„Laudato Si“: Öko-Enzyklika

(Fortsetzung zu https://kreidfeuer.wordpress.com/2015/05/01/oeko-enzyklika/)

http://www.katholisches.info/2015/06/18/laudato-si-oeko-enzyklika-als-aktuelle-fortschreibung-der-katholischen-soziallehre/:

(Rom) Der Heilige Stuhl veröffentlichte am heutigen Vormittag die Öko-Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus. Die „Super-Enzyklika“, so Rorate Caeli, stelle das Konzept einer „integralen Ökologie“ in den Mittelpunkt, wie Kardinal Peter Turkson, der Vorsitzende des Päpstlichen Rats Iustitia et Pax bei der Vorstellung sagte. Dabei handle es sich um ein „Paradigma, das imstande ist, die fundamentalen Beziehungen der Person mit Gott, mit sich selbst, mit den anderen menschlichen Wesen und mit der ganzen Schöpfung auszudrücken“, so der Kardinal. Ein erster Blick in das Dokument.

Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ sagte, die Enzyklika sei „auf neue Weise vorbereitet“ worden. Seit einem Monat habe der Papst mittels E-Mail verschiedene Teile des Textes in unterschiedlichen Phasen der Texterstellung Bischöfen in der ganzen Welt zugeschickt und deren Meinung eingeholt. Wie der Vatikansprecher am Rande bestätigte, sei bis zuletzt am Text gefeilt worden.

Die Enzyklika besteht aus 246 Paragraphen und sieht sich als „Aktualisierung“ der katholischen Soziallehre, so Kardinal Turkson. Der Papst richtet sich darin „an jede Person, die diesen Planeten bewohnt“. Der vollständige Text der Enzyklika auf der Seite des Heiligen Stuhls. …

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http://www.katholisches.info/2015/06/18/operation-einbindung-der-katholischen-kirche-in-klima-agenda-gelungen-schellnhuber-neues-pas-mitglied/:

(Rom) Vier Personen stellten heute vormittag die Öko-Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus vor. Einer von ihnen war der deutsche Klimaforscher Hans Joachim „John“ Schellnhuber. Die Wirkung eines Dokuments erschließt sich nicht nur durch dessen Wortlaut, sondern mehr noch dadurch, wie es aufgenommen wird. Einer war heute ganz besonders zufrieden im Vatikan, und tat das auch sichtlich kund: Hans Joachim Schellnhuber.

Schnellnhuber, laut eigenem Bekunden Agnostiker, ist Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung und Mitglied des Weltklimarats IPCC. Schellnhuber bezeichnete die Öko-Enzyklika heute als „historisches Ereignis“, denn es sei „nach fast zweitausend Jahren römischer Kirche“ die erste „Umweltenzyklika“. Das sei eine „Premiere“.

Der Klimaforscher erwartet sich von der Enzyklika „enormen Rückenwind“ für die internationale Klima-Agenda, um die Erderwärmung zu stoppen. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, die katholische Kirche in das „mühsame Ringen um Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung“ einzubinden. …

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Ergänzung 19.6.2015:

Auch Katzen kommen in den Himmel:
http://w2.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html:

§ 83 … Der letzte Zweck der anderen Geschöpfe sind nicht wir. Doch alle gehen mit uns und durch uns voran auf das gemeinsame Ziel zu, das Gott ist, in einer transzendenten Fülle, wo der auferstandene Christus alles umgreift und erleuchtet. Denn der Mensch, der mit Intelligenz und Liebe begabt ist und durch die Fülle Christi angezogen wird, ist berufen, alle Geschöpfe zu ihrem Schöpfer zurückzuführen. …

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Ergänzung 25.6.2015:

Peter Helmes: https://conservo.wordpress.com/2015/06/21/die-neue-enzyklika-laudato-si-eine-theologie-der-schöpfung/:

Auch der katholische Publizist von Gersdorff kritisiert die neue Enzyklika „Laudato si“ des Papstes Franz. Seine Akzentsetzung ist jedoch eine andere als die meines Artikels (weiter unten) Papst Franz, das Klima und der Zeitgeist – Herr, hilf!, aber sehr interessant.

