Hessen-Lehrplan: Frühsexualisierung nach umstrittenen Theorien

(Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2016/11/19/kritik-an-hessischem-sex-lehrplan/)

Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/01/14/fruehsexualisierung-nach-umstrittenen-sexualtheorien-lehrplanmaengel-1/:

Der hessische Kultusminister R. Alexander Lorz weist in seinem Brief an die Kritiker vom 26.10.2016 den „oftmals erhobenen Vorwurf zurück, dass nach dem neuen Lehrplan eine Frühsexualisierung stattfinde“. Die entsprechende Befürchtung versucht er zu zerstreuen, indem er die verbindlichen Inhalte für die Altersstufe der Grundschule darstellt. Bezeichnenderweise lässt er bei der Aufzählung das einschlägige Thema unter den Tisch fallen. An zweiter Stelle des Themenkatalogs für die sechs- bis zehnjährigen Grundschüler heißt es: „Kindliches Sexualverhalten – ich mag mich, ich mag dich“.

… Hinter dem verbindlichen Thema vom „kindlichen Sexualverhalten“ steht die Behauptung, dass Kinder vom Kleinkindalter an bis zum Ende der Latenzzeit sexuelle Bedürfnisse und Triebkräfte hätten. Die würden sich in kindlichem Sexualverhalten ausdrücken. Diese These ist von dem umstrittenen Autor Alfred Charles Kinsey vor 60 Jahren aufgebracht worden. Er publizierte Studien, nach denen schon kleinere Kinder orgasmusfähig seien, Jungen sogar mehrfach hintereinander. Doch diese Ergebnisse waren durch Missbrauchsmanipulationen von Pädophilen erzeugt worden. Kinseys „wissenschaftliche Studien“ müssen als Fälschungen eingestuft werden.

Gleichwohl haben seine Werke zu einer Schulbildung von zwei Generationen von Kinseyanern beigetragen. In Deutschland wurde Helmut Kentler zum Urvater der Frühsexualisierung. Aus seiner Schule kommt der einflussreiche Kieler Professor Uwe Sielert (67), der wiederum jüngere Sexualpädagogen wie Elisabeth Tuider und Stefan Timmermanns fördert.


Ergänzung 29.1.2017:

Lesenswert:
Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/01/28/geschlechtervielfalt-als-wunsch-konstrukt-lehrplanmaengel-2/:

Das komplette Wertesystem von bipolarer Ehe, Elternschaft und Familie soll durch das genderorientierte Konzept von Sexualität der Vielfalt ersetzt werden. Die Ansätze für diesen Paradigmenwechsel sind im neuen hessischen Sexualerziehungserlass zu erkennen. …


Ergänzung 2.2.2017:

Mathias von Gersdorff: http://kultur-und-medien-online.blogspot.co.at/2017/01/gender-unis-ist-bose-schulen-gut-halt.html Gender an Unis ist böse, an Schulen gut: Hält die CDU-Hessen ihre Wähler zum Narren? (31.1.):

Seit dem Spätsommer versucht die CDU-Hessen verzweifelt, die neuen „Richtlinien zur Sexualerziehung“, die nichts anderes sind als ein Gender-Lehrplan, zu verteidigen.

Kultusminister Ralph-Alexander Lorz, Generalsekretär (Hessen) Manfred Pentz, Fraktionsvorsitzender Michael Boddenberg und Ministerpräsident Volker Bouffier: Sie alle haben Briefe an ihre Basis verschickt, in welchen sie nicht auf die Argumente und Kritikpunkte gegen den neuen Lehrplan eingegangen sind. Sie taten nichts als beschwichtigen und vertuschen.

