Roman Herzog † – Berliner Rede 1997

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2017/01/87041/ Roman Herzog: Politisches Führen ist mehr als nur Streben nach Macht (10.1.):

Der frühere Bundespräsident Roman Herzog ist tot. In seiner Berliner Rede von 1997 forderte Herzog einen grundlegenden Wandel. Liest man die Rede heute, zeigt sich: Die politischen Eliten haben sich gegen Herzogs Rat für Stillstand und Machterhalt entschieden – zum Nachteil Deutschlands.

Der frühere Bundespräsident Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Herzog stand von 1994 bis 1999 an der Spitze der Bundesrepublik. Zuvor war der Jurist Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Der CDU-Politiker hatte unermüdlich vor Reform-Müdigkeit im Land gewarnt. Herzog machte es sich zur Aufgabe, gegen Blockaden in Politik und Gesellschaft anzugehen.

In seiner Berliner Rede 1997 machte Herzog klar, dass Deutschland sich von Beharren verabschieden und sich radikal für das Neue öffnen müsse. Heute, 20 Jahre später, muss man sagen: Ein Großteil dessen, was Herzog damals forderte, harrt auch heute noch auf seine Umsetzung.

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14 Antworten zu Roman Herzog † – Berliner Rede 1997

  1. Anonymous Chairholder schreibt:

    sein „Ruck“ mündete just in Schröders Agenda
    die Kollateralschäden:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=36622#h12

  2. alles nur noch Blasen schreibt:

    nun reden sie wieder (aber nicht miteinander…)

    der Ruck des Herzogs und die schönen Reden der Redenhalter und pensionsberechtigten sorglosen Postenbesetzer =
    dieser Tage Gauck, Trittin, Oppermann, Maas (Trump….Höcke….) … und die Inszenierungen der „Parkettsicheren“: Plasberg, Illner, Maischberger oder die Übersetzungen und Interpretationen der „Auslandskorrespondenten“ (das war früher ein begehrtes Berufsziel der Mittelschülerinnen: Auslandskorrespondentin 🙂 …wenn nicht „Chefsekretärin“ )

    Immer noch typisch deutsch, dieser Tage:
    deutsche Wichtigtuer
    deutsche Vorschriften-Ausgeber
    deutsche Vorschriften-Einhalter
    deutsche Verantwortungs-Abstreiter („Berlin“)
    deutsche Täter-Lobby-isten…ähem….
    deutsche „gibt’s-was-umsonst“-Gierige/Aktionäre/Manager-Mentalitäten (VW & Kon-Sorten)

