Maischberger – Moralische Umerziehung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt

Hinweis auf eine hochaktuelle Maischberger-Sendung heute abend, 11.2., 23:10
http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/07022014-homosexualitaet-auf-dem-lehrplan-100.html:

Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die „moralische Umerziehung“?

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle: Sollen Kinder und Jugendliche über die „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht aufgeklärt werden? Das plant die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg und erntete dafür in konservativen Kreisen erbitterte Proteste. In einer Petition mit rund 190.000 Unterzeichnern heißt es, der Plan „zielt für uns auf eine pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung an den allgemeinbildenden Schulen“. Es tobt ein „Kulturkampf“, wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich feststellte. …

[Gäste:]

Olivia Jones (Travestie-Künstlerin)
Jens Spahn, CDU (Gesundheitspolitischer Sprecher)
Birgit Kelle (Journalistin und Buchautorin)
Hera Lind (Schriftstellerin)
Hartmut Steeb (Generalsekretär „Deutsche Evangelische Allianz“)

Eine Stammkommentatorin des Kreidfeuerblogs zitiert eine Stellungnahme Birgit Kelles:

Aus dem BK-Newsletter

“Ich möchte den heutigen Newsletter mit einem Programm-Tipp beginnen, der Sendung von Sandra Maischberger am Dienstag, 11. Februar um 23:10 Uhr in der ARD. Ich bin selbst Talkgast in der Sendung und werde zum Thema: «Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die moralische Umerziehung?» gemeinsam mit Jens Spahn, CDU, Olivia Jones, Travestiekünstlerin, Hartmut Steeb, Evangelische Allianz, und Hera Lind, Bestsellerautorin, zu diesem Thema diskutieren, das im Wesentlichen am neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg aufgehängt ist. Was ich von dem Bildungsplan halte, der massiv in das Erziehungsrecht der Eltern eingreift, habe ich kürzlich im Magazin FOCUS geschrieben unter dem Titel: „Müssen Kinder alles wissen?“, siehe Link: http://www.focus.de/familie/schule/unterricht/report-muessen-kinder-alles-wissen_id_3552105.html

Nun entlädt sich bereits im Vorfeld der Sendung massiver Protest, angezettelt vom Online-Magazin der Lobby der LSBTTI (für alle, das sind Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle und Intersexuelle). Man bezeichnet mich und Hartmut Steeb als „Homo-Hasser“, noch bevor die erste Silbe gesprochen wurde, und fordert die Redaktion von Maischberger auf, uns kein Podium zu geben und auszuladen. Homo-Hasser, das ist man in Deutschland ohne nähere Begründung recht schnell. Juristisch ist dagegen nicht vorzugehen, das ist in unserem Land eine freie Meinungsäußerung.

Homo-Hasser, das sind all die 200.000 Menschen, die die Online-Petition gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg unterschrieben haben. Homo-Hasser ist man, wenn man wie ich die Ehe nur für Mann und Frau für richtig hält. Homo-Hasser ist man auch, wenn man gegen ein Adoptionsrecht von Homosexuellen steht. Das reicht aus. Ich finde es befremdlich, dass in diesem Land Menschen in eine homophobe Ecke gestellt werden, die wie ich nichts anderes tun, als die aktuelle Rechtslage für gut zu befinden, und damit im Übrigen nichts anderes tun, als unser Grundgesetz zu vertreten und die Meinung der Bundeskanzlerin zu teilen.

Wenn Sie sich ein Bild machen wollen, wie „tolerant“ die Gegenseite selbst ist, die andere zur Toleranz aufruft, empfehle ich bei Facebook einmal die Seite der Sendung Maischberger zu konsultieren, zu finden unter diesem Link: https://www.facebook.com/maischberger. Die „reaktionäre Kuh“, von der da die Rede ist, ja, das soll ich sein.

