Massenkindeswegnahme in Bayern

Im September 2013 wurden in einer Polizeigroßaktion 34 Kinder einer bibeltreu-urchristlichen Glaubensgemeinschaft („Zwölf Stämme“), darunter Säuglinge, aufgrund eines Gerichtsbeschlusses wegen Kindesmisshandlungsverdachts (Züchtigung mit Rute/Rohrstock) ihren Eltern zwangsabgenommen und in Heime deportiert.

Die Eltern (und Kinder) bemühen sich verzweifelt um Rückgabe und es wurde auch eine Petition in diesem Sinne gestartet: https://www.openpetition.de/petition/online/die-kinder-der-zwoelf-staemme-muessen-zurueck-zu-ihren-eltern.

http://www.br.de/nachrichten/schwaben/privatschule-zwoelf-staemme-100.html (12.3.):

… Die zwölf Jahre alte Nechonah Pfeiffer war am 10.02.14 aus dem Heim geflüchtet und zu ihren Eltern gelaufen. Seitdem ist sie dort, müsste aber eigentlich zurück ins Heim – das hat das Bayerische Oberlandesgericht so entschieden und damit die Beschwerde der Eltern gegen die Entscheidung des Amtsgerichts von Anfang September abgelehnt. Gespräche zwischen Jugendamt und den Eltern des Kindes haben unterdessen bislang zu keiner Einigung geführt.

… Einer Reporterin des Bayerischen Rundfunks war es gelungen, das Mädchen aufzuspüren, während die Polizei vergeblich nach ihr fahndete. Sie habe es im Heim nicht mehr ausgehalten, sagte die Zwölfjährige. Sie sei nach ihrer Flucht mit dem Zug zu ihren Eltern gefahren.

„Die anderen Kinder im Heim sind ohne Regeln und Grenzen aufgewachsen. So ist es oft schwer für die Erzieher. Dort wurde ich tagtäglich angeschrien. Das war für mich ein Schock. Ich bin das nicht gewöhnt. Bei meinen Eltern in Klosterzimmern wurde ich nie angeschrien. Diese friedliche Atmosphäre habe ich vermisst.“

Außerdem hätte sie kaum Kontakt zu den Eltern haben dürfen und sei von ihrem Bruder im Heim getrennt worden, weil sie angeblich zu viel Einfluss auf ihn gehabt hätte, so das Mädchen weiter. Weil sie das lange Warten auf eine Gerichtsentscheidung nicht mehr ausgehalten habe, sei sie abgehauen. Dadurch wollte sie auch ihrem Wunsch Nachdruck verleihen, dass sie wieder zu ihren Eltern wolle.

Bereits am Mittwoch (13.02.14) waren Mitarbeiter des Donau-Rieser Jugendamtes nach Klosterzimmern gekommen, hatten mit den Eltern gesprochen und versucht, sie davon zu überzeugen, ihr Kind ins Heim zurückzuschicken. Aber weder die Eltern noch ihre Tochter waren offensichtlich bereit dazu. Falls die Polizei komme, so hatte das Mädchen angekündigt, werde sie sich verstecken.

… Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte im Fall von zwei Säuglingen entschieden, dass sie wieder zu ihren Eltern in das fränkische Anwesen der Glaubensgemeinschaft in Wörnitz zurück dürfen.

… Am 5. September 2013 hatte die Polizei zunächst insgesamt 34 „Zwölf Stämme“-Kinder aus ihren Familien geholt. Ein Familiengericht hatte den Zugriff angeordnet.

***********************************************************************************

Dieser Beitrag wurde unter Erziehung abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Massenkindeswegnahme in Bayern

  1. LichtWerg schreibt:

    Hat dies auf LichtWerg rebloggt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.