ÖVP: Familienbild neu

http://www.falter.at/falter/2014/09/16/wir-haben-keine-zeit-fuer-schlechtes-gewissen/:

Die Familienministerin kann jetzt endlich laut nachdenken. Ein Gespräch mit Sophie Karmasin über die neue Freiheit in der ÖVP und ihre Ideen für ein familienfreundliches Österreich …

http://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/newsdetail/C2761/wir_brauchen_kein_neues_familienbild   (25.9.):

Andreas Henckel von Donnersmarck zur Suche der ÖVP nach einem neuen Familienbild

Familie ist die älteste Gemeinschaft der Welt, weder der Staat noch die Kirche haben sie erfunden. Sie ist das Rückgrat unserer Gesellschaft und verdient daher, dass man sorgfältig mit ihr umgeht.

Unsere Gesellschaft braucht nicht ein neues Familienbild, dringend notwendig wäre vielmehr, die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit neu zu durchdenken, im Sinne von mehr Nacheinander statt Nebeneinander.

Wirksame Familienpolitik muss die Anliegen der Familien unterstützen und in erster Linie Rahmenbedingungen schaffen, damit z. B. Mütter von Kindergarten- und/oder Schulkindern entsprechend ihren Wünschen erwerbstätig sein können. Ebenso aber gebührt Müttern und Vätern, die sich für Kinder entscheiden, und sie zu Hause erziehen, Wertschätzung und darüber hinaus besondere Anerkennung, auch in Form von Geld. Gerade Mütter von Ein- und Zweijährigen wollen sich aber in den allermeisten Fällen selbst um ihre Kinder kümmern, und gehen nur deshalb arbeiten, weil sie auf das Einkommen angewiesen sind oder sie sich durch ihr soziales Umfeld dazu gezwungen fühlen.

Es würde den politischen Entscheidungsträgern gut anstehen, dieser Tatsache Rechnung zu tragen, denn Familien sind die Ressourcenquelle für die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt. Die Politik kann sich dabei sogar auf Erkenntnisse der modernen Hirnforschung stützen, die längst nachgewiesen hat, dass im Kleinkindalter nichts so wichtig ist und weit vor Bildung kommt wie stabile emotionale Bindung.

Politik, die darauf besteht, dass Eltern sich nicht um ihre Kinder kümmern dürfen, weil sie dringend am Arbeitsmarkt gebraucht werden, ist keine Familienpolitik, sondern vielmehr Interessenspolitik der Wirtschaft und würdigt Elternarbeit herab. Frankreich, das im Artikel als gutes Beispiel erwähnt wird, weist tatsächlich eine höhere Geburtenrate auf, aber die ist keineswegs nur dem dichteren Netz der Kinderbetreuungseinrichtungen geschuldet. Frankreich bietet viel mehr, nämlich auch Geldunterstützung für Tagesmütter und vor allem eine deutlich fühlbare, bis zum dritten Kind zunehmende, steuerliche Entlastung.

Mein Appell an die politisch-mediale Öffentlichkeit lautet deshalb: Nehmen Sie doch endlich zur Kenntnis und artikulieren Sie es auch, dass Familien keine „Lebensorganisations-Diktatur“ wollen! Eltern wollen in einer bestimmten Lebensphase keine Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern die Anerkennung von Familie als Beruf!  

Dafür braucht es in Wirklichkeit keine Anpassung des Familienbildes, es genügt eine ehrliche Familienpolitik zu machen, die den Eltern den notwendigen Raum gibt, sich um ihre Kinder kümmern zu dürfen. Staatlich geförderte Betreuungseinrichtungen werden dazugehören, aber ohne auszublenden, dass Familie selbst ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot darstellt. Dem Wohle des Kindes — unabhängig davon, ob es bei Eltern oder Alleinerziehenden aufwächst – ist bestimmt mehr gedient, ja auch dem Gleichheitsprinzip besser entsprochen, wenn finanzielle Gleichstellung für die Betreuung innerhalb und außerhalb der Familie anerkannt würde. …

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http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/3880745/Keine-Streichung-des-langen-Kindergeldes   (5.10.):

Für ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm ist eine Abschaffung der Kindergeldvariante mit 30 Monaten „kein Thema“. Sie fordert allerdings im Gegenzug Verbesserungen für Mütter bei der Pension:“Erziehung darf nicht bestraft werden.“