In welche vertrackte bzw. ausweglose Lage Kultusmister Lorz seine Partei geführt hat, zeigt nun ein Brief von Ministerpräsident Volker Bouffier an den „Ring Christlich-Demokratischer Studenten“ (RCDS). …


Ergänzung 6.2.2017:

Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/02/04/eliminierung-des-themas-ehe-und-familie-lehrplanmaengel-3/:

Die CDU Hessen hat mit dem neuen Sexualerziehungsprogamm ihr ehemals familienkonzentriertes Parteiprofil über Bord geworfen.


http://kultur-und-medien-online.blogspot.co.at/2017/02/kultusminister-lorz-will-gender-trotz.html Kultusminister Lorz will Gender trotz chaotischer Zustände in den Schulen durchsetzen (2.2.):

… Wie chaotisch die Zustände in den Schulen sind, dokumentiert ein Brief von 57 Rektoren und 18 Konrektoren der Grundschulen Frankfurts an den Kultusminister. Sie beklagen, dass ein normaler Schulunterricht nicht mehr möglich ist. Die Schulen müssten inzwischen Aufgaben übernehmen, wozu sie eigentlich gar nicht berufen sind.

Trotzdem pocht der Kultusminister auf der Durchsetzung seines aberwitzigen und absurden Gender-Lehrplanes, der verbindlich und fächerübergreifend die Forderung nach „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ und die Behandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften für Kinder ab sechs vorsieht!

… In der Schulpolitik zeigte die CDU früher hohe Kompetenz. Die Eltern haben sich darauf verlassen, dass diese Partei eine ideologiefreie Schulpolitik durchführt.

Kultusminister Lorz hat dieses Vertrauen mit seinen „Richtlinien für die Sexualerziehung“ zerstört. Die CDU ist heute Ansprechpartner für LSBTIQ-Aktivisten, aber nicht mehr für Eltern und Christen.

Ministerpräsident Volker Bouffier muss endlich seine Richtlinienkompetenz nutzen und dieses Chaos beenden. Zuallererst muss er den Gender-Lehrplan von Kultusminister Lorz einstampfen, um zumindest auf diesem Gebiet den Schulfrieden wieder herzustellen. …


Ergänzung 9.2.2017:

Michael Prüller: http://diepresse.com/home/meinung/cultureclash/5135671/Hemmungslos (17.12.2016):

… Eine Untersuchung des Göttinger Instituts für Demokratieforschung im Auftrag der Berliner Senatorin Sandra Scheeres (SPD) hat nun bestätigt, worüber die „TAZ“, der „Spiegel“ oder die „FAZ“ schon seit Jahren geschrieben haben: dass die Vaterfigur der deutschen Sexualpädagogik, Helmut Kentler, ein Verbrecher war. Er hat ab 1969 elternlose 13- bis 15-jährige Buben in einem Modellversuch bei vorbestraften Pädophilen untergebracht – mit voller Billigung dessen, was sich dann dort abgespielt hat. …

… Da geht es um Größen wie Uwe Sielert von der Gesellschaft für Sexualpädagogik, dessen Wikipedia-Eintrag Kentler als „väterlichen Freund“ nennt, und der laut „FAZ“ Lebensumstände wie die Kernfamilie oder die Heteronormativität „entnaturalisieren“ möchte. …

Oder Elisabeth Tuider, die 2008 in ihrem rühmenden Nachruf auf Kentler dessen – damals schon bekannte – Haltung zu Pädophilie mit keinem Wort erwähnte. …


Ergänzung 13.2.2017:

Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/02/11/geschlechtsspezifische-genderverwirrung-lehrplanmaengel-4/:

Die biologisch vorgeprägten, unterschiedlichen Verhaltensweisen der Geschlechter bezüglich Interessen, Berufen und Freizeitgestaltung sollten als Kompetenzen und Entwicklungschancen gefördert werden, statt Jungen und Mädchen, Männer und Frauen zu Gleichheitsinteressen zu drängen, wie das die Genderideologie vorschreibt.

… Im Oberstufen-Lehrplan der neuen Sexualerziehungsrichtlinie für Hessen ist die Gender-Ideologie  verankert. Dort ist als ein verbindliches Thema formuliert: „Geschlechtsspezifisches Rollenverhalten – Wandel der Rollenverständnisse in Abhängigkeit von Kultur und Alter“.

