Zur Verstaatlichung der Familie

Günter Ederer: http://www.freiewelt.net/blog/die-verstaatlichung-der-familie-ein-essay-in-drei-teilen-10063151/ (17.8.):

… Die Arbeitsplatzverwertbarkeit der Hausfrau (Teil 1)

… Im Wesentlichen lebte die Familie Heurich das Familienmodell, wie es sich seit dem Kaiserreich in Deutschland für die Millionen Arbeiter, Facharbeiter, Angestellten und einfachen Beamten entwickelt hatte. Der Mann verdiente das Geld, die Frau arbeitete zu Hause. Es lag weitgehend an ihren Fähigkeiten, wie die Familie mit den knappen Ressourcen zurechtkam. Nur wenn beide „ihre Arbeit“ in dieser Aufteilung redlich bewältigten, konnte die Familie einigermaßen wirtschaftlich bestehen. Zwei männermordende Weltkriege und die wirtschaftliche Not, die bis weit in 50er Jahre des letzten Jahrhunderts reichte, verlangten von den Frauen Schwerstarbeit, geschickte Planung und unendlich viel Fürsorge für Kinder und Mann.

Das sind die Frauen, die heute als die „Heimchen am Herd“ geschmäht werden, deren Arbeitsvolumen es möglich gemacht hat, dass wir heute in einem in Deutschland nie gekannten Wohlstand leben. Ja, sie hatten nicht die gleiche Rechte wie Männer, sie waren auch darauf angewiesen, dass „ihr“ Mann sie beschützt, genügend verdient, damit sie im Alter von der gemeinsam erarbeiteten Rente wenigstens ein einfaches Auskommen haben. Die Familie war wie ein gemeinsam geführtes Unternehmen. In vielen Handwerksbetrieben war es selbstverständlich, dass der Mann die Handarbeit verrichtete und die Frau das Büro führte. Steuerlich erkennt der Staat diese Unternehmensform durch das Ehegattensplitting an. Die beiden Partner, also Mann und Frau, arbeiten schließlich an einem Projekt: der Familie.  Dazu gehörten auch die Betreuung und Erziehung der Kinder. Bis 1971 sind mehr als zwei Kinder eher die Regel – und das ohne Kindergeld, ohne kostenlose Kindergärten und in vielen Bundesländern noch mit Schulgeld für weiterbildende Schulen. …

Günter Ederer: http://www.freiewelt.net/blog/die-verstaatlichung-der-familie-2teil-10063197/ (19.8.):

… Die freiwilligen und unfreiwilligen Marxisten

Alle die zurzeit um mehr Frauenrechte, Gleichberechtigung, Quotenregelungen und Unterstützung der Familien bei der Kinderbetreuung kämpfen, würden weit von sich weisen, dass es ihnen nur um die Arbeitsplatzverwertbarkeit der Frauen geht – um eine Arbeitskraftreserve im eigenen Land, die den Geburtenknick ausgleichen soll. Dabei ist eine erstaunliche Verrenkung der Wirtschaftsverbände und der ihnen nahe stehenden wissenschaftlichen Institute zu beobachten. Während sie sonst – mit Recht – gegen zu viel Staatseinfluss, zu viel Einmischung der Bürokratie in die Gesellschaft eintreten, fordern sie, wenn es um die Familienpolitik geht, noch mehr Staat, noch mehr staatliche Eingriffe und noch mehr Milliarden, so als ob die nutzlosen 200 Milliarden Euro „Familienförderung“ nicht schon Beweis genug wären, dass die Einmischung des Staates nur Verwirrung stiftet, aber nichts bringt.

… Die einseitige Konzentration um das Wohlergehen von Frauen, die auch Mutter sind, hat in der angeheizten Debatte zur Vernachlässigung des Kindeswohles geführt. Die weltweiten Studien, die die möglichen Folgen der Krippenbetreuung für Kleinst- und Kleinkinder für Kinder und auch deren Mütter haben, werden einfach übergangen. Kinderärzte und Psychologen raten dringend von einer Fremdbetreuung ab. Auch die besten Kitaverhältnisse können nicht ersetzen, was von den Forschern „Primärbindung“ bezeichnet wird. Das mit der Materie sehr engagierte Psychologenehepaar Sigrid und Dr. Hans-Otto Dumke verweist darauf, dass in verschiedenen Studien erhöhte Stresshormon-Werte gemessen werden, nicht nur bei den Kleinkindern, sondern auch bei den Müttern. In dieser sensiblen Lebensphase stellen diese chronischen Stressbelastungen ein besonders hohes Risiko für die psycho-emotionale Entwicklung dar. Das ist einer der Gründe, warum die Kinder- und Jugendärzte sowie die Kinder- und Jugendpsychiater von einer Kitabetreuung bis etwa zum Alter von zweieinhalb Jahren abraten.

In ihrem Familiennetzwerk hat die Kinderärztin Maria Steuer Vorschläge erarbeitet, wie die Arbeitsplätze gestaltet werden könnten, damit Frauen mit Kleinstkindern, die entweder aus finanziellen oder aus in ihrer Persönlichkeit liegenden Gründen [extern arbeiten wollen,] den Spagat zwischen Beschäftigung und Kindesfürsorge meistern können. Vor allem im ersten Lebensjahr ist das Baby voll auf die Mutter fixiert. Es entwickelt sich eine „Primärbindung“ zwischen dem Kind und der wichtigsten Fürsorgeperson, durch liebevollen Blickkontakt und auch körperliche Nähe. In dieser Zeit entwickelt sich auch die Hirnreif[e], zunächst die der rechten Hälfte und dann erst mit zwei bis zweieinhalb Jahren die [der] linken Hirnhälfte, die dann fürs Lernen, also Bildung ganz wesentlich ist. Erkenntnisse, über die in der FAZ zum Beispiel geschrieben wird, die es aber nicht bis in den Familienausschuss des Bundestages schaffen.

Umgedeutet werden auch die seit Jahrhunderten eindeutig definierten Bezeichnungen „Ehe“ und „Familie“. Bis vor wenigen Jahren war jedem damit klar, es handelt sich um „Vater, Mutter und Kinder“. …

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Ergänzung 22.8.2015:

Günter Ederer: http://www.freiewelt.net/blog/die-verstaatlichung-der-familie-3teil-10063232/ (21.8.):

… Elternwille und Welpenschutz

… Die Verstaatlichung der Erziehung hat für die Eltern natürlich auch Vorteile: Versagen die Kinder in der Ganztagsschule, trägt die die Verantwortung. …

… Der kinderlose weibliche oder männliche Single und das kinderlose Paar sind die wahren Nutznießer unseres Umverteilungsstaates. …

… Die dafür zuständige Kommission hat festgehalten, dass es nur zwei Vorsorgemöglichkeiten fürs Alter und für die Zukunft eines Staates gibt: Kinder oder Kapital. …

… Die liebevolle Fürsorge für Säuglinge und Kleinstkinder ist nicht ein Merkmal christlicher Fundamentalisten. Diese Fürsorge für Kinder ist universell, ein tief verwurzelter Instinkt, deren Liebe und Sicherheit das ganze Leben bestimmt. Unmenschlich ist es aber, einen dreimonatigen Säugling um fünf Uhr früh zu wecken, um ihn in die Krippe abzugeben. …

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2 Antworten zu Zur Verstaatlichung der Familie

  1. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf MURAT O. rebloggt.

  2. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Souliman Kannu New´s from Germany rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

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