    und dazwischen Frau Barsbüttel, 57, Witwe, Golfspielerin, Erbin, Winterhude-Altbau-Eigentumswohnungs-Besitzerin. Kreuzfahrtenbucherin,
    winziger Kopp und Riesen-A. (in Anbetracht des ZON-Artikels von Susanne Mayer über Michelle O’s „glorioses …..“)
    und dazwischen Herr Lebenswandel, 54, nie verheiratet, getrennte Fernbeziehungs-Haushalte seit 2 Jahrzehnten, gibt Seminare für Fitness, nimmt von So-Abend bis Fr- Morgen in einer Woche ds. Mts. 3700€ netto ein und macht den Rest über „nichts“…Verbringt die Wintermonate auf einer warmen Afrika-Insel.
    Beide typisch Deutsche sind kinderlos.
    Und dazwischen das linke Rentnerpaar ü70. Beide vorher einmal geschieden. Patchwork. Sie ehemals im Jugendamt. (Familienaufstellen a la… : -( … alles klar) Er ehemals im höheren Schuldienst. Grandioses Staats-und Behördenvertrauen. Tomaten auf den Augen. „Niemand beschwindelt uns“….(bis saubere Lebensmittel..)
    Alle sie vertreten die Ansicht: 80 Millionen – was sind da schon zwei bis drei Millionen Migranten? Wir brauchen Facharbeiter….
    Ich war letztes Jahr im russischen Ostpreussen. Ein Bus voller ehemaliger Studienräte, die zwar nichts mit Ostpreussen zu tun hatten, aber sonst schon überall auf der Welt waren…Und währenddessen bedauert Monika Ferres (im Focus) ihren Carsten, den Flüchtlingsjungen, und Jan Fleischhauer im Spiegel Simone Peter. Huhu.
    Das weiß ich aus der Stadtbibliothek. Ich leiste mir weder Zeitschriften oder Abos oder Essengehen noch Haustiere (ein Hund schlägt mit 11000 bis 14.000€ pro Hundeleben zu Buche). Aber ca. alle zehn Jahre eine Reise… Ich bin nämlich kinderreiche Mutter in diesem Land. Getrennt. Weil der christliche Papa sich abgesetzt hat nach >3 Jahrzehnten…Ohja..meine Zimmer sind warm genug (16 bis 19°C, selten mehr). Noch kann ich mir den (Gummi-)Käse kaufen, auf „eins“ geschnitten, was die Marketing geschulten Käse-Fachverkäuferinnen in Rage bringt, die auf „drei“ getrimmt sind und selbst nichts davon haben. Dafür sollte ich dankbar sein und der Gesellschaft „was zurück geben“. Aber was? Noch mehr Mehr“wert“-Steuer? Meine Empathie? Noch mehr als Subsidarität? Meine sonstigen Fähigkeiten, Fertigkeiten, „Kulturtechnicken“, meine Kreativität ist nicht mehr gefragt.
    Obwohl „vor Demenz“, nehme ich doch (noch) einiges WAHR und auf! z.B., dass für allein stehende ältere Frauen reichlich DÜNNE LUFT VORGESEHEN ist im Lande D. Von Nord bis Süd. Das Leben spielt sich in Gruppen ab bzw. „in Blasen“. Daher die Blas-Musik in Bayern…Die Luft war schon immer dünn hier. Auch in Bayern. Das hat auch Nachkriegskind Ulrike Draesner wahrgenommen und beschrieben. (http://www.draesner.de/) UND DARAN WIRD SICH NICHTS ÄNDERN! Schon gar nicht bei Christen. Lese ich die Leserbriefe bei idea (der Glanz-und Gloria–Webseite der EAD, Ab-SONDER-liche inkludierend), dann fühle ich mich zurück versetzt in die evangelikale Fundi-Blase…

    Mann/Frau darf eben nicht aussteigen…aus den mainstreams, aus den dünnhäutigen/dünn-heutigen Seifenblasen….Und nicht umsteigen.

    Keine anderen Themen mehr als „Flüchtlinge“ und Rechtspopulisten, evtl noch hin und WIEDER Finanzkrise? Gender? 58 Geschlechter? Unisextoiletten? (bin gerade wieder über eine solche gestolpert. Dann lieber in die Hose machen!) Sex auf Krankenschein? … und ablenkend: autonomes Fahren…
    aber doch nicht -iih, wie pfui? – „alte Frauen“, Langeweile/Einsamkeit im Alter, Pflege, Wohnungsnot, Behinderte, Renten, Armut, Bildung, Verrotten der Infra…VOR DER HAUSTÜR…(was für eine DÜNNE grüne „Rede“ von K. Göhring-Eckardt!)

    Sven von Storch schreibt bei Familienschutz „Wie der Staat Politik gegen die Familie macht….
    Sie kennen doch diese teuren Wohnaccessoires von zweifelhafter Qualität, die niemand wirklich braucht. »Gehobenen Nichtbedarf« nennt man das. Auch Familienpolitik in Deutschland ist so ein »gehobener Nichtbedarf«. Was von der Firma Schwesig & Co. angeboten wird, braucht man einfach nicht.

    Das bisschen Geld zum Beispiel, das uns der Staat im Rahmen seiner unzähligen familienpolitischen Maßnahmen in die eine Tasche hineinsteckt, zieht er uns mehrfach aus der anderen wieder heraus: Die Familie und das Geld – das wird unser Jahresthema 2017.

    Im vergangenen Jahr haben wir vor allem gegen die ideologische Zerstörung der Familie gekämpft. Diesen Kampf werden wir fortsetzen. In diesem Bundeswahljahr werden wir aber vor allem gegen die finanzielle Ausbeutung der Familie kämpfen: Mehr Netto vom Brutto! Die Familie muss wieder finanziell atmen können. Es darf nicht sein, dass wir Bürger sie uns »nicht leisten« können.

