Sozialwort der Kirchen: DBK und EKD werfen Familien der Wirtschaft zum Fraße vor

http://www.freiewelt.net/familienbund-bayern-zum-sozialwort-der-kirchen-10026603/   (7.3.):

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD haben gemeinsam ein Papier “für eine erneuerte Wirtschafts- und Sozialordnung” herausgegeben. Es trägt den Titel “Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft” und kann hier heruntergeladen werden:

http://www.sozialinitiative-kirchen.de/

Als gesellschaftlich bedeutsame Leistung der Familien benennen die Kirchenleitungen die Unterstützung der sozialen Sicherungssysteme (d. h. Renten-, Kranken-, Pflegeversicherung), die “Familien mit Erziehungs- und Pflegeleistungen erbringen” (S. 38).

Ansonsten werden Eltern und Familien in negativen Zusammenhängen erwähnt:

  • Armut (wird) weiterhin in viel zu vielen Familien von einer Generation an die nächste „vererbt“ (S. 44);
  • Für die kindliche Entwicklung wirken sich darüber hinaus mangelnde Gesundheitsvorsorge und schwierige Familienbeziehungen nachteilig aus (S. 51);
  • sozial schwache Familien (S. 51);
  • Kinder aus benachteiligten Familien (haben) bereits beim Eintritt in die Grundschule kaum noch aufzuholende Sprach- und Entwicklungsdefizite (S. 51);
  • Eltern, die bereits selbst keinen berufsqualifizierenden Abschluss erworben haben (S. 51);
  • Bildungsarmut im Elternhaus (S. 51)

1997 hatten die Kirchenleitungen schon einmal ein gemeinsames Sozialwort herausgegeben. Das klang erheblich anders:
http://www.dbk-shop.de/media/files_public/mlrvpchir/DBK_69.pdf

Armut wurde damals nicht als Erbkrankheit von Familien gedeutet, sondern als Folge eines absolut mangelhaften Familienlastenausgleichs (S. 32, S. 75). Zudem meinten die Kirchenleitungen damals, dass “es wünschenswert ist, dass ein Elternteil um der Kinder willen in der Lage ist, auf eine Erwerbstätigkeit zumindest zeitweise zu verzichten, um Familien- und Erziehungsarbeit leisten zu können.” (S. 82).

In dem neuen Papier heißt es: “Angesichts des demografischen Wandels und des schon jetzt in einigen Regionen und Branchen herrschenden Fachkräftemangels kann es sich die deutsche Gesellschaft zudem weniger denn je leisten, Talente brachliegen zu lassen” (S. 43). Gemeinsame Verantwortung heiße, “eine breite Beteiligung an Erwerbsarbeit als wichtigem Ausdruck gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen.” (S. 45)

Dieser Gedanke findet sich zwar nicht im Evangelium, aber durchaus bei den deutschen Wirtschaftsverbänden.

Dr. Johannes Schroeter
Landesvorsitzender,
Familienbund der Katholiken in Bayern
www.familienbund-bayern.de

———————–

Bärbel Fischer: http://www.freiewelt.net/neues-sozialwort-der-kirchen-wenig-hilfreich-10026054/   (3.3.):

Das Sozialwort der Kirche ist wenig hilfreich. Zielführender wäre es, wenn sich die Autoren kritischer mit der Familienfeindlichkeit der deutschen Sozialgesetzgebung auseinandersetzen würde. Nur wer die wahren Probleme benennt, kann zu ihrer Lösung beitragen. …

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5 Antworten zu Sozialwort der Kirchen: DBK und EKD werfen Familien der Wirtschaft zum Fraße vor

  1. heureka47 schreibt:

    „Armut wurde damals nicht als Erbkrankheit von Familien gedeutet, sondern als Folge eines absolut mangelhaften Familienlastenausgleichs „:

    Wer sich selbst als „arm“ empfindet, lebt in einem „falschen“, lebens“feindlichen“, Bewußtsein.

    Das Wort „Ar-MUT“ selbst sagt im Grunde schon, daß es sich um eine Sache von – mangelndem – MUT handelt, um eine Sache des „Ge-mütes“, der Seele, des Bewußtseins. Und zwar handelt es sich hier um die UNTERE – kindliche – Ebene des menschlichen Bewußtseins, um die materielle, grobstoffliche, Ebene des Bewußtseins – die gesunderweise am Ende der Kindheit, beim Wechsel von „Kind“ zu „Erwachsenem“, im Prozeß der Initiation / Ascension, im Übergangsritual, usw., überwunden werden soll, beim Aufstieg zur HÖHEREN Bewußtseins- / Seins-Ebene, dem „Höheren / wahren Selbst“, dem „Christus(-Bewußtsein)“ (in jedem von uns).

    Wer in diesem höheren Bewußtsein, dem wahren Erwachsenen-Bewußtsein lebt, wird sich niemals als „arm“ erkennen / bezeichnen, denn im „Reich Gottes“ – dem „Himmelreich inwendig in euch“ – zu leben, bedeutet, REICH zu sein.

