinder geht es gut! Ihnen fehlt nichts! Sie werden geliebt und umsorgt und gefördert, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, und ich finde, dass dieser Tätigkeit, dem Muttersein, viel mehr Anerkennung gebührt, als in der Debatte um Kitaplätze und Betreuungsgeld deutlich wird.

    Nein, es geht nicht ums Geld! Es ist egal ob ihr uns 100 oder 500 oder 1000 Euro gebt – wir würden auch ganz ohne Betreuungsgeld zu Hause bleiben, weil wir uns bewusst dafür entschieden haben für unsere Kinder zu Hause zu bleiben. Also, bitte, hört auf zu sagen, wir seien faul oder würden unsere Kinder nur vor dem Fernseher parken oder mit Fastfood füttern. Hört auf uns zu unterstellen, dass wir nicht fähig wären unsere Kinder zu Hause gut zu betreuen und zu erziehen. Das stimmt nämlich nicht!

    Ihr redet immer von Wahlfreiheit, dass jede Frau selbst entschieden können soll, ob sie ihr Kind in Betreuung geben will, oder nicht. Aber dann akzeptiert es bitte auch, wenn wir uns gegen die Betreuung in einer Kita entscheiden und erkennt an, dass dieser eher konservative Lebensentwurf für uns, für mich, der richtige ist.

    Dorothee Brauweiler#

    —-
    und noch ein Recherche-Tipp zur aufgetünchten Patchwork-IDEOLOGIE (kann momentan den Artikel nicht veröffentlichen): Kathleen Papstein in Wandmaker: Beziehungsordnung für unsere Kinder
    (ich wähle den Nick Männerbünde, weil primär Männerbünde DAHINTER stehen…wie frau in diesen Tagen wieder sieht, den lange geheimen „Andenpakt“ betreffend….)

  2. Oma ohne Enkel schreibt:

    das ist so:

    21. November 2013

    Familienexperte
    Raubbau an der Zukunft
    Der Vorsitzende Richter am Hessischen Landessozialgericht in Darmstadt, Jürgen Borchert. F

    Wetzlar (idea) – Scharfe Kritik an der Familienpolitik hat der Vorsitzende Richter am Hessischen Landessozialgericht in Darmstadt, Jürgen Borchert, geübt. Es gebe kaum ein anderes Industrieland, in dem Familien und Kinder so schlecht behandelt werden, wie Deutschland, sagte Borchert in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Er wirkte mit an mehreren grundlegenden Urteilen zur Sozialgesetzgebung, etwa dem „Trümmerfrauenurteil“ (1992) zur Anerkennung der Erziehungsleistung von Eltern bei der Rente und dem „Pflegeurteil“ (2001) zur Entlastung von Familien in der Pflegeversicherung. Nach seinen Worten betreibt Deutschland Raubbau an der Zukunft: „Wir haben heute eine doppelte Kinderarmut: Seit 1965 hat sich die Zahl der geborenen Kinder halbiert. In der gleichen Zeit ist die Zahl der Kinder, die in Armut leben, um das 16-Fache gestiegen.“ Der Staat besteuere bei Familien deren Existenzminimum. Die jährlich 38 Milliarden Euro Kindergeld seien keine staatliche Wohltat, sondern die Rückgabe von Diebesgut.

    „Der Staat klaut den Familien die Sau vom Hof …“

    Den Familien müsse von ihrem Einkommen das gelassen werden, was sie zum Leben brauchen. Nach derzeit geltendem Recht werde bei dem Abzug der Sozialversicherungen jedoch nicht danach gefragt, wie viele Personen von diesem Einkommen ernährt werden müssen. Unterm Strich lebe selbst eine durchschnittlich verdienende Familie, sobald sie zwei und mehr Kinder hat, unter dem Existenzminimum. Dazu Borchert: „Der sogenannte Familienlastenausgleich ist Hokuspokus. Tatsächlich klaut der Staat den Familien die Sau vom Hof und gibt ihnen hinterher drei Koteletts zurück.“ Verschärfend hinzu komme die Wirkung der verborgenen Steuern. So würden Familien auch durch Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer und Ökosteuer überproportional belastet.

    Auch die gesetzliche Krankenversicherung benachteiligt Familien

    Eine schwerwiegende Schieflage bestehe auch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zwar seien Kinder und nicht-erwerbstätige Ehepartner dort beitragsfrei mitversichert. Dennoch gehörten 98 Prozent der Familien zu den Nettozahlern in der Krankenversicherung. Sie zahlten mehr Beiträge ein, als sie an Leistungen in Anspruch nehmen. Gerecht wäre es, wenn ein Vater von zwei Kindern weniger in die gesetzliche Krankenversicherung einzahle als sein kinderloser Arbeitskollege, so Borchert. Tatsächlich entrichteten jedoch beide ihre Beiträge in voller Höhe. Borchert zufolge gilt für die Krankenversicherung das gleiche Prinzip wie für die Rentenversicherung: Die Kosten, die ein kinderloser Ruheständler verursacht, würden zu 100 Prozent vom Nachwuchs getragen, den andere für ihn großgezogen hätten.

    Das Rentensystem ist auf Sand gebaut

    Der Landessozialrichter hält eine deutliche Rentenkürzung bei Kinderlosen für notwendig. Nach seinen Worten sollte die Erziehung als mit der Beitragszahlung völlig gleichwertig behandelt werden, um den Generationenvertrag einzuhalten. Das derzeitige Rentensystem sei auf Sand gebaut. Deutschlands heutiger Reichtum beruhe zu einem wesentlichen Teil darauf, dass es sich die Aufwendungen für den Nachwuchs gespart habe. Die demografische Krise schlage jetzt unbarmherzig zu, so Borchert. Die Leistungen würden schrittweise zurückgefahren und das Renteneintrittsalter erhöht. Sämtliche Experten rechneten damit, dass die Beiträge weiter steigen müssten. Zudem entfalle schon jetzt ein Drittel der Einnahmen auf Zuschüsse des Bundes aus dem Staatshaushalt. Borchert: „Wir haben ein System, das den Leuten vorgaukelt, auf die nachfolgende Generation nicht angewiesen zu sein. So wird der Einzelne zum Maß aller Dinge. Wer keine Kinder hat, spart sich deren Unterhalt und wird später in der Altersversorgung noch dafür belohnt, weil die Kinder anderer seine Rente zahlen.“ Eine Mutter bekomme für die Erziehung eines Kindes später lediglich eine Rente von 85 Euro. Borchert: „Selbst nach der heute geltenden Regelung bräuchten Frauen also mindestens zehn Kinder, um durch die Anrechnung der Erziehungszeiten auf eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu kommen.“

    Text von idea. Anm. von mir: Dass sich ausgerechnet die Evangelikalen dort trittbrettmäßig aufschwingen (Borchert) , halte ich für bigott.

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