Oder sehen Sie sich die Tweets bei Twitter an unter dem Hashtag #maischberger, auch das sehr erhellend. Die Diskussionstauglichkeit der Queer-Lobby wird dort intellektuell auf eine starke Probe gestellt und bewegt sich auf dem Niveau von „homophobe Kackscheiße“ über die Meinung von Menschen, die die traditionelle Familie verteidigen. Argumentativ ist da noch Luft nach oben.

Ich würde mich freuen, wenn Sie einschalten und sich ein eigenes Bild machen.

Hier noch einmal der Sendetermin:
Menschen bei Maischberger
ARD, Dienstag, 11. Februar 23:10 Uhr

Auch den weiteren Text Birgit Kelles möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten:

Zahlen machen keine Kinder. Menschen machen Kinder.

Kommen wir nun zu den wirklich relevanten Themen. Die Bildzeitung titelte vergangenen Sonntag mit der Zeile „Milliarden-Grab Familie“, ich habe sie ausnahmsweise gekauft und wurde auf direktem Weg enttäuscht: Nichts Neues, außer wieder Stimmungsmache gegen Familie. Wieviel Geld man doch für uns ausgibt und wie wenig Kinder wir dafür liefern: Grund genug für eine Kolumne zum Thema auf dem Portal von A.T. Kearney. Hier ein Ausschnitt: „Wir geben angeblich 200 Milliarden Euro aus jährlich für Familie. Und trotz des ganzen Geldes werden nicht mehr Kinder geboren, wir investieren in die falschen Maßnahmen. Spüren Sie schon den eisigen Wind, den vorwurfsvollen Ton, der mitschwingt? Alle sind sich einig, die Politik, die Wissenschaft, die „Experten“, die das errechnet haben. So weit, so schlecht. „Wenn alle Experten einig sind, ist Vorsicht geboten“ stellte der britische Philosoph Bertrand Russel schon vor langer Zeit fest. Recht hat er. Und so kann zunächst festgestellt werden: Je mehr wir versuchen, Familie zu regeln, zu steuern, umso schlechter geht es ihr, umso weniger Kinder werden geboren. Ist es nicht nahezu ein Wunder, dass die Menschheit so lange überlebt hat, ohne dass es staatliche Unterstützung gab? Menschen haben sich fortgepflanzt, ganz ohne Kindergeld, Steuerfreibetrag und Kitas? Haben die einfach Kinder bekommen? Ist ja Wahnsinn, das wäre mal eine Aufmacherzeile wert in der BILD: „Kind bekommen, ohne es vorher durchzurechnen!“ Und so ist die Feststellung der BILD-Zeitung, „Geld macht keine Kinder“ zunächst also richtig – aber die Konsequenzen sind falsch: Noch mehr Steuerung, noch mehr Lenkung.“ Den ganzen Beitrag finden Sie hier:
http://www.atkearney361grad.de/zahlen-machen-keine-kinder-menschen-machen-kinder/

Gleichberechtigt „schwarzern mit Alice“

Der Wind wird rauer um Deutschlands Vorzeigefeministin Alice Schwarzer. Seit Bekanntwerden ihrer Steuerhinterziehung ist die moralische Überlegenheit etwas angekratzt und es werden auch die Stimmen lauter, die sich fragen, was wohl mit all den steuerlichen Fördergeldern geschehen ist, die in ihren FrauenMedia-Turm investiert wurden. Auch hier ein guter Anlass für eine Kolumne bei The European. Ein Ausschnitt: „Die sparsame Hausfrau ist der Grundstock zum Vermögen“, sagt ein altes Sprichwort. Die sparsame Feministin hat also doch etwas gemeinsam mit dem Heimchen am Herd. Insofern ist es selbstredend erst einmal ein feministischer Erfolg, dass Alice Schwarzer Schwarzgeld besaß. Während aber Lieschen Müller mit der mageren Haushaltskasse, die vom unterdrückenden Ehemann zugeteilt wird, mangels Masse keinen großen Spielraum hat und höchstens einen heimlichen Vorrat an Milka-Nuss-Schokolade vor ihren Kindern versteckt, hat die moderne Frau von heute natürlich größeres Basiswissen und Budget.“

Die ganze Kolumne „Volle Kelle“ finden Sie hier: http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/7948-steuergestaendnis-von-alice-schwarzer

Rentensystem ist familienfeindlich

Im vergangenen Newsletter hatten wir bereits auf die Studie der Bertelsmann-Stiftung hingewiesen, die festgestellt hat, dass das deutsche Rentenversicherungssystem Familien bestraft – je mehr Kinder sie haben, desto höher die Strafe.