… Unter dem Adjektiv geschlechtsspezifisch ist ein biologisch vorgegebenes „Verhaltensmuster im Zusammenhang mit Fortpflanzung zu verstehen“. So die Professorin für Sexualpädagogik, Karla Etschenberg. Darunter fällt das männliche Zeugen und die Vaterschaft einerseits und Empfangen, Schwangerschaft, Gebären, Stillen – also Mutterschaft – für das weibliche Geschlecht andererseits. Diese geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen sind unveränderlich und insofern nicht dem gesellschaftlichen, kulturellen oder religiösen Wandel unterworfen. …


Ergänzung 20.2.2017:

Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/02/18/missachtung-der-elternrechte-lehrplanmaengel-5/:

Die Eltern im Bundesland Hessen werden mit schönen Worten abgespeist, dass schulische „Sexualerziehung in einem sinnvollen Zusammenwirken von Schule und Elternhaus“ erfolgen soll. Tatsächlich bleiben Eltern und Elternrechte außen vor. …


Ergänzung 10.3.2017:

https://kultur-und-medien-online.blogspot.co.at/2017/03/trotz-anhaltender-kritik-klammert-sich.html Trotz anhaltender Kritik klammert sich die CDU Hessen an Gender-Lehrplan (6.3.):

Die Liste der Kritiker der Gender-Lehrpläne für die Schulen wird immer länger. Nun ist auch Prof. Reinhard Slenczka hinzugekommen.

Laut einem Bericht von IDEA wird die Ablehnung des Professors für ev. Theologie an der Universität Erlangen folgendermaßen begründet: „Slenczka wirft den Vertretern der Gender-Ideologie ferner vor, die ‚Befriedigung des Sexualtriebs in beliebiger Form nicht nur orientierend zur Wahl zu stellen, sondern ihn aufzuwecken und sogar auszuprobieren‘. Wenn das in Lehrpläne von Schulen aufgenommen und durchgesetzt werde, dann sei das Kindesmissbrauch, denn auf diese Weise werde die schützende Scham beseitigt und nicht mehr respektiert.“

Prof. Slenczka kann recht deutlich werden: „Es gebe keinerlei theologische, rechtliche und politische Berechtigung, die Forderungen der Gender-Ideologie durchzusetzen ‚und auf diese Weise die bestehende Gesellschafts- und Rechtsordnung tiefgreifend zu verändern, ja zu zerstören‘.“ …


Ergänzung 23.4.2017:

Hubert Hecker:
Unausgereifte Missbrauchsprävention – Lehrplanmängel (6)
Sexualpädagogik der Schamlosigkeit – Lehrplanmängel (7)
Toleranz ist ein Bäh-Wort– Lehrplanmängel (8)


Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/04/akzeptanz-fuer-partikularinteressen-auf-kosten-von-ehe-und-familie-der-mehrheitsgesellschaft-lehrplanmaengel-9/ (22.4.):

„Akzeptanz ist schulreif: Sexuelle Vielfalt auf den Stundenplan“. Das war im Sommer 2015 das Motto der Hamburger Homosexuellenparade. Es sieht ganz so aus, als wenn das hessische  CDU-Kultusministerium diese Aufforderung der Homo-Lobby in den Sexualerziehungslehrplan übernommen hätte.

… Auf der CDU-Informationsveranstaltung in Fulda am 2. Dezember 2016 mit Kultusminister Prof. Lorz erklärte ein ehemaliger Lehrer: Die Schule hat in erster Linie Kenntnisse zu vermitteln. Gelegentlich sind die Lehrgegenstände mit Wertvorstellungen verbunden – wie im politischen und sexualkundlichen Unterricht. Dann müsse der Lehrer diese oft gegensätzlichen Wertungen neutral vorstellen. So fordert es das klassische Toleranzgebot für Staat und Schule angesichts von unterschiedlichen Wertvorstellungen zur Sexualität von Seiten der Eltern. Das hessische Schulgesetz im Paragraf 7 und ein Verfassungsgerichtsurteil von 1977 verlangen von Lehrplan und Lehrern, „Offenheit und Toleranz gegenüber verschiedenen Wertvorstellungen zu beachten“.

