Amoris Laetitia: Papst Franziskus häresieverdächtig

http://www.katholisches.info/2016/11/17/stoesst-papst-franziskus-an-seine-grenzen-amoris-laetitia-und-die-dubia-der-kardinaele/:

… Das nachsynodale Schreiben Amoris laetitia von Papst Franziskus wurde von vier namhaften Kardinälen, Walter Brandmüller, Raymond Burke, Joachim Meisner und Carlo Caffarra, in Frage gestellt.

… Am 19. September brachten die vier Purpurträger bei der von Gerhard Kardinal Müller geleiteten Glaubenskongregation einen offiziellen Einspruch in der klassischen Form von Dubia (Zweifel) ein. Damit verlangen sie eine entweder positiv oder negative, in jedem Fall eine offizielle Antwort …

… Laut Audienzlisten wurde Kardinalpräfekt Müller von Papst Franziskus empfangen, nachdem die vier Kardinäle ihren Einspruch eingebracht hatten. „Zwangsläufig haben die beiden darüber gesprochen“, so Magister. Die Kardinäle haben aber keine Antwort erhalten, weder von Kardinal Müller noch von Papst Franziskus, weil es „offensichtlich Letzterer so wollte“. …

… Die vier Unterzeichner der Dubia haben keine aktiven institutionellen Aufgaben mehr in der Leitung der Kirche. Damit verfügen sie über die nötige Freiheit, offen sprechen zu können, ohne Säuberungs- und Strafmaßnahmen befürchten zu müssen.

… Im Vatikan macht zudem die Studie „Theologische Hypothese eines häretischen Papstes“ des brasilianischen Juristen Arnaldo Xavier da Silvreira die Runde, …

… Sollte Papst Franziskus das Paradox nicht beenden, ein klares Bekenntnis zur unveränderlichen Lehre der Kirche zu verweigern, deren Oberhaupt er ist, dann kündigen sich dramatische Monate an.

Papst Franziskus stößt dreieinhalb Jahre nach Beginn seines Pontifikats an seine Grenzen. Der durch Gesten und Worte vermittelte Eindruck einer latenten Absicht, die Lehre der Kirche ändern zu wollen, muß sich irgendwann konkretisieren oder in sich zusammenbrechen.


Ergänzung:

http://www.katholisches.info/2016/11/14/vier-kardinaele-stellen-sich-papst-franziskus-mit-fuenf-dubia-zu-amoris-laetitia-frontal-in-den-weg/:

(Rom) Vier Kardinäle stellen sich Papst Franziskus und seinem nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia frontal in den Weg. Eine solche Opposition durch Kardinäle „hat es seit der Gegenreformation nicht mehr gegeben“, so Gloria.tv. Erstunterzeichner der Dubia (Zweifel) gegen Amoris laetitia ist der emeritierte Erzbischof von Bologna, Kardinal Carlo Caffarra, gefolgt von Kardinal Raymond Burke und den beiden deutschen Kardinälen Walter Brandmüller und Joachim Meisner. Die Unterzeichner ließen Papst Franziskus ihre Zweifel vertraulich zukommen. Nachdem sie der Papst keiner Antwort würdigte, haben sie ihre Dubia nun öffentlich gemacht. …


http://www.katholisches.info/2016/11/17/konsistorium-ohne-begegnung-mit-dem-papst-meidet-franziskus-kardinaele-wegen-dubia/:

(Rom) Für kommenden Samstag, den 19. November, hat Papst Franziskus ein Konsistorium einberufen. Anlaß ist die Kreierung von 17 neuen Kardinälen, deren Namen der Papst am 9. Oktober bekanntgegeben hatte. Es wird sich jedoch um ein „seltsames Konsistorium“ handeln, so der Vatikanist Marco Tosatti.

Im Gegensatz zu den bisherigen Konsistorien wird es keine Begegnung des Papstes mit dem Kardinalskollegium geben. Tosatti vermutet, daß Franziskus das Heilige Kollegium meidet, um nicht auf die Dubia von vier Kardinälen zu Amoris laetitia antworten zu müssen.

