Pädophile Wurzeln der institutionellen Frühsexualisierung

http://www.katholisches.info/2013/12/11/paedophilie-und-schulsexualerziehung/:

Warum fehlt jede Sensibilität dafür, wie Kinder mitunter im schulischen Sexualkundeunterricht verstört und seelisch verletzt werden? Ist das in Ordnung, weil der Staat der Auftraggeber ist? Warum stellen sich die Bischöfe nicht vor die Eltern, die ihre Kinder vor Schamzerstörung, sexueller Stimulierung und seelischer Verletzung bewahren wollen, entsprechend der katholischen Lehre? Warum sind „katholische“ Schulen mitunter besonders hart gegenüber jenen Eltern?

In den letzten Wochen wurde aber mehr und mehr deutlich, daß an den Startlöchern der sogenannten Schulsexualerziehung offenkundige Pädophile standen.

Und der Estrela-Bericht im EU-Parlament hat nicht zuletzt deswegen Widerstand gefunden, weil darin ein „tabu-freier, interaktiver Sexualunterricht“ gefordert und den europäischen Ländern geradezu aufgezwungen werden soll, wo aus dem, was zwischen Lehrer und Schüler sich abspielt, die Eltern ausgesperrt werden, was ein „Freibrief für Pädophilie“ wäre.

Es ist deprimierend, daß dabei Leute wie Daniel Cohn-Bendit als französischer Abgeordneter Chef der EU-Fraktion der Grünen, aber auch ähnlich gestrickte Linke, über uns und unsere Kinder entscheiden wollen. Um auf diese Verbindungslinien einflußreicher Pädophilie-Propagandisten in politische Parteien, Verbände und Ämter hinein aufzuzeigen und damit auch eine der Wurzeln der permissiven Schulsexualerziehung deutlich zu machen, ein kleiner Rundblick, wie in den letzten Monaten pädophile Verstrickungen verschiedener Parteien und Organisationen aufgedeckt wurden, nicht nur bei den Grünen.

Cohn-Bendit mochte, wenn Kinder an seinem Geschlechtsteil spielten …

Volker Beck verlangte eine Entkriminalisierung der Pädosexualität …

„In der katholischen Kirche war und ist nicht streitig, daß sexuelle Handlungen an und mit Kindern theologisch eine Sünde und juristisch strafbar sind…“

Die kirchenkritische „Humanistische Union“ vertrat spätestens ab 1973 jahrelang Teile des pädophilen Programmes mit. Noch 1999 verwies sie beispielsweise warnend auf angebliche Forschungen, wonach „das Verbot kindlicher Sexualität“ Gewalttaten vermehre, während sie gleichzeitig die „sexuelle Anregung“ von Kindern als Beitrag zur Entwicklung einer „kreativen Persönlichkeit“ anpries. Im Sommer 2000 trat der Bundesvorstand der „Humanistische Union“ für pädophile Straftäter ein, denen „gnadenlose Ausgrenzung“  und „Tugendterror“ drohe.
Erst 2004 kappte die „Humanistische Union“ die Verbindungen zu den Resten der Pädophilenlobby, etwa zum „Arbeitskreis Humane Sexualität“ (AHS) mit seiner um diese Zeit aufgelösten „Arbeitsgemeinschaft Pädophilie“. Doch viele Jahre lang gehörten den Gremien der „Humanistische Union“ führende Köpfe von Reformpädagogik und Pädophilenlobby an — zusammen mit Politikern wie Burkhard Hirsch, Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Renate Künast, Claudia Roth (Grüne) und Wieczorek-Zeul (SPD)2.

„Der Spiegel“. Das Nachrichtenmagazin, das sich gern als Chefankläger der katholischen Kirche aufspielt (etwa bei den Fällen sexuellen Mißbrauchs 2010), das in der letzten Zeit gern pädosexuelle Sündenfälle der Grünen offen machte, hat allen Anlaß, auch vor der eigenen Tür zu kehren. Im Heft 20 aus dem Jahr 1996 veröffentlichte der „Spiegel“ eine Lobeshymne auf (wörtlich) „Knabenliebhaber“ und Nobelpreisträger Carleton Gajdusek. Der 2008 verstorbene Wissenschaftler, der 1976 den Medizin-Nobelpreis erhalten hatte, war als 72-Jähriger 1997 wegen sexuellen Mißbrauchs an von ihm adoptierten Jungen aus Neuguinea und Mikronesien, den er im Gerichtsverfahren zugegeben hatte, ins Gefängnis gekommen.

