Papst mischt Malteserorden auf

http://www.katholisches.info/2017/01/30/malteserorden-versucht-kommissarische-verwaltung-durch-entgegenkommen-abzuwenden/:

(Rom) Der Souveräne Rat des Malteserordens nahm am vergangenen Samstag den Rücktritt des 79. Großmeisters, Fra Matthew Festing, an. Albrecht Freiherr von Boeselager wurde vom „Statthalter ad interim“ wieder in sein Amt als Großkanzler eingesetzt, und das Disziplinarverfahren gegen ihn wurde mit einer verblüffenden Begründung annulliert. „Es gibt keine Grundlage für irgendwelche Anklagen gegen ihn“, so Großkomtur Fra Hoffmann von Rumerstein.

Der Souveräne Rat bemühte sich demonstrativ allen Wünschen des Papstes entgegenzukommen. Im Gegenzug betonte Hoffmann von Rumerstein in seiner ersten Erklärung ebenso demonstrativ die Souveränität des Ordens. Die entscheidende Frage, ob damit die Gefahr abgewendet werden konnte, daß Papst Franziskus einen päpstlichen Kommissar ernennt, bleibt jedoch offen. Wie angespannt die Lage ist, zeigt sich daran, daß Hoffmann von Rumerstein jede Erwähnung von Neuwahlen, um den Nachfolger Festings als 80. Großmeister zu bestimmen, vermied.

Angesichts der Berichterstattung stellt sich am Rande die Frage: Veröffentlicht die FAZ heute gar bestellte Artikel? Wem soll eine so einseitige Propaganda helfen? …

http://www.kath.net/news/58326 Malteserorden unterwirft sich dem Vatikan (29.1.):

Boeselager ist wieder Großkanzler des Malteserordens. Orden macht nach Wunsch von Franziskus die Amtsenthebung rückgängig, nimmt erzwungenen Rücktritt von Großmeister Festing an und zeigt sich zur Zusammenarbeit mit päpstlicher Delegation bereit. …


Ergänzung 1.2.2017:

http://lepenseur-lepenseur.blogspot.co.at/2017/01/wer-hatte-sich-gedacht-da-die-alte.html Wer hätte sich gedacht, daß die alte Breschnew-Doktrin (31.1.):

… von der begrenzten Souveränität der Ostblockstaaten vom akuten Papa Buonasera auf den (ab nun nur mehr beschränkt) „Souveränen Malteser-Ritterorden“ angewandt wird. …


Ergänzung 6.2.2017:

http://www.katholisches.info/2017/02/03/malteser-international-uno-verhuetung-hintergruende-des-konflikts-und-verstrickungen/:

(Rom) Am 10. November 2016 war Kardinal Raymond Burke von Papst Franziskus in seiner Funktion als Patron des Souveränen Malteserordens in Audienz empfangen worden. Das Amt des Kardinalpatrons entspricht der eines päpstlichen Botschafters beim Orden, da dieser ein souveränes Völkerrechtssubjekt ist. Der Kardinal unterrichtete bei dieser Gelegenheit das Kirchenoberhaupt über die Situation im Orden und besonders die Rolle Albrecht von Boeselagers, der seit 2014 Großkanzler des Ordens ist und zuvor Großhospitalier war. …


Ergänzung 25.2.2017:

http://www.katholisches.info/2017/02/24/kardinal-burke-wehrt-sich-gegen-verleumdung-wer-verstehen-will-was-im-vatikan-geschieht-muss-hinter-die-kulissen-blicken/:

(Rom) Kardinal Raymond Burke, brillanter Jurist und bis Ende 2014 höchster Richter beim Heiligen Stuhl, ist ein geduldiger Mann, der viel erträgt. Alles läßt er sich aber nicht bieten. Wer derzeit verstehen will, was im Vatikan und in der Kirche wirklich passiert, der muß genau hinhören, hinter die Kulissen blicken, zwischen den Zeilen lesen und vor allem hinterfragen, was die „erprobten Informations-Desinformations-Kanäle“ an Gerüchten ausstreuen, so der Vatikanist Marco Tosatti. Mit anderen Worten: Wer durchblicken will, ist als Beobachter gefordert. Das ist anstrengend, aber im Dienst für die Kirche erforderlich.

Im November 2014 von Papst Franziskus abgesetzt, aus dem Vatikan entfernt und als Kardinalpatron zum Malteserorden versetzt, sagte er zu dieser Demütigung nur, wo der Papst ihn hinschicke, dort gehe er hin. Als ihn Papst Franziskus nun nach Guam schickte, sagte er, er sehe das nicht als Verbannung.

… Als Sündenbock für die schmutzige Wäsche anderer im Malteserorden will er aber nicht herhalten. Im Orden, der zugleich souveränes Völkerrechtssubjekt ist, hatte sich im Dezember/Januar ein harter Machtkampf zugespitzt. Mit vatikanischer Unterstützung wurde faktisch der erste Stand der Profeßritter von einigen Angehörigen des zweiten Standes entmachtet. Der Jurist Burke mußte dem rechtlich unsauberen Treiben tatenlos zusehen. Das beste Gesetz taugt nur soviel, als sich Leute finden, die für dessen Einhaltung sorgen. Im Vatikan setzte man sich über die Ordensverfassung hinweg. Auslegungssache? …

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