Gauland–Boateng: Journalisten-Verband rüffelt FAS

http://www.freiewelt.net/nachricht/journalisten-verband-kritisiert-faz-wegen-unprofessionellem-journalismus-10067163/ (1.6.):

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht neben dem unprofessionellen Verhalten der FAS-Journalisten zudem die Übertretung strafrechtlich relevanter Vorschriften. Er rät Gauland zu einer Unterlassungsaufforderung und der Erstellung eines Strafantrags.

In einem Kommentar zu der Gauland-Boateng-Diskussion bezieht der Deutsche Journalisten-Verband in Berlin Stellung und kritisiert die Vorgehensweise der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung scharf und deutlich. Nachfolgend der lesenswerte Beitrag in voller Länge:

»Zuerst stellte sich die Frage, ob diese Äußerung überhaupt beleidigend sei oder zumindest rassistisch. Eigentlich besagt sie ja nicht, dass Gauland etwas gegen den Nationalspieler hat, sondern stellt nur die Ressentiments in der Bevölkerung dar. Man muss schon sehr gewagt interpretieren, um das als Rassismus von Gauland zu sehen. …

———————–

Ergänzung 3.6.2016:

http://www.andreas-unterberger.at/2016/05/der-fußballer-und-der-rassismus/ (31.5.):

Seit dem Wochenende ist Deutschland wieder in Erregung, und zwar höchste Stufe. Der AfD-Politiker Gauland hat gesagt, dass viele Deutsche den farbigen deutschen Nationalspieler Boateng zwar schätzen würden. „Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Mehr hat Deutschland nicht gebraucht: So etwas wenige Tage vor der Fußball-Euro! Dagegen geht alles andere unter. (Mit nachträglicher Ergänzung)

Etwa die Tatsache, dass gleichzeitig nun schon zum dritten Mal ein AfD-Politiker Opfer eines Anschlags geworden ist. Unbekannte Täter haben die Scheibe der Geschäftsräume von Andreas Wild in Berlin-Lichtenberg eingeschlagen und rote Farbe versprüht.

Solche Lappalien konkreter Kriminalität ignoriert die Medien-Landschaft elegant. Es war ja keine Asylantenadresse das Ziel, sondern nur die eines AfD-(Unter-)Menschen. Aber Beleidigungen eines Fußballspielers kann man doch wirklich nicht ignorieren. Da muss auch die Bundeskanzlerin gleich erregt ausrücken. …

———————————

Markus Wehner und Eckart Lohse: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-vize-gauland-beleidigt-jerome-boateng-14257743.html (29.5.):

… Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat den deutschen Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng beleidigt. So werde der in Berlin geborene und aufgewachsene Fußballspieler, der einen ghanaischen Vater und eine deutsche Mutter hat, zwar als Spieler in der deutschen Nationalmannschaft geschätzt, doch das bedeute nicht, dass er nicht als fremd empfunden werde. Gauland sagte dieser Zeitung: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

DFB-Präsident Reinhard Grindel reagierte scharf auf die Äußerung Gaulands. Es sei „einfach geschmacklos“, die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft „für politische Parolen zu missbrauchen“. Millionen Menschen liebten die Nationalmannschaft, „weil sie so ist, wie sie ist“, sagte Grindel. Boateng sei „ein herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist“. Auch der Manager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, wandte sich gegen Gaulands Äußerung: „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.“

Boatengs Nachbarn im gediegenen Münchner Stadtteil Grünwald haben offenbar keine Probleme mit dem Fußballspieler. „Hier kann jeder wohnen, der will“, sagte eine Nachbarin aus dem Haus direkt gegenüber dieser Zeitung. …

————-

Bettina Röhl: http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/update-fall-gauland-oder-faz/ FAZ rudert zu Gauland und wirft neue Fragen auf (30.5.):

Was die Redakteure von FAZ und FAS an Erklärungen abgeben, verstärkt den Eindruck, sie wollten unbedingt Punkte gegen die AfD machen, die andere noch nicht schafften. Im Wettbewerb um die AfD-Hatz sind die journalistischen Maßstäbe in Gefahr. …

———————-

Roger Köppel: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2016-22/artikel/gesinnungs-mafia–die-weltwoche-ausgabe-222016.html Totalitäre Gauner-Methoden 
gegen den AfD-Politiker 
Gauland: Deutschland spinnt. (undat.):

… Die Inquisition ist zurück; Schauprozesse überall. Mit totalitären Methoden ver­suchen die Etablierten, ihre Weltsicht, ihre Machtansprüche durchzusetzen. In Deutschland bekommt dies gegenwärtig Alexander Gauland zu spüren, der 75-jährige stellvertretende Chef der Merkel-kritischen Erfolgspartei Alternative für Deutschland. Die Journalisten haben ihn schon lange im Fadenkreuz. Sie lauern, ja sie lechzen geradezu danach, den hochgebildeten früheren Staatssekretär und Buchautor politisch abzuschiessen. Dass ausgerechnet die von mir geschätzte Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung den jüngsten Anschlag verübte, zeigt auf deprimierende Weise das Ausmass einer politischen Aufregung, die den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat.

Was ist passiert? Gauland führte mit der Frankfurter Sonntagszeitung ein in Teilen vertrauliches Hintergrundgespräch. Es ging unter anderem um die Themen Zuwanderung und ­Islam. Im Verlauf dieses Gesprächs soll Gauland gesagt haben, der dunkelhäutige deutsche Fussball-Nationalspieler Jérôme Boateng sei zwar ein guter Fussballer, aber es gebe in Deutschland Leute, die ihn nicht zum Nachbarn haben wollten. Die als seriös eingestufte Zeitung machte aus dem angeblichen Gauland-Zitat auf der Frontseite den Titel: «Gauland beleidigt Boateng». Orkanartig schoss die Empörung hoch. Gauland sei ein Rassist. Kanzlerin Merkel schaltete sich ein und nannte den AfD-Mann «niederträchtig». Emsig schichteten die Inquisitoren den Scheiterhaufen, um den rechten Ketzer zu verbrennen.