Der „Spiegel“ hatte jedoch angesichts der Anschuldigungen damals voll Bedauern geschrieben: „Der Südpazifik und seine Menschen, von denen Carleton Gajdusek sich zeitlebens magisch angezogen fühlte, wurde ihm zu Hause, in Amerika, zum Verhängnis. Welch ein Faszinosum, diese Naturvölker mit ihrer eigenwilligen Geschlechtsmoral.“… Gajdusek wird „eher als der Verführte als der Verführer“ dargestellt; die „Schützlinge“, die er in großer Zahl aus den Urwalddörfern nach Amerika in sein Haus mitnahm, hätten doch eine „in puncto Bildungschancen privilegierte Existenz“ geführt.

Pädophilenlobby gab es sogar vom Deutschen Kinderschutzbund 

… In diesem Zusammenhang wurden die Namen von Rüdiger Lautmann und Wolf Vogel angeführt. …
Der Soziologe Wolf Vogel, Autor des Buches „Heimliche Liebe. Eros zwischen Knabe und Mann“ (1997) schrieb in der Ausgabe 5/1987 über das „Elend einer verbotenen Liebe“. Vor allem für die Kinder sei es belastend, „daß sie ihr Liebesverhältnis vor allen anderen Menschen, auch den sonstigen Bezugspersonen, verschweigen müssen“. Ein früherer Präsident des „Kinderschutzbundes“, Walter Bärsch, gestorben 1996, war Gründungsmitglied des pädophilenfreundlichen „Arbeitskreises Humane Sexualität“ und vertrat in einem Kinderschutzbund-Buch offen pädophile Positionen. Der heutige Vorsitzende Hilgers erklärte, die Führungsspitze des Kinderschutzbundes habe davon nichts gewußt, es werde eine lückenlose Aufklärung geben…3.

Selbst das BKA betrieb Pädophilenlobby

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtete am 10. Sept. 2013 darüber, daß „die oberste deutsche Polizeibehörde, das Bundeskriminalamt in Wiesbaden… über Jahre hinweg eine Studie veröffentlicht, die Thesen von Kinderschändern verbreitet“. Der Psychologe Michael C. Baurmann, Mitbegründer der Operativen Fallanalyse im BKA, zuletzt dort Wissenschaftlicher Direktor, schrieb 1983 in einer Studie im Sinn des Pädophilen-Jargons, wenn Kinder Sex wollten, könne die Gesellschaft das doch nicht verbieten; der Wunsch gehe von Kindern aus. Sex sei nichts Schlimmes, die Gesellschaft sei schlimm: „Unsere Kinder können tatsächlich zu wenige Lernerfahrungen im sexuellen Bereich sammeln“. Sexualität gelte als „schmutzig“ und „leistungsbezogen“, Minderjährige „scheinen dieser Belohnung nicht würdig zu sein“. Der Gesetzgeber habe sich bei seiner „Festlegung auf feste Altersgrenzen zum Schutz der sexuellen Selbstbestimmung“ mit „gewichtigen Gegenargumenten auseinanderzusetzen“.

Ausführlich kommen Pädophilen-Vordenker wie der Niederländer Frits Bernard, aber auch der Psychologe Helmut Kentler zu Wort. Dieser riet den Behörden in den 80er Jahren, sozial auffällige Jugendliche bei Päderasten in Pflege zu geben. Falls es zu sexuellen Kontakten komme, könnten die Folgen manchmal „sogar als sehr positiv beurteilt werden“. Am Schluß skizziert Baurmann eine Schulstunde zum Thema „Strafbare sexuelle Handlungen mit Kindern“ und empfiehlt als Vorbereitung Lehrern und Eltern das Kentler-Buch „Eltern lernen Sexualerziehung“. Baurmann war nach Ansicht der Publizistin Alice Schwarzer „eng mit der Szene der Kinderfreunde verbandelt“, wo auch „Bernard und Kentler ihr Unwesen“ trieben.

Baurmann gehörte auch der „Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität“ (AHS) von 1985 bis 1990 an, spielt gegenüber „Focus“ seine Mitgliedschaft herunter. Diese 800-Seiten-Studie wurde 1996 nahezu unverändert neu aufgelegt als Teil der BKA-Schriftenreihe. Bis zur FOCUS-Anfrage war sie auf der Behördenseite als Download abrufbar! Das BKA erklärt, die Studie „Sexualität, Gewalt und psychische Folgen“ würde einer externen wissenschaftlichen Begutachtung unterzogen und bis dahin von der Homepage der BKA entfernt.

