Buch: Frank Lisson: Die Verachtung des Eigenen

http://www.pi-news.net/2015/08/woher-kommt-dieser-entsetzliche-selbsthass/ (17.8.):

Der alltägliche Wahnsinn um uns herum ist schwer zu verkraften. Bei den ständigen Exzessen der „Willkommenskultur“ wie z. B. in Fellbach fragt man sich wirklich, was das alles soll. Was motiviert Bürgermeister und Kirchenvertreter, Medienleute und Intellektuelle dazu, bei ihrer eigenen Abschaffung kräftig mit anzupacken? Die Ursache dieses Irrsinns ist keine gutmenschliche Naivität, sondern ein tiefsitzender kultureller Selbsthass, in dessen Strudel wir alle mit hinein gezogen werden.

Schon als sich noch keine Asylantenflut über Deutschland ergoss, beschäftigte dieses Phänomen einige Denker. Einer von ihnen war der Philosoph Frank Lisson, der 2012 das Grundlagenwerk „Die Verachtung des Eigenen“ veröffentlichte. Lisson geht darin an die Quellen: Vor aller Zeitdiagnose ruft er zuerst die Erinnerung an das klassische Abendland wach. Von Europa gingen Wissenschaft, Technik und Philosophie in die Welt hinaus. Die europäischen Völker, die sich nun so emsig selbst vernichten, eroberten den Erdball.

Ab der Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch kam diese Entwicklung erst zum Stillstand und lief dann in entgegengesetzter Richtung weiter. Das technisch-naturwissenschaftliche Überlegenheitsgefühl kehrte sich nach innen und wurde zu einer nagenden Selbst-in-Frage-Stellung. Heute „verdanken“ wir diesem Prozess neue „Wissenschaften“ wie „Gender Studies“ und „Kritische Weißseinsforschung“. Nachdem Lisson den Höhepunkt der Entwicklung Europas beschrieben hat, stellt er die berechtigte Frage:

Wie erklärt sich der Bruch in der Selbstwahrnehmung, der dafür verantwortlich ist, dass die Sorge um den Zustand der eigenen Kultur fast gänzlich verstummt ist, während sie bis etwa 1970 in allen geistigen Lagern diskursbestimmend war? Welche mentalen Veränderungen ereigneten sich im europäischen und deutschen Menschen vor allem während der gewaltigen Schwellenjahrzehnte nach 1950, die ihn seine neue, subalterne Rolle in der Welt, seinen Eintritt in den geistigen Ruhestand schließlich völlig akzeptieren ließen?

Lisson will darauf Antworten geben, indem er die jüngere europäische Geistesgeschichte untersucht.

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4 Antworten zu Buch: Frank Lisson: Die Verachtung des Eigenen

  1. "gut leben in Deutschland" schreibt:

    cc Willkommenskultur vs aller anderen vernachlässigten Brennpunkte

    könnte interessieren: das wohl eher „normale“ Stimmungsprofil „des Volkes“: Leserbriefe zu einem Gastbeitrag „Til Schweiger spricht nicht für mich“
    http://www.abendblatt.de/leserbriefe/article205588311/Briefe-an-die-Redaktion.html

    • Carolus schreibt:

      Danke.
      Schade, dass der Gastbeitrag selbst offenbar nicht online ist.

      • "gut leben in Deutschland" schreibt:

        Hallo Carolus,
        der Beitrag dürfte aber zu beschaffen sein…ich kann ihn leider nicht scannen…

        geschrieben wurde er von einer 3-fachen Mutter, Hausfrau und Rechtsanwältin, die sich sehr differenziert äussert (natürlich empört über die üblichen „rechtsextremen“ Diffamierungs-Etikettierungen, sobald man kritisch seine abweichende Meinung, oho, äussert) und engagiert für eine Unterstützung der betroffenen Bevölkerungsgruppen in den Heimatländern.
        Es müßte endlich einmal (solidarische Europa-und Global-) „Politik“ gemacht werden! Es gehe nicht an, dass man ein langwieriges Weltproblem dem ewig tüchtigen Deutschen und ein paar wenigen Handelnden allein aufbürdet.

  2. "gut leben in Deutschland" schreibt:

    „Journalisten dürfen sich nicht von einem gesellschaftlichen Mainstream leiten lassen“ (s.u.)

    wäre doch mal gut zu wissen, weshalb ein solcher Beitrag nicht online steht …evtl. aus ähnlichen Gründen wie das Tauziehen um einen xy-Beitrag? (oder der angezettelte „Ringkampf“ um Kelles Auftritt?)
    **—–>debatte-hautfarbe-aktenzeichen-xy

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