Nun hat die Stiftung die Ergebnisse in zwei verschiedenen Videos sehr gut zusammen gefasst und anschaulich aufbereitet, Sie finden die beiden Kurzfilme hier:

http://www.youtube.com/watch?v=h5d6GeUT_TM

http://www.youtube.com/watch?v=-ufFmALwdJI

Hier der Beitrag von Dorothea Siems in der Welt zu dem Thema. Die Verfasser der Studie sagen, der „grundlegende Systemfehler in der Konstruktion des Rentenversicherungssystems führt dazu, dass Familien – anders als kinderlose Erwerbstätige – neben ihrem finanziellen Betrag an die Rentenversicherung einen zusätzlichen Betrag durch Investitionen von Zeit und Geld in ihre Kinder leisten”. Den Beitrag finden Sie hier:

http://www.welt.de/wirtschaft/article123932260/Das-deutsche-Rentensystem-beutet-die-Familien-aus.html

Auch die FAZ berichtet wie viele andere Zeitungen über die Berechnungen und spricht die traurige Wahrheit klar aus: „Kinderlose Arbeitnehmer ziehen nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ungerechtfertigte Vorteile aus der gesetzlichen Rentenversicherung: Ihre spätere gesetzliche Rente werde unter dem Strich von den Kindern anderer Beitrags- und Steuerzahler finanziert, ohne dass diese dafür vom Staat angemessen an anderer Stelle entlastet würden. Den Beitrag finden Sie hier:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bertelsmann-stiftung-kinderlose-belasten-die-rentenkasse-12755301.html

Frauen, reißt euch früher von euren Kindern los!

Ja, das empfiehlt die Autorin Constanze von Bullion uns Frauen und geißelt all diese Mütter, die einfach nicht loslassen können und sich damit selbst die Karriere kaputt machen. Es ist immer das Gleiche: Frauen machen anderen Frauen Vorwürfe und offenbar hat auch diese Autorin nicht begriffen, dass es Frauen gibt, denen ihre Kinder wichtiger sind als Geld oder der nächste Karriereschritt. Und natürlich weiß sie auch, was gute Eltern ausmacht, nämlich: „Gute Eltern, das sind solche, die ihren Kindern Chancengleichheit in der Partnerschaft vorleben.“. Ja, dann muss ich wirklich eine Katastrophe und ein ganz schlechtes Vorbild für meine Kinder sein…..

Den Beitrag, der leider keine Satire ist, finden Sie hier: http://www.sueddeutsche.de/leben/familienpolitik-frauen-reisst-euch-frueher-los-von-euren-kindern-1.1871726

Die wichtigen Väter

Und zum Schluss eine kleine Hommage an die Väter, die oft viel zu kurz kommen in der ganzen Familiendebatte, für Kinder aber unendlich wichtig sind. Die Süddeutsche Zeitung erklärt im Interview mit Wassilios E. Fthenakis, er leitete von 1975 bis 2002 das Staatsinstitut für Frühpädagogik in München und hatte von 2002 bis 2010 den Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Anthropologie an der Freien Universität Bozen/Italien inne, wie wichtig der Vater gerade in der Zeit der Pubertät wird. Das Interview finden Sie hier:

http://www.sueddeutsche.de/leben/kinder-in-der-pubertaet-welche-rolle-die-vaeter-haben-1.1836442-2

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Ergänzung 12.2.2014:

http://www.pi-news.net/2014/02/tv-tipp-maischberger-talk-droht-die-moralische-umerziehung-mit-kelle-und-steeb/   (11.2.   Update mit Video)

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Ergänzung:

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-bildungsabsolutismus-gender-und-das-grundgesetz-seite-all/9462540-all.html   (11.2.):

Toleranz ist keine Einbahnstraße. Jede sexuelle Minderheit darf sie von der Mehrheit erwarten, aber auch die Mehrheit hat einen Anspruch auf Akzeptanz durch die Minderheiten.

