Slowakei: Kampf um die klassische Familie

http://www.kath.net/news/47423   Slowakei: Spannungen zwischen Präsident und Bischöfen wegen ‚Homo-Ehe‘   (5.9.):

Eine Kontroverse zwischen den katholischen Bischöfen und Staatspräsident Andrej Kiska belastet derzeit das Staat-Kirche-Verhältnis in der Slowakei: Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Präsident Kiska den Verfassungsgerichtshof angewiesen hat, eine von der Kirche mitgetragene Initiative zu einem Referendum gegen die „Homo-Ehe“ auf Verfassungsmäßigkeit zu prüfen. Der Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislav Zvolensky, ließ in einem Statement am Donnerstag Verärgerung über Kiska durchblicken. Die Bischöfe seien „von seiner Entscheidung überrascht“ und nähmen sie „zur Kenntnis“, so Zvolensky.

Weiter heißt es, die Bischofskonferenz werde „weiterhin in der maximalen Unterstützung des grundlegenden und unersetzlichen Modells der Familie als Gemeinschaft eines Mannes und einer Frau fortfahren, die die Voraussetzung für eine natürliche menschliche Entwicklung der Kinder“ sei. Es sei „offensichtlich“ – so Erzbischof Zvolensky –, „dass die Institutionalisierung anderer Verhaltensweisen auf Familienniveau eine grundsätzliche Störung der Gesellschaft in ihren Grundlagen“ darstelle.

Im von der kirchennahen „Allianz für die Familie“ angestrebten Referendum sollten die Bürger befragt werden, ob sie vier Fragen zustimmen. Diese betreffen die Definition der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, das Verbot einer „Aneignung, Adoption und nachfolgende Erziehung“ von Kindern durch Paare gleichen Geschlechts, die Nichtzuerkennung von besonderem Schutz für „andere Zusammenlebensformen außer der Ehe“ sowie die Respektierung eines elterlichen Nein zur Teilnahme am „Unterricht im Bereich des Sexualverhaltens oder der Euthanasie“. …

Die „Allianz für die Familie“ hält ihren Kritikern entgegen, dass niemand durch das Referendum in seinen Rechten beschnitten, sondern nur die derzeitige Rechtslage dauerhaft festgeschrieben werden solle. Dass in der Verfassung seit dem 1. September ohnehin festgehalten sei, dass nur die Verbindung von Mann und Frau eine Ehe darstelle, genüge nicht.

Kritik äußerte die Allianz darüber hinaus an den widersprüchlichen Signalen, die der Präsident durch sein Verhalten sende: Habe sich Kiska im Wahlkampf für eine direkte Demokratie stark gemacht, so habe er nun „den Menschen die Möglichkeit genommen, ihre Meinung zu äußern und sich gegen den juristischen Aktivismus der europäischen Gerichte und gegen die Genderideologie rechtzeitig zu wehren“, so der Hauptsprecher der Allianz, Anton Chromik.

Erstmals in der Geschichte der Republik sei ein Referendum von den Bürgern auf direktem Weg erzwungen worden, erklärte Chromik. Die bisherigen sieben Referenden waren von politischen Parteien ausgegangen. Jetzt sei Andrej Kiska „der erste Präsident, der einer politischen und juristischen Lösung den Vorzug“ gebe. …

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Ergänzung 4.2.2015:

http://diepresse.com/home/panorama/welt/4643129/Slowakei_Referendum-gegen-HomoRechte (20.1.):

Am 7. Februar wird in der Slowakei über die Volksinitiative „Schutz der Familie“ abgestimmt. Sie stemmt sich präventiv gegen die Gleichberechtigung Homosexueller, etwa bei Adoptionen. …

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http://www.katholisches.info/2015/02/04/volksbefragung-slowakei-fuer-die-familie-gegen-die-gender-ideologie/:

(Preßburg) Die Kirche in der Slowakei ruft die Bevölkerung auf, das Mittel der direkten Demokratie zu nützen und bei der Volksbefragung am kommenden 7. Februar für den Schutz der Familie, des Elternrechts und der Kinder zu stimmen und die Gender-Theorie abzulehnen. …

