Gymnasium für alle!?

Josef Kraus: http://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2015/abitur-fuer-alle/ (8.3.):

Ewig-morgigen Linken geht alles gegen den Strich, was nicht in ihre Ideologie von der einen, gleichen, damit angeblich gerechten Welt paßt. …

In den siebziger und achtziger Jahren galt noch der Grundsatz: Wir schaffen das Gymnasium ebenso wie Haupt- und Realschule ab und beglücken Eltern, Schüler und Gesellschaft mit einer Einheitsschule – die damals Gesamtschule hieß und heute Gemeinschaftsschule heißt.

… Das Dumme für die Linken war zunächst nur: Die Gesamtschule in Deutschland hat Jahrzehnte durchschlagender Erfolglosigkeit hinter sich, und das Gymnasium entwickelte sich in Elternschaft und Gesamtgesellschaft zur beliebtesten Schulform – zu einer Beliebtheit, die freilich mehr und mehr zu einem Problem des Gymnasiums wurde.

Also mußte ein linker Strategiewechsel her: „Wenn es denn nicht gelingt, das Gymnasium zu überwinden, dann verändern wir das Gymnasium so, daß das schöne Namensschild erhalten bleibt, aber von innen entkernen wir es hin zu einem Gesamt-Gymnasium.“ Motto: „Wenn alle am Gymnasium sind, dann ist keiner mehr am Gymnasium, denn dann sind alle in einer Einheitsschule.“

Daß dies durchaus funktioniert, kann man in einigen deutschen Ländern verfolgen. Denn mittlerweile sind es mindestens fünf Trojanische Pferde, mit deren Hilfe man das Gymnasium sukzessive entkernt und aushöhlt – in einigen deutschen Ländern mehr, in anderen weniger.

Zur Lage in Österreich: https://kreidfeuer.wordpress.com/2015/03/05/neue-mittelschule-durchgefallen/

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3 Antworten zu Gymnasium für alle!?

  1. jsbielicki schreibt:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  2. Mauve schreibt:

    Ewige deutsche Schulmisere und „Zünfte“ wie KMK….
    Der heutige wirtschaftliche Erfolg Deutschlands basiert wohl größtenteils auf dem Tun der Leistungsträger (schrechkliches Wort), die ihre Schulbildung in den 50er und 60er Jahren erhielten, die noch qualifiziert bis hervorragend war (gegenüber der weltweiten Konkurrenz) Und später im dualen System noch partiell glänzte. Danach ging das Rumgedoktere los und die sinnlosen Reformen der Reformen um des Reformierens willen und die Bildung den Bach runter.
    Ich erinnere mich (auch noch viele Jahre später) an Aussagen von Hamburgern, die ihre Kinder lieber im benachbarten Schleswig-Holstein zur Schule gaben bzw. an Ausbilder, die statt Hamburgern lieber Lehrlinge aus dem Nachbarland einstellten, da die z.B. eine solide Realschulbildung genossen hatten. (die dem späteren Hamburger Abitur entsprach 😦 )
    In der Tat hat man in den 70er Jahren während der Referendarausbildung der Hansestadt nicht genug Rüstzeug für die Praxis bekommen. Und meine „bayerischen“ Schulk-Kinder sind dann nach 2000 dort gründlich abgestürzt. Papiefledderwirtschaft von Alt-Linken, Alt68ern, Rentnerband…. die typischen Köpfe auf den Elternabenden, wie man sie noch aus den Studentenrevoltentagen kannte, nur etwas ergrauter. Aber gegen das Mobbing unter Kindern war auch in den besseren Quartieren der Stadt kein Kraut gewachsen. Auch ich würde heute mehr Vorerkundigungen einziehen, wo ich meine Kinder in die Schule gäbe.
    Die Orientierung z.B. an skandinavischen Modellen ist wiederum typisch deutsch nachäff-bruchstückhaft. Ein finnisches „Gesamtschulmodell“ ist ganz anders aufgebaut, als es die hiesigen „Kollgen“ übernahmen und somit auch nicht zum Erfolg führten. Finnische Schüler bleiben bis zur neunten Klasse zusammen und bis dahin erleben sie Schule nicht als Streß-und Konkurrenzkader, sondern Lehrer (und eben auch andere Schüler) als tatsächliche Unterstüzter, so dass auch Mädchen in Mathematik gut sind! Das hat man hier bisher noch nicht geschafft, nachzumachen, sondern verunsichert die Schüler als Hüh-und Hott-„Menschenmaterial“-Masse, die man beliebig dirigieren kann!
    Wer dann noch mit überdurchschnittlich vielen Kindern die Bundesländer in D. wechseln muß, ist am A. gekniffen!

    • Mauve schreibt:

      statt dessen sind die Klassen nach wie vor überdurchschnittlich voll (in Finnland 20 Schüler pro Klasse, in Deutschland 26!…d.h.manchmal sind es eben auch noch 33) , man pfropft die zu Inkludierenden dazu und überläßt Leher wie Schüler sich selbst. Die Behörde stellt Schulhelfer von privaten Anbietern ein, die auf ihren Webseiten versichern, dass sie mit Scientologiy nichts am Hut haben. Na prima! So weit sind wir also!

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