Bioethikkommission stellt Sterbehilfeverbot in Frage

http://www.kleinezeitung.at/s/politik/innenpolitik/4661299/Bioethik_Kommission-ruttelt-am-Verbot-der-Sterbehilfe (12.2.):

… Die Bioethikkommission hat ihre Empfehlungen zum Thema Sterbehilfe abgegeben. Die Mehrheit der Mitglieder regt eine Reform jenes Paragrafen im Strafgesetzbuch (StGB) an, der die Mitwirkung am Selbstmord verbietet. Individuelle Hilfe in Ausnahmefällen solle möglich sein. Auch „unverhältnismäßige medizinische Interventionen“ sollten vermieden werden, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

… [ÖVP-]Gesundheitssprecher Erwin Rasinger sieht in der empfohlenen Lockerung im Strafrecht einen „Irrweg“ und warnt vor einem ethischen Dammbruch“. Im Gespräch mit der APA stellte er einen Vergleich mit der NS-Zeit an: „Gerade Österreich mit seiner Euthanasie-Vergangenheit sollte da doppelt vorsichtig sein.“

… Auch die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) lehnt die von der Bioethikkommission empfohlene Lockerung des Verbotes des assistierten Selbstmords ab. Leben zu beenden widerspreche dem ärztlichen Berufsethos und dürfe nicht Bestandteil ärztlichen Handelns sein, verwies Präsident Artur Wechselberger am Donnerstag in einer Aussendung auf eine entsprechende Resolution der Ärzte. …

http://orf.at/stories/2265195/ Sterbehilfe: Brandstetter will nichts ändern (13.2.):

Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) will das im Strafrecht verankerte Verbot der Beihilfe zum Selbstmord nicht angreifen. „Ich bin davon überzeugt, dass es ein Fehler wäre, hier Lockerungen vorzunehmen“, sagte er am Abend in der ZIB2 zur jüngsten Empfehlung der Bioethikkommission in Sachen Sterbehilfe.

In extremen Fällen gebe es schon jetzt die Möglichkeit, im Strafverfahren einen „entschuldigenden Notstand“ zu berücksichtigen, bekräftigte Brandstetter seine Position.

Er verwies auf die Gefahr, die eine Lockerung des Sterbehilfeverbots berge: „Dass natürlich der psychologische Druck auf pflegebedürftige Person sehr stark wird. Das ist etwas, an das will man gar nicht denken.“ Statistiken aus Ländern wie den Niederlanden, in denen Sterbehilfe legal ist, sprächen hier eine klare Sprache. …

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Ergänzung:

http://www.kath.net/news/49450 Philosoph Spaemann warnt vor Freigabe von Suizidbeihilfe (13.2.):

… Der Philosoph Robert Spaemann warnt vor einer Legalisierung der Beihilfe zum Suizid.

Wer Sterbehilfe und Suizid enttabuisiere oder ausdrücklich erlaube, mache über kurz oder lang die Selbsttötung pflegebedürftiger Menschen zur Pflicht, schreibt Spaemann in der neuesten Ausgabe der in Hamburg erscheinenden Wochenzeitung «Die Zeit».Spaemann plädiert zugleich dafür, die Gesetze so zu ändern, dass der Arzt keine Strafe riskiert, wenn er «unter Berücksichtigung aller Bedingungen die außerordentlichen Maßnahmen der Lebensverlängerung einstellt». Wer das tue, «tötet nicht, sondern hört auf, einen Patienten zum Leben zu zwingen». …

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