    Das deutsche Steueraufkommen hat mit einem Anteil von 22,3 Prozent am Bruttosozialprodukt unter der Regierung Merkels einen neuen Höchststand erreicht. Im letzten vollen Jahr der Regierung Schröder (2004) waren es 2,8 Prozentpunkte weniger – ein Unterschied von 90 Milliarden Euro oder mehr als 2.000 Euro (!) pro Kopf der 43,8 Millionen Werktätigen. Der Staat hat immer mehr Geld zur Verfügung und der Bürger immer weniger im Portemonnaie. Schuld daran ist unter anderem die kalte Progression, die immer niedrigere Einkommen der Spitzenbesteuerung unterwirft.

    In dieser dramatischen Lage wünscht uns Ministerin Schwesig schlappe 300 Euro Familiengeld für den seltenen Fall, dass beide Elternteile ihre Arbeitszeit reduzieren können und wollen. Von dem, was Eltern an den Staat abgeben müssen, bekommen sie nur Brosamen zurück. Ein leicht durchschaubares Spiel…..“

    Auch der SPIEGEL meldet sich:
    Das „Problem mit der Liebe und dem Geld“ Titel. Reden ist Geld.
    auch bei
    http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/der-sonntagsleser/der-spiegel-nr-3-das-problem-mit-der-liebe-und-dem-geld/

    Ein schönes Wochenende!
    Gehen Sie chic essen!
    Oder machen Sie einen (Billig-Flieger-Taxi-)Trip nach Venedig!

    • kein Ruck schreibt:

      gesellschaftlicher Wandel? Gewiß: einerseits. Aber kein Ruck, der allen gut täte..
      (wers nicht glaubt: Susanne Mayer (cc Michelle Obama) im Längsschnitt von 2002 bis heute)
      Themen Kinder, Alte…
      2002
      „Deutschland armes Kinderland.
      Zu Weihnachten, dem Fest der Familie, gab es wieder viele Benefizkonzerte für Kinder und Kranke und viele Filme mit anrührenden Szenen aus dem traditionellen Familienleben mit Kindern. Sie muten an wie eine ferne Erinnerung. Denn dieses Land scheint – wenn man Autoren und Wissenschaftlern glauben will, die sich mit der Gesellschaftspolitik befassen – nicht nur kinderfeindlich, sondern vor allem familienfeindlich geworden zu sein, oder doch zumindest kinder- und familiengleichgültig. Ist das der Bumerang des Individualismus? Oder gilt die Gleichgültigkeit nur für die veröffentliche Meinung, nicht aber für die öffentliche? Jedenfalls stoßen Bücher, die das Los von Familie beschreiben und verbessern wollen, auf großes Interesse – nicht nur an Weihnachten – und erleben eine erstaunliche Zahl von Auflagen. Das dürfte auch für das Buch der alleinstehenden Mutter und Redakteurin der ‚ZEIT’, Susanne Mayer, gelten, die für eine neue Familienkultur plädiert. Sie lehnt sich auf gegen die Zukunftsblindheit in Politik und Gesellschaft. Deutschland armes Kinderland heißt ihr Werk. Kostas Petropulos hat es für uns gelesen“
      mehr:
      Leseprobe Rezension:
      http://www.deutschlandfunk.de/susanne-mayer-deutschland-armes-kinderland.730.de.html?dram:article_id=101952

      ——
      Susanne Mayer 2016
      stilvoll altern
      „Als ich alt wurde“
      http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/10/die-kunst-stilvoll-aelter-zu-werden-susanne-mayer
      —-
      Susanne Mayer 2017
      über Mütterlichkeit, bzw. Michelle Obama
      http://www.zeit.de/zeit-magazin/mode-design/2017-01/michelle-obama-frau-emanzipation-weisse-haus-mode
      —-
      Hat sich was geändert in Verhalten und Haltung? An Prioritäten und Bewußtsein?
      —-
      Die Eliten werden sich nicht ändern. Donald Banks angeblich verhaßte Eliten nicht. Und seine Milliardäre-Freunde nicht. Die internationalen Eliten nicht. Die deutschen Eliten nicht. Das Finanzkapital schaffte in all den Jahren die Schweiz. Und auch heute ins Ausland Da gibt doch keiner freiwillig was her 🙂

      Früher habe ich brav und selbstverständlich grün oder SPD bedacht…Niemals CDU gewählt! Die Zeiten sind vorbei. Auch weil ich reichlich Erfahrung von Tod, Leben und Für-SORGE habe! Aber ich mach mich auch nicht mit dem Mob gemein…

      Wenn ich über die drei Friedhöfe gehe
      und die vielen bekannten Namen sehe….