Der Staat brachte straffällige Jugendliche ,bei pädagogisch interessierten Päderasten‘ unter

Konrad Badenheuer schrieb in der „Tagespost“ (27.4.13): „Eine Schlüsselfigur im deutschen Pädophilieskandal… war der schon erwähnte Psychologe und Sozialpädagoge Helmut Kentler. Jahrzehntelang redete er der Sexualisierung bereits ab dem Kindesalter das Wort und fast schon drohend verlangte er: ‚Den Eltern muß klar gemacht werden, daß ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Kindern und Eltern nicht erhalten werden kann, wenn den Kindern die Befriedigung so drängender und unaufschiebbarer Bedürfnisse wie der sexuellen verwehrt wird.‘ Und Kentler meinte tatsächlich Kinder und nicht etwa Jugendliche. Inzestähnliche Kontakte waren für ihn deswegen etwas Positives, aber auch pädosexuelle Aktivitäten durch Außenstehende sollten die Eltern hinnehmen, ja zu schätzen wissen: ‚Am Verkehrtesten wäre es jetzt, wenn die Eltern… gleich zur Polizei laufen würden… War der Erwachsene rücksichtsvoll und zärtlich, dann hat unser Kind womöglich sogar die sexuelle Berührung mit ihm genossen.‘ Solche zynischen Einlassungen aus den siebziger Jahren wären heute kaum mehr der Rede wert, wenn sie nicht von einem Universitätsprofessor stammen würden, der stolz darauf war, als Gerichtsgutachter viele Pädosexuelle vor Strafe bewahrt zu haben und der nachweislich sowohl die deutsche Bildungs- und Familienpolitik als auch die Jugendarbeit der Evangelischen Kirche beeinflußt hat.“

Die Journalistin Alice Schwarzer, sicher keine Vertreterin der konservativen Werte, befaßte sich in ihrer Frauenzeitschrift „Emma“ (Oktober/November 2013) mit den Gründen und Hintergründen der pädosexuellen Verirrungen in linksliberalen und rotgrünen Kreisen. Helmut Kentler war der Lieblings-Autor und eine der Vorzeige-Figuren der 68er Bewegung: „Wenn einer wie der renommierte Sozialpädagoge Helmut Kentler, Professor an der Universität Hannover und Gerichtsgutachter, in seinen ‚wissenschaftlichen‘ Schriften allen Ernstes den Richtern empfahl, straffällige Jugendliche ,bei pädagogisch interessierten Päderasten‘ unterzubringen — dann schrie niemand Skandal, sondern wurde zustimmend genickt.“

Tatsächlich ergingen Urteile, die ‚Kinderfreund‘ Kentlers guten Rat befolgten und die Jungen den Pädophilen quasi auf Gedeih und Verderb auslieferten. Denn die mußten sich ja auch noch erkenntlich zeigen bei den ‚Kinderfreunden‘.

Sexualerziehung in den Schulen ermöglicht Pädophilie und sexuellen Mißbrauch

Die Einführung der Schulsexualerziehung in Deutschland geschah aufgrund einer „Empfehlung“ der Kultusministerkonferenz von 3. Oktober 1968 – auf verfassungswidrigen Wegen, weil nur durch eine Verwaltungsvorschrift4; die Länder zogen dann allmählich mit entsprechenden Gesetzen nach, so Bayern 1980.

Die „AZ“ vom 7.12.77 berichtete über eine Tagung der „Gesellschaft zur Förderung sozialwissenschaftlicher Sexualforschung“ in Düsseldorf, bei der als „Wissenschaftler“ die Professoren Ernest Bornemann und Helmut Kentler angeführt werden. Nach ihnen gehörten „Liebesspiele zwischen Kindern bei sexbejahenden Zivilisationen zur Norm“; „je mehr sexuelle Freiheit und Entdeckungsfreude Eltern ihren Kindern lassen, desto weniger Aggressionen und Neurosen“ entwickelten sie als Erwachsene. „Repressionsarme Räume, in denen Kinder und Jugendliche ihr Recht auf Sexualleben selbständig verwirklichen können,“ (also Sex-Übungsräume in Schulen!) „müssen von der Pädagogik zuallererst geschaffen werden.“ „Immerhin haben wir heute vor uns, daß die Schule die Aufgabe der Sexualkunde überhaupt sieht. Das ist ja schon mal ein Riesenfortschritt… dieser Ansatz ist entwickelbar…“5.

