Der Westen destabilisiert den Nahen Osten

kewil: http://www.pi-news.net/2014/06/naher-osten-im-zusammenbruch/   (12.6.):

Die Nachrichten überschlagen sich. “Islamisten”, also der radikale Islam und seine Jünger, rücken nach Bagdad vor … das Regime in Bagdad wird fallen, und gleichzeitig sind die islamischen Terroristen auf dem Weg über Syrien ans Mittelmeer! Die ganze Region, der ganze Islam-Gürtel von Pakistan bis Nordafrika, ist im Aufruhr, unübersichtlich, und die Grenzen stürzen ein.

Geistesgrößen in der FAZ und anderen selbsternannten “Qualitätsblättern” schieben jetzt die Schuld auf Maliki. Wie lächerlich! Schuld an allem sind vor allem die USA und der Westen! Wir haben die ganze Gegend destabilisiert.

Jede westliche Einmischung von Marokko bis nach Pakistan brachte bisher nicht nur nichts, sondern machte alles schlechter. Man muß es leider sagen: mit Saddam Hussein wäre das nicht passiert! Und mit Mubarak in Ägypten und Gaddafi in Libyen wäre auch nicht passiert, was dort inzwischen passiert ist. Der Westen baut nur Mist. Das Ergebnis sind Chaos und Katastrophen und Millionen von Flüchtlingen in unseren europäischen Sozialämtern. …

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Ergänzung 13.6.2014:

http://journalistenwatch.com/cms/2014/06/13/traegt-die-tuerkei-eine-mitschuld-an-der-offensive-der-islamisten/:

Ein interessantes Interview mit Nahost-Experten Guido Steinberg finden wir heute im “Spiegel”:

Welche Folgen hat die Offensive der Dschihadisten im Irak für die arabische Welt? Nahost-Experte Guido Steinberg sieht ein Umdenken bei Iranern und Saudis – und gibt der Türkei eine Mitschuld an der Eskalation…

Insgesamt ist die türkische Politik gegenüber dieser Organisation im Irak und in Syrien nicht so eindeutig. Die Regierung in Ankara hat zugelassen, dass die Dschihadisten in Syrien in den letzten Jahren erstarkt sind, weil sie an ihrem wichtigeren Ziel festgehalten hat – dem Sturz des Assad-Regimes – und weil sie die Dschihadisten als Feinde der Kurden schätzt…

… Isis-Leute konnten ungestört über türkisches Territorium ein- und ausreisen. Das bedeutete lange Zeit eine fast direkte Unterstützung, die erst im letzten Jahr vorsichtiger geworden ist. Aber insgesamt trägt die Türkei an dieser Misere eine Mitschuld…

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Ergänzung 15.6.2014:

http://www.andreas-unterberger.at/2014/06/die-falsche-furcht-chlorhuehner-und-saudis/   (12.6.):

… Und ausgerechnet dieses Saudi-Arabien ist es, das in Syrien und Irak die fundamentalistischen Kräfte unterstützt, welche dort derzeit eine Stadt nach der anderen erobern. Welche bereits in den ersten Stunden eine halbe Million Menschen zur Flucht gezwungen haben. Und welche dann Dutzende Kämpfer nach Österreich zurückkehren lassen.

Hier aber schauen trotz dieser massiven Herausforderung Gesetzgeber, Staatsanwaltschaft, Gerichte und Schulen am liebsten weg. Oder stellen höchstens jene Menschen unter Anklage, die den Fundamentalismus ihrer Ansicht nach um eine halbe Umdrehung zu deutlich kritisiert haben.

Es könnte einem wirklich übel werden. Zuerst berichten die Medien nicht das, was Faktum ist und was in anderen Ländern berichtet wird. Und dann stellen sich noch die Behörden massiv auf die Seite des Islams und nie auf die der Kritiker.

… PPS: Dass zumindest indirekt etliche Westmächte von Frankreich bis zu den USA diesen fundamentalistischen Vorstoß unterstützt haben, dass linke Journalisten sie zum Teil bis heute unterstützen, lässt ebenfalls an der menschlichen Vernunft zweifeln. Allerdings scheint gerade der fundamentalistische Vorstoß jetzt zunehmend und rasch im Westen die Augen zu öffnen. Es geschieht ja kein Unheil, dass nicht irgendwie auch Sinnvolles brächte.

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Ergänzung:

Kommentator Anton Volpini schreibt zu http://www.andreas-unterberger.at/2014/06/acht-lehren-aus-vier-neuen-kriegen/   (13.6.):

Ich sehe nicht, daß die Menschheit irgendwelche Lehren aus vergangenen Kriegen gezogen hätte.

Gerade im Gegenteil, denn es brennt mittlerweile überall.

Aber anders als die Kriege des 20. Jahrhunderts sind es diesmal gewaltsame Auseinandersetzungen verschiedener Interessensgruppen und nicht die der Staaten, bis auf eine Ausnahme…..

Krieg nennt man im herkömmlichen Sinn die militärische Austragung von Interessen konkurrenzierender Staaten.