  3. alles nur noch Blasen schreibt:

    dieses FAMILIEN-L U M P I G E Land Deutschland !

    nun bin ich absolut nicht auf SPIEGEL-Linie (Elterngeld, Kinder in die überwiegend SCHÄBIGE!!! und SCHÄDLICHE Fremdbetreuung abzuschieben…mit jener „kollektiven-sozialen Mütterlichkeit“ hahahihi oder drei bis vier Eltern für teuer….), an anderen Vorstellungen fehlt es offenbar diesen Mit-Menschen, der politischen Klasse und der Zeitungs-Armada! Das Exempel Kommunismus/Spätfolgen, entmündigte Gleichschaltungsarmeen hatten wir nicht nur im
    Rechtsextremismus! /Johanna Haarer. ….
    scheinbar nicht überwunden??

    Gerade hat auch Schorlemmer eine Rede gehalten!

  4. in die Haare schmieren schreibt:

    das Bundesverdienstkreuz unserer „offenen Gesellschaft“…
    und weshalb eine Mutter es zurück gab
    in Spiegel oder rehakids bzw. Mediathek
    https://magazin.spiegel.de/SP/2017/3/149011636/?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage
    https://www.rehakids.de/phpBB2/ftopic126005.html

    auch interessant (die Verteilung der Welt) : „Wem gehört der Osten? Die Deals der Einheit“…
    Zahlenmäßig kamen den meisten Investoren aus….
    Fronkreisch….
    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wem-gehoert-der-osten-142.html

  5. was nun? schreibt:

    Ja was nun in diesen Aussichtslosigkeiten ohne Ruck?
    Wo so viel mißlingt national und international. Ein gigantisches Symbolbauwerk für fast eine Milliarde des Steuerzahlers. Drei Sinfonie/Symphonie–Orchester gibt es in der Stadt. Und schon wird der Konzertsaal von Akustik-Experten (im Spiegel) zerrissen. Schlechter Klang. :- ( . Pech aber auch! Verpufft. Schall unud Rauch. Bei Karten, die auf dem Schwarzmarkt für 6000€ gehandelt werden. Wie lange hält der Boom, der Hype an? Während die miserabel ausgefallenen Mathe-Abi-Probeklausuren ein Desaster verursachen. Während leistungsinfinzierte G-8-Schüler und Studenten sich kiloweise Ritalin für Konzentration einwerfen oder Schlafmittel schlucken….(und doch keinen Job ergattern…)
    Dann das Reden von gelungener Integration…
    Dazu sollte man wissen: Dr. Michael Lüders. „Wer den Wind sät“. Was westliche Politik im Orient anrichtet. Die FOLGEN. Mossadegh 1953 und der britische und us-amerikanische Erdölkolonialismus. —>Teleakademie. Youtube.

    Jau!

  6. kein Ruck schreibt:

    nur metaphysische Obdachlosigkeit
    die Senior-Elterngeneration, oftmals eine gebrochene Generation
    die Junior-Kindergeneration – alle Optionen verfügbar?

    in 3sat wurde diskutiert, dass diese junge Generation nicht mehr zu ihrer eigenen Geschichte steht, sondern ihre metaphysische Obdachlosigkeit postet…nicht mal mehr schreibt und Sprache verwendet, sondern schnelle Fotos rausbläst (Biler, ohne das Detail zu kennen, zu verstehen…)
    eine Generation und ihre hilflose Sinnlosgkeit
    und wenn ich dieses „Gerät“ einschalte, spült mir die zugeschnittene Filterblase seit Wochen grüne Stiefel, Hundewelpen in Not und Ferienzimmer an der Ostsee auf den Schirm (irgendein Idiot registriert das nun…für mein „gläsernes Profil“)
    „Weltumarmung“? (Was bringt’s? Eine Einheitsgesellschaft nach dem großen Mischaustausch ohne „Kommunion? ohne BEZUG)
    http://www.3sat.de/programm/?showid=D1069E0C9A883A8A

    da fühle ich mich noch vollständiger, wenn auch mit gebrochenem Lebenslauf der Herkunft und Familie
    Meine Kinder haben weniger Wurzeln, mehr Flügel….Das empfinde ich als fatal

    Ulrike Draesner
    „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“…
    Interview
    „…Warum braucht es diesen Chor an Stimmen, um diese Geschichte zu erzählen?

