Familie: Abkehr vom Vollzeit-Erwerbszwang?

Ein kleines Lichtlein am Horizont:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-01/andrea-nahles-vereinbarkeit-von-familie-und-beruf   (7.1.):

„Über dieses angebliche Ideal, beide arbeiten Vollzeit und sind glücklich dabei, kann ich nur lachen“, sagte die Arbeitsministerin der ZEIT. Die SPD müsse umdenken.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles will die Grundlagen der SPD-Familienpolitik neu definieren. Dass in einer Beziehung beide Vollzeit arbeiten, sei „über die Jahre die Zielvorstellung, ja geradezu die Idealisierung der SPD gewesen“, sagte die Ministerin in einem Interview mit der ZEIT. „Mittlerweile begegne ich aber immer mehr Menschen, die sich sorgen, dass die Arbeit alles andere in ihrem Leben erschlägt“, sagte Nahles. Diese Menschen würden gern Teilzeit arbeiten oder auch mal von zu Hause aus.  „Die wünschen sich mehr Flexibilität.“

Darauf müsse eine Partei wie die SPD Antworten geben. „Wie wollen wir als Arbeiterpartei unsere Rolle in der modernen Arbeitswelt definieren? Darum geht es“, sagte die Sozialdemokratin. Sie wolle daher in diesem Jahr die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Mittelpunkt ihrer Politik stellen. …

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Ergänzung:

Felix Honekamp: http://www.freiewelt.net/idealbild-familie-10052621/   (22.1.):

Das Thema “Familie” ist wieder im Gespräch, seit Andrea Nahles das Scheitern sozialistischer Ideen mit den Worten verkündet hat “Man bekommt doch kein Kind, nur um dann damit beschäftigt zu sein, es irgendwie wegzuorganisieren, weil man arbeiten gehen muss.”

Man möchte applaudieren und Gegner der Ganztagsbetreuung von Kleinkindern kurz nach dem Kreißsaal reiben sich die Augen: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles rüttelt gehörig am bisherigen links gedrehten Familienbild, bei dem es zur Gleichberechtigung von Mann und Frau auch gehört, dass die Frau, gut ausgebildet und leistungsfähig, auch als Mutter möglichst schnell wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen hat, während die Kinder ohnehin besser in Einrichtungen aufgehoben sind mit Mitarbeitern, die die Kindererziehung gelernt haben. Ihre Worte schlagen ein, auch wenn der eine oder andere unkt, das habe man aber auch schon früher wissen können. Die eines konservativen Gesellschaftsbildes recht unverdächtige Zeit berichtet über ein Interview mit ihr:

… “Viele Mütter und Väter merken einfach, dass die moderne Arbeitswelt die Belange der Familien viel zu wenig berücksichtigt”, sagte Andrea Nahles. “Man bekommt doch kein Kind, nur um dann damit beschäftigt zu sein, es irgendwie wegzuorganisieren, weil man arbeiten gehen muss.” Nahles weiter: “Über dieses angebliche Ideal, beide arbeiten Vollzeit und sind glücklich dabei, kann ich nur lachen. Es ist für viele Paare schlicht eine Überforderung.”

… Nun kann man sich munter darüber streiten, ob es tatsächlich ein Idealbild geben sollte, ob nicht jedem seine eigene Lebensgestaltung freigestellt sein sollte. Letzteres sollte eine Selbstverständlichkeit sein, niemand sollte zu einem bestimmten Lebensstil gezwungen werden. Aber wenn mich jemand nach meinem Ideal fragt, einem idealen Zustand für Kinder und Eltern, dann ist das die Betreuung und Erziehung zu Hause, mindestens für die ersten drei Lebensjahre, auch anschließend noch im Schwerpunkt mit dem Kindergarten als Ergänzung. Der Idealzustand für ein Kind ist die Nähe der Eltern, ich glaube vor allem für die ganz Kleinen der Mutter, mehr oder weniger Vollzeit, was bedeutet 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Und der Idealzustand für Eltern ist nicht in erster Linie die finanzielle Unterstützung dieses Ideals, sondern die gesellschaftliche Akzeptanz.

Andere Modelle können aus unterschiedlichen Gründen, finanziellen, sozialen oder familiären, erforderlich sein. Andere Modelle mögen sich aus Trennungen und Scheidungen ergeben, aus sozialen Notlagen, anderen familiären Verpflichtungen. Andere Modelle mögen sich auch aus den eigenen Lebens- und Karrierevorstellungen der Eltern ergeben. Andere Modelle sind aber immer nur ein Kompromiss zu Lasten von Kindern und Familien, sie entsprechen nicht einem anzustrebenden gesellschaftlichen Idealbild. Ist das eine Wertung? Ja, ist es, und es ist an der Zeit, dass nicht nur traditionelle Familienbilder gewertet werden sondern auch das, was heute als Ideal gehandelt wird und doch nur ein Surrogat ist. Ich will niemanden zwingen, ein Leben nach diesem Ideal zu führen, ich verstehe auch Argumente, die für andere Modelle sprechen, aber ich nehme mir das Recht heraus zu sagen: Für die Kinder, für die Familie und letztlich auch für die Gesellschaft ist das aktuelle politische Zielbild der beiden vollzeitarbeitenden Eltern immer nur die zweitbeste Variante zur Vollzeitelternschaft von Mutter oder Vater! …

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Ergänzung:

Bärbel Fischer: http://www.freiewelt.net/vereinbarkeit-eine-luege-10052510/   (21.1.):

Peter Hahne hat die Äußerung von Arbeitsministerin Andrea Nahles zum Anlass genommen, das Thema Vereinbarkeit in seiner Sonntagmorgensendung im ZDF zu besprechen – zusammen mit Britta Sembach und Birgit Kelle.

Schauen Sie sich das halbstündige Video an!

http://www.zdf.de/peter-hahne/kinder-kueche-karriere-ueberfordern-sich-frauen-36740332.html

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Doppelbelastung macht krank!
http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=2108&artikel=6068533   Doppelbelastung macht auch Väter krank   (15.1.):

Frauen sind, das belegen viele Statistiken, öfter krankgeschrieben als Männer. Eine neue Studie der staatlichen schwedischen Krankenversicherung zeigt jetzt jedoch: Am Geschlecht liegt das nicht.

In ihrer Studie untersuchte die Behörde Krankschreibungen bei mehr als 200.000 Elternpaaren. Dabei stellte sich heraus, dass, unabhängig vom Geschlecht, der Elternteil öfter krankgeschrieben wird, der neben der Arbeit die Hauptverantwortung im Haushalt übernimmt. Laura Hartmann, zuständige Verantwortliche bei der Versicherungskasse, erklärte dazu im Schwedischen Fernsehen, die Doppelbelastung von Arbeit und Familie sei offenbar sehr belastend und führe zu mehr Krankschreibungen.

So wurden Väter, die zu Hause die Hauptverantwortung übernahmen, bis zu 25 Prozent mehr krankgeschrieben als Väter, die den Haushalt ihren Frauen überließen. Umgekehrt sank die Zahl der Krankschreibungen bei Müttern, die sich in erster Linie auf ihre Arbeit konzentrieren konnten. …

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Eine Antwort zu Familie: Abkehr vom Vollzeit-Erwerbszwang?

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Hat sie Grund, israelische Gesetze lassen ohne OP, deren.?, Menschen?, nun sagen, was sie sein wollen, weiblich oder männlich, egal! 🚧

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