In welcher Form und für welche Dauer soll Kindergeld künftig ausgezahlt werden? Eine Arbeitsgruppe befasst sich seit wenigen Tagen im Auftrag von Familienministerin Sophie Karmasin mit der Prüfung der derzeit fünf Kindergeldvarianten und der Umstellung auf ein flexibleres Kindergeldkonto. ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm stellt im Gespräch mit der „Presse“ jedenfalls klar, dass die Langform des Kindergeldes mit 30 Monaten für einen Elternteil, derzeit im Regelfall die Mutter, plus weiteren sechs Monaten für Väter, erhalten bleiben muss: „Es kann eine Streichung der Langform im Sinn der Familie und der Wahlfreiheit nicht erfolgen.“ Sie tritt damit der jüngsten Forderung der Grünen entgegen, die dieses Langzeitmodell abschaffen und den Bezug des Kindergeldes auf zwei Jahre begrenzen wollen. „Das ist für mich kein Thema“, versichert Schittenhelm.

Die ÖVP-Politikerin begründet das nicht zuletzt damit, dass die jetzige 30+6-Monate-Variante bei Frauen und Eltern beliebt sei: „Sie wollen das auch, dass sie länger bei den Kindern bleiben können.“ Speziell Grüne und SPÖ-Politikerinnen sehen hingegen die lange Variante vor allem als Hindernis für einen raschen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Der Prüfung flexiblerer Varianten durch Familienministerin Karmasin steht Schittenhelm offen gegenüber. …

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3 Antworten zu ÖVP: Familienbild neu

  1. heureka47 schreibt:

    Immer wieder nur oberflächliche, rationale, Betrachtungen und Argumentationen.
    Was in Wahrheit gebraucht wird, sind GANZE, HEILE, WAHRE, Menschen.
    Und davon gibt es in der zivilisierten Gesellschaft kaum welche.
    Die große Mehrheit ist davon neurotisch abgetrennt, entfremdet.
    Und deswegen befindet sich die zivilisierte Gesellschaft im Prozeß ihres Unterganges.
    Die Neurose ist aber in jedem Einzelfall grundlegend HEILBAR.
    Ein Vorschlag für den Weg der Heilung steht in meinem Text „Wahre Heilung“ auf http://www.Seelen-Oeffner.de.

    Herzlichen Gruß!

  2. Systemkritik schreibt:

    ich war laaange bei den Kindern…! ! !
    ____________________________

    in den wesentlichen Jahren in evangelikaler Co-Abhängigkeit. (im Wohlstandsevangelium :-))
    Was habe ich als Frau (nun) davon???? Als “alte”, ausrangierte Frau, einerseits in der Welt verachtet von den fanatischen Karriereliesen….
    andererseits (während der Sektenjahre und nur noch schwerlich bis unmöglich danach) nicht für ein soziales Netz gesorgt…eben das baut man auf über Jahre….
    Tja…die geschlossenen Gesellschaften der BRD
    reblogt HS-Blog, CH

    von wegen “weltoffen”
    15. Oktober 2014 um 06:23

    Evangelikale Schulen
    http://www.idea.de/nachrichten/detail/gesellschaft/detail/rekord-fast-36000-kinder-besuchen-evangelikale-schulen-88267.html
    Freut sich der Berichtschreiber unterschwellig, dass der Zulauf zu (NUR?) kirchlichen Schulen rückläufig ist?
    und

    http://www.idea.de/nachrichten/detail/thema-des-tages/artikel/deutsche-evangelische-allianz-weist-fernseh-kritik-zurueck-82943.html

    DER GENERALSEKRETÄR SAGT!….:-)
    Schon sehr unausgewogen, was der Generalsekretär sagt! Negative Erfahrungen in diesen Kreisen haben keinen Platz und fanden kein Gehör.