… Kleine Kinder sollen wie, siehe Berlin, in Rollenspielen „erlernen“, was lesbisch, schwul oder transgender ist. Sie sollen aber auch lernen, wie es ist, ein „Coming-Out“ zu haben, was ein „Darkroom“ ist, was „Selbstbefriedigung“ ist oder was es für Sexualpraktiken gibt. Und Jungs sollen lernen, wie es sich anfühlt Mädchen zu sein, und Mädchen sollen lernen, wie es sich anfühlt ein Junge zu sein.

Dieser höchst aggressive und alle Menschen unter Generalverdacht stellende, gequirlte Irrsinn steckt auch hinter dem derzeit diskutierten sogenannten Bildungsplan 2015 in Baden-Württemberg.

… Der Bildungsabsolutismus allerdings, der sich auch gegen die vertikale Gewaltenteilung in Gestalt der Bildungshoheit der Länder heraus gebildet hat, ist verfassungswidrig und zwar in toto und im Detail, und um es an dieser Stelle gleich zu ergänzen, auch die radikal-feministisch beherrschte Gender-Ideologie, die von oben oktroyiertes geltendes Recht in Deutschland ist, ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Wo kein Kläger ist, gibt es auch keinen Richter. Das ändert aber nichts daran, dass der parteiübergreifende Konsens in Sachen Bildungspolitik auf den Prüfstand des Bundesverfassungsgerichtes gehört.

… Auch der Schulpflicht, die mit einer Beschulungspflicht des Staates korrespondiert, sind die Grenzen des Grundgesetzes gesetzt. Selbsternannte Bildungshoheiten dürfen eben nicht absolutistisch grenzenlos in die grundgesetzlich geschützten Elternrechte und erst recht nicht in das grundgesetzlich geschützte Kindeswohl eingreifen. Aber genau das passiert derzeit unter dem großen, ja edlen und aufgeblasenen Dach der sich bereits verselbständigt habenden Bildungspolitik.

… Die Schule ist nicht legitimiert, in die sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch verklausuliert formulierte Bildungsimperative einzugreifen und dort steuernd tätig zu werden. Der Staat ist nicht berechtigt via Schule übergriffig auf Kinder oder Jugendliche vor Vollendung deren Pubertät manipulativ einzuwirken und das erklärtermaßen in allen Fächern von der Mathematik bis zum Fach Musik.

… Kleine Kinder, wie in Berlin, mit dem Thema Orgasmus zu überfordern, ist menschenverachtend und ist im Prinzip hoheitlicher sexueller Missbrauch.

… Aber ein Bildungsplan, der so tut, als wenn nichts wäre, tatsächlich aber die höchst unwissenschaftliche, oder besser wissenschaftsfeindliche Gender-Ideologie auch noch zum kaschierten Rückgrat seiner Politik macht, ist auch aus einem zweiten Grund verfassungswidrig.

Die Gendergesetzgebung, die aus der EU kommend in der Bundesrepublik implementiert wurde, ist eine radikal-feministische Kampfstrategie.

… Gender tritt auf eine höchst unqualifizierte Weise an, die Realität und die tradierte Wahrnehmung der Realität auf den Kopf zu stellen und ist nicht in der Lage dafür eine logische wissenschaftliche Begründung zu liefern. Doch solange die Gender-Theoretiker weder qualifiziert noch legitimiert in die Intimsphäre der Menschen eingreifen wollen, ist dieser Eingriff rechtswidrig. Da der Gender-Eingriff via Bildungsplan in die von der Verfassung besonders geschützte Intimsphäre der Kinder durch nichts zu rechtfertigen ist, bedarf es dringend der Feststellung des Bundesverfassungsgerichtes, dass die Gender-Gesetzgebung mit dem deutschen Grundgesetz unvereinbar ist. Die deutsche Bildungspolitik, die jetzt beispielhaft an dem Bildungsplan in Baden-Württemberg sichtbar wird, ist ein in Wahrheit radikal-extremistischer Irrweg. …

