Die Lüge von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/vereinbarkeit-familie-beruf-luege-gastbeitrag   Wieso Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind   (2.10.):

Wer Kinder hat und Karriere machen möchte, zahlt einen hohen Preis – besonders als Frau. Es ist beschönigend, von einer Vereinbarkeit zu sprechen. Denn die gibt es nicht. Ein Gastbeitrag von Susanne Garsoffky und Britta Sembach

Familie, Beruf, Freunde – man muss nur diszipliniert und organisiert genug sein, dann ist doch heute alles möglich, dann ist alles zu vereinbaren. Dies ist eine Lüge. „Vereinbarkeit“: Allein das Wort ist eine Beschönigung. Denn es gibt nur ein Nebeneinander zweier völlig unterschiedlicher Lebensbereiche, die sich, wenn man sie gleichzeitig ausübt, einfach addieren. Weil sie genau dieselben Anforderungen an uns stellen; in der Familie und im Beruf sollen wir allzeit verfügbar, flexibel und immer auf die Sache konzentriert sein. Solange der Tag nur 24 Stunden hat und man zwischendurch auch noch schlafen und essen möchte, kann das nicht gut gehen. Und so hat es letztlich nur mit den individuellen Lebensumständen, dem Umfeld und der Leidensfähigkeit jeder und jedes Einzelnen zu tun, wann genau das Fass überläuft. …

… Hören wir endlich auf, die „Vereinbarkeit“ als ein rein individuelles Problem zu sehen, an dem jeder und jede aus persönlicher Unzulänglichkeit verzweifelt. Schauen wir uns genau an, unter welchen Umständen Familien in Deutschland diesen Spagat leben müssen – und ändern wir diese, bevor wir Eltern weiter auffordern, sich selbst und ihre Kinder immer weiter zu optimieren. Erkennen wir an, dass Familienarbeit eine ernstzunehmende, aufwändige und gesellschaftlich existentielle Arbeit ist – und hören wir auf, diejenigen zu bestrafen, die sich dafür entscheiden – oft genug ja nur für eine begrenzte Zeit. Hören wir auf damit, nur Erwerbsarbeit einen Wert beizumessen, weil diese Haltung alle anderen Arbeiten gnadenlos entwertet. Machen wir die Gesellschaft fit für die On-off-Biografie! Einen Lebenslauf also, in dem Phasen der Erwerbsarbeit immer wieder mit Phasen der Familienarbeit abwechseln können, von der Gesellschaft getragen und den Unternehmen gefördert. Denn nur so können wir dem Fachkräftemangel begegnen und gleichzeitig Menschen Mut zur Familie machen. Viel zu viele hat dieser Mut längst verlassen. …

http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Alles-ist-moeglich-Luege-Wieso-Familie-und-Beruf-nicht-zu-vereinbaren-sind/Susanne-Garsoffky/e451880.rhd

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3 Antworten zu Die Lüge von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  1. Elisabeth schreibt:

    Johannes Resch gibt eine Presse-Info zum Focus-Artikel heraus. „Verrat an der Familie“
    Der nachfolgende Link offenbart auch den Standpunkt der Evangelischen Kirche cc Betreuung
    „Die Diakonie der Evangelischen Kirchen in Deutschland hat sich schon mehrmals gegen das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder selbst betreuen, gewandt.“
    http://familienarbeit-heute.de/?cat=31

    In Hamburg weigert sich der Senat den Betreuungsschlüssel von 1 Erzieher zu 7 Kleinkindern zu verbessern. (Gefordert sind 1:4)

    (Na, dann freuen wir uns mal, dass die Zahl der Milliardäre in diesem Land zunimmt…Profiteure der Finanzkrise…z.B. die Geld-Scheffler der Wirtschaft …The Winner is: Contin…
    Family of the year…)

  2. Elisabeth schreibt:

    Mal ehrlich. Wenn ich sieben Kinder hätte (bin nur 6-fach Gebärende), ob die stolz wären auf eine Mutter, die K R I E G S M I N I S T E R I N ist ????? vdL läßt sich gern ablichten als Lichtgestalt, wie jüngst in Hammelburg….fehlt noch der Edellook: Marken-Blazer in Tarn-Design. Cashmere-Socken in Schlamm…

  3. Elisabeth schreibt:

    und erst recht die Lüge von Toleranz, Wohlwollen gegenüber, Integration-Inklusion und Annahme von Menschen, die „etwas anders geraten“ sind! 95? Prozent Aussonderung = Tötung!
    Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit einem behinderten Kind??? Oder abweichend bei vier Kindern?
    (Ausnahmen/Abweichungen nicht gedacht und berücksichtigt im „einzig-segensreichen“ Modell = Mütter in den Erwerb)

    Es geht auch anders: mit Förderung und Unterstützung.
    Bachelor mit Downsyndrom
    http://www.taz.de/Bachelor-mit-Downsyndrom/!147198/
    (die Anzahl der Kommentare dazu – NULL – spiegelt, wie wichtig den Mainstreamern das Thema ist!)

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