    Weil es „die historische Wahrheit“ zu den Geschehnissen 1945 in Europa und zu ihren bis heute spürbaren Folgen nicht gibt. Es gibt verletzte, geschädigte, traumatisierte Menschen. Verluste allenthalben: der „Heimat“, der nächsten Angehörigen, des eigenen Ichs. Die Schrecken und Schönheiten des Weiterlebens, willkürliche und unwillkürliche Erinnerungen. So erzählen neun Menschen den Roman, Mitglieder zweier Familien, und doch spricht jeder einzeln: von seinen Geheimnissen her, seinem Sich-Zurechtbiegen der Wirklichkeit, seinem Sprung vom Rand der Welt. Ein Chor von Stimmen auch, um das Kollektive des Geschehens zu fassen. Etwas, das weit über den noch immer national und generationell bestimmten Denkrahmen „Flucht und Vertreibung“ (deutsch, alle Betroffenen verstorben oder hochbetagt) hinausreicht.

    … ist also ein Roman in Stimmen. Ein Stimmenort deiner Kindheit war das Wohnzimmer deiner schlesischen Großeltern väterlicherseits. In diesem geschützten Rahmen fanden die Flucht, die verlorene schlesische Heimat und das Gefühl des Verzogenseins einen Hallraum. Wie hast du die Atmosphäre in dem Wohnzimmer damals als Kind wahrgenommen?

    Sie war faszinierend und erschreckend, etwas vor der bayrischen Außenwelt Verborgenes, zu dem ich Zugang hatte. Darauf war ich stolz. Und begegnete zugleich einem Raum unsichtbarer Schmerzen, einem inneren, essentiellen Raum, der etwas davon ausdrückte, was meine Großeltern, ihre Freunde und meinen Vater so merklich von meinem bayrischen Familienteil unterschied. Heute würde man es vielleicht als Gebrochenheit bezeichnen, die tiefe Erfahrung eines Verlustes und der ihm folgenden Demütigungen dort, wohin es einen „verschlagen“ hatte. Ein politischer Raum zudem: ich erinnere mich an endlose Diskussionen darüber, ob man nach Polen reisen solle oder nicht. Manche fuhren und berichteten davon, andere, wie meine Großeltern, schreckten davor zurück. Kleine Durchbrüche, großes Schweigen. Ich glaube, ich lernte in diesem Wohnzimmer viel über nichtsichtbare und nicht aussprechbare Wirklichkeiten. Für das Schreiben des Romans war die Erinnerung hieran wichtig: als Lotung, sozusagen. Die Hauptarbeit hieß für mich ja, immer wieder dieses Schweigen zu berühren und es hinüberzuziehen, zu übersetzen in sprachlichen Ausdruck.

    … Flucht und Vertreibung der Kriegs- und Nachkriegszeit und die Frage, wie solch traumatisierende Erfahrungen wie der Verlust der Heimat sich auswirken – und zwar nicht nur auf die Menschen, die dies unmittelbar erlebt haben, sondern auch auf die nachfolgenden Generationen – sind zentrale Fragen, mit denen sich der Roman beschäftigt. In der Forschung ist das Feld der transgenerationalen Weitergabe von Traumatisierungen noch relativ neu. Wie hast du dich dem Thema als Schriftstellerin genähert?

    Die Forschung hat mir geholfen, gerade auch dort, wo sie Fragen stellt, die sie nicht beantworten kann. Wesentlich aber waren meine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen. Ohne die Beobachtungen an meiner Familie und mir selbst hätte sich mir das Thema emotional in keiner Weise erschlossen. Dabei lag keineswegs alles jetzt, nur weil ich älter bin, offen zutage. Das Schreiben der Sieben Sprünge bedeutete Such- und innere Auftauchensarbeit, die ihr eigenes Zeitmaß mitbrachte. …“

    Anabel Schunke schreibt über die Zerrissenheit der jungen Generation
    http://www.tichyseinblick.de/meinungen/auf-der-suche-nach-irgendwas-die-zerrissenheit-der-jungen-generation/

    und hier sollen wir uns finden? In der „Weltumarmung“? lechts-rinks?
    http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/blackbox/blackbox-kw-3-rinks-und-lechts-kann-man-leicht-verwechseln/

    Wir müßten das alles nicht tolerieren, zumindest nicht so viel einfach nur zulassen
    Nicht mal Empörung! Woher soll dennn der Ruck kommen?

