US-Reise von Papst Franziskus: Widersprüchliche Signale

http://www.katholisches.info/2015/09/30/widerspruechliche-signale-fuehrt-papst-franziskus-weltkirche-in-die-falle-des-deutschen-modells/:

(Washington) Die widersprüchlichen Signale von Papst Franziskus sind schwer entzifferbar, hinterlassen jedoch einen bitteren Beigeschmack. Mag sein, daß die Massenmedien manchen Signalen mehr, anderen weniger, manchen gar keine Sichtbarkeit verschaffen und damit deren öffentliche Wahrnehmung verzerren.

Damit läßt sich aber längst nicht alles erklären, wie die jüngst zu Ende gegangene US-Reise des Papstes zeigte: sein Besuch bei den Kleinen Schwestern der Armen und seine geheime Begegnung mit Kim Davis einerseits und seine Rede vor dem US-Kongreß und den Vereinten Nationen andererseits. Der Versuch einer Fährtenlese zwischen widersprüchlichen Signalen, die dennoch eine zweifelhafte Gewichtung und Präferenz erkennen lassen.

… Obwohl der Besuch bei den Kleinen Schwestern der Armen und die Begegnung mit Kim Davis eine deutliche Absage an die Abtreibungs- und Homo-Politik der Regierung Obama sind, vermied der Papst in seinen die größte Beachtung findenden Ansprachen vor dem amerikanischen Parlament in Washington und den Vereinten Nationen in New York jede direkte Kritik. Franziskus kritisierte weder die US-Regierung noch die UNO, obwohl beide im Gleichschritt die Kultur des Todes und die Homosexualisierung aktiv vorantreiben und dies weltweit.

… Integraler Bestandteil der Post-2015-Agenda ist auch die weltweite Legalisierung der Abtreibung und deren möglichst schrankenloser Zugang. Dem Vatikan hatte die UNO kurz vor dem Papstbesuch mitgeteilt, daß die Post-2015-Agenda als Ganzes zu akzeptieren sei. Ein Ja unter Ausklammerung bestimmter Ziele sei nicht denkbar.

Der Papst hätte vor der UNO Gelegenheit gehabt, Vorbehalte zu äußern. Nichts dergleichen tat Franziskus, sondern sprach sogar von einem „wichtigen Zeichen der Hoffnung“. Auch die weltweite, straffreie, ja legale und vielleicht kostenlose Tötung ungeborener Kinder, auch dieser seit 40 Jahren andauernde größte Massenmord der Menschheitsgeschichte ist „ein wichtiges Zeichen der Hoffnung“? Widerspruch sieht anders aus. …

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Ergänzung 3.10.2015:

http://www.katholisches.info/2015/10/03/der-kniefall-vatikan-distanziert-sich-von-kim-davis/:

(Rom/Washington) Der Papst-Besuch in den USA, ohnehin schon reich an widersprüchlichen Signalen, wurde um einen weiteren Widerspruch reicher.

Am 30. September, zwei Tage nachdem Papst Franziskus seinen USA-Besuch beendet hatte und nach Rom zurückgekehrt war, wurde bekannt, daß er am 24. September in der Botschaft des Vatikans in Washington Kim Davis zu einer Privataudienz empfangen hatte. Die Nachricht entfachte in den USA eine heftige öffentliche Debatte.

Offenbar zu heftige Debatte, denn der Vatikan legte nun den Rückgang ein und distanzierte sich von Kim Davis. Und das so kategorisch, daß es peinlich wirkt und – weit schwerwiegender – geradezu ein Dolchstoß für die vom Papst eben erst selbst geforderte Anerkennung der Gewissensverweigerung als Menschenrecht ist. …

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Eine Antwort zu US-Reise von Papst Franziskus: Widersprüchliche Signale

  1. MURAT O. schreibt:

    Hat dies auf MURAT O. rebloggt.

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