Sexuelle Vielfalt in Potsdam und anderswo

Dokument der Umerziehung:
Katrin Hummel: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/zeitgemaesse-aufklaerung-neunzig-minuten-sexuelle-vielfalt-13685177.html (21.7.):

Ein schwuler Biologielehrer redet im Aufklärungsunterricht an einer Potsdamer Gesamtschule über Normalität, Homosexualität und Identität. Nicht allen gefällt so ein offener Umgang mit Sexualität.

Und am Ende der vorigen Stunde hat der Lehrer dann gesagt, dass es ein drängendes Problem gibt, aber das kann ich so nicht bestätigen“, fasst Felix mit errötenden Wangen die letzte Unterrichtsstunde zusammen. „Nämlich, wir haben darüber nachgedacht, ob es sein kann, dass ein Penis zu klein ist.“ Seine Mitschüler lachen, aber nicht spöttisch über Felix, sondern einfach, weil sie die Vorstellung lustig finden. Auch Felix und sein Biolehrer Guido Mayus lachen. „Und wie ist die Antwort?“, fragt Mayus. Leander meldet sich: „Das kann nicht sein, weil, wozu dient der Sex? Um Spaß zu haben, dazu muss man das sexuelle Erregungszentrum der Frau berühren, und das ist nicht weit drin.“ „Ja, wo ist es denn?“, fragt Mayus. „Über der Scheide“, sagt Benedikt.

Potsdam, Sexualkundeunterricht an der Voltaire-Gesamtschule, in einer sehr leistungsstarken achten Klasse. Thema der Doppelstunde: „Männlich, weiblich und was noch?“ Mayus, 49, Bio- und Erdkundelehrer und schwul, möchte den Schülern verschiedene Konstruktionen und Dimensionen von Geschlecht vermitteln.

… Die Unterrichtsmaterialien, die Mayus einsetzt, stammen nicht aus dem Biologiebuch der Schüler, sondern aus dem Internet oder vom Lesben- und Schwulenverband. Auch die AG „Schwule Lehrer“ bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Berlin hat einige Arbeitsblätter beigesteuert, „vor allem solche, die sich mit der sexuellen Orientierung befassen“, sagt Mayus. Wenn es nach der Gewerkschaft geht, sollen die Schulbuchverlage künftig bei der Konzeption von Schulbüchern berücksichtigen, „dass Zweigeschlechtlichkeit lediglich eine gesellschaftliche Norm, nicht aber eine biologische Tatsache ist“, und „viel mehr Menschen zeigen, die zum Beispiel homo- oder bisexuell sind“.

… Die Schüler reagieren sehr unaufgeregt und nicht anders, als habe er ihnen gerade eine Einführung in den Dezimalbruch gegeben. Manche von den Jungs sind noch nicht in der Pubertät und auch noch nicht im Stimmbruch; sie wirken wie Kinder, und sie nähern sich der so umstrittenen Gender-Problematik mit wachem Geist, aber auch mit großer Gleichgültigkeit. Man kann sich kaum vorstellen, dass diese Unterrichtsinhalte ihre sexuelle Orientierung beeinflussen oder Probleme verursachen könnten.

… Mit diesem Arbeitsauftrag geht Mayus konform mit den neuen Richtlinien für Sexualerziehung, die zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, aber auch anderswo so ähnlich gelten. Dort heißt es, dass Sexualerziehung ihren Beitrag leisten müsse „zum Abbau der Homosexuellenfeindlichkeit und zur Beseitigung der Diskriminierung von homo-, bi- und transsexuellen Menschen“. Mayus bringt den Schülern aber auch bei, was die Gesellschaft für Sexualpädagogik, in der etliche Sexualpädagogen organisiert sind, fordert. Nämlich, dass die Schüler lernen sollen, dass es „keine ,richtige‘, ,natürliche‘ oder ,gelungene‘ Form von Liebe, Beziehung und Sexualität“ gebe. …

http://www.freiewelt.net/nachricht/wozu-dient-der-sex-um-spass-zu-haben-10062849/ (23.7.):

Die FAZ berichtet in einem langen Artikel über das Konzept »sexueller Vielfalt« an einer Schule. Kritiker wie Hedwig von Beverfoerde kommen zwar zu Wort, doch der Tenor ist eindeutig: alles kein Problem. …

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Ergänzung 30.7.2015:

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/cdu-und-afd-kritisieren-sexualkundeunterricht/ (29.7.):

STUTTGART. Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Guido Wolf, hat sich für eine Begrenzung des Sexualkundeunterrichts an Schulen ausgesprochen. „Sex muß nicht bei jeder Gelegenheit öffentlich diskutiert werden. Es ist eine Frage des Respekts voreinander, höchstpersönliche Dinge wie Sexualität wieder mehr ins Private zu verlagern“, sagte Wolf der Bild-Zeitung am Wochenende.

Sogar in Grundschulen sei Sex immer häufiger ein Thema im Unterricht. In einigen Bundesländern gebe es sogar einen sogenannten „Sexkoffer“ für die Grundschule. Darüber seien viele Eltern besorgt und deswegen müßten diese über den Lehrplan mitentscheiden dürfen, um solche Entwicklungen zu verhindern. „Natürlich müssen Schulen aufklären und das klappt meistens auch ganz gut. Aber die Eltern müssen mitentscheiden können, wann und wie mit ihrem Kind über dieses Thema geredet wird”, forderte der CDU-Politiker.

… Auch die AfD lehnt einen Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche ab, der diese „zu sexuellem Experimentieren ermutigen soll“. Dies sei ein „sittenwidriger Eingriff in die Kinderseelen“ und beeinträchtige die psychische und physische Entwicklung junger Menschen schwer, kritisierte die AfD Baden-Württemberg am Wochenende auf ihrem Landesparteitag in Pforzheim laut der evangelischen Nachrichtenagentur idea. …

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Ergänzung 31.7.2015:

http://www.freiewelt.net/nachricht/gender-und-sexualisierung-stoppen-10062926/ (29.7.):

… Die baden-württembergische AfD fordert ein unverzügliches Ende des Gender Mainstreaming als durchgängiges politisches Leitprinzip staatlichen Handelns. Diesen Beschluß faßte die AfD einstimmig auf ihrem Landesparteitag am vergangenen Wochenende in Pforzheim. Die »politisch-bürokratisch verordnete Nivellierung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen« sei ein »unzulässiger Eingriff des Staates in das private und gesellschaftliche Leben der Menschen«. Zudem würden dadurch Steuergelder verschwendet. …

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Eine Antwort zu Sexuelle Vielfalt in Potsdam und anderswo

  1. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf D – MARK 2.0 rebloggt.

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