„Europa auf dem Weg zum Negerkonglomerat“

Andreas Tögel: http://ef-magazin.de/2014/03/27/5121-politische-korrektheit-um-gottes-willen–der-hat-neger-gesagt:

Hass vernebelt das Hirn

Österreich ist eine Insel der Seligen. Das wird an den Themen deutlich, die die Medien beschäftigen. Krimkrise? Hypo-Desaster? Explodierende Staatsschulden? Alles halb so wild. Die veröffentlichte Meinung hat also jede Menge freie Kapazitäten, sich mit wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen. Zum Beispiel mit der mäßig intelligenten Aussage eines der üblichen Verdächtigen – nämlich des Burschenschaftlers Andreas Mölzer von der FPÖ. Freiheitliche, diese Botschaft haben grüne Bobos, radikale Linke und rosarote EU-Bewunderer tief verinnerlicht, sind rechtsradikale Schmuddelkinder, mit denen man als aufrechter Angehöriger der Wir-sind-die-Guten-Fraktion keinen Umgang pflegt. Dankenswerterweise liefert einer der ihren – wenige Wochen vor einer wichtigen Wahlentscheidung – prompt einen Beleg für die in Kakanien stets dräuende Gefahr der Wiederauferstehung des Naziregimes.

Dass Mölzer gemeint hatte, das nationalsozialistische Deutschland sei im Vergleich zur EU (im Hinblick auf die herrschende Regulierungsdichte) geradezu „liberal“ gewesen – womit stets wachsame Antifanten prompt den Tatbestand einer „Verharmlosung des Naziregimes“ verwirklicht sehen – war schon schlimm genug. Nachdem er aber noch eins draufsetzte, indem er bei einer Parteiveranstaltung argwöhnte, Europa sei auf dem Weg zum „Negerkonglomerat“, ist endgültig Feuer am Dach. Das sei purer Rassismus, Menschenverachtung und so weiter – so der Sermon der üblichen Berufserregten.

Was den Inhalt der Aussage Mölzers angeht, herrscht indes lautstarkes Schweigen. Dass das nationalsozialistische Regime sich tatsächlich nicht um die Leistungsaufnahme von Staubsaugern, Glühlampenverordnungen, den Wasserverbrauch von Toiletten oder um flächendeckende Rauchverbote gekümmert hat (und genau so war Mölzer zu verstehen), ist nämlich schlicht und ergreifend wahr. Eine „Verharmlosung des Naziregimes“ ist darin, selbst bei Annahme des Allerschlimmsten, nicht zu erkennen.

Dass der Täter sich reuig zeigt und kübelweise Asche auf sein Haupt streut, vermag die Aufregung nicht zu dämpfen. Ist die linke Jagdgesellschaft erst einmal in Stellung gegangen, dann will sie auch Blut sehen. Der staatliche Rotfunk lässt reihenweise Betroffenheitsexperten aufmarschieren, die am Ende zum Schluss kommen: Worte allein reichen nicht. Im Fall des unbelehrbaren Ewiggestrigen kommt nur der Rücktritt in Frage…

Beim Denker findet man Detailliertes:
http://lepenseur-lepenseur.blogspot.co.at/2014/03/arbeitsethos-und-negerkonglomerat.html   (26.3.):

… Denn was hat Herr Mölzer denn gesagt (soweit es »Die Presse« bereit ist, im O-Ton zu zitieren)?

Im O-Ton hört sich das nun aber so an: „Es ist eine Frage auch des Arbeitsethos, was aus diesem Europa wird: Entweder sind wir ein Negerkonglomerat, totales Chaos, sage ich jetzt bewusst brutal politisch nicht korrekt (…)“

Hm. So what?! Aus der Formulierung ist klar zu entnehmen (»sage ich jetzt bewusst brutal politisch nicht korrekt«), daß es sich dabei um die rhetorische Figur der Übersteigerung des Ausdrucks, also einer Hyperbel, handelt, um einen Sachverhalt besonders klar herauszustellen. Und außerdem: was wäre daran inhaltlich falsch? sind Negerkonglomerate denn durch großes Arbeitsethos und perfekte Gesellschaftsorganisation ausgezeichnet?

Ein »Negerkonglomerat« ist schlicht ein Compositum aus den Bestandteilen »Neger« und »Konglomerat«. Jeder weiß, was ein Neger ist, jeder weiß, was ein Konglomerat ist. Jeder, der halbwegs über Sprachgefühl verfügt, weiß, was die Zusammensetzung wohl bedeutet — mithin: ein Negerkonglomerat ist nicht erstrebenswerter (aber auch nicht »rassistischer«) als ein Russenkonglomerat, ein Zigeunerkonglomerat oder ein Türkenkonglomerat — weil die Bezeichnung einer Gesellschaft als »Konglomerat« eben den Charakter der diffusen Desorganisation in sich trägt. …

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