Der Große Austausch – 26

(Fortsetzung zu https://kreidfeuer.wordpress.com/2016/03/19/der-grosse-austausch-25/)

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Leseempfehlung:
Martin Lichtmesz: http://www.sezession.de/53633/die-sueddeutsche-zeitung-ueber-den-grossen-austausch.html (29.3.):

Nun ist die Erkenntnis dank einer Buchrezension der Süddeutschen Zeitung auch offiziell im Mainstream angekommen: der „Große Austausch“ ist, wie Renaud Camus schrieb, „keine Hypothese, kein Konzept, keine Theorie, sondern die simple Feststellung einer Tatsache“.

Allerdings eine, die nach den Autoren des frisch erschienenen Buches „generation mix“ (sic) ebenso „unumstößlich wie wünschenswert“ sein soll. Wer hätte das gedacht? Wer wundert sich darüber? Wohl nur diejenigen, die immer noch nicht verstanden haben, auf welches Ziel das Ideal des „bunten“ Deutschland hinsteuert.

Doch nach der Reihe. Im Vorwort zu dem Band „Revolte gegen den Großen Austausch“ von Renaud Camus habe ich drei Haltungen zu dem Phänomen des laufenden Bevölkerungsaustausches skizziert:

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http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/03/deutschland-nimmt-15-000-syrer-aus-der-tuerkei-auf/:

… Tschechien hat 25 christliche Flüchtlinge aus dem Irak zur Rückkehr in ihr Heimatland aufgefordert, weil sie entgegen den Vereinbarungen nach Deutschland weiterreisen wollten. Die Iraker seien am Samstag mit dem Bus nach Deutschland gefahren, aber unmittelbar nach dem Grenzübertritt gestoppt worden, meldete die Nachrichtenagentur CTK. Die deutsche Polizei habe die tschechischen Behörden aufgefordert, die Iraker zurückzunehmen, und Tschechien habe dem zugestimmt. Tschechien hatte sich im Dezember zur Aufnahme von 153 christlichen Flüchtlingen aus Gebieten des Iraks bereit erklärt, die von der Extremistenmiliz IS kontrolliert werden. Bisher sind allerdings nur 89 von ihnen in dem osteuropäischen Land eingetroffen.

Der tschechische Innenminister Milan Chovanec kritisierte am Sonntag, die Iraker hätten die Großzügigkeit seines Landes missbraucht und sollten bald in ihre Heimat zurückkehren. Es war zunächst jedoch unklar, wie sie die Rückreise antreten sollten. Die Polizei setzte den Irakern eine Frist von einer Woche bis zur Ausreise.

… Die Regierung in Prag lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen nach EU-Quoten ab. Tschechien mit seinen 10,5 Millionen Einwohnern verzeichnete nach Daten des Innenministeriums im vergangenen Jahr gut 1500 Asylanträge und gewährte 71 Menschen Schutz. …

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Ergänzung 6.4.2016:

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/asylbewerber-fordert-eigenes-haus-und-blockiert-strasse/ (5.4.):

KARBEN. Ein irakischer Asylbewerber hat in Karben mit seiner Familie eine Hauptverkehrsstraße blockiert …

Ihnen sei im Irak ein eigenes Haus versprochen worden, auf das sie nun bestünden.

Am Montag habe eine Sozialarbeiterin den irakischen Kurden klar gemacht, daß sie kein eigenes Haus bekommen würden. Daraufhin habe sich der Vater zu der Straßenblockade entschieden. …

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https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/500-000-unregistrierte-asylsuchende-in-deutschland/ (5.4.):

BERLIN. In Deutschland sollen sich derzeit 500.000 unregistrierte Asylsuchende aufhalten. Das berichtete die Bild-Zeitung am Dienstag unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. „Viele Migranten melden sich nicht bei den Behörden aus Angst, abgewiesen zu werden“, zitiert die Zeitung Ministeriumskreise. Den nicht registrierten Zuwanderern bliebe dann häufig nur der Weg in die Kriminalität.

