Bröckelt transatlantisches Vasallentum?

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/die-atlantische-bruecke-stuerzt-ein-.html (8.2.):

… Jetzt geschieht etwas höchst Ungewöhnliches: Frankreich und Deutschland stellen sich offen gegen Obamas Washington. Am Abend des 4. Februar entschieden Merkel und Frankreichs Staatspräsident Hollande, gemeinsam zu einem Treffen mit Putin nach Moskau zu fliegen. Putins Sprecher erklärte: »Die drei Staatslenker werden besprechen, was die Länder spezifisch tun können, um zu einer baldigen Beendigung des Bürgerkriegs im Südosten der Ukraine beizutragen, der in den letzten Tagen eskaliert ist und viele Opfer gefordert hat.«

Interessant ist, dass die »Vasallen«-Chefs Angela Merkel und François Hollande Washington vorher nicht um Genehmigung baten, wie eine Quelle in der französischen Hauptstadt bestätigt. Bei der Ankündigung des spontanen Moskaubesuchs erklärte Hollande vor der Presse: »Gemeinsam mit Angela Merkel haben wir beschlossen, eine neue Initiative zu ergreifen.«

Und ihre »neue Initiative« kommt genau zu dem Zeitpunkt, wo US-Außenminister John Kerry zu Treffen mit Präsident Poroschenko in Kiew weilte, um über mögliche amerikanische Waffenlieferungen an die Ukraine zu verhandeln – dieser Tage Washingtons bevorzugte Form der »Diplomatie«. Dem Vernehmen nach sind den Moskauer Gesprächen zwischen Putin, Merkel und Hollande »geheime« Gespräche zwischen Paris, Berlin und Moskau vorangegangen.

Anfang Dezember reiste Hollande zu einem überraschenden Besuch nach Moskau, um dort mit Putin über die Ukraine zu reden. Damals erklärte der französische Präsident: »Ich glaube, wir sollten es vermeiden, weitere trennende ›Mauern‹ zwischen uns aufzubauen. Im Moment müssen wir in der Lage zu sein, die Hindernisse zu überwinden und Lösungen zu finden.« Washington war darüber alles andere als erfreut. Bestimmte Kreise hegen den Verdacht, dass der Anschlag auf das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo vom 7. Januar in Wirklichkeit die Antwort einer Washingtoner-Tel-Aviver-Kriegsfraktion auf Hollandes Diplomatie war.

Wie Vincent Jauvert von Le Nouvel Observateur schreibt, bedeutet Hollandes und Merkels plötzliche Entscheidung, in Moskau mit Putin zu reden, den Versuch, »den Amerikanern zuvorzukommen, die ihre übliche Lösung, nämlich Waffenlieferungen an die Ukraine, durchzusetzen versuchen.«Beide Staatslenker seien unmittelbar nach Kerry in die Ukraine gereist, da sie »der US-Regierung misstrauen« und »ihre diplomatischen Lösungsvorschläge präsentieren (wollen), bevor US-Vizepräsident Joe Biden am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz den amerikanischen Plan vorstellt, Kiew tödliche Waffen zu liefern.«

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/markus-gaertner/abkommen-von-minsk-schmale-hoffnung-und-ein-breiterer-atlantik.html (12.2.):

… Ob aus dem Verhandlungsergebnis in Minsk dann vielleicht doch noch ein Durchbruch wird, wird vor allem davon abhängen, ob – wie vereinbart − die schweren Waffen zwei Tage nach Beginn der Waffenruhe abgezogen werden. Viel hängt auch davon ab, wie die Kriegstreiber in Washington auf das Ergebnis von Minsk reagieren werden.

Dort haben Abgeordnete beider großen Parteien am Dienstag darauf gedrängt, so schnell wie möglich eine Milliarde Dollar bereitzustellen, um die Regierungstruppen der Ukraine zusätzlich zu bewaffnen und auszubilden. Im Gespräch sind unter anderem panzerbrechende Waffen und Gerät zum Aufspüren von Abschussrampen für Raketen.

Senator John McCain hatte vor den Gesprächen am Mittwoch die Friedensbemühungen um die Ukraine mit der Beschwichtigungs-Politik gegenüber Hitler verglichen. Diktatoren »werden sich immer mehr nehmen, wenn man es zulässt«.

… Der Spaltpilz im Atlantik wuchert jetzt noch deutlich mehr als schon in den vergangenen Wochen. Das könnte der größte Effekt der ansonsten nicht sonderlich starken Einigung von Minsk sein. …

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