    was lernt man also dort? “Gott will, dass ich….”
    “Gott will, dass ich nicht ….”
    (will Gott noch was von mir als “alte Frau”???…Gott will, dass ich auf dem Sofa sitze, Gott will, dass ich ein Ehrenamt annehme, Gold will, dass ich von meinem U-Armutsuntergrenze-Einkommen als kinderreiche Postmutter den Zehnten spende, Gott will, dass ich mich ausschließlich einer fundamentalistischen Sektengemeinschaft und einem Betkreis/Hauskreis anschließe…dann soll ER mal!)
    Meine Erfahrung im Evangelikalismus (“Allianz” – evangelish-freikirchlich) war die einer totalen Abschottung, Absonderung, elitäres Bessersichfühlen, Weltverachtung und Diffamierung anderer Glaubensrichtungen, anderer Standpunkte, ja die Herabsetzung von Nachbarschaft, Umfeld und anderer Kirchen am Ort! (Und intern sehr lieblos…jedenfalls den verwandtschaftlichen Umgang mit meinen Kindern betreffend…es galt ja das übergeordnete Ttreatment…die Regeln, die “Ordnung”, die Kandare…dem habe ich meine Kinder aber nicht ausgesetzt…sie haben keinen Bezug mehr dazu)
    Bis zur Desavouierung kirchlicher Schulen. Man redete sie schlecht und mied sie…Schickte seine Kinder in Ermangelung evangelikaler Privvatschulen jedoch auf die hörhere Töchter-Privatschule der Katholiken (während der Prediger sonntags Päpste usw. verhöhnte…)
    Einige eingeborene Gründer-und Spenderfamilien, die viel Geld in der Gemeinde gelassen hatten, gingen selbst einen neuen Weg, da man intern wohl nicht genug Auswahl für Freundschaften hatte…(“Habt keine Freunde in der Welt”) und widmeten sich der charismatischen Erweckungsbewegung….da gab es genug “Ihresgleichen”, Unternehmer und Geldleute….'(genug WOHLSTANDSchristentum somit)

    Ansonsten Miss-Achtung von Entwicklungsstandpunkten und Herkünften. Es ging um Druck zur Gleichschaltung/Gesinnung. Jeder soll seinen Beitrag zur Missionierung anderer (Schlecht-)Christen und Nichtgläubigen leisten.Wer da nicht auf der Hacke mittun kann, ist out. Ebenso, wenn man sich dem zuwendet, was einen ausmacht (wie “der Schöpfer” einen geschaffen hat 🙂 ohne evangelikal geklont zu sein)

    Die deutsche Gesellschaft ist an sich eine Zusammenschließung von vielen wiederum geschlossenen Gesellschaften und Treffpunkten. (von Verein bis Adel) Bist du Mit-Glied, bist du “in” und “zugehörig”. Wer nicht mittut, egal wo, wird fallen gelassen… (oder wer kein Geld hat, kommt erst gar nicht rein) Erstaunlich, dass auf diese (unsolidarische) Weise nun zweimal ein übermenschlicher Akt gestemmt worden ist (nach zweitem Weltkrieg und nach dem Mauerfall) So etwas wird es m.E.ein drittes Mal (nach Zerschlagung der Wirtschaft und Menschenflutung unterschiedlicher Sprachen sowie Auslutschung als Zahlmeister) nicht nocheinmal geben! Dabei werde ich die Berichte derer nicht vergessen, die hier als Flüchtlinge anderer deutscher Gebiete aufgenommen worden sind, wie widerwillig…(oder auch im dänischen Lager, wie bespuckt…und noch nach Jahrzehnten bedacht mit “tyske Swin”….) Die einen saßen auf ihrem Besitz, mit Kartoffeln auf dem Feld, Speck in der Räucherkammer, Obst und Gemüse und GOLD im Keller, die anderen hatten Familie, Haus, Hof, Pferd – eben ALLES verloren und ein gewaltiges Trauma. Gibt es eine Hierarchie von Zuständigkeiten??? Wer zuerst “bluten ” müßte? :- (

    Mit dieser Sicht und dem Blick von dieser Warte aus, frage ich mich, wie “schicksalhaft” Kriege sind.

  3. Systemkritik schreibt:

    noch weitere Inputs aus dem Familiennetzwerk:
    „Das Buch “Die Alles ist möglich-Lüge” beschreibt den unmöglichen Zustand, Familie und Beruf oder gar Karriere zur selben Zeit unter einen Hut bringen zu müssen. Das Buch ist eine Kritik an der Anforderung an junge Eltern, möglichst kurz aus dem Beruf auszusetzen, wenn die ersten Kinder kommen. Denn es ist eben NICHT möglich, genug Zeit für seine Liebsten zu haben und ununterbrochen an der Karriere zu basteln, ohne einen Preis dafür zu bezahlen. Wir müssen Familien mehr Zeit im ganzen Lebensverlauf einräumen, um je nach Lebensphase den unterschiedlichen Anforderungen in Familie und Beruf gerecht werden zu können.“

    „……das Buch des Kollegen Rainer Stadler vom SZ-Magazin. Sein Buch „Vater Mutter Staat. Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören“ erscheint Ende des Monats. Der Verlag hat ein paar Seiten als Leseprobe veröffentlicht:

    http://www.randomhouse.de/Buch/Vater-Mutter-Staat/Rainer-Stadler/e461172.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox
    —–
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article133241164/Ans-Kindergeld-wagt-sich-kein-Politiker-mehr.html

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