Mehr Mut zu Kindern!

Jürgen Liminski: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/10-07-mehr-mut-zu-kindern/ (10.7.):

Die Zahl der Geburten ist 2015 erneut gestiegen. 738.000 Babys, das sind 23.000 Gründe mehr zur Freude als im Vorjahr und der höchste Stand seit fünfzehn Jahren (2000 waren es 767.000). Einen neuen Trend macht das aber noch nicht aus. Es handelt sich bei den jungen Müttern um die Enkelgeneration der Baby-Boomer, die jetzt in das Jahrzehnt kommen, in denen junge Frauen heute Kinder gebären, mit Anfang dreißig. Diese Generation ist aber schon um ein Drittel kleiner als ihre Elterngeneration, der Trend ist berechenbar und befristet.

Gestiegen ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten aber auch die Zahl der lebenslang Kinderlosen. Hier ist Deutschland mit fast einem Viertel aller Frauen weltweit einsame Spitze. Das ist nach Herwig Birg, dem renommiertesten Demographen Deutschlands, die Hauptursache der seit einem halben Jahrhundert zu beobachtenden Halbierung der Geburtenzahlen in Deutschland auf 1,4 Lebendgeborene pro Frau (ohne Migrantenanteil dürfte die Quote bei 1,1 liegen).

Und seine Folgerung lautet dementsprechend: „Am häufigsten ist die Zwei-Kind-Familie, die in der Bevölkerung als die ideale Familienform gilt. Wird der Schritt zur Elternschaft durch ein erstes Kind gewagt, ist die Wahrscheinlichkeit für ein zweites Kind und weitere Kinder relativ hoch. Das wirksamste Mittel für eine Steigerung der Geburtenrate bestünde deshalb in der Verringerung der Kinderlosigkeit.“ Genau das wird in Frankreich zum Beispiel getan. Dort gibt es Dutzende von kleineren Maßnahmen für junge Paare, so daß jedes sich seine Situation zurechtpuzzeln kann, ohne den Kinderwunsch zu lange aufzuschieben. …

… Was in Deutschland fehlt, ist ein Diskurs über den Wert der Familienarbeit, über das Produkt namens Humanvermögen. In ihm bündeln sich die Voraussetzungen, von denen der Staat lebt und die er selber nicht schaffen kann.

Die Familie schafft diese Voraussetzungen – wenn sie Kinder hat. Kinder werden geboren, wenn es Verläßlichkeit gibt – bei den Finanzen, mithin der Arbeit und, wichtiger noch, in den Beziehungen. …

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8 Antworten zu Mehr Mut zu Kindern!

  1. Abstiegsgesellschaft schreibt:

    Verschlagwortung „Wenn Deutsche sich benachteiligt fühlen (wie kinderreiche
    Mütter/Familien; jene, welche die „edle“ deutsche Gesellschaft und Politik nur auf dem Kieker hat) 😦
    mein Kommentar „Verfassungsfeind AfD?“

    mehr Kinder in dieser Gesellschaft, in diese Welt, Herr Liminski? Toktok! („Zehn Kinder, aber nur eine Frau“ J.L….Dafür aber mindestens ein Ferienhaus in Frankreich.) Opus Dei hilft da auch nicht

  2. Thomas Müller schreibt:

    Simbach, Thomas Müller und das „reiche“ Deutschland. …Sechs Wochen seit der Flut sind für Simbach vergangen…
    Das „solidarische“ Deutschland?
    Mehr Kinder für diese Dunkelwelt? Für den Armutsteil? Meine haben schon jetzt keinen „Platz im Leben“. Keinen Platz in der Erben-und Aktienwelt.
    Monitor:
    http://www1.wdr.de/daserste/monitor/extras/arm-und-reich-104.html

  3. allüberall nur Märchenerzähler schreibt:

    ob es nun die Talibane fundamentalistischer Religionen, zehnfache katholische Väter (aus charismatischem und/oder Sektenmilieu) mit ausgebautem Vitamin-B-Netz und „Position“ (dlf) oder achtfache Mütter bei Team F (dafür „dürfen“ sie ihren Kindern dann „die Energie abziehen“) aus dem evangelikalen Spektrum des Wohlstandsevangeliums sind
    (vor 30 Jahren noch undenkbar, dass man eine Frau dort nicht wegen ihrer beruflichen Tätigkeit diffamiert und sie gezwungen hätte, WESENTLICHE TEILE VON SICH ABZUSCHNEIDEN! …denn „Gottes Segen“ und das liebe Geld kämen ja „von oben“…nur witzig, dass machner unternehmerische Gatte seine ihm überall hin folgende HAUS-Frau dann aus steuerlichen Gründen „angemeldet“ hatte)
    sie alle treffen sich in der Propaganda für „viele Kinder“ …..In jener selbstHERRlichen Männerwelt ist es „gottgewollt“ dann aber gar nicht so unüblich, dass eben scheinbar doch nicht die „einzige“ und „lebenslange“ Liebe zählt…:-( …(der entledigte Witwer, die Neue und die Alte = im Himmel sind sie dann zu dritt…:-) )
    http://www.idea.de/spektrum/detail/prophylaxe-fuer-die-liebe-97565.html

    allüberall nur Märchenerzähler

  4. ausgebotete Mutter schreibt:

    mehr-fach…..

    (Halbwissen)
    „Kalte Kinder
    Des Menschen Entwicklung hin zum warmherzigen Kulturwesen haben wir bisher nach den Gesetzen der Physik betrieben. Denn laut 1. Hauptsatz der Thermodynamik bleibt Energie erhalten. In dieser Gewissheit haben wir den Nachwuchs vollgepumpt mit Wärme. Auf dass die Brut ein Ausbund an Wärme werde – sozial, engagiert, lieb.
    Das Gegenteil ist der Fall, behaupten finnische Forscher im Journal of Youth and Adolescence. Sie hatten die Entwicklung von 1549 Studenten analysiert: wer als Kind zu viel Zuneigung erfährt, engagiert sich später seltener in sozialen Projekten für Bedürftige. Ähnliche Ergebnisse in Sachsen-Anhalt.
    Warum verlassen mit Liebe überschüttete Kindchen das warme Nest so kaltherzig? Die exakte Lektüre des thermodynamischen Hauptsatzes hilft. Energieerhaltung gelingt nur in geschlossenen Systemen. Hilft nur eins: Deckel drauf und kräftig isolieren.“ (Will, ZEIT)
    —-
    Ein strukturelles Problem: „Tendenz steigend“:
    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44759/Mein-Sohn-hat-mich-verlassen

  5. kein "Wir" in Deutschland schreibt:

    Neuer Text bei J. Liminski, iDAF:
    „Die wirklichen Ursachen der Migration“
    —-
    neuer Artikel bei nachdenkseiten
    Armut in Deutschland
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=37099#h14

    —–
    wie könnte das „WIR in Deutschland aussehen? Ganze Dorfgemeinschaften per wotsep verbunden?
    hier Mindestlöhner und Leiharbeiter abgrabende – nichttransparente – geschützte Unternehmerfamilien mit greencards in die Steuerfluchtoasen? (die z.B. auch fleissig die frommen Kongresse besuchen?, auf denen keine „Haus-Frauen“ vertreten sind )
    (es gibt ein neues gelbgrünes K_ _ _ _ -Smilie)

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