Journalisten als polit-korrekte Umerzieher

http://www.deutschlandradiokultur.de/journalisten-lauter-politisch-korrekte-volkspaedagogen.1008.de.html?dram:article_id=353133 (3.5.):

… Nach Ansicht des Medienwissenschaftlers Norbert Bolz von der TU Berlin sind für das mangelnde Vertrauen vieler Bürger in die Medien die Journalisten verantwortlich.

… Gerade in den öffentlich-rechtlichen Medien verstünden sich Journalisten als Volkspädagogen, die die Menschen auf den richtigen Weg führen wollten: Dies sei gerade in der Flüchtlingsberichterstattung deutlich geworden, betonte der Berliner Medienwissenschaftler. „Insofern kann ich dieses Misstrauen dieses großen Teils der Bevölkerung ganz gut verstehen.“

Viele Journalisten glaubten, man müsse dem Volk „gewisse Informationen“ vorenthalten, „weil es noch nicht reif genug ist, damit umzugehen“, so Bolz unter Verweis auf die Ereignisse der Kölner Silvesternacht, als der Migrationshintergrund vieler mutmaßlicher Täter zunächst nicht erwähnt wurde.

„Damals hatten doch alle oder fast alle den Eindruck, die entscheidende Information – so haben es die meisten jedenfalls empfunden – wird weggelassen aus pädagogischen Motiven, um keine Vorurteile weiter zu schüren und, und, und.“

… Um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, müssten Journalisten sich wieder auf ihren ursprünglichen Auftrag besinnen, sagte der Medienwissenschaftler …

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Ergänzung 17.5.2016:

http://www.die-tagespost.de/feuilleton/Mit-unterschiedlichem-Mass;art310,169330 (11.5.):

Die mediale Wahrnehmung der Parteien an den Rändern des politischen Spektrums ist in der Bundesrepublik unterschiedlich. Ein gleichermaßen kritischer und ausgewogener Blick täte der demokratischen Kultur sehr gut. Von Martin Wind

… Schauen wir uns exemplarisch zwei Parteien an, die an den jeweiligen extremen Flügeln des politischen Spektrums verortet werden. Da ist auf der einen Seite die „Alternative für Deutschland“ (AfD). Von vielen Medien als rechtspopulistisch, ja gar rechtsextrem eingeordnet, ohne dass diese Kategorisierung einer weiteren Begründung zu bedürfen scheint. Und auf der anderen Seite – nicht ganz so taufrisch – die „LINKE“. Eine Partei, die auf eine bewegte Geschichte zurückzublicken hat. Erstaunlich, wie schnell unsere Gesellschaft – allen voran wieder Medienschaffende – dieser Partei zur selbstverständlichen Normalität in der bundesrepublikanischen Politik verholfen hat.

… Heute stellt die „LINKE“ einen Ministerpräsidenten und ist hochwillkommener Steigbügelhalter für alle linksideologischen Parteiungen bei der Erlangung der Macht. Die AfD ist zwar demokratisch gewählt in Landesparlamenten vertreten, wird aber von den bisherigen Machthabern und etablierten Parteien wie ein Paria behandelt. Wenn man bedenkt, dass das Parteiprogramm der AfD bis auf einige Passagen noch 2002 als Parteiprogramm der CDU in Deutschland hätte durchgehen können, dann ist das doch eine Entwicklung, die zum Erstaunen anregen kann. …

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Ergänzung 18.5.2016:

http://zurzeit.eu/artikel/stuetzen-des-establishments-_1089 (12.5.):

… Den Organisatoren des medialen Diskurses, der „veröffentlichten Meinung“, schwimmen die Felle davon – die Deutung von Ereignissen im Sinne bestimmter politischer Vorgaben, wie sie die Medien des deutschen Sprachraums, insbesondere aber Österreichs, praktizierten.

Die vielfältigen Informationsmöglichkeiten des Netzes ermöglichen den „Diskursunterworfenen“ stattdessen völlige Unabhängigkeit im Wissensgewinn, die Inhalte können also völlig ungefiltert und ohne Selektion durch berufene Journalisten konsumiert werden. Dazu kommt das völlige Auseinanderdriften der in den herkömmlichen Massenmedien popularisierten Themen und der Lebenswelten der Medienkonsumenten.

Sind erstere immer noch dem Grundsatz der „Erziehung“ ihrer Kunden zugeneigt, empfinden letztere dies immer häufiger als ungerechtfertigte, nicht selten moralistische Einmischung. Die Folge davon ist ein Entfremdungsprozess zwischen Massenmedien und ihren Milieus, wie sich am deutlichsten in den massiven Reichweiteverlusten der BILD-Zeitung erkennen lässt. …

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Eine Antwort zu Journalisten als polit-korrekte Umerzieher

  1. Politiker sind dumme..... schreibt:

    Affen.
    Entweder haben sie es selbst noch nicht gecheckt oder es sagt ihnen auch kaum jemand.
    Herrlich, wie Lobbyisten gerade den Dobrindt (Verkehr) und den Schmidt (Landwirtschaft) „antanzen“! Schamlos gefälschte Abgas-und Verbrauchswerte und Unkrautvernichtergifte fürs Volk….

    Mir geht es so: wer nach ein paar Tagen Abstinenz wieder das Morgenmagazin einschaltet oder sich durch die Sender zappt oder die Zeitungen liest, wird sich verstärkt der Kralle der (linken) Mainstream-.Manipulation bewußt. Die Regierungsmaschinerie „arbeitet“…Unbarmherzig.
    Die politisch korrekten Journaille-Schlawiner tun gehorsam voraus eilend ihre Pflicht.

    Wer nach ein paar Tagen Abstinenz von dieser deutschen unsolidarischen, verdummten Gesellschaft wieder hier eintaucht, landet erst mal im Frust und ist „bedient“….von Rentnerspaltung bis Kulturzerstörung…..von den Verschlimmbesserungen aus Verschwendungssummen der Steuerzahler. Das Fass ohne Boden.

    Ich gugel gerade: „Verdummte dieser Erde“ – Gero von Randow unter Politik/Meinung in ZEIT 22,
    der sich mit Linken beschäftigt
    und bekomme MM-Blog
    „Schluss mit den ewigen Schuldgefühlen: Es ist Zeit für Deutschland, wieder aufzustehen“.:- (
    (Britischer Autor über die deutsche Schuld)

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