Kreuzzüge waren gerechter Verteidigungskrieg

Andreas Becker: http://www.katholisches.info/2015/02/10/lieber-obama-warum-wir-uns-nicht-fuer-die-kreuzzuege-schaemen-brauchen/:

… Es fehlte nicht an Kritik an Obamas Rede. Der Historiker Thomas F. Madden, Leiter des Instituts für Geschichte am Center for Medieval and Renaissance Studies an der Saint Louis University, einer der anerkanntesten Experten für die Kreuzzüge und Redakteur des Eintrags zu den Kreuzzügen in der Encyclopaedia Britannica, schrieb:

„Im Westen allgemein (aber besonders unter Katholiken) hält man die Kreuzzüge für ein sehr peinliches Kapitel der eigenen Geschichte. In den Hunderten von Interviews, die ich zum 11. September 2001 gegeben habe, habe ich immer geantwortet: ‚Die Kreuzzüge waren ein mittelalterliches Phänomen ohne jeden Zusammenhang mit dem modernen islamischen Terrorismus’“, so Madden. Und dennoch sind viele überzeugt, daß „die Kreuzritter angetrieben von blindem Fanatismus und Gier nach Beute und Land gegen die Ungläubigen marschierten und daß die Kreuzzüge im Namen von ‚Deus lo vult‘ das Christentum selbst verraten haben“, so der Historiker. Doch „jedes Wort in diesem Satz ist falsch. Die Historiker, die sich mit den Kreuzzügen befaßt haben, wissen das schon lange, aber es fällt ihnen schwer, sich gegen einen Abgrund tiefverwurzelter Vorurteile durchzusetzen“.

Selbst der Historiker Jonathan Riley-Smith, Professor für Kirchengeschichte in Cambridge …: Es waren gerade die Kirchenväter, darunter der heilige Augustinus, die einen christlichen Ansatz zum gerechten Krieg äußerten, jenem, in dem die Autorität legitimiert ist, ein größeres Übel zu stoppen oder zu verhindern, ein Verteidigungskrieg als Reaktion auf eine Aggression. …

Die Kreuzzüge entsprachen genau den Bedingungen eines gerechten Krieges, wie der Historiker Madden erklärt: „Sie sind als Antwort auf eine islamische Offensive gegen christliche Länder entstanden. Die Gläubigen entschieden sich, in den Krieg zu ziehen, um die christlichen Brüder zu schützen und die Aggressoren für ihr schreckliches Unrecht zu bestrafen“. Genau dasselbe nehmen noch heute die Vereinten Nationen für sich in Anspruch, wenn sie in den Krieg ziehen, um den Frieden zu bringen, wenn die Diplomatie nichts mehr nützt.

Wie Riley-Smith schrieb, waren die Kreuzzüge ein Akt der Nächstenhilfe, für den sich die Kreuzritter sogar selbst in Lebensgefahr brachten. …

… Wer sich von den verbreiteten falschen Mythen über die Kreuzzüge befreien will, sollte die ausgezeichneten Arbeiten des Mediävisten Paul Crawford, Professor an der California University of Pennsylania, lesen. Und wer das Thema noch vertiefen möchte, sollte zum Buch des amerikanischen Religionssoziologen Rodney Stark greifen: „Gottes Krieger. Die Kreuzzüge in neuem Licht“.

… Das bedeutet nicht, zu leugnen, daß es während den Kreuzzügen auch zu Episoden grausamer und willkürlicher Gewalt kam. Sie war aber weder Ausgangspunkt noch Antrieb für dieses mittelalterliche Phänomen. Aus diesem Grunde haben sich Christen für die Kreuzzüge auch nicht zu schämen, wie es US-Präsident Obama in Unkenntnis der historischen Fakten nahegelegt hat.

Im Gegenteil: Ich für meinen Teil bekenne, daß ich sogar stolz darauf bin, was die besten und edelsten Vorfahren von uns Europäern gewagt haben, obwohl es ihnen immense Opfer an Leib und Leben abverlangte. Sie hätten es sich zu Hause bequem machen können. Statt dessen sind sie ausgezogen, haben alles hinter sich gelassen, den eigenen Besitz verkauft oder verpfändet, um den christlichen Brüdern im Osten zu Hilfe zu kommen und in einem fremden Land unter größten Entbehrungen zu kämpfen, das kaum mehr als eine Steinwüste war.

Es war aber das Land, in dem ihr Erlöser gelebt hatte, gestorben war und auferstanden ist. Hätten sie im Nahen Osten auf Beute oder Reichtum gehofft, wären sie in der Tat dumm gewesen. Nein, sie wußten, daß es dort nichts zu holen gab. Es ging ihnen um ihr Seelenheil, denn sie wußten, daß sie im Osten mit großer Wahrscheinlichkeit der Tod erwartete. Wie Thomas Madden schrieb. Solange man diesen viel höheren Beweggrund abseits des irdischen Materialismus nicht versteht, wird man die Kreuzzüge nie verstehen. …

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Ergänzung:

Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2013/11/03/kreuzzuege-humanitaere-intervention/

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Eine Antwort zu Kreuzzüge waren gerechter Verteidigungskrieg

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

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