    Alle „Armut“s-Probleme rühren allein aus der „Entfremdung“ der typischen zivilisierten Menschen vom wahren Erwachsenen-Bewußtsein, dem göttlichen Bewußtsein im Menschen.

    Grundlegende Heilung ist möglich – in jedem Einzelfall!

  2. Hebel schreibt:

    Die Kinder sind die Leidtragenden.
    denn so toll sind Krippen für 0 – 3jährige Kleinstkinder nicht, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyisten wie wild trommeln: „Befreit die Mütter von ihren Kindern und fesselt sie an die Maschinen“
    Neben zu befürchtender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge „learned helpnessless“ und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung zu befürchten [Auch Migrantenkinder müssen das basale Denken in der jeweiligen Muttersprache beginnen zu lernen]
    Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
    Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014]

    • heureka47 schreibt:

      Vor allem wird außer Acht gelassen, daß der Mensch ein ENERGIE-Wesen (Seele, Geist-Kraft, usw.) ist, und je kleiner das Kind ist, desto intensiver ist es auf die energetische Versorgung durch die Mutter angewiesen – deren spezifische Schwingung dem Kind auch vertraut ist. Und wenn dieses Vertraute Gegenüber und Drumherum, die „Aura“ der Mutter, fehlt, gibt es Störung, Mangel, Leiden.
      In weniger entfremdeten Kulturen tragen die Mütter die kleinen Kinder am Körper.
      Was wir in der christlich-abendländischen „Hochkultur“ mit kleinen Kindern machen ist Folter – aus pathologischer Unreife / Unweisheit (Dummheit).

  3. 8.März schreibt:

    „Deutschalnd mißhandelt seine Kinder“ – was sonst? mal frech gefragt. Das ist die Konsequenz. In einem hochradigen Stresserland (siehe Link FAZ unten) dieser Multikulti-Menschenüberfrachtung und Umerziehung.

    Eine gerechte Gesellschaft für alle? Auch die Selbstaufgabe von Frauen erschöpft sich nicht in der Aufgabe eines Berufes.
    Dank der Meinungsmache wird das Gesamtthema allerdings sehr oberflächlich diskutiert, wie in der ‚“Brigitte“…http://www.presseportal.de/pm/6788/2652297/judith-holofernes-kinderkriegen-ist-ein-reality-check-fuer-den-feminismus.

    Wenigstens ein paar (ausserkirchlichen) Leuten ist bewußt, was z.Zt. passiert. Johannes Resch vom Familienverband schreibt über Familie in Panorama:
    „Sehr geehrte Damen und Herren,

    gestern Abend wurde in der Sendung Panorama des ARD das Thema Benachteiligung der Familien in
    unserer Gesellschaft, die sich besonders deutlich im Rentensystem zeigt, aufgegriffen.

    Das ist erstaunlich und lobenswert, weil dieses Thema seit Jahrzehnten von allen Bundestagsparteien,
    von fast allen Gewerkschaften, von der Wirtschaftslobby und von den Kirchen systematisch verdrängt wird.
    Damit hat praktisch die gesamte organisierte Gesellschaft in Deutschland dazu beigetragen, dass den
    Familien Zug um Zug die wirtschaftlichen und damit letztlich auch die ideellen Lebensgrundlagen entzogen wurden.

    Auch die öffentlich rechtlichen Medien als auch die meist von der Wirtschaft abhängigen Printmedien und die
    privaten Fernseh- und Rundfunkanstalten meiden ganz überwiegend das Thema und weichen einer sachlichen
    Thematisierung seit Jahrzehnten aus.

    Um so erfreulicher ist es, dass es zumindest bei der ARD offensichtlich immer noch einzelne Journalistinnen und Journalisten gibt,
    die den Mut haben, der interessengeleiteten Meinungsmache fast aller gesellschaftlich organisierten Gruppen zu
    widerstehen und das Thema einfach so anpacken, wie es von der Sache her angemessen ist.

    Da vermutlich nicht alle diese Sendung gesehen haben, schicke ich anbei den Link dazu mit:

    http://www.ardmediathek.de/das-erste/panorama/systemfehler-familien-bei-rente-benachteiligt?documentId=20034990 ….“

    ——-

    Die Wirtschaftswoche berichtet: die Wirtschaftswoche berichtet: „Das Bild Frankreichs als Musterland für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bekommt Risse. Die Mütter wollen endlich mehr Zeit für ihre Kinder. Doch die will man ihnen nicht geben.“

    http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/familienpolitik-frankreichs-muetter-begehren-auf/9544976.

    Die FAZ berichtet von einer AOK-Studie zur Gesundheit von Eltern und Kindern: „Gesundheitlich und finanziell geht es den Eltern in Deutschland nach einer aktuellen Studie immer besser – doch der Stress nimmt zu. Und wird damit auch für die Kinder zur Belastung.

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/familie/aok-familienstudie-der-stress-der-eltern-macht-kinder-krank-12834646.html

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