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Ergänzung 13.2.2014:

http://www.medrum.de/content/umfrage-zur-maischberger-sendung-ueber-homosexualitaet-auf-dem-lehrplan   (12.2.):

… Die ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ hat sich am 11. Februar 2014 mit dem weiterhin umstrittenen Bildungsplan 2015 für Baden-Württembergs Schulen befasst. Droht die „moralische Umerziehung“ in den Schulen? Sind traditionelle Werte unserer Gesellschaft in Gefahr, weil in den Schulen über sexuelle Vielfalt aufgeklärt werden soll? Oder ist es nicht an der Zeit, endlich auch in den Schulen mehr für die Akzeptanz sexueller Vielfalt zu tun? Das ist der Blickwinkel, unter dem Maischbergers Sendung die Debatte um die schulische Bildung betrachtet hat.Aufklärung über sexuelle Vielfalt im Unterricht?

In der Programmankündigung hieß es:

„Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle: Sollen Kinder und Jugendliche über die „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht aufgeklärt werden? Das plant die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg und erntete dafür in konservativen Kreisen erbitterte Proteste. Fürchten die Eltern um die sexuelle Orientierung ihrer Kinder? Und sind traditionelle Werte unserer Gesellschaft in Gefahr?“

Diese Ankündigung legte es dem Zuschauer nahe anzunehmen, konservative Kreise seien gegen Aufklärung über sexuelle Vielfalt. Ob dies so einfach auf den Punkt gebracht werden kann, oder ob dies nicht differenzierter betrachtet werden muss, sollten die Sendung und ihre Gäste zeigen.

Zu Maischbergers Gästen gehörten:

Olivia Jones (Travestie-Künstlerin) plädierte dafür, sexuelle Vielfalt als normal und gleichwertig zu betrachten und in den Bildungsplänen zu verankern.

Jens Spahn, CDU (Gesundheitspolitischer Sprecher), legte großen Wert darauf, bei unterschiedlichen sexuellen Orientierungen keine Wertigkeitsunterschiede zu machen. Er warf Hartmut Steeb vor, in der Nachtcafé-Sendung gesagt zu haben, er sei froh, dass keines seiner Kinder homosexuell sei. Spahn zeigte sich als entschiedener Befürworter der Akzeptanz sexueller Vielfalt. Standpunkte dürften in der Debatte jedoch nicht in überzogenem Maße vertreten, sondern müssten sachlich diskutiert werden, meinte der Bundestagsabgeordnete. Er sprach sich dabei auch gegen einen von Grün-Rot „überdrehten“ Bildungsplan aus.

Hera Lind (Schriftstellerin): Die vierfache Mutter hielt es es für richtig, Kinder rechtzeitig aufzuklären und mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung ganz natürlich und normal umzugehen. Dies werde in der Zukunft zur Selbstverständlichkeit werden.

Birgit Kelle (Journalistin und Buchautorin): „Der Sexualkundeunterricht ist jetzt schon teilweise fragwürdig und soll jetzt noch ausgeweitet werden… Im Bildungsplan wird nicht Toleranz gefordert, sondern Akzeptanz.“ Die ebenfalls vierfache Mutter wies in der Debatte insbesondere auf Unterrichtsmaterialien hin, die von der GEW in Baden-Württemberg herausgegeben wurden und Aussagen enthalten, die für Eltern inakzeptabel seien (s. u.). Kelle widersprach vor allem dem Anspruch, dass der Staat ohne Not in die elterliche Erziehung eingreife.