Ein weiteres Zitat: „Klar ist die verführerische Wirkung der Sexualaufklärung… Reflexionen über die Sexualität und die Vermittlung und Vorstellung über sexuelle Sachverhalte regen dazu an, daß sich die Sexualität in Spiel und Übung entfalten will“6. In einer Sendung des Südwestfunks über emanzipatorische Schulsexualerziehung vom 3. September 1980 werden Aussagen Kentlers herangezogen, um das Indoktrinationsverbot des Bundesverfassungsgerichts zu unterlaufen, weil es auf sexualwissenschaftlichem Sektor mittlerweile genügend gesicherte Erkenntnisse gebe, um alle relevanten Unterrichtsthemen mit Fakten absichern zu können. Kentler wörtlich: „D. h. also: Wenn es um die Vermittlung von Fakten geht, von Tatsachen…, was in der Wissenschaft unbestritten ist, dann darf die Schule dieses tun, ohne die Eltern oder irgendeine andere Stelle zu befragen. Und da meine ich, ist der Sexualerziehung — jedenfalls vom Recht her — doch ein sehr, sehr großer Spielraum gegeben.“

Er bringt das Beispiel der Onanie: „Darüber gibt es so viele wissenschaftliche Untersuchungen…, daß man tatsächlich wertfrei und frei von jeder Normenproblematik über dieses Problem arbeiten kann in einer Klasse… Wogegen sich das Bundesverfassungsgericht gewendet hat, ist ja lediglich, daß indoktriniert wird in der Schule; daß also ein Lehrer einseitige Meinungen verbreitet, Glaubenssätze…“

Schließlich die Ansicht Kentlers zum Schamgefühl: „Wer gegen soziologische und kulturanthropologische Erkenntnisse nicht gänzlich abgeschirmt ist, wird heute zwar nicht mehr behaupten, die Scham sei ein natürlicher Wesenszug des Menschen, der sich auch ohne Erziehungseinflüsse entfaltet — um so hartnäckiger aber hält sich in den Köpfen die Meinung, die Scham sei ein konstitutiver Bestandteil des Zuchtsystems der Gesellschaft …“7

„Eine Erziehung, die auf die Entstehung der Scham verzichten kann, führt nicht das Chaos herauf und stößt die Menschen nicht ins Animalische zurück — wohl aber ermöglicht sie sexuelle Befriedigung, die zu ihrer Vorbedingung nicht mehr einer… Partnerzuordnung im Rahmen der Institution der Ehe bedarf“8.

Wenn schon damals auch die C-Parteien dem sexualisierten Zeitgeist nachliefen, von kirchlichen Stellungnahmen bestärkt, und nicht erkannten, wes Geistes Kind etwa ein Sexualerziehungs-Propagandist wie Helmut Kentler war, so sollten die Enthüllungen heute zu einem neuen Nachdenken und Umdenken führen!

CDU und CSU begünstigen Pädophilie und sexuellen Mißbrauch

Die Journalistin Bettina Röhl, Tochter des linken Verlegers Klaus Rainer Röhl und der späteren RAF-Terroristin Ulrike Meinhoff, kritisiert schon seit Jahren die Verharmlosung und das Verschweigen der „pädophilen Vergangenheit der Grünen“. In einer Kolumne „Der Himmel ist konservativ“ in der „WirtschaftsWoche“ vom 17.9.2013 wirft sie auch der Führung der konservativen Parteien vor, „nicht nur darauf verzichtet, sondern regelrecht verhindert“ zu haben, „daß von konservativer Seite die grüne systematische Begünstigung der Pädophilie wissenschaftlich sauber durchleuchtet wird“.