Mathias von Gersdorff:

Die neue Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus ist ein langer und komplexer Text, der einen umfangreichen Sachverhalt behandelt. Es geht nämlich nicht nur um die Umwelt, sondern generell um die Schöpfung, die Absichten Gottes mit dieser – und wie der Mensch ihr gegenüber steht. …

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Ergänzung 5.7.2015:

http://www.freiewelt.net/reportage/11-dinge-die-sie-ueber-die-enzyklika-laudato-si-wissen-sollten-10062493/ (29.6.):

Die Presse bejubelt das neue Lehrschreiben (Enzyklika) »Laudato Si« von Papst Franziskus (PDF). Man rühmt ihn vor allem dafür, dass er endlich anerkannt habe, dass der Klimawandel menschengemacht sei. Doch die Jubelarien, die vor allem die eigentlich papst- und kirchenfeindliche säkulare Presse anstimmt, sind höchst seltsam. Denn was der Papst sonst noch alles geschrieben hat, wird einfach unter den Tisch gekehrt.

Als Franziskus unlängst vor dem Europäischen Parlament eine Rede gehalten hat, war es ähnlich: Da zitierten alle nur ein, zwei Sätze, die allerdings aus dem Zusammenhang gerissen waren. Der Kern seiner Rede – der Aufruf, dass sich Europa seiner christlichen Wurzeln besinnen möge – wurde geflissentlich ignoriert.

In beiden Fällen ist also entscheidend, über was nicht berichtet wird. Lesen Sie nachfolgend elf Dinge, über die die meisten Journalisten am liebsten vergessen machen würden, weil der Papst etwas sagt, das ihnen so gar nicht in den Kram passt. Die Nummern in Klammern geben die Absätze in der Enzyklika an; sie können also selbst nachlesen, was er geschrieben hat. …

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Ergänzung 17.7.2015:

http://www.katholisches.info/2015/07/17/freier-markt-und-kapitalismuskritik-enzyklika-laudato-si-und-die-kapitalismusdebatte-in-der-katholischen-kirche/:

(Rom) Die Öko-Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus geht auch auf wirtschaftliche Aspekte ein. Ihr wird unter anderem Kapitalismus-Kritik vorgeworfen. Dieser Bereich der Kritik innerhalb der katholischen Kirche kommt vor allem aus den USA. Besonders aktiv ist dabei das Acton Institute, das auch einen Ableger in Rom hat. Gegen diese Kritik hat sich nun der Vatikanist Andrea Tornielli zu Wort gemeldet. Wegen seiner besonderen Nähe und direktem Zugang zu Papst Franziskus gilt seiner Replik besondere Aufmerksamkeit. Sie wird als Antwort des Papstes interpretiert. Eine knappe Gegenüberstellung der beiden Positionen. …

… Die in der Enzyklika dargelegten Thesen werden analysiert, diskutiert und kritisiert. Pater Robert Sirico, der Vorsitzende des Acton Institute for the Study of Religion and Liberty, bezeichnete die Thesen „und Hypothesen“ des Papstes als „unvorsichtig“. Man muß nicht der Meinung des Paulisten Sirico sein, um Zweifel an einigen Thesen zu hegen, die Papst Franziskus in seiner Enzyklika ansprach. Siricos Acton Institute verteidigt die völlige Freiheit des Marktes, die [es] mit der katholischen Soziallehre in Einklang zu bringen versucht.

… Tornielli, der inoffizielle Sprecher des Papstes, widerspricht dem amerikanischen Paulistenpater. „Die Wirtschaft, die tötet, die wachsende Verarmung der entwickelten Staaten – allein die Bilder vom regelrechten physischen Kampf in englischen Supermärkten um verbilligte Lebensmittel, deren Ablaufdatum verfällt, sollten nachdenklich stimmen, oder auch nur die statistische Angabe, daß die absolute Armut unter italienischen Familien von 5,2 Prozent im Jahr 2011 auf 7,9 Prozent im Jahr 2013 gestiegen ist – und die Verantwortung des aktuellen kapitalistischen Systems, das von den Finanzmärkten beherrscht wird, soll also alles nur ‚Verleumdung‘ sein. Das Dogma des Marktes darf nicht angezweifelt werden. Die einzige Lösung der Probleme der Armut, der Unterentwicklung, der Umwelt ist das, die Märkte noch freier handeln zu lassen und auch das Leben der verschiedenen Staaten zu bedingen, wie es derzeit in der Europäischen Union geschieht: Eine Währungseinheit ohne Werteinheit und sogar ohne gemeinsame politische Strategien wie das gegenseitige Abschieben der Verantwortung in der Einwanderungsfrage und den Verzicht auf eine Führungsrolle bei der Überwindung der Nahost-Krise.“ …

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3 Antworten zu „Laudato Si“: Öko-Enzyklika