Hartmut Steeb (Generalsekretär „Deutsche Evangelische Allianz“): Der zehnfache Vater wies auf die Notwendigkeit hin, sich darüber Gedanken zu machen, was den Kindern überhaupt in den Schulen vermittelt werden soll und was in den Bildungsplan hinein geschrieben werden müsse. Für ihn sei klar, dass sexuelle Vielfalt in dem jetzigen Papier in einem Übermaß vorkomme, während über den besonderen Stellenwert von Ehe und Familie nichts gesagt werde. Steeb: „Die Ehe mit Kindern, die sie selbst gezeugt haben, ist weiterhin das Modell für die Zukunft… Ich würde mich freuen, wenn man jungen Leuten in der Schule Mut machen würde, Kinder zu zeugen.“

Niemand wird durch Sexualunterricht homosexuell

Sandra Maischberger stellte wiederholt die Frage, ob man zur Homosexualität erzogen werden könne. Sowohl Olivia Jones wie Jens Spahn verneinten dies entschieden. Niemand werde homosexuell, weil darüber unterrichtet werde. Solche Ängste seien unbegründet. Dem stimmte auch Hera Lind zu.

Wie weit darf staatliche Erziehung gehen?

In der Debatte spielte unverändert die Frage, wie weit der Staat gehen darf, wenn er das elterliche Erziehungsrecht beachten will, eine ebenso wichtige Rolle wie die Frage, ob es mit den Grundwerten der Verfassung und dem Kindeswohl vereinbar ist, dass Kinder in den Schulen nicht nur sexuell aufgeklärt, sondern auch dazu erzogen werden sollen, unterschiedliche, von der sexuellen Orientierung abhängigen Lebensformen als gleichwertig zu akzeptieren. Dabei stand erneut die Frage im Raum, was den Schülerinnen und Schülern tatsächlich beigebracht werden soll und wozu sie erzogen werden sollen. Kelle machte auf die Fragwürdigkeit von Unterrichtsmaterialen der GEW aufmerksam, die für die Erziehung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt entwickelt wurden. Sie zitierte daraus die Aussage aus einem Fragebogen für Klasse 7:

Laut Statistik kommen Geschlechtskrankheiten bei Lesben am wenigsten vor. Ist es daher für Frauen wirklich sinnvoll, eine heterosexuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko von Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft einzugehen?

Doch auf die von Kelle aufgeworfene Problematik wollten weder Maischberger noch die anderen Gesprächsgäste eingehen.

Darf es noch Idealvorstellungen über Lebensformen geben?

Die unterschiedlichen Standpunkte äußerten sich wiederholt mit Blick auf die Fragestellung, ob die Forderung nach Akzeptanz sexueller Vielfalt bedeuten darf, dass unterschiedliche Lebensformen als gleichwertig zu betrachten sind, oder ob es nicht toleriert werden muss, wenn nicht alle Lebensformen für den Einzelnen und die Gesellschaft als gleichermaßen erstrebenswert angesehen werden. Wie schon in der Nachtcafé-Sendung bezog Hartmut Steeb zu diesem Punkt klar Stellung und sagte, dass er Ehe und Familie als lebenslange Treuegemeinschaft besonders mit Blick auf Kinder für die natürliche und die Gesellschaft erstrebenswerte Lebensform hält. Den hiergegen erhobenen Einwänden widersprach Birgit Kelle mit dem Gegenargument, dass Vertreter der Forderung nach Akzeptanz sexueller Vielfalt nicht verlangen dürften, dass jemand seine Idealvorstellung aufgeben und alles als gleich erstrebenswert ansehen muss.

MEDRUM-Umfrage

Ob es Sandra Maischberger mehr als Wieland Backes in seiner Nachtcafé-Sendung gelungen ist, wichtige Fragen zum Thema für den Zuschauer zufriedenstellend zu klären, ist Gegenstand einer zweiten MEDRUM-Umfrage.

Nach der Nachtcafé-Sendung glaubten beispielsweise nur 35 % von mehr als 1000 Teilnehmern der MEDRUM-Umfrage zu wissen, was die Landesregierung Baden-Württembergs unter sexueller Vielfalt versteht. Und nur etwa zehn Prozent waren der Meinung, die Sendung sei von Wieland Backes ausgewogen moderiert worden.