… Ein Kardinalskonsistorium ist immer ein besonderes Ereignis in der Geschichte der Kirche, besonders wenn neue Kardinäle kreiert werden. Alle Kardinäle, denen es möglich ist, kommen zu diesem Anlaß nach Rom, um dem Ereignis einen feierlichen Rahmen zu verleihen. Die Kardinäle werden berufen, um dem Papst beizustehen und ihn in der Leitung der Kirche zu beraten. Die seltenen Begegnungen in so illustrer Runde werden zum Informations- und Meinungsaustausch genützt, und um aktuelle Fragen der Kirche zu besprechen. So hielt es auch Papst Franziskus – zumindest bisher.


Ergänzung 21.11.2016:

http://www.katholisches.info/2016/11/20/papst-franziskus-kocht-vor-zorn-wegen-der-dubia-zweifel-der-vier-kardinaele-zu-amoris-laetitia/:

(Rom) Laut Edward Pentin, dem Vatikan-Korrespondent des National Catholic Register, sei Papst Franziskus über den Einspruch der vier Kardinäle gegen Amoris laetitia sehr verärgert. Der Papst „kocht vor Zorn“, so Pentin.

… Der Papst fühlt sich durch die Dubia offenbar in die Enge getrieben. Die Antwort auf die Dubia läßt keinen Spielraum für Zweideutigkeiten. Damit aber müßte der Papst durch eine klare Aussage das Interpretationsdurcheinander zu Amoris laetitia klären. Konkret hat er nur die Möglichkeit, sich entweder zur überlieferten katholischen Ehe- und Morallehre zu bekennen, und damit das Projekt von Kardinal Walter Kaspers „neuer Barmherzigkeit“ fallenzulassen, oder sich als Leugner der kirchlichen Lehre und als Häretiker zu offenbaren. …

„Bestätigt: Papst ‚kocht vor Zorn‘“ …


Ergänzung 25.11.2016:

http://www.katholisches.info/2016/11/23/gereizte-stimmung-um-amoris-laetitia-zustimmung-und-kritik-an-dubia-der-vier-kardinaele/:

(Rom) Zustimmung und Kritik an den vier Kardinälen wachsen, die am 14. November mit ihrem Einspruch gegen das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia an die Öffentlichkeit getreten sind. …

Kommentator Hans stellt das Lehrschreiben überhaupt in Frage:

… Die einleitenden lateinischen Worte amoris laetitia klingen fast frivol. Nach diesen beiden Worten endet im wahrsten Sinne das Latein. …

Die Sprache der Bibel kennt das Wort Amor nicht. Es kommt weder in der lateinischen Bibelübersetzung noch als „eros“ in dem griechischen Bibeltext vor. Sowohl biblisch als auch kirchlich diskutiert wurde vor Franziskus über die lateinische Caritas oder die griechische Agape als die höchste Form der Liebe. …

Amor bezeichnet den römischen Göttertroll, der all die Bedeutungen symbolisiert, mit denen das Wort Amor übersetzt werden kann. Dies führt neben allen so verständlichen Fragen zur päpstlichen Exhortation zur Kernfrage: „Wie kann ein vom Papst herausgegebenes Lehrschreiben mit dem Namen einer römischen Gottheit beginnen? Hat auch der Papst vergessen, dass er keine fremden Götter neben sich haben soll“?


http://www.katholisches.info/2016/11/24/bischof-athanasius-schneider-die-vier-kardinaele-sind-eine-prophetische-stimme/:

Msgr. Athanasius Schneider, der Weihbischof des Erzbistums Astana, verteidigt mit einer ausführlichen Stellungnahme die Dubia (Zweifel) der vier Kardinäle Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner zu Amoris laetitia, mit denen sie aus „tiefer pastoraler Sorge“ zu zentralen Fragen der katholischen Glaubenslehre und der kirchlichen Praxis Klarheit von Papst Franziskus fordern. Bischof Schneider bezeichnet die Stellungnahme der vier Kardinäle als „prophetische Stimme der Heiligen Kirche“. Die vollständige Stellungnahme von Bischof Schneider in deutscher Übersetzung. …


Ergänzung 28.11.2016:

http://kath.net/news/57606 Kardinal Sarah: Der Papst kann göttliches Eherecht nicht ändern (28.11.):

Christus habe die monogame unauflösliche Ehe für das Wohl von Mann und Frau sowie der Kinder eingerichtet und so die ursprüngliche Ordnung Gottes wiederhergestellt, sagt Kardinal Sarah im Interview. …


Ergänzung 30.11.2016:

http://www.katholisches.info/2016/11/30/pater-spadaro-warum-papst-franziskus-den-kardinaelen-nicht-antworten-muss/:

… Pater Spadaro ist der Schriftleiter der bedeutendsten Jesuitenzeitschrift, der mit vatikanischer Druckerlaubnis in Rom erscheinenden Civiltà Cattolica.

