PC: ungeschriebene Gesetze im „Rechtsstaat“

Georg Zakrajsek: http://www.querschuesse.at/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=1788:der-hat-neger-gesagt&catid=58:medien&Itemid=69 (17.4.):

Der hat „Neger“ gesagt!

Wirklich. Zwar nicht gesagt, sondern geschrieben. Ich habe in einem meiner Kommentare, abgedruckt in der „Südsteirischen“, das Wort „Negerkinder“ verwendet. Darf man neuerdings nicht mehr und daher wurde das auch gleich von einer aufgeregten Leserin der Zeitschrift angezeigt. So etwas macht man am besten beim Presserat, wer anderer ist ja nicht zuständig.

Denn das Wort „Neger“ ist nicht verboten; es gibt kein entsprechendes Gesetz. Und: Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Daher dürfte man es ungestraft sagen und schreiben auch, weil Österreich ist ja immer noch ein Rechtsstaat. Aber inzwischen haben wir ungeschriebene Gesetze. Die haben sich schön langsam bei uns eingeschlichen. „Political correctness“ nennt man das. Die nämlich bestimmt, was sich gehört und was nicht.

Und für diese „correctness“ ist der Presserat da. Er wacht aufmerksam über den sogenannten „Ehrenkodex für die österreichische Presse“, den er selber aufgestellt hat. Gesetzgeber und Richter in einer Person, recht praktisch.

Die „Negerkinder“ haben ihm also nicht gefallen und so hat der hohe Presserat befunden, daß mein veröffentlichter Kommentar gegen diesen Ehrenkodex verstoßen habe. Satirisch seien die Negerkinder nicht gemeint gewesen. So der Befund der im Presserat sitzenden Journalisten. Damit kann ich leben und die „Südsteirische“ höchstwahrscheinlich auch.

Daß meine Beiträge satirisch sind, versteht jeder, der das liest und den Sinn des Textes zu deuten vermag. Der Presserat vermag das nicht. Ein Armutszeugnis. Nicht wirklich mein Problem.

P. S.: Welche südsteirische Leserin das angezeigt hat, wurde mir vom Presserat nicht verraten. Nur soviel: eine Negerin war es nicht.

P. P. S.: Und Gott sei Dank kandidiere ich nicht für das EU-Parlament. Damit wäre es jetzt Essig. In Brüssel gibt es nämlich viele Neger und die würden sich alle furchtbar kränken, sollte ich dort auftauchen.

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2 Antworten zu PC: ungeschriebene Gesetze im „Rechtsstaat“

  1. heureka47 schreibt:

    Das erinnert mich an den Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“, wo einer gesteinigt werden soll, weil er den Namen Gottes – Jehova – ausgesprochen hat.
    Irrer können Menschen wohl kaum sein.
    Und das bestätigt ja auch Jesus mit dem Wort: „…denn sie wissen nicht, was sie tun.“
    Wer das wahre Anliegen der Bibel und des Jesus Christus versteht, bezieht diese Aussage nicht nur auf diejenigen, die Jesus gekreuzigt haben, sondern auf die ganze am kollektiven Irresein / Irrsinn kranke – zivilisierte – Gesellschaft.

    Zwar gibt es das Gebot, daß der „Name Gottes“ nicht mißbraucht bzw. nicht „unnützlich (an)geführt“ werden soll, aber welcher Mensch der zivilisierten Gesellschaft versteht denn überhaupt, was mit diesem Gebot gemeint ist?

    Ich kann mich an Situationen erinnern, wo jemand spontan „Mein Gott!“ oder ähnliches ausrief und jemand in seiner Nähe sagte, daß man den Namen Gottes nicht unnützlich führen solle.
    Als wenn „Gott“ der „Names Gottes“ wäre! Da hatte also jemand das betreffende Gebot gehörig mißverstanden!
    Der Gott des AT und NT hieß und heißt „ICH BIN“. Und um dies wahrhaft verstehen zu können, muß man es DEUTEN. Nur DANN kann man auch das o.g. Gebot verstehen und einhalten.

    Im Vaterunser heißt es (sogar): „GEHEILIGT werde dein Name“.
    Aber das tun in der entfremdeten zivilisierten Gesellschaft ca. 99,9% der Menschen NICHT. Denn sie wissen nicht, was sie tun bzw., was zu tun ist. Weil sie – unbewußt – Opfer der „Kollektiven Neurose“, des „rationalen Irreseins“ sind, der krankhaft überbetonten Fixiertheit auf das WORT.

    Vielleicht war es der Versuch eines Hinweises auf das Übel, das Problem, als Martin Luther übersetzte: „Am Anfang war das WORT“.

  2. Dörflinger André schreibt:

    Wichtige Bemerkung:
    In meinen 50- Arbeitsjahren habe ich Denunziation = hinterhältige, rufschädigende Anzeige an Obrigkeit `= intrigieren , Zuflüstern, Zutragen von geschäftsinternen MIssständen („Whistleblower“) immer nur von der weiblichen Gattung erfahren !! Darum auch ist die Zusammenarbeit auf gleicher Hierarchiestufe der beiden Hauptgeschlechter auf D a u e r abträglich ==> von Anfang an konflikt-anfällig – trächtig Daher auch rührt der Machismus > Gattung „Mann“ will unbedingt hierarichisch darüberstehen, um nicht geschäftlich mit der Zeit mit „Frau“ „Probleme“ zu bekommen, denn diese Sorte Mensch will entweder selber herr-schen oder be-herr-scht werden
    Im Geschäfts-, Politleben ist für „Mann“ strikt neutrales = platonisches VERHALTEN 11. Gebot des Selbstschutzes !!

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