Für die Ungeborenen im Knast

Winfried Pietrek: http://www.christliche-mitte.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1135:der-kampf-um-die-kinder-&catid=1:nachrichten&Itemid=2   (9.2.):

Einzelne Leser bitten darum, zu berichten, wie Frau [Adelgunde] Mertensacker († Oktober 2013), die langjährige Bundesvorsitzende der CHRISTLICHEN MITTE, zur politischen Arbeit fand.

Ihre Berufe – Pianistin, Pädagogik-Professorin, Psychotherapeutin, Religions-Lehrerin, Heilpraktikerin, Publizistin und nicht zuletzt Familien-Mutter – führten, abgesehen von Hochschul-Politik, nicht in den politischen Bereich. Eher ihre ständige Bestürzung über Gesetze, die den Kleinstkindmord „erlauben“. Und ihr Erschrecken darüber, wie freventlich gegen den heiligen GOTT angegangen wird.

Es ist in den 80er Jahren. Gerade bin ich von einem zehntägigen Gefängnis-Aufenthalt im teiloffenen Vollzug in Bielefeld-Brackwede nach Lippstadt zurückgekehrt.

Nach jahrelangen Prozessen hat man mich verurteilt und eingesperrt, weil ich über den 100.000-fachen Abtreibungs-„Arzt“ Dr. Josef Zwick – während eines 16-tägigen religiösen Fastens, also eines Hungerstreiks, vor seiner Haustür – erklärt hatte: „Er hat keine Klinik, sondern ein Tötungshaus.“ Ich war nicht bereit, mich für meine wahrheitsgemäße Äußerung zu entschuldigen oder sie gar zurückzunehmen.

Pfänden konnte man mich nicht. Denn ich war kirchlich als Journalist „freigestellt“, und mein Einkommen lag unterhalb der Pfändungsgrenze. Ich wohnte als Untermieter. Mein Fahrrad war geliehen, Kelch und Schreibmaschine galten als Arbeitsgeräte. Sogar bei meinen alten Eltern in Hamburg wurde nachgeforscht, ob ich dort Besitz hätte.

Im Gefängnis

Der Gefängnis-Direktor steckt mich in ein Sechs-Mann-Zimmer, in dem heftig geraucht wird. Als die ersten Journalisten kommen, bin ich schon zünftig „eingekleidet“. Jedesmal, wenn Beter vor dem Knast auftauchen, komme ich in eine vergitterte Einzelzelle, wo eine Luther-Bibel ausliegt. „Meinetwegen“ wird sogar am Sonntag ein Fußballspiel der Gefangenen abgebrochen. Ich kann viele seelsorgliche Gespräche führen. „Ich bin in eine Reihe von Mordfällen verwickelt“, erkläre ich auf neugierige Fragen.

In Brackwede habe ich Schmutzsocken zu bearbeiten und Toiletten zu reinigen. Immerhin werde ich auf mein Drängen hin mit einem strafgefangenen Messdiener täglich in der Gefängnis-Kapelle eingeschlossen, um dort die heilige Messe zu feiern. Und an meinem Arbeitsplatz hängen, unbeabsichtigt, einst von Näh-Frauen zurückgelassen, meine Lieblings-Vorbilder: das Herz JESU und das Herz Mariä. Da denke ich gleich: „Hier bin ich richtig, wenn mich sogar der liebe GOTT selbst begrüßt.“

Als der slowakische Untergrund-Bischof Paul Hnilica SJ von meinem Aufenthalt hört, kommt er eigens, mich im Gefängnis zu besuchen. Auch Frau Prof. Mertensacker, mir unbekannt, liest von meinem Arbeits-Urlaub. Gerade hat sie ihre Arbeit an der Musikhochschule Dortmund verloren. Ein Aufruhr, weil sie gelehrt hat, was der Human-Biologe Prof. Blechschmidt nachgewiesen hat: Der Mensch ist Mensch von Anfang an, und deshalb ist jede Abtreibung Tötung eines Menschen.

Die Mertenskötter

Frau Mertensacker sucht mich auf und fragt um Rat in ihrem Kampf für das Lebensrecht der Ungeborenen. Mit ihr und ihrem Mann begründen wir die Vereinigung zum Schutz schwacher und hilfloser Menschen. Wir beginnen, Beraterinnen auszubilden und übernehmen selbst Beratungen. Als Frau Mertensacker das von ihr entworfene Flugblatt „Helft mir! Ich möchte leben“ verteilt, was sie zuerst Überwindung kostet, winkt eine in einer Fußgängerzone angesprochene Frau ab und erklärt: „Das kenne ich schon! Das ist doch von der Mertenskötter!“

Noch einmal bietet sich für die Professorin die Chance, wieder eingestellt zu werden. Doch man stellt ihr drei Bedingungen: Sie soll Häckels irres bio-genetisches Grundgesetz bejahen, wonach der ungeborene Mensch zuerst Tier-Stadien durchläuft. Das lehnt sie ab.

Letzte „Chancen“

Dann soll sie sich bereiterklären, neo-marxistische Psychologie vorzutragen. Sie erwähnt diese Lehre zwar, widerlegt sie aber aus ihrer eigenen christlichen Grundhaltung heraus – zugleich in wissenschaftlicher Freiheit. Schließlich soll sie unterschreiben, dass objektive Wahrheit nicht existiert. Auch das lehnt sie ab. Damit ist ihre Hochschul-Karriere beendet – ohne Bezüge (laut Kunsthochschulgesetz NRW). Der Dekan endet die Auseinandersetzung vor allen Professoren mit der (Pilatus-)Frage: „Was ist Wahrheit?“

Wir aber arbeiten noch intensiver daran, zahlreiche Kinder zu retten. Doch uns ist bewusst, dass die Mordgesetze nur auf politischem Weg geändert werden können in diesem übernatürlichen Kampf. So kommt es zur Gründung der CHRISTLICHEN MITTE für ein Deutschland nach GOTTES Geboten.

Pfarrer Winfried Pietrek

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