Abschied von Bischof Krenn

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1560033/Trauerfeier-fur-Kurt-Krenn_Abschied-vom-streitbaren-Bischof   (8.2.):

In St. Pölten zelebrierte Krenns Nachfolger Klaus Küng das Requiem. Danach wurde eine Botschaft des Papstes verlesen.

Kurt Krenn, Altbischof von St. Pölten, ist am Samstag im Dom der NÖ Landeshauptstadt unter großer Anteilnahme beigesetzt worden. Laut Diözese nahmen mehr als 1000 Gläubige Abschied. Der „streitbare Bischof“ war 77-jährig am 25. Jänner gestorben.

Krenn hatte die Diözese St. Pölten 13 Jahre geleitet. Im Zusammenhang mit der Affäre um Kinderpornos und Homosexualität im Priesterseminar trat er im Oktober 2004 auf Wunsch des damaligen Papstes Johannes Paul II. zurück.

„Er hat es niemandem leicht gemacht“

„Bischof Kurt war ein streitbarer Bischof“, erinnerte auch Diözesanbischof Klaus Küng in seiner Predigt beim Requiem. „Er hat es weder sich selber noch den anderen leicht gemacht, aber eines ist klar: Sein Leben stand im Dienst der Kirche. In Diskussionen konnte er sich verhärten und ganz unnachgiebig werden. Trotzdem war er jemand, der im Grunde genommen ein weiches Herz gehabt hat, mit viel Verständnis für die Schwächen der Menschen, manchmal fast zu viel.“

Krenn sei aber „auch verwundbar“, gewesen, so Küng. „Manche Probleme, die entstanden sind, erklären sich gerade auch daraus, dass er selbst verletzt wurde: Schon bei seiner Ernennung als Weihbischof in Wien, dann im Zusammenhang mit verschiedenen Auseinandersetzungen in der Verteidigung dessen, was für ihn unumstößliche Wahrheit war und es auch ist.

Vatikan: „Wirken mit Scharfsinn“

„Als treuer Sohn der Kirche hat der Verstorbene in seinem wissenschaftlichen und bischöflichen Wirken mit Scharfsinn und Leidenschaft danach gestrebt, den Menschen die Wirklichkeit und Wahrheit Gottes zu erschließen“, hieß es in einer Botschaft von Papst Franziskus, die im Dom verlesen wurde. Der Augsburger Dogmatikprofessor Prälat Anton Ziegenaus erinnerte an Krenn als Philosophen und Hochschulprofessor, der „große Genugtuung und Freude“ an der Lehre und im Umgang mit den Studenten gehabt habe.

Abschied vom Altbischof nahmen u. a. Kardinal Christoph Schönborn als Konzelebrant und der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen. Das offizielle Niederösterreich war mit Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) an der Spitze, die NÖ Landeshauptstadt durch Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) vertreten.

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Wolfram Schrems: http://www.katholisches.info/2014/01/31/vorbild-im-bekennermut-notwendiger-nachruf-auf-bischof-kurt-krenn/

Martin Lichtmesz: http://www.sezession.de/43482/in-memoriam-kurt-krenn.html   (8.2.)

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Ergänzung:

http://www.kreuz-net.at/index.php?id=344   Ein Kirchenmann als Opfer der Medien und des Links-Systems   (30.1.):

Seine unerschütterliche Treue zu Lehre und Tradition der Kirche brachte Bischof Dr. Kurt Krenn ins Visier der Linken. …

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Ergänzung 13.2.2014:

Aus der Schrift „Der Gefährte“ 3/87

Eine Predigt, die Aufsehen erregte, hielt Univ.-Prof. Dr. Kurt Krenn, der von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Wien ernannt wurde. Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus der Ansprache, die Dr. Krenn in Stadl-Paura (Oberösterreich) bei einem Bekenntnistag für die Ungeborenen hielt:

„Ich glaube, es wird noch einer langen Treue (im Gebet…) bedürfen, bis wir das, was wir als Ordnung Gottes begreifen, in unserem Land und vielleicht in ganz Europa und in der Welt durchsetzen können. Es sieht nicht aus am politischen Himmel, als gäbe es eine Veränderung gegenüber dem ungeborenen Leben. Es sieht nicht so aus, als würde man wirklich mit Wirksamkeit dieses ungeborene Leben schützen wollen. Welchen Weg sollen wir gehen? Wir wissen doch ganz genau, daß jeder, der Verantwortung trägt, und daß jeder, der die Mehrheit für Gesetze hat, im Innersten fürchtet, geheim von solchen bestraft zu werden, die ihn nicht wählen … Es gibt nur einen Weg. Das ist der Weg der Erneuerung der Kirche. Eine Veränderung an diesem Unrecht, das dem Ungeborenen geschieht, kann nur wirksam beginnen in der Erneuerung unserer Kirche … Beklagen wir uns heute nicht über die Politiker, beklagen wir uns doch zuerst über uns selbst, über die Kirche. Mit wieviel Halbherzigkeit ist man diesem Problem bislang begegnet. Mit wieviel Halbherzigkeit wird heute so getan, als könnte man, sollte man, möchte man etwas verändern.

Die Zeit der Halbherzigkeit muß vorbei sein; die Kirche muß mit einer Sprache sprechen. Es ist heute so: Für jeden Irrtum kann man doch heute in der Kirche einen promovierten Toren gewinnen. Für jede Disziplinlosigkeit läßt sich ein Provokateur finden, Solange die Kirche von diesem Übel der Entzweiung durchgeschüttelt ist, solange kann sie auch nicht die Kraft entwickeln, die dazu gehört, etwas für die Ungeborenen zu verändern.

Erneuern wir die Kirche, gehen wir mit denen mit, die uns heute und morgen den Weg der Erneuerung der Kirche weisen. Ganz einfach, gehen wir mit dem Hl. Vater, gehen wir mit den Bischöfen, die dazu bereit sind. Erneuern wir uns, und erneuern wir uns selber durch die tagtägliche Bekehrung. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß man die Welt verändert, wenn man die Strukturen der Welt verändert. Die Welt verändern wir nur aus unserem Herzen heraus durch die tägliche unbedingte Bekehrung zu Gott und zum Guten. Ich möchte heute nur über das ,Kind‘ sprechen, nicht allein über das ungeborene, sondern überhaupt über das Kind… So müssen wir heute einmal alle bitten: Verführt das Kind nicht, in dessen Augen die Unschuld leuchtet. Beschmutzt das Kind nicht, belügt es nicht, zerbrecht nicht das Vertrauen des Kindes, tötet nicht seine Liebe zu Gott… Heute gibt es in der Welt die Verschwörung der Geborenen, die Verschwörung der Mächtigen, die Verschwörung der Genießenden, die Verschwörung aller dieser gegen das Ungeborene und gegen das Kind.

Wir müssen diesen Verschwörern zurufen: Gebet den Kindern das Leben … Der zweite Ruf: Verführt die Kinder nicht, verleitet sie nicht zum Bösen, zerbrecht nicht ihre Unschuld!

Ich glaube: In all dem, was heute das Ärgernis ist, was uns auch so empört; all das, was Verführung der Unschuldigen bedeutet, in all dem wirkt der Neid des Bösen, die Macht des Teufels, der schon die Menschen im Paradies um ihre Unschuld brachte. In der Pornographie, in der Schamlosigkeit, in der sexuellen Provokation, in den tausend Weisen der Zuchtlosigkeit, in der Anleitung zu Egoismus und Haß und in der Ausbreitung von Terror und Gewalt, in all dem, was heute gerade unsere Kinder und unsere Jugend bedroht, in all dem liegt das Werk des Mörders von Anfang an, des Vaters der Lüge, des Bösen…“

Die Predigt, die Dr. Krenn am Fest der Unschuldigen Kinder in Stadl-Paura hielt, hat wahrhaft Aufsehen erregt. Es ist ermutigend, daß es auch in unserer Zeit noch Theologen gibt, die solche Worte finden.

Österreichs Katholiken danken dem Heiligen Vater für diesen glaubenstreuen und mutigen Bischof. Kurt Krenn, Dr. phil., Lic. theol. Bacc. jur. can., geboren 1936 in Österreich, seit 1975 Professor für Philosophisch-Theologische Propädeutik an der Universität Regensburg, war einer der deutschen Teilnehmer beim Internationalen Kongreß für Moraltheologie in Rom, im April 1986. Sein Name war auch im Gespräch für die Besetzung des erzbischöflichen Stuhles Wien.

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