Zur MEDRUM-Umfrage: → „Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die „moralische Umerziehung“?

Zur Internetseite der Sendung: Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die „moralische Umerziehung“?

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Ergänzung:

Felix Honekamp: http://www.freiewelt.net/maischberger-woruber-nicht-gesprochen-wurde-10024495/   (12.2.):

Das Tamtam im Vorfeld der gestrigen Maischberger-Sendung (Menschen bei Maischberger, 11.02.2014 ab 23:10 Uhr) ließ einiges an Schlammschlacht erwarten, die Gästeliste war – wie schon berichtet – nicht wirklich ausgeglichen, die Moderation beeilte sich klarzustellen, dass sie auf Seiten derjenigen stehen würde, die den Titel der Sendung bereits als „homophob“ begreifen …

Birgit Kelles Plädoyer ging dabei im Wesentlichen in zwei Richtungen. Einerseits, dass sich der Staat mit der Vermittlung anderer sexueller Vorlieben als „Querschnittsthema“ in Schulen in den Erziehungsauftrag der Eltern einmischt. Gerade dieser Aspekt ist es auch wohl, der der Petition gegen den baden-württembergischen Bildungsplan zu einem so großen Erfolg verholfen hat. Wie Kelle klarstellte, sei man als Eltern in diesem Fall vom vorhandenen Lehrpersonal an den Schulen abhängig, und man müsse damit rechnen, dass Kinder auch Antworten auf Fragen bekämen, die sie gar nicht gestellt hätten. Der Staat, und mit ihm die staatlich kontrollierten Schulen, haben in diesem Umfeld nichts zu suchen, wie Kelle richtig feststellte.

Andererseits legte Birgit Kelle auch hohen Wert darauf, dass man die Begriffe Toleranz und Akzeptanz auseinanderhalten müsse. Während man andere Lebensstile durchaus aushalten müsse, könne aber niemand verlangen, diese auch gutzuheißen. Niemand wolle das Thema Homosexualität aus den Schulen verbannen, stellte sie im Hinblick auf die gegen sie im Vorfeld der Sendung vorgebrachten Angriffe klar, ob jemand heterosexuelle Beziehungen aber anders bewerte als andere, sei dessen persönliche Angelegenheit.

So sprang sie auch Hartmut Steeb bei, der immer wieder auf seine Äußerung in einer SWR-Talkshow angesprochen wurde, er sei froh, dass keines seiner Kinder homosexuell sei. …

… Und natürlich hätte man dann zumindest auf Seiten von Hartmut Steeb auf die christliche Bewertung der Homosexualität zu sprechen kommen müssen, die relativ klar ist: Gelebte Homosexualität ist aus christlicher Sicht eine Sünde, und selbst wenn wir als Christen gleichzeitig aufgefordert sind, über die Betroffenen kein Urteil zu fällen, so kann Homosexualität aus dieser Sicht nicht als gleichwertig zur Heterosexualität angesehen werden. Die Frage, die sich daran direkt anschließt, ist, ob es eine Gesellschaft, oder große Teile davon, die für nicht-heterosexuelle Beziehungen nicht nur Toleranz, sondern Akzeptanz fordert, aushält, Eltern, die diese Position nicht vertreten, den Erziehungsauftrag für die Kinder zuzuschreiben.

Diese Frage, die wesentlich ist auch für unser Staatsverständnis und für die Beziehung zwischen Staat und Religion, wesentlich für Fragen der Religionsfreiheit, wurde aber leider nicht diskutiert. … Wenn der Staat erst mal festlegt, was Erziehungsziele der Eltern zu sein haben (und diese in der Schule notfalls gegen die Eltern durchzusetzen versucht), kann man den verfassungsgemäßen Erziehungsauftrag der Eltern auch ganz einstampfen. …

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7 Antworten zu Maischberger – Moralische Umerziehung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt

  1. Panentheist776 schreibt:

    Die Frauen sollen ihre Weiblichkeit bewahren; und die Männer ihre Männlichkeit. Man kann nicht jedes abweichende Verhalten tolerieren. So wie man Alkoholkonsum nicht tolerieren kann, so muss man auch darauf hinweisen, dass Homosexualität unangenehme Folgen hat. Z. B. eine verstärkte Ausbreitung der Aidskrankheit.
    Im Übrigen ist es sinnvoll, sexuelle Selbstbefriedigung stark zu begrenzen, ohne aber Selbstbefriedigung krampfhaft zu verhindern.