Der Ordensmitbruder des amtierenden Papstes ist einer von jenen, die sich seit dem 14. November, seit die vier Kardinäle Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner ihre Dubia (Zweifel) zum umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia öffentlich gemacht haben, zu Wort melden, um den Papst zu verteidigen. Die Zahl derer, die sich derzeit vordrängeln, um „für“ den Papst den vier Kardinälen zu antworten, nimmt von Tag zu Tag zu. Die Kardinäle haben ihre Fragen allerdings an den Papst gerichtet, weil er Papst ist. Die „Antworten“ anderer sind eine Fleißaufgabe, aber keiner von ihnen kann für den Papst antworten. Es handelte sich bisher auch nicht um Antworten, sondern um polemische Entgegnungen oder offene Angriffe. Edward Pentin vom National Catholic Registerberichtete, daß Papst Franziskus wegen der Dubia der Kardinäle „vor Zorn gekocht“ habe. Hinter dem Zorn scheint sich Ärger zu verbergen darüber, daß die strategische Planung zur Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten gefährdet ist.

Die Widerstände in der Kirche gegen den Kurswechsel der „neuen Barmherzigkeit“ sind viel größer als von Papst Franziskus und den „Papstmachern“ im Hintergrund, dem Team Bergoglio und dem Geheimzirkel Sankt Gallen, gedacht. …


http://www.katholisches.info/2016/11/30/fragen-an-den-papst-ein-aergernis-dekan-der-rota-romana-droht-kardinaelen-mit-aberkennung-der-kardinalswuerde/:

(Rom) In den obersten Etagen der Katholischen Kirche geht es drunter und drüber. Vier Kardinäle stellen dem Papst Fragen zum katholischen Glauben und werden dafür beschimpft und bedroht. Der Dekan der Sacra Rota Romana drohte ihnen sogar mit Entzug der Kardinalswürde.

Wer in der katholischen Kirche des „weltoffenen“ (La Repubblica) Papstes Franziskus die „falschen“ Fragen stellt, dem droht Ungemach. Er läuft nicht nur Gefahr, in Ungnade zu fallen, sondern mit Schimpf und Schande aus Amt und Würden gejagt zu werden – zumindest wenn es nach dem Dekan der Römischen Rota, Msgr. Pio Vito Pinto, ginge.

1867 wurde zuletzt eine Kardinalswürde entzogen …


http://www.katholisches.info/2016/11/30/amoris-laetitia-der-dekan-der-rota-romana-irrt-zu-synode-und-heiligem-geist/:

… Die Bischofssynode hat nur beratenden, aber nicht beschließenden Charakter. Allein deshalb trifft der Anspruch, den Pinto ihr zuschreibt, auf die Synode nicht zu. Auch nicht auf „zwei Synoden“, wie der Dekan der Rota Romana betonte, um ein größeres Gewicht der beiden Synoden über die Familie zu suggerieren. Der Canon 342 des Codex Iuris Canonici und das Motu proprio Apostolica sollicitudo von Paul VI. sind diesbezüglich eindeutig.

Papst Franziskus hatte im Herbst 2013 die Doppelsynode einberufen, ihr aber keine beschließende Zuständigkeit zuerkannt. Beide Synoden, und damit auch der Synodenschlußbericht, haben lediglich beratenden Charakter.

Unter Kirchenrechtlern herrscht einhellige Überzeugung, wie entsprechende Studien belegen, daß die nachsynodalen Schreiben, soweit nicht anders bestimmt, nicht zu den vom Heiligen Geist inspirierten päpstlichen Dokumente zählen. Sie haben in der Regel die Funktion, die Synodenarbeiten bekannt zu machen. Sie haben daher weder exekutiven noch legislativen Charakter, erst recht gelten sie nicht als Werk des Trösters. „Um so mehr gilt das für nachsynodale Schreiben oder Teile davon, die zweideutig sind oder in offenem Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen“, so die traditionsverbundene Seite Messa in latino. …


Ergänzung 1.12.2016:

http://lepenseur-lepenseur.blogspot.co.at/2016/11/papst-kritikern-droht-wegnahme-des.html „Papst-Kritikern droht Wegnahme des Kardinalshuts“ (30.11.):