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http://de.radiovaticana.va/news/2015/02/04/papst_unterst%C3%BCtzt_slowakische_volksabstimmung_zum_%E2%80%9Eschutz_de/1121466 Papst unterstützt slowakische Volksabstimmung zum „Schutz der Familie“:

Papst Franziskus hat der slowakischen Kirche seine Unterstützung für die bevorstehende Volksabstimmung zugesichert. Am 7. Februar stimmen die Slowaken per Referendum über den Vorrang des Schutzes der Familie ab. Dabei geht es auch um eine Nichtausweitung der Rechte homosexueller Menschen. Das Referendum wurde von einer kirchennahen Bewegung beantragt. Wörtlich sagte der Papst in seinem Grußwort an slowakische Teilnehmer der Mittwochs-Generalaudienz: „Ich möchte meine Wertschätzung gegenüber der gesamten slowakischen Kirche ausdrücken und sie in ihren Anstrengungen für die Verteidigung der Familie, der Lebenszelle unserer Gesellschaft, ermutigen!“

Bei dem Referendum sollen die Bürger nach dem Willen der kirchennahen „Allianz für die Familie“ unter anderem das Adoptionsrecht für Homosexuelle ablehnen. Ein Recht auf Kindererziehung dürfe es nur in der Familie geben, die auf der Ehe zwischen Mann und Frau basiere, so die Position der Allianz. Zudem solle der verpflichtende Sexualkundeunterricht an den Schulen abgeschafft werden.

Durch die Volksabstimmung in der Slowakei sei eine „Volksdebatte“ entstanden, so der Sprecher der Allianz, Anton Chromik, im Interview mit dem tschechischen Nachrichtenportal „Aktualne.cz“. Es gebe viele Befürworter, aber auch spürbaren Widerstand. Drei Fernsehsender, darunter auch die öffentlich-rechtliche RTVS sowie die kommerziellen Markiza und Joj2 haben sich geweigert, einen gegen die Adoption durch gleichgeschlechtliche Partner gerichteten „Allianz“-Werbespot zu senden.

In den slowakischen Medien stößt das Referendum mit wenigen Ausnahmen auf Ablehnung. So werden etwa die Gottesdienstübertragungen in öffentlich-rechtlichen Medien, in denen zur Teilnahme am Referendum aufgerufen wird, von vielen als Missbrauch der Religionsfreiheit auf Kosten der Steuerzahler bezeichnet.

Für die Gültigkeit des Volksentscheids ist die Teilnahme von mindestens fünfzig Prozent der Wahlberechtigten erforderlich. Laut Prognosen sollen 35 Prozent fest entschlossen sein, zu den Urnen zu gehen, 25 Prozent überlegen noch. …

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2 Antworten zu Slowakei: Kampf um die klassische Familie

  1. Hebel schreibt:

    Im Gegensatz zu einem Kind in einer Vater-Mutter-Gruppierung, erleidet das in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung heranwachsende Kind eine gewisse Deprivationssituation, da ihm der enge Kontakt mit der Gegengeschlechtlichkeit verwehrt bleibt und somit eine Art Freiheitsentzug vorliegt.
    Hirnphysiologische Gegebenheiten weisen auf die Bedeutung gegengeschlechtlicher Erziehung und damit auf die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit gegengeschlechtlicher Spiegelung für spätere Stressverarbeitung, Bindungsfähigkeit und emotionale Zwischenmenschlichkeit hin.

    Eine wesentliche neurophysiologische Basis für dieses wichtige Verhalten stellen die so genannten Spiegelneuronen dar, welche zur Grundausstattung des Gehirns gehören. Sie geben bereits dem Säugling die Fähigkeit mit einem Gegenüber Spiegelungen vorzunehmen und entsprechen so dem emotionalen Grundbedürfnis des Neugeborenen. Man geht davon aus, dass diese Spiegelneurone zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr voll entwickelt sind. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Fähigkeit zu spiegeln optimal und intensiv im familiären Bezugskreis (Mutter oder Vater) genutzt wird. Wie bei allen Nervenzellen im Entwicklungsstadium gegeben, gehen auch die Spiegelneuronen bei mangelnder Anregung zu Grunde („Use it or lose it“).
    [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4]

  2. Pingback: Slowakei 7.2.: Referendum zum Schutz der Familie | Kreidfeuer

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