  1. "gut leben in Deutschland" ? ? ? schreibt:

    „Beziehungen mit Gott, mit sich selbst, mit anderen…“
    Wer den Film über die Biotonne in Kontraste gestern gesehen hat, müßte sich eigentlich fragen, mit welchen Barbaren ohne Bezug zu sich selbst und anderen er in dieser Zeit lebt und wer der Gesetzgeber – diese Bundesregierung – eigentlich ist?! (etwa „gewandelte“ Weitsichtige?, „dem Volke dienlich“? oder Gewitzte der Doppelstandards, die sich am besten selbst in die eigene Tasche wirtschaften, solange es noch geht sowie der Kunststoff-Lobby…der Atom-Lobby usw….)
    Menschen, die nie „eine eigene Scholle“ (die eh nur geliehen ist) gesehen, gepflegt haben, sich verantwortlich fühlen können für Kreisläufe….(ob sie je eine „Flunder“ zubereitet und gegessen haben oder nur die „Fix-fertig“-Tüten aufreissen können, ist ebenso fraglich)

    http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-18-06-2015/oeko-irrweg-biotonne.html

    Kinder werden von klein auf gepolt und manipuliert, kollektiv erzogen (sie sind schon mit fünf Po-Begutachter…) und (‚zwangs‘-)ernährt (wir hören von Salmonellen und chinesichen gefrorenen Erdbeeren…., in den „Frische-Salat“ kommt der Schimmel, wie Wallraff beweist….)
    die Mittelgeneration schmeißt mit Kunststoff nur so um sich und hinterläßt einen ökologischen Fußabdruck ohne gleichen und die Älteren haben einen Koffer in der Hand, auch, weil sie vom Ende wissen?….alle sind auf der Suche.

    Aber was solls? Ehrenamtliche in Charity-Manier begleiten per „Willkommenskultur“ 400.000 Neuankömmlinge dieses Jahres, räumen die Wohnungen und mühen sich, ihnen u.a. beizubringen, die deutsche Abfalltrennung zu beherrschen 🙂 und rekrutieren ebenfalls den Therapeuten in sich….um potenziertes Elend zu mildern

    (und auf welcher vergoldeten, violett-pinken Opulenz hockt die Katholische Kirche? Auf Theorien oder Praxis der „Soziallehre“ der Banc of America…. 51%….?)

  2. Christoph Rebner schreibt:

    Enzyklika widerspricht dem wissenschaftlichen Konsensus

  3. Michael Wagner schreibt:

    Hunderte Milliarden an Kosten für ein Hirngespinst

    Das, was wir Luft nennen, besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 21 Prozent Sauerstoff, zusammen 99 Prozent. Die restlichen 1 Prozent sind übrige Gase, Spurengase, darunter das Kohlendioxid. Dessen Anteil an der Luft beläuft sich auf nur 0,038 Prozent. Von diesen 0,038 Prozent produziert die Natur 96 Prozent, den Rest, also 4 Prozent der Mensch. 4 Prozent von 0,038 Prozent sind 0,00152 Prozent. Und dieser so unbedeutende Anteil soll den behaupteten Einfluss haben? Das ist ein Hirngespinst. Wegen dieses Hirngespinsts werden wir Bürger mit hunderten Milliarden unnötig hoher und steigender Stromkosten samt Steuern belastet.

    Was tun, wenn sich das Klima ändert? Sich anpassen

    Hierbei spielt ausgerechnet Deutschland den Vorreiter. Doch der Anteil Deutschlands an den 0,00152 Prozent menschenverursachten CO2 beträgt 3,1 Prozent. Damit ist Deutschland mit nur 0,00004712 Prozent am CO2-Gehalt der Luft beteiligt. Und mit diesem schwindelerregend winzigen Anteil begründet Deutschland eine aberwitzige Politik, die sich Klimaschutzpolitik nennt. Ob also Unternehmen sich rühmen, „klimafreundlich“ zu produzieren, oder ob sie zuvor „klima-unfreundlich“ produziert haben, spielt für das Klima keinerlei Rolle, es kümmert sich keinen Deut darum. Das Klima bestimmen ganz andere Kräfte, Naturkräfte, auf die wir Menschen keinen Einfluss haben. Die beste Politik besteht darin, sich an Klimaänderungen anzupassen und sich durch Vorkehrungen zu schützen – so, wie es die Menschen schon immer haben tun müssen und getan haben.

    Auszug aus http://kpkrause.de/2015/04/17/fur-den-klimaschutz-untauglich/

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