Die USA haben in den letzten Jahrzehnten viele solcher Kriege geführt. Keiner dieser Kriege diente aber zur Verteidigung des amerikanischen Territoriums. Solange die Bedrohung des real existierenden, menschenvernichtenden Kommunismus vorhanden war, sind auch alle diese Kriege von der „westlichen“ Welt legitimiert worden, denn man fühlte sich überall bedroht.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ging aber diese Legitimation verloren. Die USA waren als einzige militärische Supermacht dieser Welt übrig geblieben, und konnten ab sofort, ohne Kontrolle einer anderen militärischen Supermacht, beginnen ihre eigenen geopolitischen Interessen mit militärischer Gewalt durchzusetzen.

Was sie auch weidlich ausgenützt haben.

Dennoch haben sich die USA, als ehemalige Supermacht des Völkerrechts, in allen Brandherden dieser Welt bemüht, Bündnispartner anderer Staaten mit einzubeziehen, was bis zum Afghanistankrieg auch stattgefunden hat.

Aber mit diesem Krieg, und in Ansätzen schon vorher im Irak, ist ein Stilbruch des Völkerrechtsverständnisses der USA passiert.

Die USA, und damit meine ich nicht das amerikanische Volk, sondern die dort herrschende politische Kaste mit Unterstützung von CIA, NSA und den anderen 14 Geheimdiensten, haben den gewaltsamen Interessenkonflikt mit anderen als militärischen Mitteln begonnen, welche das Völkerrecht und auch das amerikanische Recht mit Füßen treten.

Sie lagern die Kampfhandlungen auf privat geführte Söldnertrupps aus. Sie tun das, was man in der Wirtschaftneuhochdeutsch Outsourcing nennt.

Diese Söldner sind keiner Genfer Konvention mehr verpflichtet oder dem Haager Abkommen und unterliegen nicht mehr dem militärischen Gerichtstribunal der US-Armee. Sie können ohne Rücksicht auf irgendwelches Recht ungestraft jede Kriegsschweinerei begehen. Die politischen Aktien von Firmen wie Blackwater sind seitdem hoch im Kurs.

Auf der scheinbar anderen Seite haben wir radikalisierte Moslems, deren religiösen Auftrag darin besteht, alle Andersgläubigen zu töten. Oder es werden einfach andere Feindbilder durch die bezahlten Medien geschaffen, um der Blackwater-Geopolitik zum Erfolg zu verhelfen.

Dadurch haben die USA eine Bedrohungslage geschaffen, die mehr einem Krieg wie dem Dreißigjährigen gleicht als denen des letzten Jahrhunderts.

Wir in Europa werden uns vorsehen müssen, denn alle europäisch-muslimischen Gotteskrieger, die in arabischen Ländern eingesetzt sind, werden, so sie überlebt haben, gut „trainiert“ nach Europa zurückkommen. Und unter generalstabsmäßiger Planung von Blackwater funktionieren, so wir nicht funktionieren, wie es die Firma will!

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Ergänzung 23.6.2014:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/us-aussenpolitik-sieben-staaten-in-fuenf-jahren-seite-all/10036758-all.html   (13.6.):

Ist das, was derzeit im Irak passiert, Folge eines amerikanischen Masterplans, der gründlich daneben gegangen ist? Vieles spricht dafür – und ein Ende ist nicht abzusehen.

… Das Ganze sei ein „kolossales Versagen der amerikanischen Sicherheitspolitik.“

Das sieht Wesley Clark, US-General im Ruhestand, auch so. Allerdings hat er die Ursachen ganz woanders ausgemacht. In seiner Biografie und bei einer Veranstaltung des Commonwealth Club in San Francisco erzählte er bereits 2007, was wirklich passiert sei.

Kurz nach dem Terroranschlag auf die USA 2001 war Clark im Pentagon, als ihn ein Pentagon-Mitarbeiter, den er kannte, in sein Büro bat und ihm eröffnete, dass die USA den Irak angreifen werde. Auf die Frage warum, antwortete der nur „Wir wissen es nicht“. Der Irak werde auch nicht mit dem Anschlag auf das World Trade Center in Zusammenhang gebracht. Wochen später habe er den Offizier wiedergetroffen und gefragt, ob es bei dem Plan bleibe. „Es wird noch viel schlimmer“, habe der geantwortet und ihm von einem geheimen Memo des Verteidigungsministers berichtet: „Wir werden sieben Staaten in fünf Jahren zerstören“.

In dem Memo werden Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran genannt. In dieser Reihenfolge. „Unser Land war in die Hände einer Gruppe von Männern, Paul Wolfowitz, Dick Cheney, Donald Rumsfeld und anderen, geraten, die den mittleren Osten destabilisieren, ins Chaos stürzen und unter unsere Kontrolle bringen wollten“, resümiert der heute 69-jährige pensionierte General und Vietnam-Veteran.

Das mit dem Chaos hat jedenfalls funktioniert, das mit der Kontrolle weniger. …

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4 Antworten zu Der Westen destabilisiert den Nahen Osten

  1. LichtWerg schreibt:

    Ist doch Sinn der Sache .. und Gauck wird’s dann richten!

  2. LichtWerg schreibt:

    Hat dies auf LichtWerg rebloggt.

  3. Arcturus schreibt:

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  4. Attila Varga schreibt:

    Wenn man sich die Folgen der Anglo-Amerikanischen Politik in der islamischen Welt ansieht, könnte man meinen, Bush und Obama sind salafistische Schläfer. Überall, wo diese Giganten der Demokratie eingriffen, waren Chaos, Christenverfolgungen und die Errichtung salafistischer „Fürstentümer“ die Folge.

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