Sie schreibt in ihrem Artikel auch: „Dabei darf nicht vergessen werden, daß pädophile Mißbrauchskomponenten auch in manch aktuelle Reform — siehe den Sexualkundeunterricht für zum Beispiel Grundschulkinder in Berlin — eingeflossen, also auch heute noch von Bedeutung sind.“ Röhl sieht hinter der „grünen Umerziehungsideologie“ die „aberwitzigen Ideen vom Neuen Menschen“, die unterschwellig im Grünen Lager noch immer mitschwängen. „Sie spielten auch in den grünen Diskussionen eine zentrale Rolle, als es zum Beispiel um neue Sexualität und neue sexuelle Verhältnisse zu Kindern ging“. „Die Tatsachen auf den Kopf stellen und damit auch die Moral um 180 Grad verdrehen, das ist ein wesentlicher Teil des grünen Gesellschaftsspieles, dem die Konservativen stets zugeschaut haben, und das sie unter Merkel zunehmend vorauseilend selber spielen.“

Man mag diese Aussagen der Journalistin Bettina Röhl für sehr zugespitzt halten, und sie treffen sicherlich nicht nur auf die „Grünen“ zu, aber daß die Schulsexualerziehung Teil eines solchen Programms zur Konstruktion des „neuen Menschen“ der Genderideologie ist, eines neuen Menschen, der nach den von anderen vorgegebenen sogenannten Rechten der „sexuellen und reproduktiven Gesundheit“ zu leben hat, das wird immer offenkundiger.

Die Zerstörung der Scham

Edith Düsing schreibt in einem Aufsatz (Theologisches, Mai/Juni 2013, Sp. 257f.) zum Buch „Die globale sexuelle Revolution“ von Gabriele Kuby:

„Die politisch drohende Sexualisierung vom Kindergarten an heißt Abschaffung intimer Privatsphäre im zarten Beginn der Bildung des Ich — Kollektivismus pur! Das Kollektiv ist die neue Gestalt des Absoluten, das anzubeten, dem Gehorsam zu leisten ist; es überkommt die Menschenseele immer früher (0- bis 3-jährig), graviert sich unhinterfragbar tiefer ein… Scham wegzubrechen gehört zum Programm.

Entschämung entkernt die Person von ihrem Persongeheimnis. Privatsphäre, das Augustinische Innerlichkeitsethos, wird obsolet, wenn alle Tabus fallen und ihr Fallen auch noch gefeiert wird. Auffallend ist die öffentliche Niederreißung der Schamschwelle in Bezug auf alles, was mit Sexualität zu tun hat, das heißt der Sphäre, in der die Scham vorzüglich beheimatet ist. Intimstes systematisch publik zu machen heißt, sich außerhalb eines Jahrtausende währenden Menschheitskonsensus stellen, der durch Verbergen dem Eros seinen festlichen Ernst und „die überwältigende Schamschranke“ (Robert Spaemann) zu bewahren wußte. Nicht daß sich im 21. Jahrhundert viele Menschen exhibitionistisch, zum Beispiel in Raffgier oder Sexsucht, aufführen, ist [] das Beunruhigende, sondern daß der Wert von Scham grundsätzlich bezweifelt wird. Hinter dem viel beschworenen Aufrichtigkeitspathos steht die Meinung, daß die libidinösen Regungen, die durch Scham verhüllt werden, die eigentliche Wirklichkeit des Menschen ausmachen. Vernunft, Wille, freies Ich, Liebe, Scham sind dann bloß Epiphänomene der Triebschicht, so lautet das naturalistische Vorurteil. Ruhen Kultur, Religion, Kunst und Wissenschaft, wie erwiesen ist, auf Säulen der Sublimierung, so kommt das Durchsetzen sexueller Deregulierung einer Abschaffung aller Hochkulturen gleich.

Die Errichtung von Sexualtabus gehört zu den Bedingungen jeder hohen Kultur, ihr Einreißen hat kulturellen Niedergang zur Folge. Frühe Erweckung macht Kinder unerziehbar, verführt sie zu Leistungsverweigerung. Dem Knospenfrevel gilt Jesu Weheruf mit dem Mühlstein (Mt 18,6).“

Fußnoten:

  1. n.a.
  2. vgl. DT 27.4.13
  3. vgl. KNA 16.9.13
  4. so urteilte das Bundesverwaltungsgericht Berlin 1974 über die Schulsexualerziehung an Hamburgs Schulen
  5. Quelle: Kentler, Sexualerziehung, S. 97, Reinbek beim Hamburg 1970; bzw. Äußerungen in einer Sendung des Bayer. Rundfunks, 2.8.1976
  6. Kentler, Sexualerziehung, S. 42
  7. Kentler, Sexualerziehung S. 95
  8. Kentler, Sexualerziehung S. 97

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