In der neuen schulischen Sexualerziehungsrichtlinie werden diese rechtlichen Vorgaben missachtet. Denn danach sind die Lehrkräfte gehalten, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen nur in eine Wertungsrichtung zu drängen. Sie sollen die Schüler/innen auf Akzeptanz der ‚sexuellen Vielfalt’ trimmen, für deren Theorie und Praxis positive Werturteile einfordern. Konkret sollen Kinder und Heranwachsende Variationen von adulter Minderheiten-Sexualität gut finden. Mit dieser Verpflichtung zu bedingungsloser Akzeptanz aller Sexualitäts-Variationen verletzt die Verordnung das Indoktrinationsverbot. Danach hat die staatliche Schule jede einseitige Einflussnahme auf die  Schüler zu unterlassen. …


Ergänzung 29.4.2017:

Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/04/lehrplankritik-aus-fachwissenschaftlicher-sicht-lehrplanmaengel-10/ (29.4.):

Von Seiten professioneller Sexualpädagogen und -wissenschaftler wird die hessische Sexualerziehungsrichtlinie in verschiedenen Punkten kritisiert.

Die Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS) hat schon kurz nach der Inkraftsetzung des hessischen Lehrplans für Sexualerziehung eine Stellungnahme dazu publiziert. Darin werden Kritikpunkte „aus wissenschaftlicher Sicht“ skizziert. Das Papier ist unterzeichnet von Dr. Jakob Pastötter, Präsident der DGSS, sowie der Vizepräsidentin Prof. Dr. Karla Etschenberg. Die Hochschullehrerin für Sexualpädagogik war verantwortlich für die „Handreichungen“ zu dem alten Sexualkundelehrplan von 2007. Daran hatte auch der Autor dieses Beitrags mitgearbeitet.

… Im ersten Punkt weisen die Autoren auf die schulrechtlichen Rahmenbedingungen hin. Von besonderer Bedeutung ist dazu das verfassungsrechtlich vorgegebene Neutralitätsgebot bzw. Indoktrinationsverbot. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sind „bei der Behandlung von ethisch-ideologischen Fragen jede einseitige Einflussnahme zu vermeiden und alternative Sichtweisen zu Gehör zu bringen“. …


Ergänzung 6.5.2017:

Hubert Hecker: http://www.katholisches.info/2017/05/welt-und-schulfremde-ueberforderungen-fuer-lehrer-und-schueler-lehrplanmaengel-11/ (6.5.):

In dem Erlass zur schulischen Sexualerziehung werden die schulischen Rahmen- und Praxisbedingungen nicht angemessen berücksichtigt. Das ist ein Ergebnis der Stellungnahme des hessischen Lehrerverbandes zu der neuen Richtlinie.

Demnach enthält der neue Lehrplan neben strukturellen Widersprüchen eine Reihe von schulpraktischen Überforderungen von Lehrern und Schülern. Der Vorsitzende des Gymnasiallehrerverbandes, Jürgen Hartmann, weist auf „irritierende Ansprüche“ hin, die Kritik auf sich ziehen müssten. „Streit und Widerstand sind programmiert, da auch dieser hessische Lehrplan, wie seine baden-württembergische Variante, eine besondere Brisanz aufweist.“

… Als Beispiel für eine Überforderung der Schüler nennt er die verbindliche Vorgabe, dass „Zehn– bis Zwölfjährigen unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten (Hetero-, Bi-, Homo- und Transsexualität)“ vermittelt werden sollen. …

*************************************************************************************

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Anthropologischer Umsturz abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Hessen-Lehrplan: Frühsexualisierung nach umstrittenen Theorien

  1. Hebel schreibt:

    Die Überbetonung der Sexualität – der Philosoph HEGEL hat dies einmal ais „geistiges Tierreich“ treffend bezeichnet – erfasst im Erziehungsbereich schon die Kleinsten und Jüngsten (Kita, staatliche Schule).
    Es kann nicht ernst genug genommen werden, was die Vernichtung des Selbstverständnisses von Mann und Frau für Buben und Mädchen bedeutet, die sich gemäß ihren genetischen Vorgaben an Vorbildern entwickeln müssen [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4 und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978- 3-945818-01-5]

  2. Pingback: Wiesbaden 6.5.: Symposium »Sexualpädagogik der Vielfalt – Kritik einer herrschenden Lehre« | Kreidfeuer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s