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EASO:
https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2016/eu-kommission-plant-asylverfahren-auf-eu-ebene/ (6.4.):

BRÜSSEL. Die EU-Kommission soll einem Zeitungsbericht zufolge planen, Asylverfahren nicht mehr den einzelnen Mitgliedsstaaten zu überlassen, sondern auf die EU-Ebene zu heben. Das geht aus einer Mitteilung der EU-Behörde mit dem Titel „Reform des europäischen Asylsystems und Stärkung legaler Wege nach Europa“ hervor, das der Welt vorliegt.

In der Mitteilung sei von Plänen die Rede, „die Verantwortung für die Bearbeitung von Asylansprüchen von der nationalen Ebene auf die EU-Ebene zu verlegen“. Die Kommission schlage demnach vor, das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen in eine Agentur mit Entscheidungsbefugnissen umzuwandeln. Zudem solle die Behörde einen Ableger in jedem Mitgliedsland erhalten und Einsprüche gegen Bescheide bearbeiten.

„Dies würde einen einzigen und zentralisierten Entscheidungsmechanismus schaffen und würde so die komplette Harmonisierung der Verfahren, aber auch der konsistenten Beurteilung von Schutzbedürfnissen auf EU-Ebene sichern“, zitiert die Welt aus der Mitteilung. …

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Ergänzung 7.4.2016:

Dieter Stein: https://jungefreiheit.de/debatte/streiflicht/2016/kontrollverlust-eines-staates/ (7.4.):

… Der Bundesinnenminister beeilte sich, die Meldung über eine halbe Million unregistrierter Ausländer zu dementieren – räumt gleichzeitig aber massive Probleme bei der administrativen Bewältigung des Asylproblems ein. Erst „im Laufe des Jahres“ will Frank-Jürgen Weise, Chef des Bundesamtes für Migration, einen genauen Überblick darüber haben, wer sich „in Deutschland aufhalte“. Kurz, wir werden Zeugen des Kontrollverlustes unseres Staates, innen wie außen.

… Obwohl gegen einen eritreischen Asylbewerber inzwischen 80 Strafanzeigen (von Körperverletzung, Ladendiebstahl bis Schwarzfahren) vorliegen, wurde dieser bislang nicht verurteilt. Grund: Die Anklagen könnten in der Flüchtlingsunterkunft in Bad Oeynhausen nicht zugestellt werden, heißt es. Den Barscheck über 359 Euro holt er sich jedoch beim städtischen Sozialamt sorglos ab.

Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel stellte jetzt fest, „Europa ist im Begriff, sich selber abzuschaffen“. Die „Wir schaffen das“-Mentalität bezeichnet der Schweizer Publizist als „größenwahnsinnig“, eine Geisteshaltung, die in der europäischen Geschichte regelmäßig Katastrophen verursacht habe. …

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Ergänzung 8.4.2016:

Gerd Josef Weisensee: http://www.katholisches.info/2016/04/05/hintergruende-der-fluechtlingskrise/:

Ohne Absprache mit Nachbarländern und ohne Rücksicht auf die eigenen Möglichkeiten und ohne Achtung bestehender Gesetze und des deutschen Grundgesetzes kam die Lawine. …

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Ergänzung 12.4.2016:

http://www.andreas-unterberger.at/2016/04/asylgewährung-durch-die-eu-schnapsidee-zum-quadrat/ (6.4.):

Die EU-Kommission will die Kompetenz zur Asylgewährung an sich ziehen. Das Ergebnis wäre vorhersehbar katastrophal: Die Völkerwanderung würde endgültig die Dimension einer Sintflut bekommen. Völlig rätselhaft, warum Österreichs Bundes- und Vizekanzler diesem Gedanken zustimmen können. Brauchen sie erst wieder ein volles Jahr, um zu begreifen, was da droht? Die Innenministerin ist ja zum Glück gleich massiv auf Distanz gegangen.

