Prognos-Studie: Startsignal zum Kampf gegen die Familien

Henning Lindhoff: http://www.freiewelt.net/familienpolitik-ein-interventionistisches-perpetuum-mobile-10023715/   (4.2.):

Vielerorts vermeldeten Bürokraten in den vergangenen Wochen Erfolge in Sachen staatlicher Kinderbetreuung. Dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz könnten sie in vielen Kommunen ausreichend Räumlichkeiten und Personal entgegen halten. Die Interventionsspirale schien also etwas ins Stocken zu geraten. Die Planer, Gestalter und Steuergeldumverteiler plagte beinahe schon so etwas wie Langeweile, bis am gestrigen Sonntag endlich wieder neue Klempnerarbeit lockte. Denn laut einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Prognos erscheinen staatliche Investitionen in die Kinderbetreuung weitaus effizienter als das Ehegattensplitting oder die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern bei Krankenkassen, um die Geburtenrate zu steigern. Das Bundesfamilienministerium hatte die Studie in Auftrag gegeben.

Eröffnet sich hier gar ein interventionistisches Perpetuum mobile? Die staatliche Kinderbetreuung steigert die Geburtenrate? Und die steigende Geburtenrate ruft anschließend nach mehr Betreuungsplätzen?

Die „Bild am Sonntag“ zitierte gestern aus der Prognos-Studie: „Das Ehegattensplitting hat kaum Einfluss auf die Realisierung vorhandener Kinderwünsche. Es führt lediglich zu einem Anstieg der Geburtenrate um den Faktor 0,01. Dem stehen Kosten von 20,53 Milliarden Euro im Jahr 2013 gegenüber.“ Eine weitaus preisgünstigere Erhöhung der Geburtenrate ließe sich durch eine Erhöhung der Ausgaben für die staatlich organisierte Kinderbetreuung erreichen. Die Geburtenrate könnte dabei um 0,18 Kinder pro Frau erhöht werden. Das Kindergeld erhöhe die Geburtenrate um 0,14, das Elterngeld um 0,11.

Konsequent fordern die Prognos-Wissenschaftler, Geldleistungen wie das Kindergeld in die Kinderbetreuung umzuschichten, das Ehegattensplitting und die kostenlose Familienmitversicherung zu reduzieren. Ihre Auftraggeber aus dem Bundesfamilienministerium wollen sich erst im Laufe des Februars zu Wort melden. Laut „Bild am Sonntag“ liegt ihnen der Bericht jedoch schon seit November 2013 vor.

Die Prognos-Studie bestätigt auch das Urteil der Sozialwissenschaftlerin und Juniorprofessorin Dr. Michaela Kreyenfeld. In einer Studie für das Max-Planck-Institut für demographische Forschung verglich sie gemeinsam mit Sebastian Klüsener und Karel Neels die Auswirkungen familienpolitischer Maßnahmen auf die Geburtenrate in Belgien und Deutschland. Im Dezember 2013 kamen die drei Forscher zu dem Schluss, dass nicht eine deutsche „Kultur der wenigen Kinder“ sondern vielmehr „Defizite in der Familienpolitik“ zu der vergleichsweise niedrigen Geburtenrate östlich des Rheins beitrügen. „Das belgische Betreuungssystem scheint potentielle Eltern in der Entscheidung für ein Kind zu unterstützen, weil es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert“, wurden sie damals in der Pressemitteilung des Instituts zitiert. Und weiter: „Aus anderen Studien wissen wir, dass Kinderbetreuungsangebote gerade für gut ausgebildete Mütter wichtig sind. Unsere Ergebnisse passen in dieses Bild.“

Michaela Kreyenfeld wird den politischen Strippenziehern sicherlich keine Unbekannte sein. Sie sitzt als Vertreterin der Sozialwissenschaften im „Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten“ [RatSWD], der im Jahr 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingerichtet wurde, um „die Forschungsdateninfrastruktur für die empirische Forschung nachhaltig zu verbessern und somit zu ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit beizutragen.“ An der Hertie School of Governance – im Staatsratsgebäude der früheren DDR im Herzen Berlins beheimatet – unterrichtet die Juniorprofessorin die Politiker und Bürokraten von morgen im „guten Regieren“. Im Kuratorium der Hochschule sitzt neben zahlreichen Polit-Veteranen, von Wolfgang Clement über Kurt Biedenkopf bis Norbert Röttgen, auch die britische Professorin Mary Kaldor. Kaldor leitet auch das Centre for the Study of Global Governance an der London School of Economics and Political Science, die bekanntlich von Mitgliedern der sozialistischen Fabian-Gesellschaft gegründet sowie finanziert wurde und deren Vertreter sich auch heute für die staatliche Kinderbetreuung und eine (globale) Politik der Familienplanung engagieren.

Vermutlich werden sich Frau Kreyenfelds Report sowie die Prognos-Studie in den kommenden Wochen und Monaten über großes politisches Interesse freuen dürfen. Nach drei langen Monaten wird in wenigen Tagen auch letztere veröffentlicht. Vermutlich wurde sie bis heute bewusst zurückgehalten. Denn während den Koalitionsverhandlungen im Herbst des vergangenen Jahres hätte sie kaum ihre volle familienpolitische Wirkung entfalten können. Nun bekleidet mit Manuela Schwesig eine überzeugte Kita-Kämpferin die Führungsposition im Bundesfamilienministerium. Ihr Arbeitsfeld ist bestellt. Es ist angerichtet. Vater Staat nimmt seinen Kampf um die Kinder, gegen die Familien wieder auf. Die Prognos-Studie war sein Startsignal.

