Entwicklungen im Nahen Osten – 16

(Fortsetzung zu https://kreidfeuer.wordpress.com/2017/03/08/entwicklungen-im-nahen-osten-15/)

Thorsten Brückner: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2017/propaganda-mit-toten-kindern/ (5.4.):

Assad mordet weiter: Kinder vergast und die Welt tut nichts.“ Mit Journalismus hat die heutige Titelschlagzeile der Bild-Zeitung nichts zu tun. Es ist ein Appell an verständliche Emotionen mit manipulativer Absicht. Wessen Herz zerbricht nicht bei dem Anblick grausam vergaster Kinder? Wer auch immer für den mutmaßlichen Giftgasangriff in der nordwestlichen Provinz Idlib verantwortlich ist, verdient die Ächtung der internationalen Staatengemeinschaft.

Aber stichhaltige Belege für die Schuld einer Kriegspartei gibt es derzeit keine. Die syrische Regierung und die sogenannten Rebellen präsentieren unterschiedliche Deutungen. Das Auswärtige Amt macht Assad verantwortlich, bleibt aber, ebenso wie die meisten Medien, Belege schuldig. Der an Fakten interessierte Beobachter wird nach der morgendlichen Nachrichtenlektüre mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen.

Warum soll die Assad-Regierung, die durch die russische Luftunterstützung seit Monaten Territorium von den Rebellen zurückerobert, gerade jetzt ihre militärischen Erfolge aufs Spiel setzen und in Kauf nehmen, vor den Augen der Weltöffentlichkeit als Kinderschlächter gebrandmarkt zu werden? …

Thorsten Brückner: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2017/etappensieg-des-establishments/ (6.4.):

Trump macht Assad für Giftgasangriff verantwortlich

… Nicht nur die einschlägig bekannten republikanischen Kriegstreiber John McCain, Marco Rubio und Lindsey Graham trommeln derzeit für eine weitere Intervention in der Region.

Auch der Präsident selbst schlägt plötzlich eine andere Tonart an. Während die US-Regierung noch vor wenigen Tagen den Rücktritt Assads nicht mehr zur Bedingung für eine Friedenslösung in der Region machen wollte, heißt es aus dem Weißen Haus jetzt, die „zivilisierte Welt“ dürfe „dieses abscheuliche Verbrechen von Präsident Assad“ nicht ignorieren. …

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/us-streitkraefte-greifen-syrien-an/ (7.4.):

WASHINGTON/HOMS. Die russische Regierung hat den amerikanischen Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis als eine „Verletzung internationalen Rechts“ kritisiert. Am frühen Freitagmorgen schossen die US-Streitkräfte rund 60 Tomahawk-Raketen von den im Mittelmeer stationierten Kriegsschiffen „USS Porter“ und „USS Ross“ auf den Militärflughafen Schayrat bei Homs ab.

Nach Pentagon-Angaben sei die Basis „schwer beschädigt“ worden. Der mutmaßliche Giftgasangriff in der Provinz Idlib, für den die USA die Regierung von Baschar al-Assad verantwortlich machen, sei am Dienstag von diesem Militärstützpunkt aus gestartet worden. Sechs syrische Soldaten wurden bei dem Angriff getötet.

Nach US-Angaben wurde Rußland vorab gewarnt. Ursprünglich hatten sich auch russische Soldaten auf dem Stützpunkt befunden. …

http://lepenseur-lepenseur.blogspot.co.at/2017/04/deja-vu.html (5.4.):

… Der pöhse Assad und sein ebenso pöhses „Regime“ haben also einen hinterhältigen Giftgasangriff gegen edle „Oppositionskräfte“ und die bedauernswerte Zivilbevölkerung Syriens geführt, meldet die selbsternannte „Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Syrien“, die in Wahrheit ein syrisch-stämmiger, kleiner Textilwarenimporteur in Mittelengland ist, der als One-Man-Show auf dicke NGO-Hose macht …

http://www.andreas-unterberger.at/2017/04/war-donald-trumps-bombenangriff-richtigij/ (7.4.):

Der amerikanische Präsident hat Syriens wichtigste Luftwaffenbasis mit einer Cruise-Missile-Operation total vernichten lassen. Das bedeutet unglaublich viel. Denn wenn einmal in der Weltpolitik wie beim Mikado ein Stab in Bewegung kommt, kommt oft viel mehr in Bewegung, was man vorher gar nicht absehen hat können. Eine Bewertung. …

Kommentator Torres schreibt dazu:

Unterberger scheint überhaupt keinen Zweifel daran zu haben, dass Assad den Giftgasangriff geführt hat. Vielleicht hat er ja besondere Insider-Informationen, die sonst niemand hat, denn einen Beweis dafür gibt es meines Wissens nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die islamistischen Rebellen waren, ist zumindest genauso groß. Daher finde ich den amerikanischen Angriff auf Assads Luftwaffenbasis absolut kontraproduktiv und gefährlich.



http://www.freiewelt.net/nachricht/mehrere-dutzend-christen-bei-zwei-anschlaegen-in-aegypten-gemordet-10070622/ (10.4.):

Zwei Kirchen der koptischen Christen in Ägypten waren am Wochenende Ziel islamisch motivierter Terroranschläge. In Tanta und Alexandria sprengten sich Selbstmordattentäter des IS selbst und rissen Dutzende Menschen mit in den Tod.

… Das Terrornetzwerk IS/DAESH reklamiert beide Anschläge für sich. Die Menschen wurden gemordet, weil sie Christen sind. Gemordet von feigen Attentätern, die sich auf den Islam berufen.

Und deutsche Altparteienpolitiker werden nicht müde, bei jeder unpassenden Gelegenheit zu betonen, dass der Islam ja so friedlich sei und solche Anschläge nichts mit dem Islam zu tun haben….


Ergänzung:

http://www.freiewelt.net/nachricht/uebernimmt-trump-jetzt-clintons-kriegskurs-10070609/ (7.4.):

… Entsprechend zurückhaltend ist auch die erste Reaktion seitens Russlands. Zwar kritisiert man den Angriff, hatte aber zuvor die rund um den Stützpunkt postierten Raketenabwehrstellungen deaktiviert. Putins Sprecher bezeichnete den Raketenangriff als »Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand.«

Die UN selbst hatten berichtet, dass Assads Militär nicht mehr über Chemiewaffen verfüge, er für den Giftgasangriff also nicht verantwortlich sein könne.

Die Deaktivierung der russischen Raketenabwehr zur Verhinderung einer weiteren Eskalation hängt offenbar nicht zuletzt mit der Versicherung Trumps zusammen, dass es sich bei diesem Angriff um einen einmaligen Militärschlag als Reaktion auf den Giftgasangriff handele. …


Ergänzung 11.4.2017:

Benedikt Kaiser: https://sezession.de/57207/ Trump entgleist: Angriff auf Syrien (7.4.):

In der Nacht von Donnerstag, den 6. April, auf Freitag, den 7. April, hat US-Präsident Donald Trump den Abschuß von fast 60 Tomahawk-Marschflugkörpern auf syrische Stellungen befohlen. …


http://www.epochtimes.de/politik/welt/syrien-trump-luftschlag-traf-die-cia-putin-wurde-vorgewarnt-und-aktivierte-die-luftabwehr-nicht-a2091668.html (9./10.4.):

Nach Donald Trumps Luftschlag in Syrien haben seine Gegner ein Problem: Sie müssen ihn nun öffentlich gut finden.

Vieles deutet darauf hin, dass Trumps Reaktion auf den angeblichen Giftgas-Angriff am Dienstag ein Schachzug gegen die US-Geheimdienste war und von Russland unterstützt wurde.

Die US-Angriffe am Donnerstagabend richteten sich auf einen Flugplatz im syrischen Homs, doch die Landebahn blieb nahezu unversehrt. Schon am späten Freitag Nachmittag konnten syrische Jets dort wieder starten und landen. …

http://www.voltairenet.org/article195899.html Donald Trump behauptet seine Autorität über seine Verbündeten (7.4.):

Lassen Sie sich nicht durch die diplomatischen Spiele und den Konformismus der Mainstream-Medien täuschen. Was heute Morgen in Syrien passiert ist, hat nichts mit der Präsentation zu tun, die Ihnen gegeben wurde, noch mit den daraus gezogenen Schlussfolgerungen. …


Ergänzung 14.4.2017:

Sehr informativ:
ISSB: http://www.freiewelt.net/reportage/stellvertreter-krieg-in-syrien-es-geht-um-nichts-geringeres-als-die-globale-hegemonie-des-us-petro-dollar-imperiums-10070633/ (11.4.):

Trump hatte nicht die Initiative. Die 59 Marschflugkörper waren eine Reaktion auf den ungeheuren innenpolitischen Druck, den das US-Establishment auf ihn ausübt. Er musste Druck aus dem Kessel lassen und ein Signal gegen Assad und vor allem gegen Putin senden. Denn der »Kalte Krieg« der USA mit Russland und China ist die Dominante der aktuellen Weltpolitik. Es geht um den US-Dollar als Weltleitwährung und um die Kontrolle der Ressourcen.


