Transnistrien strebt zu Russland

http://german.ruvr.ru/2014_04_08/Transnistrien-bricht-faktisch-die-Beziehungen-zu-Moldawien-ab-1313/:

Der Präsident Transnistriens, Jewgeni Schewtschuk, teilte in einer Ansprache an das Volk faktisch den Abbruch der Beziehungen zu Moldawien mit. Er schlug vor, die Erfahrung der zivilisierten Trennung anderer Länder zu nutzen: Tschechiens und der Slowakei, Norwegens und Schwedens, Nord- und Süd-Zyperns. Er betonte, dass Tiraspol dem Kurs auf ein „prosperierendes, unabhängiges Transnistrien zusammen mit Russland“ treu bleiben werde.

Die Beziehungen zwischen Tiraspol und Kischinjow bezeichnen viele Politikwissenschaftler als eine „20 Jahre währende Scheidung“. In seiner Jahresansprache an das Volk schlug der Präsident Transnistriens Jewgeni Schewtschuk dieses Mal vor, die „Ehe“ offiziell zu scheiden: friedlich auseinanderzugehen, und ein jeder schlägt den eigenen Weg ein.

Ich schlage den moldauischen Politikern vor, einen friedlichen, mutigen und verantwortungsvollen Schritt zu tun und mit der Erörterung von Fragen der juristischen Ausfertigung des faktischen Standes der Dinge zu beginnen. Ich bin überzeugt – das wird sehr viel mehr Stabilität bringen, und das Konfliktpotential wird minimiert werden.“

Das Oberhaupt von Transnistrien merkte an, die Versuche, zum Leben in einer gemeinsamen Wohnung zu nötigen, seien perspektivlos, deshalb sollte man sich „zivilisiert scheiden lassen“, ohne Skandale und Zerschlagen von Geschirr. Er meinte, man sollte das möglichst schnell in Angriff nehmen, da sich die Situation um Transnistrien mit jedem Tag verändere. In den letzten Monaten hätten die Ukraine und Moldawien den Druck auf Tiraspol verstärkt, und darunter leide die einheimische Bevölkerung, bemerkte Schewtschuk.

Die Idee der Sanktionen und blockierender Entscheidungen ist verletzlich von dem Standpunkt aus betrachtet, dass sie einem System der Geiselnahme ähneln, die Sanktionen schaden am meisten nicht etwa den Politikern, die die Entscheidungen treffen, sondern der Zivilbevölkerung, sie führen zu einer Verringerung des Lebensniveaus der Bevölkerung, zur Degradierung der Sozialsphäre.“

Im Jahr 2006 führte Tiraspol ein Referendum durch, bei dem sich 97 Prozent der Teilnehmer für die Eingliederung der Republik in den Bestand Russlands ausgesprochen hatten. Schewtschuk erinnerte an diese Tatsache.

Ich will die Worte von Eleonora Roosevelt anführen: ‚Die Zukunft gehört jenen, die an die Schönheit ihres Traumes glauben.‘ Unser Traum – das ist ein prosperierendes, unabhängiges Transnistrien zusammen mit Russland.“

Nicht die letzte Rolle in einem solchen Ultimatum aus Tiraspol spielten die jüngsten Ereignisse in der Ukraine.

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Ergänzung 10.4.2014:

Justin Raimondo: http://ef-magazin.de/2014/04/09/5183-moldawien-transnistria-libre:

Justin Raimondo ist US-amerikanischer Journalist, Gründer und Chefredakteur von Antiwar.com. Dieser Artikel erschien zuerst am 31.3.2014 in englischer Sprache auf Antiwar.com unter dem Titel Transnistria Libre! Übersetzung von Robert Grözinger.

Warum sollten die Menschen von Transnistrien dazu gezwungen werden, das lateinische Alphabet zu benutzen?

Die gute Nachricht ist, dass sich US-Außenminister John Kerry mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Paris trifft – die schlechte Nachricht ist, dass die Verhandlungen im Sande verlaufen werden, wenn die USA darauf bestehen, ihre Schwarz-Weiß-Geschichte aufrechtzuerhalten, die Russland als den „Aggressor“ darstellt und die Ukraine als das schuldlose hilflose Opfer.

Interessant an diesem diplomatischen Zusammentreffen ist die Art der russischen Vorschläge: Ein föderales System für die Ukraine, das der östlichen und südlichen Ukraine größere Autonomie einräumt, Anerkennung von Russisch als eine der offiziellen Sprachen, und – dies verwirrt westliche Beobachter besonders – Garantien für die russisch sprechende Bevölkerung Transnistriens.

Transnistrien?

Wer die brennende transnistrische Frage recherchieren möchte, gerät von Anfang an in Schwierigkeiten, weil neben anderen ungelösten Aspekten, die diesen eigenartigen schmalen Landstrich umgeben, der an Moldawien und die ethnisch russische Südukraine grenzt, darin besteht, wie man ihn nennen soll: Es gibt mindestens drei oder vier verschiedene Namen für diesen kuriosen Landstrich, der sich am östlichen Ufer des Flusses Dnister entlangschlängelt. Die Region erklärte 1992 ihre Unabhängigkeit, deren unmittelbarer Anstoß der sowjetische Zusammenbruch war, der sich mit einem Drang Moldawiens zu einer Union mit Rumänien zeitlich überschnitt.

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Ergänzung 17.4.2014:

http://www.freiewelt.net/nachricht/transnistrisches-parlament-begehrt-internationale-anerkennung-10030199/   (17.4.):

Das Parlament der Republik Transnistrien fordert die Anerkennung des Landes durch Russland und die UN. Über die Zukunft des Landes soll das Volk entscheiden, das mehrheitlich aus Russen besteht.

Das Parlament von Transnistrien hat eine Resolution verabschiedet, in der Russland und die Vereinten Nationen dazu aufgerufen werden, die von Moldawien abtrünnige Republik anzuerkennen. Jewgeni Schewtschuk, der international nicht anerkannte Präsident Transnistriens, sagte: »Nur in diesem Fall wird ein Gebiet der Stabilität in der Region geschaffen.«

Welche Pläne die Abgeordneten genau verfolgen, ist nicht klar. Schewtschuk sagte, dass über die Zukunft des Landes »von den Bürgern unserer Republik« entschieden werden solle.

Transnistrien besteht aus einem rund 200 Kilometer langen und nur wenige Kilometer breiten Landstreifen links des Flusses Dnister. Es hat sich 1990 für unabhängig erklärt, wird aber international nicht anerkannt. In dem Landstrich leben mehrheitlich Russen. Den fragilen Frieden überwacht seit 1992 eine Friedenstruppe aus Russland, Moldau und Transnistrien.

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2 Antworten zu Transnistrien strebt zu Russland

  1. Dörflinger André schreibt:

    Mitteilung an die Moderation-Redaktion:
    Es kann ja nicht sein, dass ich keine Kommentare anderer Personen zu lesen bekomme !!
    und niemand mit seinem Namen dafür geradesteht !!

    adoerflinger@gmx.ch 8.04.14

    • Carolus schreibt:

      Gar keine Kommentare? Die jüngsten 15 werden in der rechten Spalte angeführt.

      Oder Beantwortungen? Gabriele Kuby dürfte hier wohl nicht mitlesen.

      LG

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