  2. Pingback: Maischberger – Moralische Umerziehung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt | CatInfor.com

  3. heureka47 schreibt:

    „Vielfalt“ ist ein göttlich-universelles Prinzip. Aber nicht nur in der „Sexualität“, sondern vielmehr im gesamten SEIN, im Himmel und auf Erden.
    Und so gibt es auch viele verschiedene SYMPTOME, die uns auf die „Krankheit (der Gesellschaft)“, die ENTFREMDUNG / LÜGE, die „Kollektive (Zivilisations-)Neurose“ aufmerksam machen und zur HEILUNG motivieren wollen.

  4. GEW-Indoktrination schreibt:

    „Die Publikation der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) „Lesbische und schwule Lebensweisen – ein Thema für die Schule“.
    hier online: https://www.gew-bw.de/Binaries/Binary20121/L-S-Lebenswesen.pdf
    sowie u.a.. folgender Fragebogen für einen fächerübergreifenden Unterrichtsentwurf ab Klasse 7: Der heterosexuelle Fragebogen 1. Woher glaubst du, kommt deine Heterosexualität? 2. Wann und warum hast du dich entschlossen, heterosexuell zu sein? 3. Ist es möglich, dass deine Heterosexualität nur eine Phase ist und dass du diese Phase überwinden wirst? 4. Ist es möglich, dass deine Heterosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen des gleichen Geschlechtes kommt? 5. Wissen deine Eltern, dass du heterosexuell bist? Wissen es Deine Freundinnen und Freunde? Wie haben sie reagiert? 6. Eine ungleich starke Mehrheit der Kinderbelästiger ist heterosexuell. Kannst Du es verantworten, deine Kinder heterosexuellen Lehrer/innen auszusetzen? 7. Was machen Männer und Frauen denn eigentlich im Bett zusammen? Wie können sie wirklich wissen, wie sie sich gegenseitig befriedigen können, wo sie doch anatomisch so unterschiedlich sind? 8. Obwohl die Gesellschaft die Ehe so stark unterstützt, steigt die Scheidungsraten immer mehr. Warum gibt es so wenige langjährige, stabile Beziehungen unter Heterosexuellen? 9. Laut Statistik kommen Geschlechtskrankheiten bei Lesben am wenigsten vor. Ist es daher für Frauen wirklich sinnvoll, eine heterosexuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko von Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft einzugehen? 10. In Anbetracht der Übervölkerung stellt sich folgende Frage: Wie könnte die Menschheit überleben, wenn alle heterosexuell wären? 11. Es scheint sehr wenige glückliche Heterosexuelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschocktherapie zu machen? 12. Möchtest du, dass dein Kind heterosexuell ist, obwohl du die Probleme kennst, mit denen es konfrontiert würde?“

    (wie gut, dass ich nicht mehr auf diese Piste muß! und meine Kinder auch nicht…)

    • Wolfgang Brosche schreibt:

      Die Ansichten und die Menschenhetze der Sumpfhüter des …

      Carolus: Ich bin ja froh, dass ich schon abgebrüht genug bin, so eine Sturzflut von Hass und Wut wie die Ihre unbeschadet durchzustehen, und habe nicht vor, einzeln auf die Vorhaltungen und Unterstellungen einzugehen. Diese sind haltlos und falsch. Adieu!

  5. Pingback: “Homophobie” ist okay | Kreidfeuer

  6. Pingback: BW Bildungsplan 2015 – Amoklauf der Akzeptanz | Kreidfeuer

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