Sebastian Kurz verlangt Einheits-Koranübersetzung

Na, da kann man gespannt sein, wie sich dieser Gedanke entwickelt.

http://www.heute.at/news/politik/art23660,1072633   Kurz will einheitliche Koran-Übersetzung   (20.9.):

ÖVP-Integrationsminister Sebastian Kurz will im Islamgesetz auch eine einheitliche deutsche Koran-Übersetzung für Österreich verankern. Damit sollen unterschiedliche Interpretationen vermieden werden. „Offizielle Stelle“ dafür soll die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich sein.

„Wir werden da mit Nachdruck dahinter sein“, so Kurz gegenüber Ö1. Er will die entsprechende Bestimmung in der baldigen Neufassung des Islamgesetzes verankert sehen. „Es gibt unzählige Übersetzungen, unzählige Interpretationen“ des Koran. Doch zum einen habe „es sich die Mehrheitsbevölkerung verdient zu wissen, was der Glaubensinhalt ist“, andererseits sei es auch im Interesse der Glaubensgemeinschaft, dass nicht „viele Worte falsch interpretiert und wiedergegeben werden“. Auch sie leide unter „teilweisen Fehlinterpretationen“ des Koran, die Extremismus fördern könnten.

Die IGGiÖ sei für die Regierung der „wichtigste Partner“ in der Bekämpfung von islamistischen Entwicklungen, betonte Kurz weiters — auch wenn er verstehe, dass sie „die Erwartungen nicht zu hoch legen möchte“. Zuletzt hatte der Vorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Fuat Sanac, deren Einfluss auf radikale Strömungen in Österreich als begrenzt geschildert.

„Kaum möglich“

Die IGGiÖ räumt zwar ein, dass es ein „gemeinsames Interesse“ gegen den Missbrauch religiöser Texte und Begriffe gebe. Laut ihrer Sprecherin Carla Amina Baghajati ist es aber kaum möglich, die eine „richtige“ Koran-Übersetzung zu finden. Es handle sich aber um ein „sehr komplexes Thema“, nicht zuletzt aus linguistischen Gründen: Im Arabischen hätten Wörter oft ein viel größeres „Bedeutungsspektrum“, eine allgemeingültige Übersetzung sei kaum zu finden.

Wichtig sei, sowohl die Exegese, also die Auslegung der Schriften, als auch den Kontext miteinzubeziehen. …

http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/islamischerstaat/sn/artikel/kurz-will-einheitliche-koran-uebersetzung-121542/   (20.9.):

… Die IGGiÖ selbst hat Kurz‘ Vorstoß vorsichtig kommentiert. Es gebe ein „gemeinsames Interesse“ gegen den Missbrauch religiöser Texte und Begriffe, sagte SPÖ-Politiker und IGGiÖ-Integrationsbeauftragter Omar Al-Rawi ähnlich. „Eine Übersetzung des Koran ist auch nur eine Interpretation. Es hängt nicht davon ab, wie man den Koran übersetzt, sondern was man aus ihm ableitet“, erklärte er auf SN-Anfrage. Die IGGiÖ setze alles daran, dass sich der Weg der Mitte und der Mäßigung durchsetze. …

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Ergänzung:

Wolfram Schrems: http://www.andreas-unterberger.at/2014/09/terror-ausfluechte-und-das-gute-klima-ij-forderungen-an-das-neue-islamgesetz/   (18.9., also vor Sebastian Kurz):

… In die anstehende Novelle des Islamgesetzes soll daher zumindest folgende Forderung hineingenommen werden: Offenlegung der Glaubensquellen, besonders ihrer praktischen Konsequenzen (Sharia), in verbindlicher deutscher Übersetzung!

… Aus islamischer Sicht ist übrigens die Darstellung des Glaubensgutes in deutscher Sprache ja auch möglich. Dort ist es sogar möglich, den Korantext an sich zu übersetzen. Ein Beispiel dafür ist das im islamischen Religionsunterricht in Österreich für einige Jahre gebrauchte Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ des maßgeblichen sunnitischen Predigers Yusuf al-Qaradawi (ansässig in Katar) im SKD Bavaria Verlag, München, 4. Auflage 2003.

Nachdem es sich bei dem besagten Autor nicht um eine unbedeutende Person handelt, kommt seinen Aussagen aber so und anders großes Gewicht zu, besonders von islamischer Seite selbst.