Franziskus sollte sich im Fall eines so drastischen Entschlusses, der in der Vergangenheit der letzten Jahrhunderte, wenigstens seit der Zeit nach dem Abendländischen Schisma, kein Vorbild hätte, allerdings besser umbenennen auf Papst Joseph I.
Nicht zu Ehren des Nährvaters, sondern vielmehr des Kirchenvaters aller rücksichtslosen Diktatoren, Joseph Wissarioniwitsch Dschugaschwili, a.k.a. Josef Stalin. …


Ergänzung 3.12.2016:

http://www.katholisches.info/2016/12/02/kardinal-pell-stellt-sich-vor-dubia-wie-koennte-man-nicht-einverstanden-sein-dass-jemand-eine-frage-stellt/


http://www.katholisches.info/2016/12/02/glaubenspraefekt-mueller-steigt-zu-amoris-laetitia-in-den-ring-und-spricht-klartext/:

… Nun bestätigte Kardinal Müller als zuständiger Präfekt, in einem am Donnerstag von Kathpress veröffentlichten Interview, daß seine Kongregation auf die Fragen der vier Kardinäle nicht ohne Mandat des Papstes antworten könne. Im Umkehrschluß sagte der Kardinal damit, daß Papst Franziskus nicht will, daß geantwortet wird. „Warum wohl?!“, kommentierte die traditionsverbundene Seite Messa in Latino.

Gewichtiger ist die zweite Aussage des Glaubenspräfekten. Kardinal Müller fügte hinzu, daß ein kirchliches Dokument in jedem Fall nicht der unantastbaren Lehre der Kirche widersprechen könne. Damit aber wird die Position von Franziskus nicht nur „immer peinlicher, sondern unhaltbar“, so der Publizist Antonio Socci.

Kardinal Müller, der mangels päpstlichen Auftrags nicht auf die Dubia der Kardinäle antworten kann, antwortete damit dennoch in der Sache. Er steckte den Boden ab, auf dem die Antwort zu stehen habe. Er rammte Grenzsteine ins Terrain, die nicht übertreten werden dürfen. …


Ergänzung 8.12.2016:

http://www.kath.net/news/57684 Debatte um Amoris laetitia: Papst in ‚schwieriger Position’ (2.12.):

Für Franziskus sei es wichtiger einen Prozess zu starten als ein Ergebnis zu diktieren. Es sei aber auch Aufgabe des Papstes, die eröffnete Debatte zum Abschluss zu bringen. Es gehe um die Einheit der Kirche, schreibt Mark Drew. …


http://www.kath.net/news/57745 Ein Plädoyer gegen einen gewissenlosen Papalismus (7.12.):

Dubia von Meisner, Brandmüller, Caffarra, Burke – „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auf dem ganzen katholischen Erdkreis nur diese vier Kardinäle einen solchen Gewissensentscheid getroffen haben.“ Gastbeitrag von Markus Büning


http://www.kath.net/news/57757 Freiburger Dogmatiker Hoping verteidigt die ‚dubia‘ der vier Kardinäle (8.12.):

… „Die eindrucksvolle Drohkulisse, die der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller hier aufbaut, steht beispielhaft für die sich immer weiter zuspitzende Debatte um das päpstliche Schreiben ‚Amoris laetitia‘, das sich in entscheidenden Passagen so oder genau gegenteilig verstehen lässt.“ Dies stellte der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping (…) in einem Gastkommentar in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) fest. Er wies darauf hin, dass dann ja auch Schüller selbst in seinem Interview mit dem „Kölner Stadtanzeiger“ einräume, dass der Papst mittelfristig besser „klarere Regeln für all die vielen Katholiken aufstellen würde, die – wie es kirchenamtlich so schön heißt – in irregulären Situationen leben“. Doch „nichts anderes erbitten die vier Kardinäle, die von Schüller als illoyal abgestraft werden“, kommentierte Hoping. …


Ergänzung 9.12.2016:

Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2016/12/09/die-katholische-ehelehre-steht-auf-dem-spiel-warum-der-liberale-deutsche-katholizismus-so-gereizt-und-aggressiv-auf-den-dubia-brief-an-den-papst-reagiert/:

Was ist der Hintergrund für die unverhältnismäßig scharfen Angriffe auf die vier Kardinäle, die in einem Brief den Papst um lehrmäßige Klarheit gebeten hatten? …

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