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7 Antworten zu Prognos-Studie: Startsignal zum Kampf gegen die Familien

  1. Hebel schreibt:

    Niemand kann sich an die ersten drei Lebensjahre direkt und konkret erinnern, da dort komplexe Reifungs- und Verschaltungsvorgänge in den Gehirnen ablaufen, in welche nur sehr behutsam eingegriffen werden sollte.
    Deshalb sind Krippen für 0 – 3jährige Kleinstkinder nicht ideal, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyistenwie wild trommeln: „Befreit die Mütter von ihren Kindern und fesselt sie an die Maschinen“.
    Nicht nur die Familie, sondern vorallem die Schwächsten, die Kinder, werden möglicherweise ernste Probleme bekommen und damit die Zukunft unseres Volkes (Siehe auch in den hierzulande weitgehend unbekannten Studien z. B. von Prof. Annica Dahlström, Uni Göteborg: Innerhalb der letzten 15 – 20 Jahre einen Anstieg psychischer Erkrankungen bei schwedischen Mädchen um 1000 Prozent (Depressionen um 500 Prozent; Suizidrate finnischer Mädchen ist die höchste in Europa):
    Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu erwartender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge „learned helpnessless“ und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung zu befürchten. Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0 – 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung. [Auch Migrantenkinder müssen das basale Denken in der jeweiligen Muttersprache beginnen zu lernen].
    Denn bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist. [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014]

  2. Schreibwerkstatt schreibt:

    Erfinde eine Geschichte (die das Leben schreibt)
    aus:
    Schweinestaat
    Hauptstadt Eberhausen
    die junge Regentin Ferkel
    Saustall
    Wildschweinverhältnisse

    • Schreibwerkstatt schreibt:

      die Regentin Ferkel wollte gern, dass das Schweinevolk großflächig Genmais von Monsanto in die Futtertröge bekommt. (das war gewiß auf den „Verschwörungstreffen“ hinter den Kulissen so ausgepokert worden) Dabei hatte sie einen Eid geleistet, Schaden vom Volke abzuwenden. Dabei hatte das Volk bereits interveniert und per Petition scheinbar gewonnen. Und sowieso sind zwei Drittel dagegen!
      Aber wo alle Besoldungsempfänger dieses Staates dafür sind: seine Abgeordneten, allen voran die Keiler, haben sich gerade etwas genehmigt: die Diäten. erst nochmal saftig zu erhöhen…

  3. Schreibwerkstatt schreibt:

    „wer Schweine groß zieht“..hieß es einmal (und im Fokus die Fördergelder, die finanziellen Vorteile der Sschw.-Großmast) ..oder wer Menschen groß zieht. Und Schell-Tochter Maria lud sich bezeichnend ein Schwein ins Hausfrauen-Signet)
    Zehnmal mehr…das sind verglichen: 8 Millionen Schweizer Einwohner mit 80Millionen in D.
    Zehnmal mehr Frauen als Männer…haben Hashimoto..muß wohl doch am STRESS liegen? Oder an der Zwangsjodierung hier? Oder am Gluten?(Nein, gewiß nicht an der Zivilisations-Neurose)

    Die Bibel wörtlich nehmen..= Allein das Weizenkorn….(Die Billignahrung im Stess, nicht für die Upperclass…weltweit „gut“ für dicke gutgläubige Amerikaner…wie bald für 20Millionen-Megastädtebewohner im 120. Stock, wo kein Kran mehr hinkäme, sie auszulösen)
    Tja. Frau könnte polemisch werden, wenn sie fromme Sozialisationen, schulmedizinische Borniertheit und Pauschalaussagen in einen Topf wirft.
    Wie gut, dass es Internet gibt! :-)…Sonst sagt einem ja keiner was (für den Krankenkassenbeitrag)….mal googlen: Amazon, Datis Kharrazian, Leseprobe, Kundenrezensionen.

  4. Die Frauenfundamentezerstörer schreibt:

    Christen sind für mich die größten HEUCHLER on earth, von denen ich mich immer weiter weg bewegt habe.Insbesondere von jenem Club (der mit den Christen in der Wirtschaft) Ich könnte KREISCHEN…Zappte gerade BibelTV 🙂 Die Sendung HAUTNAH – Gott mitten im Leben. (für Bluthochdruck für mich als Lärche….die Lärche ohne Kärche). Die 180°-Drehung = ihre liebste Drehung…“Neues Leben“ gröl…Zu Gast: SUPERWEIB. Juliane Dreisbach. Doppelstudium, Coach, UnternehmensBERATERIN (Anmerk. von mir: für mich sind Ratschläge immer noch SCHLÄGE), zweifache Mutter, Geschäftsreisen, die eigene Mutter pflegen….
    WERS GLAUBT! Und sonntags Golf spielen? Und alles mit Jesus. Was ist ihre Botschaft???
    (könnt mich immer amüsieren…schon das steife Setting, dieselbe Rhetorikschule aus demselben Stall der Moderatoren, und anschliessend „worschipp“)

  5. Die Frauenfundamentezerstörer schreibt:
  6. kinderreich schreibt:

    da es 3 „darmspezifische Gesellschaftstypen“ gibt, gehöre ich seit geraumer Zeit zu den Stresstypen (auch ohne Beruf und mit Gebetbuch!)

    http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article124834121/Eltern-leben-ungesuender-als-Kinderlose.html

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