In diesem Buch schreibt er z. B. zum Thema Jihad:

„Die Eltern zufrieden zu stellen, ist im Islam so wichtig, dass der Sohn sich nicht freiwillig, ohne die Erlaubnis der Eltern, zum Dschihad melden darf, obwohl der Kampf für Allahs Sache (Dschihad fi-Sabili-llah) so großen Verdienst im Islam bewirkt, dass der Verdienst dessen, der die ganze Nacht betet und den Tage (sic) lang fastet, nicht daran heranreicht“ (Qaradawi, 326).

Wenn es aber wirklich so wäre, wie man uns immer wieder weismachen will, dass Jihad hauptsächlich „inneren Kampf“ bedeuten würde, dann würde man ja nicht die Eltern um Erlaubnis fragen müssen.

Unzweideutig ist die Haltung zum Austritt aus dem Islam:

„Bei Abkehr vom Islam, nachdem man ihn freiwillig angenommen hat und später auf solche Art offene Auflehnung kundtut, die die Zusammengehörigkeit der muslimischen Gemeinschaft bedroht, ist ein Verbrechen, das mit dem Tod bestraft wird“ (453).

Es wird also in einem Buch, das für einige Zeit zum islamischen Religionsunterricht zugelassen war, ganz klar die Todesstrafe für Menschen, die den Islam verlassen, als vom islamischen Selbstverständnis vorgeschrieben deklariert.

Dazu zitiert Qaradawi über das ganze Buch verteilt etliche Passagen aus dem Koran, die selbstverständlich in deutscher Sprache wiedergegeben werden. …

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Ergänzung 4.10.2014:

http://www.andreas-unterberger.at/2014/10/islamgesetz-manch-kluges-manch-absolut-unakzeptables/   (2.10.):

Die Bundesregierung präsentiert einen Entwurf für ein Islamgesetz. Der Text macht auf den ersten Blick einen halbwegs positiven Eindruck. Freilich bleiben schon jetzt viele Fragen offen. Und manches müsste im Parlament noch dringend geändert werden.

Überaus positiv ist, dass Imame und ähnliche Funktionsträger künftig nicht aus dem Ausland bezahlt werden dürfen. Das ist vor allem in Anbetracht der Tatsache lobenswert, dass viele dieser Imame derzeit de facto türkische Staatsbeamte sind, die völlig unkontrolliert in Schulen und Moscheen ihr Unwesen treiben konnten. Wer glaubt, dass die im Zweifel zu Österreich und nicht zur Türkei loyal sind, der ist über jede Schmerzgrenze hinaus naiv.

Nur: Hält diese Regelung auch? …

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Ergänzung 5.10.2014:

http://www.pi-news.net/2014/10/orf-interview-mit-hamed-abdel-samad-der-islam-ist-eine-tickende-zeitbombe/   (3.10.):

Der ORF befragte gestern den Politologen, Schriftsteller und momentan wohl bedeutendsten Islamkritiker im deutschsprachigen Raum, Hamed Abdel-Samad, zum in Österreich verabschiedeten Islamgesetz. Er nahm erneut kein Blatt vor den Mund und warnte eindringlich vor den existentiellen Gefahren, die vom Islam ausgehen:
http://livingscoop.com/watch.php?v=MzY3MA   (3.10.   8 min)

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5 Antworten zu Sebastian Kurz verlangt Einheits-Koranübersetzung

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:
  2. Adnan schreibt:

    Die IGGiÖ sei für die Regierung der “wichtigste Partner” in der Bekämpfung von islamistischen Entwicklungen…
    Solange jemand derartigen Unsinn verbreitet, kann ads Thema nicht ernsthaft behandelt werden.
    Die IGGiÖ ist eine Ansammlung von Extremisten und Terroristen. Mit Sicherheit aber kein Partner.

  3. Pingback: Panikmache in Islamdebatte? | Kreidfeuer

  4. Pingback: Österreich: Islamgesetz neu | Kreidfeuer

  5. Dieter schreibt:

    Solange von der Islam-Lobby der Standpunkt vertreten wird, daß der Koran die einmalige und für alle Zeiten gültige Offenbarung des einzig wahren Gottes sei, und daß die dabei geoffenbarten Gesetze jedes irdische Recht brächen (!) – so lt. eines in einer dt.Moschee ausliegenden Flyers für nichtmuslimische Besucher – sollte man einmal ernsthaft über ein generelles Verbot dieses Buches nachdenken, denn es steht, was Gewalt gegen Andersgläubige anbetrifft, dem des Anstreichers, der mit seinen wirren Thesen -hier waren es “ Minderrassige“ – die Welt in Brand steckte, in nichts nach.

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