Nicht einmal eine bürokratische Entlastung Österreichs würde durch einen solchen Kompetenztransfer an die EU wirksam. Denn natürlich müsste auch für neu aufzubauende EU-Asylrechts-Strukturen viel Geld ausgegeben werden. Aber wahrscheinlich will die EU ohnedies eher ein System, wo die Länder weiter in den unteren Instanzen die gesamte Asylabwicklung über haben. Und wo erst in der letzten Instanz dann eine EU-Institution aktiv wird (und alle eventuell abweisenden Asylbescheide in positive umwandelt).

… Die Zustimmung der Koalitionsspitze zu den Brüsseler Vorstellungen ist umso unverständlicher, als Österreich erst vor wenigen Tagen zumindest angekündigt hat, dass die heimische Asylpraxis künftig eine ganz andere, restriktive sein werde. Dass die meisten Asylwerber binnen einer Stunde wieder aus dem Land komplimentiert würden, und die anderen nach wenigen Tagen. Außer sie haben einen echten(!) Asylgrund, der  in persönlicher Verfolgung besteht. …

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Ergänzung 15.4.2016:

Werner Reichel: http://www.andreas-unterberger.at/2016/04/laurens-tod-und-europas-ende/ (5.4.):

Am 26. Jänner wird die 25jährige Germanistik-Studentin Lauren Mann tot in ihrer kleinen Wohnung im vierten Bezirk in Wien entdeckt. Sie ist nackt, ihr Gesicht in die Matratze gedrückt. Vor ihrem gewaltsamen Ende hatte sie noch Geschlechtsverkehr. Freiwillig oder nicht, man weiß es nicht. Die tragische Geschichte von Lauren Mann scheint ein Spiegelbild des Schicksals von Europa zu sein. Sie liest sich wie das Drehbuch zu den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. …

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Ergänzung 17.4.2016:

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2501:ein-beitrag-zur-asyldebatte&catid=14:dokumente&Itemid=37 (11.4.):

Der Philosoph Professor Dr. Dr. Daniel von Wachter hat in einem Aufsatz aus philosophischer Perspektive zur aktuellen Debatte um die Einwanderung nach Europa und insbesondere nach Deutschland Stellung bezogen. …

http://sammelpunkt.philo.at:8080/2517/1/Wachter_2016-Einreisende.pdf Die Öffnung der Grenzen ist unmoralisch (24.3.):

Henry Kissinger sagte am 30. Dezember 2015 in einem Interview: „Wir beobachten in Europa ein sehr seltenes historisches Ereignis: Eine Region verteidigt ihre Außengrenzen nicht, sondern öffnet sie stattdessen. Das hat es seit einigen Tausend Jahren nicht mehr gegeben.“ Diese Öffnung der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland wurde durch die Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel durchgeführt. …

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5 Antworten zu Der Große Austausch – 26

  1. fairarscht schreibt:

    es ist wohl die normale Härte
    die Generation mix, Y, 24 Stunden verfügbar ….

    kennt es nicht anders, als
    die Liebe, die Heimat, die Beziehung, schließlich die Identität für Job und Karriere oder nur für Überleben zu ofpern
    kennt nichts anderes als Flüchtigkeit, Ungesetteltsein, Unverbindlichlichkeit und Unzuverlässigkeit statt Qualität….(Internetkontakte? Wohl keine größere Sch… erlebt…)
    die Generation zuvor hat dies alles vielleicht noch für einen Gott oder eine verar… Community geopfert….So what?

  2. fairarscht schreibt:

    mM nach nicht nachvollziehbar: der CDU-Konservative Franz Alt in BRalpha
    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-forum/alpha-forum104.html

  3. wir schaffen das nicht schreibt:

    Zwei Millionen Diabetiker-Kinder in Deutschland. Generation Sitzen vor den Bildschirmmedien/Fastfood.“Gesund durch Bewegung“ ??? (Phoenix)
    Die Turnhallen sind zweckentfremdet, wohl dauerbelegt. Sport fällt aus. Wenn diese Kinder Eltern werden….Was kommt da politisch/ökonomisch auf D zu?

  4. Pingback: Der Große Austausch – 27 | Kreidfeuer

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