Weihnachtliche Gedanken

Jürgen Liminski: http://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2014/das-unerhoerte-wird-wahr/   (24.12.):

Sprechen wir von denen, die Weihnachten ernst nehmen. Sprechen wir nicht vom Konsum, sondern vom Kern des Festes. Herwig Birg formulierte es jüngst bei der Vorstellung seines neuen Buches „Die alternde Republik und das Versagen der Politik“ im Zusammenhang mit der Einwanderungsfrage so: „Deutschland ist ein christliches Land, und ich meine, es sollte auch christlich bleiben.“ Darum geht es. Wie christlich ist Deutschland noch?

… Das Gerede von dem einen Gott, an den alle Monotheisten glaubten, verliert sich in der unterschiedlichen Sicht der Gottesbilder. Allah zum Beispiel ist kein liebender Gott, der sich, Mensch geworden, in die Verfügungsgewalt von Mitmenschen begeben würde. Allah in der Krippe – für Moslems ein blasphemischer Gedanke. Ebenso blasphemisch und unvorstellbar ist für den orthodoxen Islam ein Gott, der alle Menschen liebt und sie als freie Menschen will.

… Es wäre müßig, darauf hinzuweisen, daß viele C-Politiker es mit dem Ernstfall des Glaubens nicht so ernst nehmen, sonst gäbe es wenigstens eine Diskussion um den Dauerskandal der Abtreibung und bekenntnisreichere Ansätze bei familien- und biopolitischen Themen. Um so stärker stehen die Kirchenführer hier in der Verantwortung, nicht nur an Weihnachten Orientierung zu bieten, damit Deutschland seinen christlichen Charakter nicht ganz verliert.

Das Predigen von Toleranz reicht nicht. Wer wirklich tolerant sein will, muß auch seine eigene Position, seinen eigenen Glauben kennen. In diesem Sinn ist Weihnachten mit den vollen Gotteshäusern eine Chance, den Ernstfall des Glaubens nahezubringen. Das wäre sinnvoller und für das Zusammenleben mit Andersgläubigen wirkungsvoller als das eilfertige Verurteilen von Bürgern, die aus verständlicher Angst vor dem Verlust abendländischer Sicherheiten auf die Straße gehen oder die laue Mittelmäßigkeit der politischen Klasse satt haben.

… Dagegen wird man in den Ansprachen zu Weihnachten vermutlich wieder gute Wünsche für das Fest der Familie hören. Geschenkt. Es wäre glaubwürdiger, würde man eine Familienpolitik – und nicht eine Familienmitgliederpolitik – betreiben, die dem Staat die Gestaltung der  Rahmenbedingungen überläßt und den Familien echte Wahlfreiheit. Die Krippe ist, wie vor zweitausend Jahren, nur ein Notbehelf. Das Reden von der Vereinbarkeit ist Heuchelei, solange es nicht gerecht zugeht zwischen denen, die Kinder haben, und denen, die keine wollen. Hier lebt Deutschland in einem permanenten Verfassungsbruch. …

… Der Dichter Novalis (1772–1801), bedeutendster Vertreter der deutschen Frühromantik, meinte einmal: Kinder sind sichtbargewordene Liebe. …

… Oder um mit Paul Kirchhof zu sprechen: „Wer das Glück sucht, findet die Familie.“ …

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