Kardinal Meisner für klare Worte

http://www.kath.net/news/44264   Meisner findet Interview-Verkündigung des Papstes problematisch   (24.12.):

… Der Kölner Kardinal Joachim Meisner findet die Verkündigung von Papst Franziskus in Form von Interviews problematisch. Dabei blieben doch manche Fragen offen, die für den Unkundigen eigentlich weiter ausformuliert werden müssten, sagte der Erzbischof am Dienstag im Interview des Deutschlandfunks. Dies habe er Franziskus bei seinem jüngsten Besuch freimütig sagen können.

Als Beispiel für Missverständnisse nannte der Kardinal den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Wenn der Papst in diesem Zusammenhang von Barmherzigkeit spreche, werde dies in Deutschland immer als Ersatz für alle möglichen Fehlleistungen des Menschen gedeutet. Barmherzigkeit müsse aber identisch sein mit der Wahrheit. Die von Christus vorgegebene Unauflöslichkeit der Ehe sei normativ. Wiederverheiratete Geschiedene sind nach kirchlicher Lehre vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen. Verschiedene Bischöfe plädieren aber für Barmherzigkeit und wollen in Einzelfällen den Kommunionempfang zulassen.

Wenn theologische Fragen offenblieben, dann muss diese laut Meisner die Römische Glaubenskongregation detailliert klären. Nach der Ordnung der Kurie stehe diese Kongregation an erster Stelle. Den Präfekten, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, könne man nicht als einen Privatmann deklarieren, nur weil er einmal Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz war. Müller besteht auf dem Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von der Kommunion.

Meisner äußerte sich auch zu den Ergebnissen einer vom Papst initiierten Umfrage, wonach die meisten Katholiken die kirchliche Lehre zur Sexualität nicht teilen. Der Kardinal schloss aus, deshalb die Lehre zu verändern. Die Kirche habe sich dem Wort Gottes anzupassen und nicht der Meinung der Menschen. Allerdings müsse die Kirche die Ansichten der Menschen kennen, um dann das Wort Gottes entsprechend zu verkünden. «Anpassen ist keine Kategorie des Evangeliums», so der Kölner Erzbischof.

Meisner verwies in diesem Zusammenhang auf die evangelische Kirche. Mit ihrem Familienpapier, das auch Patchworkfamilien und homosexuelle Partnerschaften würdigt, habe sie eine totale Anpassung an den Zeitgeist in Fragen der Sexualität vollzogen. Die Protestanten seien freilich noch stärker von Austritten betroffen als die katholische. «Dieser Exodus kann nicht an der Frage der Sexualität liegen», so der Kardinal. …

Gernot Facius: http://jungefreiheit.de/kultur/2013/der-unbequeme-hirte/    (25.12.):

… Kardinal Joachim Meisner gehört zweifellos zu den einflußreichsten katholischen Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum …

… Und keiner polarisierte bislang so wie der meinungsstarke Schlesier auf dem Stuhl des heiligen Maternus in der rheinischen Metropole. …

Ergänzung:

Michael Hesemann: http://www.kath.net/news/44259   Ex oriente lux   (24.12.):

Zum 80. Geburtstag von Joachim Kardinal Meisner am 25. Dezember – Eine Würdigung …

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Eine Antwort zu Kardinal Meisner für klare Worte

  1. heureka47 schreibt:

    „Die von Christus vorgegebene Unauflöslichkeit der Ehe sei normativ.“:

    Das wird offenbar falsch verstanden!
    Christus und die Bibel sprechen nicht primär / inder Hauptsache von den weltlichen / fleischlichen / irdischen Dingen, sondern primär und hauptsächlich vom Menschen als BEWUSSTSEIN.
    Wenn Christus also von der Ehe, der Vereinigung von Mann und Frau, spricht, MEINT er die Vereinigung des männlichen und weiblichen Aspektes des Menschen IM Menschen; meint er die Bewußtseins-Erweiterung vom kindlichen, dominierenden, „Niederen Selbst“ / „Ego“ zum wahren Erwachsenen-Bewußtsein, dem „Höheren / wahren Selbst“, dem „Christus-Bewußtsein“, als das der hierher aufgestiegene Mensch sich dann versteht und sich mit den entsprechenden Kräften identifiziert und als diese über sich und sein Leben HERRSCHT und damit die Dominanz des „Niederen Selbst“ / „Ego“ relativiert.

    Wer da glaubt, Christus meine die Unauflösbarkeit der Ehe von zwei körperlichen Menschen, hat die Bibel und das Anliegen von Jesus Christus nicht verstanden – wahrscheinlich, weil er noch im „Niederen Selbst“ / „Ego“ verhaftet ist, was ja die allermeisten Menschen der ENTFREMDETEN zivilisierten Gesellschaft sind. Diese Entfremdung ist wesentlicher Aspekt der „Kollektiven Neurose“ von der auch die Soziologie weiß. Allerdings sehen die allermeisten Wissenschaftler nicht die wahre Tiefe / Schwere der Kollektiven Neurose – aus eigener Befallenheit und Beeinträchtigung. Die kann nur einer sehen, der die grundlegende Heilung vollzogen hat.
    Und die ist JEDEM Menschen möglich.

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