Wissenschaft als Hostess des Mainstreams: „Politikbewusste Koranforschung“

http://www.katholisches.info/2015/07/31/mit-dem-koran-das-christentum-besser-verstehen-ehrung-einer-machtaffinen-wissenschaft/:

(Salzburg) Mit dem Koran das Christentum und das Judentum „besser verstehen“, lautet die Botschaft der Preisverleihung an die Arabistin Angelika Neuwirth bei den Salzburger Hochschulwochen. …

„Der Koran ist kein nur islamischer, und daher erst durch den islamischen Kanon zu filternder Text, sondern ebenso ein integraler Teil unserer – eben nicht nur – jüdisch-christlichen Spätantike“, sagte Neuwirth in ihren Dankesworten.

… Wie der Laudator, der protestantische Berliner Theologe Christoph Markschies erklärte, erfolgte die Preisverleihung an Neuwirth wegen ihrer „zeitgemäßen, auch politikbewußten kritischen Koranforschung“. Offener kann man die Verquickung zwischen der regierenden Politik und einem Teil der Wissenschaft kaum benennen. Markschies bezeichnete Neuwirth als „Grande dame der Koranforschung“. Es gelinge ihr, „das Verständnis des Islam und des Koran in der christlichen Theologie und umgekehrt das Verständnis des Christentums im Islam zu vertiefen und damit ein friedliches Miteinander der beiden Religionen zu fördern“, so der Laudator. Vor allem habe Neuwirth deutlich gemacht, „daß der Koran Teil der europäischen Geschichte“ ist und ein „europäischer Zugang zum Koran“ auch ein „neues Verständnis Europas“ hervorbringen könne.

Was Markschies betonte, heißt mit anderen Worten die Förderung eines radikalen Geschichtsrevisionismus und die Auflösung der konstitutiven Fundamente Europas, das sich tausend Jahre im Abwehrkampf gegen den Islam bewähren mußte.

Die Eliten haben die einstige Abwehr eingestellt und durch eine Förderung der islamischen Zuwanderung ersetzt. …

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Ergänzung:

Tilman Nagel über Angelika Neuwirth: „Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang.“:
http://www.nzz.ch/ewige-wahrheiten-und-historische-kontexte-1.9177270 (22.1.2011):

… Die islamische Literatur über den Koran bleibt weitgehend ausgeblendet, und ebenso wenig wird das vielgestaltige arabische Quellenmaterial zur Geschichte der islamischen Verkündigung und zur Gemeindebildung für die Analyse fruchtbar gemacht. … Der Verzicht auf die Nutzung wesentlicher Quellen gilt im Allgemeinen als eine Unzulänglichkeit wissenschaftlicher Arbeit. Die Autorin will diesbezüglicher Kritik zuvorkommen, indem sie die Schaffung eines «europäischen Zugangs» zum Koran zu ihrer eigentlichen Aufgabe erklärt: Sie zeichnet das Bild eines Verkündigungsprozesses in einer «spätantiken» Umwelt. Diese Betrachtungsweise der Autorin steht quer zu jeder muslimischen, und daher mag man von einem «europäischen Zugang zum Koran» sprechen.

… Weswegen sich der Koran jedoch, indem man diesen Zugang wählt, in einen «am Herausbilden des späteren Europa beteiligten und damit <orientalisch-europäischen Text>» verwandelt, wie die Autorin emphatisch behauptet, bleibt unklar. Europa entsteht nicht im spätantiken Arabien, und ein Text ist nicht schon deshalb «europäisch», weil er auf Judentum und Christentum Bezug nimmt. Ein für Europa wesentlicher Teil des spätantiken Erbes, die Institutionen und das Recht des Römischen Reiches, spielt im Koran nicht die geringste Rolle.

Selbst wenn man den gesamten wissenschaftlichen Diskurs, der in Neuwirths Buch steckt, Revue passieren lässt, wirkt die Idee der Eingemeindung des Korans nach Europa reichlich «aufgesetzt»: Da Judentum und Christentum für Europa bzw. den «Westen» konstitutiv sein sollen und da im Koran jüdische und christliche Textelemente verarbeitet werden, sei der Koran «angesichts seines Selbsteintrags in den westlichen Textkanon» – was heisst das eigentlich? – «gleichzeitig auch ein bedeutsames Vermächtnis der Spätantike an Europa». Die Europäer hätten somit eine «latente Verbindung» zum Koran, deren sie sich bewusst werden müssten, wie Angelika Neuwirth verlangt. Nirgendwo in ihrer Studie gewinnen solche Forderungen auch nur den Schein der Plausibilität. …

(Gefunden bei Katharina)

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2 Antworten zu Wissenschaft als Hostess des Mainstreams: „Politikbewusste Koranforschung“

  1. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf D – MARK 2.0 rebloggt.

  2. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:

    Glück, Auf, meine Heimat!

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