Gauland wurde vom Druck überrollt. Anstatt entschlossen dagegenzuhalten, eierte er herum. Seine ersten Reaktionen wirkten defensiv. Sogar Parteichefin Petry fiel ihrem Stellvertreter-­Rivalen in den Rücken. Die Öffentlichkeit ist wie die Wildnis: Wenn das angeschossene Tier zurückweicht, greifen die Aasfresser an. …

————————–

Ergänzung 5.6.2016:

Hans Heckel: http://journalistenwatch.com/cms/ich-bin-beleidigt/ (4.6.):

Wie sich ein Sturm als Furz entpuppt, was Gauland (nicht) gesagt hat, …

… Wer sich das Gauland-Zitat allerdings näher ansieht, dem entpuppt sich der rasende Sturm als fauler Furz. Auch wenn Sie’s vielleicht schon x-mal gelesen haben, sollten wir es uns ruhig noch einmal gemeinsam ansehen. Gauland sagte, die Leute mögen zwar dem Fußballspieler zujubeln, als Nachbarn wollten sie „einen Boateng“ aber nicht.
Was hat er damit über Boateng gesagt? Genau: gar nichts. Der AfD-Vize meint bloß, in Deutschland einen weitverbreiteten Zwiespalt anzutreffen. Wir täten vordergründig so, als wäre uns ein farbiger Deutscher ganz selbstverständlich, während wir ihn insgeheim immer noch als Fremden, ja vielleicht sogar als unangenehmen Fremden betrachteten, den wir lieber auf Distanz hielten.

Wenn Gauland also überhaupt jemanden „beleidigt“ hat, dann sind wir es. Ich für meinen Teil weise diese Unterstellung eines verkappten Vorbehalts gegen Farbige jedenfalls entschieden zurück, Herr Gauland! …

———————————

Ergänzung 6.6.2016:

https://daserste.ndr.de/annewill/Guter-Nachbar-schlechter-Nachbar-Wie-rassistisch-ist-Deutschland,annewill4774.html (5.6.):

Das Thema diskutieren Heiko Maas, Eckart Lohse, Alexander Gauland, Bilgin Ayata und Werner J. Patzelt.  …

————————-

Ergänzung 8.6.2016:

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/afd-vize-gauland-das-ist-eine-meinungsdiktatur/ (8.6.):

BERLIN. AfD-Vize Alexander Gauland hat die Rassismus-Vorwürfe gegen sich zurückgewiesen. „Ich finde die Ablehnung eines Menschen allein auf Grundlage seiner Hautfarbe persönlich nicht in Ordnung“, sagte Gauland im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT. Das sehe er auch politisch so.

Hintergrund ist die Debatte um die Äußerungen Gaulands zum Nationalspieler Jérôme Boateng. Gauland war nach einem Gespräch mit Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), mit den Worten wiedergegeben worden, Boateng werde zwar als Spieler der Nationalmannschaft geschätzt, dies bedeute aber nicht, daß er nicht als fremd empfunden werde. „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Gegenüber der JF warf Gauland der FAS vor, ihm eine Falle gestellt zu haben, weil der Politikchef der FAS, Volker Zastrow, die AfD hasse. Er habe lediglich darauf hingewiesen, daß es viele Deutsche gebe, die dem Zuzug von Ausländern in ihre Nachbarschaft kritisch gegenüber stünden. Und daß die Menschen grundsätzlich ein Recht auf die Ablehnung von Fremden hätten. …

************************************************************************

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Lügenpresse abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Gauland–Boateng: Journalisten-Verband rüffelt FAS

  1. Augenwischerei schreibt:

    Anne Will bleibt natürlich nicht aus….Das Gauland-Verhör….
    H. Maas und die Rede von „Lebenslügen“.Tja, Herr Maas: Gebt mal denen eine Arbeit, die hier in D.eine Ausbildung gemacht bzw. ein Studium absolviert haben! Sieht nicht so aus, als würde man alle einstellen wollen! Der Vorwurf an Gauland, von nichts eine Ahnung zu haben, gilt für Sie selber! Bezogen auf die „Fachkräfte“….Gebt den vielen rüstigen Rentnern eine Beschäftigung, die arbeiten MÜSSEN! ….ALTE langweilen sich auch.(nicht nur die Eingesperrten in den Flüchtlingsheimen) Und ausgediente Mütter wollen u.U. keine weiteren Ehrenämter! Wollten SIE das?
    Und, Herr Maas, Stichwort Demografie: fragt euch einmal, weshalb EINHEIMISCHE Menschen in D. keinen Nachwuchs mehr anschaffen! Weshalb die Leute noch mit 35 mit sich selbst zu tun haben, auf den Füßen zu stehen.(und wenn sie denn mal Karrieristen sind und ü40, haben sie schon eine Scheidung hinter sich und die Kindlein darben)
    Ihr Korona mit den 16 Ministerpräsidenten (=.lächerliches Verwaltungsgeoschi der eigenen Pfründe hier zu Lande.= 4 Jahre und die dicke Pension ist sicher) FRAGT EUCH EINMAL.Warum? Wieso?
    Der eigentliche „Rassisimus“ vollzieht sich doch vertikal in den GehaltsKLASSEN, dem materiellen Verhalten und der „Schichtung“ und Abschottung in den Wohnvierteln.

    Unglaublich, wie „es“ z.Zt. eskaliert….Mordaufrufe hier wie da….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s