Karl Müller: http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-9-11-april-2017/denn-sie-wollen-noch-immer-den-sieg.html Warum es keinen Frieden in Syrien gibt (11.4.):

Macht geht einmal mehr vor Recht. Der folgende Text wurde einen Tag vor den Angriffen der US-Armee auf Syrien geschrieben. Was 24 Stunden später tatsächlich geschah, zeichnete sich da schon ab. Nun hat sich auch der neue US-Präsident dafür entschieden, die unselige Tradition US-amerikanischer, völkerrechtswidriger Kriegs­politik fortzusetzen.

Was ihn letztlich dazu bewogen hat, sein Wahlkampfversprechen zu brechen, muss an dieser Stelle offenbleiben. Die Verantwortung für diese Entscheidung und die möglichen Folgen kann ihm niemand abnehmen.

Geradezu pervers mutet es an, dass die monatelange Kampagne gegen Donald Trump nun verstummt ist und sich jetzt, wo Blut an seinen Händen klebt, die Kriegstreiber in den USA wie John McCain und «Führer» anderer Nato-Staaten wie der französische Präsident und die deutsche Kanzlerin mit dem US-Präsidenten «solidarisieren». – Was für eine «Wertegemeinschaft» und was für ein Zustand der heutigen Welt. – Und trotzdem bleibt es dabei: Auch jetzt noch geht es darum, alles zu tun, um eine weitere Ausweitung des Krieges zu verhindern.


Ergänzung 18.4.2017:

http://www.freiewelt.net/nachricht/viele-syrer-stehen-nach-wie-vor-hinter-assad-10070664/ (13.4.):

Der Krieg in Syrien ist ein schmutziger Stellvertreterkrieg auf vielfacher Ebene: Hier treffen die Interessen der Golfstaaten, der Türkei und Israels auf die Interessen des Iran sowie vor allem die Interessen der USA auf die Interessen Russlands. Syrien ist ein strategischer Dreh- und Angelpunkt der Geopolitik und ein Durchgangsland für wichtige Pipeline-Projekte.

… Millionen Syrer stehen hinter Baschar al-Assad. Dazu gehören größtenteils die moderaten und säkularen Muslime, die Alawiten, Drusen und Christen im Lande sowie alle, die Ruhe und Ordnung im Lande haben wollen und bisher mit dem Regime in Damaskus ganz gut gefahren sind. Sie alle fürchten die grausame Rache der radikalen Sunniten, falls Assad fallen sollte. Denn dann würden alle religiösen Minderheiten und alle säkularen Muslime sowie ehemaligen Anhänger des Assad-Regimes den Radikalen Islamisten (Al-Nusra, IS) ausgeliefert sein.

… Man muss nur schauen, was der IS in seinem Terror-Territorium veranstaltet, um zu ahnen, welche grausamen Massen-Massaker Syrien noch bevorstehen, wenn das Assad-Regime endgültig fällt. Dann ist das Tor zur Hölle geöffnet. …


http://www.freiewelt.net/nachricht/wer-ist-verantwortlich-fuer-den-giftgasangriff-in-idlib-10070670/ (13.4.):

Noch immer beschäftigt der Giftgasangriff in Idlib die Gemüter und sorgt für Spannungen zwischen Russland und den USA. Für die Verantwortung gibt es drei Theorien, die heiß diskutiert werden: Assad war es; bei einem Luftschlag der syrischen Armee gegen Al-Kaida wird das Gift freigesetzt oder …

… Eine weitere [dritte] Theorie, sie stammt von Robert Parry (der investigative Journalist deckte die Iran-Kontra-Affäre auf), erwägt, dass eine Drohne von einem jordanischen Stützpunkt abgeschossen wurde. Dieser Stützpunkt wurde in einer Gemeinschaftsaktion von Saudi-Arabien und Israel zur Unterstützung der syrischen Rebellen errichtet.

Parry stützt sich dabei auf Quellen, die auch die Motivationslage erläutern: mit dem Angriff sollte Trump dazu gebracht werden, von seiner im März geäußerten Doktrin, die Enthebung Assads aus dem Präsidialamt stünde nicht mehr im Fokus der Syrien-Politik der USA, abzurücken. Eine Taktik, die nach dem heutigen Stand der Dinge offenbar aufgegangen ist. …

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