    • kein Ruck schreibt:

      Woher der Ruck kommen soll?
      Jedenfalls nicht von R2G
      Als „kulturelle Unterschicht“ kann ich nur vielen Aussagen bei Illner beipflichten.
      Hallo SPD: it’s Showtime…
      Herr Gabriel hat einst die bescheidene Kaste PACK genannt und aktuell spricht er von 15% Schreihälsen…

      Abwarten!

  7. kein Ruck schreibt:

    Roman Herzog: „Verfassungsverstoß'“

    Sven von Storch, Familienschutz:
    „immer öfter ist von »Kinderarmut« die Rede, zuletzt bei den Grünen. Das macht betroffen. Aber nicht Kinder werden ärmer (denn sie sind gar nicht geschäftsfähig), sondern ihre Eltern. Wer von armen Kindern redet, entreißt sie im Geiste ihren Familien, damit der Staat sie an sich reißt. Das ist »isolierende Familienmitgliederpolitik« statt Familienpolitik.

    Wir sind dagegen, dass der Staat nach bedürftigen Kindern greift. Wir sind dafür, dass Familien für sich selbst sorgen können. Dazu brauchen sie mehr Geld. Viel mehr! Geld, das der Staat ihnen überall wegnimmt. In der vergangenen Woche haben wir auf die erdrückende Steuerbelastung von Familien hingewiesen. Heute wenden wir uns dem familienfeindlichen Rentensystem zu.

    Kinderlose Paare bekommen im Alter zwei Renten, Eltern oft nur eine. Diese haben höhere Kosten und wegen der Kinder insgesamt mehr Arbeit, zahlen aber weniger Rentenbeiträge ein, vor allem die Mütter. Dafür gibt es kaum einen Ausgleich. Seit Jahrzehnten sind Kinder die schlechtere Altersvorsorge. Der Staat bricht den Generationenvertrag. Familien mit mehreren Kindern sind geradezu die »Dummen«.

    Früher förderte der Wunsch nach Altersvorsorge den Kinderwunsch; heute behindert er ihn. Obendrein wird der von Familien geleistete Rentenbeitrag großzügig umverteilt – obwohl Kinderlose viel leichter für sich selbst sorgen können.

    Wer von Kinderarmut redet, will von der Elternarmut schweigen, von der großen Umverteilung zum Schaden der Familien. Das Problem ist unser Rentensystem insbesondere seit der Rentenreform von 1957. Seit sechzig Jahren wird die kinderlose Bevölkerung bei der Rente deutlich bevorzugt, wie der Verband Familienarbeit immer wieder zeigt. Sogar der kürzlich verstorbene Bundespräsident Roman Herzog beklagte, dass kinderlose Paare zwei Renten bekommen, Eltern aber oft nur eine: »Das ist ein glatter Verfassungsverstoß.«

  8. Arme + Reiche schreibt:

    ZDF-Reportage „Armes reiches Deutschland“. Besuch bei Großfamilien, am neu eingerichtenen Großfamilientisch, für die Mittelschicht eingerichtet.
    Das Armutsrisiko liegt bei Familien mit 3 Kindern bei 25 Prozent.
    Eliten haben sich vornehmlich um sich selbst gekümmert. Das Demografiedebakel bejammern alle. Ob Schulz das wohl richten wird?

    https://www.zdf.de/dokumentation/zdf-reportage/armes-reiches-deutschland-104.html

    • angeblicher Ruck schreibt:

      Die Filmfamilie (Foto) = eine Freikirchenfamilie? Es wird vor dem Essen gebetet. Wer geht denn heute sonst ein solches Wagnis einer Großfamilie ein? Hörte vorgestern einen Beitrag über den jüngsten israelischen Babyboom, der durchschnittlich wieder auf 3 Kinder pro Frau gestiegen ist und noch in den 60ern mit arabischen Frauen gleich lag bei zehn.. Eine Voraussetzung für Kinderoptimismus sei jedoch Wohlstand. (Eine Voraussetzung für Kindervermeidung ist ebeso Wohlstand bzw. Bildung…soll immer noch heißen: wer Kinder kriegt, muß doof sein)
      Unsere „gut Aufgestellten“ spielen gerade wieder Rotation. So wird aus ehemals Justiz nun Wirtschaft. Zypries hat einst ziemlich an den Verschlimmerungen für Frauen mit gedreht.
      Setzen wir 25 Jahre drauf, bis der Film-Gatte sich möglicherweise trennt….
      „Was ich nicht verstehe: Warum läßt man sich nicht scheiden“? fragte eine Unbedarfte, selbst Versorgte mit Pension. Ja, warum läßt Frau sich nach 30 bis 40 Jahren Ehe und Mutterschaft nicht scheiden? Wenn sie kaum eine eigene Rente hat? (Wurden andererseits nicht nur im bäuerlichen, im evangelikalen Geschäftsleutemilieu oder in der Politszene die Ehefrauen proforma „angemeldet“.) Wovon soll sie dann leben, wenn „er“ dann doch früher „geht“?
      Unsere fröhlichen kinderlosen Parlamentarierinnen (z.B. Claudia), die ihre ROLLE auf der Bühne spielen, werden davon nicht betroffen sein.
      Es ist ihnen auch das gesellschaftliche Ansehen sicher, weil sie keine Kinder hatten. (keine Kinder, sondern Rente 😦 ) Keine Verluste der „Augenhöhe“! ( geht es ja mit jedem Kind ein Sück „tiefer“….) „Die Kinder kamen wie die Schnittchen“ polemisierte eine Bekannte. Genau das ist der kollektive „Respekt“ in diesem kinderfeindlichen Land, wo sich die Reichen nicht geschert haben und sich verddrängend nicht einmal mehr über das Demografiethema bewußt sein wollen. Sie verlassen das Land, wenns brenzlig wird….es gibt genug Quartiere, irgendwo am Pool…irgendwo im Reichenghetto mit Wachmann…
      Es sollte nicht Kinderarmut heißen, sondern Elternarmut. Bin mal gespannt, ob die „Riege“ (Schulz, Schwesig…) den Bogen schafft!
      Und was die vielen getrennten oder geschiedenen Frauen einschl. der AlleinerziehendINNEN betrifft: ist doch mal einen Vergleich wert (nach dem Motto der Frauenzeitschriften „vorher-nachher“): Frau mit 4 Kindern NACH Trennung, Frau OHNE Kinder nach Trennung….was bleibt? Für die Ersten z.B. die permanente Sorge, ob die erwachsenen Kinder in diesen Verhältnissen diesn Landes überhaupt einen Job finden, ihren Lebenserwerb sichern können…

      Apropos: Jene „Frommen“ ….(und wie des Problem Scheidung bei idea diskutiert wird…) Wie sollts anders sein? Der „Ungläubige“ ist stets der Böse! – meistens die Frau! (siehe in den Leserbriefen)
      Und der der gläubige Gute (der Mann) ist FREI 🙂

      (Hauptsache Liebling Trump betet….ostentativ.)

  9. angeblicher Ruck schreibt:

    „peinlicher überzogener Jubel“, „Autosuggestion“…
    „Ich bin ein toller Kerl aus Würselen…“

    Martin Schulzes Körpersprache gestern deutend, gefragt cc Eurobonds bei Schausten….interessant! 😦
    Im DLF läuft heute Kontrovers mit Dressler und Tichy. Dressler mM „einer der wenigen“!(aus dem nicht neoliberalen Flügel) ….mit einem zutreffenden Statement über den Vertrauensverlust an und die Selbstbeweihräucherung seiner Partei.“Wer hat denn die Rentenversicherung kaputt gemacht? Die CDU?… Tolle umfragewerte? Von 21 auf 24%? “ 🙂

    KEIN RUCK!

    • google-tipp schreibt:

      iDAF, institut für Demographie….
      „Martin Schulz, die Regeln und die Normalität in Brüssel und Straßburg“

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