Inklusion: „Wenn Ausnahmen zur Regel werden.“

Andreas Rödder: http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/gesellschaft-wohin-fuehrt-die-kultur-der-inklusion-13030838.html   (6.7.):

Inklusion richtet sich auf mehr als gemeinsamen Schulunterricht von Kindern mit und ohne Behinderung oder schlichte Integration von bislang Benachteiligten in die bürgerlich-liberale Ordnung. Es ist die Ordnung selbst, die verändert werden soll.

Ein Comicspot der Aktion Mensch bringt es auf den Punkt: „Wenn Ausnahmen zur Regel werden – das ist Inklusion.“ Der Punkt ist: Inklusion ist mehr als die Frage, ob Kinder mit Down-Syndrom ein Gymnasium besuchen können, über die in der deutschen Öffentlichkeit kontrovers und emotional diskutiert wird. Inklusion ist, so die These, „wenn anders sein normal ist“. Und das geht weit über körperliche oder geistige Behinderungen hinaus.

Dass „anders sein normal ist“, gilt zum Beispiel für Homosexualität, die in jüngster Zeit in weiten Teilen der westlichen Welt ihre gesellschaftliche Emanzipation erfährt. Schon 2006 hatte das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Deutschland das Ziel vorgegeben, Benachteiligungen aufgrund von Rasse, Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität zu verhindern und zu beseitigen. Dass Antidiskriminierung in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, zeigt exemplarisch der Profifußball, der zu einem Vorreiter von Kampagnen gegen Homophobie und Ausländerfeindlichkeit geworden ist.

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4 Antworten zu Inklusion: „Wenn Ausnahmen zur Regel werden.“

  1. Elisabeth schreibt:

    „Die Kultur der Inklusion“ führt direkt in den Alkoholismus oder ins Krankenhaus. Inklusion (welch Illusion!) will geistigbehinderte Menschen ja in Wohnverhältnisse verfrachten (ehrlicher ABSCHIEBEN) , wo sie allein (unter sich) leben. „Selbstbestimmung“ heißt das Lügenwort. Denn wer von Nichtbehinderten wählt denn einen derart „rechtsfreien“ Raum? um mit Behinderten „inklusiv“ zu leben/wohnen/arbeiten? Oder verbringt die Freizeit mit ihnen? Welcher („christliche“) Firmeninhaber stellt einen „Downie“ ein?
    Gestern ein HR-TV-Beitrag über einen WG-Bewohner, der auf den Rosé-Wein-Geschmack gekommen ist. Er kauft sich mal eben sechs Flaschen in Selbstbestimmung für einen schönen Feierabend. Wer sollte es auch verhindern?
    Ich kenne einen weiteren Fall einer solchen Inklusion, wo die junge Frau mit Epilepsie-Anffällen ins Akutkrankenhaus gekommen ist, weil sie nicht sorgsam (allein) ihre Medikamente eingenommen hatte. Mehr muß man dazu nicht sagen! Doch. Hamburg z.B. K Ü R Z T: Sprechen Sie mal mit „Betreuern“ z.B. von „Max sowieso“, die einmal pro Woche für eine Sozialstunde die WGs besuchen…Besser draussen vor der Tür stehen, weil kranke Bewohner kaum aus dem Bett kommen… SKANDAL!

  2. Elisabeth schreibt:

    Ist mein Empfinden so anders? Sind die bekannten Behindertenwerkstätten nicht oft nur RUMPELKAMMERN? „Funktional“. Fern ab von jeder „Atmosphäre“? Nein, sie dürfen auf keinen Fall „Wohlfühlorte“ sein….Nicht freundlich. Sie müssen häßlich, unübersichtlich, ja horrormäßig abstoßen.
    Und sind die Wohneinrichtungen nicht VERWAHRANSTALTEN? Oft fehlt tatsächlich der Aspekt der „Ganzheitlichkeit“…Dem GANZEN Menschen wird nicht Rechnung getragen. Bequemer und billiger ist es zu medikamentieren, sedieren….Das Wichtigste ist es, den Menschen an ein Kleinklein-Regelwerk anzupasssen. WER hat das eigentlich ausgeheckt? Frauen?
    Es gibt nur den Wechsel zwischen MONOTONER Werkstatt (die, heute getrieben auch für den Ersten Arbeitsmarkt zu konditionieren) und ÖDER Behausung (wo kaum noch etwas stattfindet) FREUDE und Freizeitaspekte muß man „selbstbestimmt“ organisieren 🙂 Hahaha! Glück hat, wer weningstens abwechslungsreiches Essen bekommt oder halbwegs zuverlässig seine Medikamente!
    Wann und ob die Betten frischbezogen werden, der Papierkorb gelehrt….tja…

    Wundert es, wenn „geistigbehinderte“ Menschen psychische oder psychosomatische Erkrankungen entwickeln? Verhaltensprobleme aufzeigen? Darauf wird selten mit Psychotherapie reagiert. Allenfalls mit Psychiatrisierung und Psychopharmaka.

  3. Nichtmehrwählerin schreibt:

    Lügenwort Inklusion
    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2014-08/inklusion-behinderte-schulen-kramp-karrenbauer-replik?commentstart=33#cid-3890223

    Am schäbigsten sind meistens die Kommentare…“des Volkes Meinung“ so wie im Falle des Spiegel-online-Artikels „Wolln ma tratzen“….

  4. Pingback: Sackgasse Inklusion | Kreidfeuer

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